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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-04-01 · 4 (Abril, 1965) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
4 (Abril, 1965)
Date
1965-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA * B ’ N E JISROEl' UDACCION-. S.C.I. B’NE JISROEl ‘ AV. POnUGAl SIO CASIUA 2487 ■ SANTIAGO CHIU AÑO XXVII — N.o 4 SANTIAGO DE CHILE ABRIL 1965 JUDEN UND NICHTJUDEN wm SALMAN SCHAZAR - PRAESIDENT ISRAELS Botschafter Dr. Uri Naor hielt zum Abschluss des letzten Kongresses der Federación Sionista de Chile einen grundlegenden Vortrag über den “Zionismus in einer sich wandelnden Welt”. Anlaesslich des Jahrestages der Gründung des Staates Israel veröffentlichen wir ein wesentliches Kapitel dieses Vortrages über die neuen Bedingungen des Verhaeltnisses zwischen Nichtjuden und Juden. Eine bemerkens werte Wandlung vollzieht sich in unseren Tagen in dem Verhaeltnis der Nichtjuden zu den Juden als Traeger des neuen Staates Israel und in direktem Zusammenhang damit, wenn auch in einem etwas gemaechlicheren Tempo, zu den Juden ihrer unmittelbaren Umgebung und, vice versa, auch eine sichtliche Wandlung an den Berührungsstellen zwischen Israelis und der nichtjüdischen Welt. Die Ursachen dafür liegen offen zutage. Nach langer Zeit leben heute wieder Juden in ihrem Lande als eine souveraene Von Dr. URI NAOR staatspolitische Einheit, als eine entscheidende Mehrheit in ihrem eigenen Territorium und nicht, wie durch die schier endlosen Jahrhunderte der Diaspora hindurch, überall als eine ethnische und religiöse Minderheit, von der Gnade oder Ungnade ihrer Umgebung abhaengig. Der Jude in Israel fühlt sich heute in seiner jüdischen Existenz gesichert. Das ermöglicht es ihm auch, viel unbefangener sein Verhaeltnis zur nichtjüdischen Welt zu finden und festzulegen. Er ist bereits in der Lage, in einen Dialog mit Nichtjuden auch über die subtilsten und heikelsten Fragen seiner Geisteswelt und seiner Existenz treten zu können, ohne sich stets krampfhaft an eine überbetont apologetische Position klammern zu müssen, ohne übertriebene Empfindsamkeiten, ohne A-priori-Aggressions oder eine nicht weniger deplazierte Demutshaltung, ohne staendig von Komplexen der Ueber- oder Minderwertigkeit in Bann gehalten zu werden. Insbesondere wird sich der junge Israeli, auf dem nicht mehr Tag und Nacht das Bleigewicht einer sehr diffizilen und oft verwirrenden Galuterfahrung und die durch sie haeufig ausgelöste Mentalitaet des permanenten Rückzuges ins eigene eng e Schneckenhaus lastet, durch unbefangene Auseinandersetzungen und Kontakte mit Nicht juden keines weg in seiner Stellung als Jude gefaehrdet fühlen. Sein Selbstbewusstsein ist stark und fundiert genug, um in solchen Auseinandersetzungen auch kritische Einwendungen anhören und überlegen zu können, ohne sogleich hinter ihnen böswillige antisemitische Absicht zu wittern. Es kann kein Zweifel be¬ DR. URI NAOR - BOTSCHAFTER ISRAELS IN CHILE “Wir duerfen feststellen, dass zumindest die Chance fuer zufriedenstellende Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden heute gegeben erscheinen...” stehen, dass wir hier um einen wichtigen Schritt der Annaeherung an einen Zustand weitergekommen sind, der bereits den klassischen zionistischen Denkern als eines der wesentlichsten Beiprodukte der zionistischen Endlösung vor Augen schwebte; Israel hat bereits auch die Funktion eines normalisierenden Faktors der Beziehungen zwischen Juden und Nicht juden zu erfüllen begonnen. Pinsker und Herzl hielten es für unumgaenglich, diese Beziehungen ihres gespenstischen und pathologischen Charakters zu entkleiden, den Zerrspiegel zu entfernen, in dem beide einander seit Jahrhunderten sehen, und einen Zustand herbeizuführen, in dem bei- (Fortsetzung Seite 4) I 9 25 APRIL 1955

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