Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 7 (Julio, 1965)
- Date
- 1965-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BOLETIN INFORMATIVO •SUCCION: S.CI. B’NE JISROEt AV. POCTUGAt no CASHU 2407 ■ SANTIAGO CNN* AÑO XXVII — N? 7 SANTIAGO DE CHILE JULIO 1965 MARTIN BUBER ZUM TODE DES GROSSEN HEBRAEISCHEN WEISEN IN MODERNEN GEWAND Von Dr. Abner Nechuschian (Tel-Aviv) Um einen ihrer unerbittlichen Mahner, ihrer seherischen Kuender ist die Menschheit aermer geworden. Was sie sich an ihren besten Traditionen, ihrem erlauchtesten Geistesgut in dieser ungluecklich verworrenen Gegenwart bewahrt hatte, verkoerperte Martin Buber, der in Jerusalem am 13. Juni im Alter von 87 Jahren heimgegangen ist, als Traeger universeller allgemeiner, und zutiefst in den Schaetzen biblischer wie nachbiblisoher Zeit verwurzelter juedischer Bildung, mit einer ueberwaeltigenden Fuelle denkerischer Einsichten und hoechstgespannter sittlicher Kompromisslosigkeit. VOM TRAEUMER ZUM EXISTENZPHILOSOPHEN Seine ersten, formativen Erlebnisse hatte der aus Wien stammende, hochbegabte junge Mensch, fast ein Kind noch, in Lemberg seinem Grossvater verdankt, in dessen Haus er aufwuchs, dem talmudbeflissenen Salomon Buber, einem im uebrigen wohlhabenden, den Zeitstroemungen des spaeten neunzehnten Jahrhunderts aufgeschlossenen Mann, der im Kontakt auch mit den benachbarten Zentren der “Chassidim” stand, der juedischen Mystiker des europaeischen Ostens. Doch traten diese, zunaechst eher ahnungsvollen Eindruecke in den Hintergrund, als der Student nach Zuerich ging, und nach Leipzig, unter den Einfluss von Philosophen wie Dilthey und vornehmlich Georg Simmel geriet und dann, im Wien des fin du siècle, in den Bannkreis der dichtenden und schriftstellernden Aestheten, mit dem um ein weniges aelteren Hugo von Hofmannsthal voran. Nach dem mit dem Doktorat gekroenten Abschluss seiner Universitaetsstudien schien der Kunstwissenschaftler Martin Buber in dieser Atmosphaere schoengeistiger Verfeinerung fuer wer weiss welche Dauer heimisch geworden zu sein. Er erweiterte seinen Interessenkreis bald indessen nicht allein mit Untersuchungen beispielweise ueber das finnische Nationalepos Kalewala, ueber Gleichnisse des Tschuang-Tse, keltische Sagen u. dgl.,; bald lenkte er seine Aufmerksamkeit in immer staerkerem Masse auch auf jene chassidische Bewegung zurueck, deren Magie er im grossvaeterlichen Haus verspuert hatte. Ja, seinen Ruf in der Geisteswelt des “Europa von gestern” — ihn begruendete er recht eigentlich erst als Interpret dieser juedischen Mystiker, mit den beiden, in rascher Aufeinanderfolge erschienenen Buechern ueber die “Geschichten des Rabbi Nachmann” und die “Legende des Baal Schern”. Der Umwelt, soweit sie sich dem “wandelnden Geheimnis” der in ihrer Mitte lebenden Juden nicht damals schon aus Vorurteilen oder Ressentiments verschloss, vermittelte er hier zum ersten Mal ein anderes, ein verinnerlichtes Judentum — so, wie er in eben dem gleichen, letzten Vorkriegsjahrzehnt, bis 1914, in der nationaljuedischen Bewegung des Wiener “Judenstaatlers” Theodor Herzl als Kulturkaempfer fuer eine “Verinnerlichung der juedischen Renaissance” eintrat. Dem Befangensein in solchen “ekstatischen Konfessionen” (es war das der Titel eines seiner meistgelesenen Buecher von damals) entriss ihn dann der Schock, den ihm der Zusammenbruch des Weltfriedens zufuegte. Der Belletrist, der Mystiker wandelte sich zum bekennerischen Sozialisten der nichtmarxistischen, vom Idealisten Gustav Landauer verwendeten Spielart, als die Materialschlachten des Krieges 1914-18 mit einer ganzen hoffnungsvollen Generation der daran beteiligten Voelker auch den Bildungsidealismus zerschlugen, der bis dahin das Lebenselixier der Besten in ganz Europa dargestellt hatte. Als er erkannte, dass es ihm nun aufgegeben sei, “Magie von seinem Pfad zu entfernen”, zog er daraus Schlussfolgerungen auch in seiner Stellung zur juedischen Palaestina-Kolonisation: in der Zeitschrift “Der Jude”, einer auf hoechster Warte stehenden Monatsrevue, die er seit den letzten Kriegsjahren h erausgab, warb er fuer einen schollenverwurzelten Tolstoi- (Fortsetzung Seite 4) ¥krà ÈÉlfpi ». lp¥ */' ' ' * : SStfBsiB «iS , « * ¿ÆÏV'Ss*&&<«:*,&. V t .< :-k-" MARTIN BUBER ...der Prophet in seinem Vaterlande