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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-04-01 · 4 (Abril, 1965) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
4 (Abril, 1965)
Date
1965-04-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO ABRIL 1965 JUDEN UND NICHTJUDEN LEVI ESCHKOL Ministerpraesident von Israel de, Juden wie Nichtjuden, einander mit offenen und ungetrübten Blicken zu betrachten vermögen. Dieser Fortschritt in den Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden erscheint nicht nur von der israelischen Perspektive aus wichtig: aus dem Gesichtskreis eines kleinen Staates, der heute noch um seinen Bestand ringt und in diesem Kampfe auf Wohlwollen, Verstaendnis und Hilfe eines erheblichen Teiles der Weltbevölkerung angewiesen ist. der jedoch auch spaeter, wenn eines Tages seine materielle Existenz nicht mehr staendig bedroht erscheinen, und vielleicht erst recht ge rade dann, auf natürliche Bindungen und Verbindungen mit einer sehr bunten und in den meisten Lebensbelangen von ihm sehr unterschiedlichen Umwelt angewiesen sein wird. Mindestens im gleichen Masse jedoch erscheint diese Reinigung der Atmosphaere zwischen Juden und Nichtjuden oder zwischen Nichtjuden und Juden auch fuer die weitere Existenz und Entwicklung der juedischen Gemeinschaften in der Diaspora relevant und lebenswichtig. Der groesste Teil des juedischen Volkes, etwa 85%, lebt auch heute noch und darin wird sich fuer absehbare Zeit nicht sehr viel aendern, inmitten einer nicht juedischen, zumeist christlichen Umgebung. Die Juden der Diaspora sind selbst dort, wo ihr eigenes Gemeinschaftsleben noch innerlich gefestigt erscheinen mag, durch tau send Bindungen mit ihren Nachbarn verbunden, Sie werden von ihrem Eigenleben und Eigencharakter nicht nur nichts einbuessen, sondern, dies ist unsere feste Ueberzeugung, sich als Juden ungezwungener und in ihrer juedischen Eigenart freier fuehlen, wenn zwischen ihnen und ihren nichtjuedischen Nachbarn so wenig wie moeglich sichtbare oder unsichtbare Gettomauern den freien, ungezwungenen und vorurteilsfreien Kontakt von Mensch zu Mensch, von Gemeinschaft zu Gemeinschaft beeintraechtigen werden. Dieser Prozess wurde, wie bereits angedeutet, von der neuen israelischen Realitaet ausgeloest, die hier immer deutlicher als Ferment zur Anbahnung neuer oder andersartiger Beziehungen zu unserer Umwelt wirkt. Aber die Erweiterung der Begegnungsflaechen zwischen den Menschen, die auf nichtjuedischer Seite selbst in dem hinter uns liegenden Jahrhundert der Aufklaerung des geistigen Fortschrittes und der Emanzipation über mehr als ein blosses Lippenbekenntnis für eine Besserung der Beziehungen zu uns Juden meist nicht hinausgelangten, wird in unseren Tagen und in unserer Zeit noch durch einen anderen Faktor ermoeglicht und weitergetrieben, der in unserer langen Galutgeschichte einzigartig und erstmalig erscheint. In der freien Welt ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges eine junge Generation herangewachsen, die in einem ehrlichen Ringen den Gruenden nachspuert, die die Generation ihrer Eltern in eine Situation getrieben' haben, in der die grossen sittlichen und geistigen Werte und Masstaebe der Menschheit wie noch nie vordem gefaehrdet wurden oder gar in Brueche gingen. Diese junge Generation hat sich vielerorts zur Ueberwindun"- alter, tief verwurzelter und tief eingefressener Vorurteile durchgerungen, die noch im Leben ihrer El fern eine sehr verhaengnisvolle Rolle spielten. Wir begegnen heute fast in allen Laendern der freien Welt diesen jungen Menschen, die vorurteilsfreier und weltauf geschlossener erscheinen als je eine junge Generation vor ihnen. Sie sahen als Kinder oder wissen es vom Hörensagen von jenen, die die letzte apokalyptische Epoche mit vollem Bewusstsein miterlebten, wie entsetzlich die Folgen einer auf blinden, und in ihren Augen dummen und unbegreiflichen Vorurteilen basierenden Lebensanschauung waren. Sie wollen ehrlich mit einer solchen Vergangenheit brechen. Sie bemühen sich darum vielfach auch um die Beseitigung und Ausrottung eines der zaehesten Vorurteile der Menschheitsgeschichte, des Antisemitismus, der in der Generation ihrer Eltern Orgien der Unmenschlichkeit und Barbarei zu entfesseln vermochte. Wenn wir heute unter den zahlreichen nichtjuedischen Besuchern Israels eine besonders grosse Anzahl Studenten, junger Lehrer und Lehrerinnen und auch einfacher arbeitender Menschen antreffen, die sich meist nicht mit der blossen Rolle eines flüchtigen Touristen begnügen wollen, sondern ernsteren Kontakt mit israelischen Menschen suchen, dann ist es dieser neue Ty pus eines aufgeschlossenen und aufnahmebereiten Nichtjuden, der mit Vorurteilen brechen und, unbelastet von der Vergangenheit, neue Kontakte zu uns Juden zu finden bemüht ist ■—0O0—■ Wenn wir alle diese Faktoren betrachten, zu denen auch noch eine sich neu anzubahnende Haltung der katholischen Welt zu uns Juri e n hinzugefuegt werden sollte, dann duerfen wir ohne Uebertreibung feststellen, dass zumindest die Chancen fuer zufriedenstellende Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden heute gegeben erscheinen. Aber nur eine juedische Gemeinschaft, die in sich gefestigt und deren junge Generation starke Bindungen zu ihrem eigenen Volke mit auf den Lebensweg bekommt, wird in der Lage sein, diese Chancen so auszunutzen, dass wir in Zukunft nicht nur von einer auf der Hoehe der Zeit und des Fortschrittes angepassiten Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden werden sprechen, sondern dass auch der juedische Partner dieser Beziehungen als starker, seines Wertes und seiner Bedeutung bewusster Faktor wird in Erscheinung treten können. INSTITUTO CHILENO-ALEM AN DE CULTURA GOETHE - INSTITUT Zweigstelle Santiago _Esmeralda 650_ Dienstag, den 20. April, und 19,15 h., im Saal des Instituts EINMALIGER KONZERTABEND BEUNA und SIEGFRIED BEHREND auf ihrer Welttournee (Indien-Japan- N ordamerika- Suedamerika-Europa) Internationale Folklore, Chansons und Gitarre Volkslieder aus Israel, Lieder aus dem Ghetto, Jiddische Lieder und Gitarrenmusik aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Spanien, Greichenland, Polen, Türkei, Japan. Einschreibungen in der Geschäftsstelle des Instituts. ESMERALDA 650 Fuer die Feiertage FIAMBRERIA ALEMANA GUENTER WALTHER Deutsches Feinkost-Geschaeft vormals Erna J. vda. de Thaele Delikatessen — Spezialitaeten aller Art Stets frische und reiche Auswahl — Reelle Preise Kein Autoservicio, kein Fabrikbetrieb angenehme individuelle Bedienung Av. Irarräzaval 3364 — Zwischen Av. Macul und Plaza Nunoa Guenstige Parknioeglichkeiten, Telefon 497971 Sie brauchen nur zu und wir schicken Ihnen Saemtliche Fleischsorlen vor allem erstklassiges W6ÜS56S Kalbfleisch frei ins Haus. 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