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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-03-01 · 3 (Marzo, 1965) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
3 (Marzo, 1965)
Date
1965-03-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 10 Die deutschsprachige Tel Aviver Zeitung “YEDIOTH HAYOM” MARZO 1965 Zum 100. Geburtstage von Max I. Bodenheimer “SO WURDE ISRAEL” Sie hatte ihre bestimmten Leser, denn die Artikel sprachen an. Die politischen Leitartikel waren hoechst lebendig und im besten Sinne massgebend. Die mutige Art, wie sie auf breiter Basis gegeben wurde, war geschickt ausgedacht, Hier ruettelte z.EU Z.B. richtig auf,und im Wirtschaftsteil gab K.O. darueber Auskunft, ob die Wirtschaft O.K. oder K.O. sei, der pseudonyme BEN ZAKAN stellte Betrachtungen ueber pseudopolitische Erscheinungen an und geisselte mancherlei. Auch das Feuilleton war vielgestaltig, es bildete oft das Entzuecken der Leser, es war interessant in der Form, folgerichtig im Aufbau. Hier war ein ausgezeichneter Redaktionsstab organisiert, der genau wusste, was der Leser und der Abonnent zu lesen wuenschten. Und neben dem eigenen Stab liess man hiesige fuehrende Leute aus den verschiedensten Spezialgebieten zu Worte kommen, Persoenlichkeiten von Rang und Namen, die u.a. gehaltvolle Interviews zu geben wussten, ‘'Wer zaehlt die Voelker, nennt die Namen” die bei “HAYOM” zu Worte kamen! Nicht alle koennen genannt werden; unter den freien Mitarbeitern fanden sich Persoenlichkeiten wie z.B. die Doktoren Ebner, Teich, Weinstein, von Weisl, etc., etc. Natuerlich hatte die Zeitung auch den Ehrgeiz, eine weibliche Leserschaft zu interessieren und zu erobern. Auf diesem Gebiet gab es anregende und unterhaltsame Feuilletons des leider allzufrueh dahingegangenen Dr. FTNKELSTEIN, der in seiner ganz speziellen menschenfreundlichen Art nicht nur mit der Feder, sondern mit dem Herzen schrieb. Frau RIVLIN wusste die Damenwelt anzuregen und schliesslich war die einfallsreiche ELLI GREIF sozusagen die attraktive “Seite der Frau”. Auch MIRIAM TAU versetzte mit kluger Feder die Leserin in die ihr ureigene Sphaere. Eine enorme Anziehungskraft uebrigens hatte die Rubrik “BESPRECHEN SIE ES MIT ARIELLA”. So etwas braucht und sucht oft die Frau, und in dieser Rubrik konnte man ihr Ratschlaege geben, sie beruhigen und oft genug auch klug lenken. Dann der Humor! Vielfach war Gelegenheit, beim Lesen zu laecheln, zu schmunzeln, manche Spalten des HAYOM waren der Heiterkeit geoeffnet. KISHON hatte hier seinen Platz, zur Freude der Leser erschien er fast jeden Freitag, aber auch andere witzige Mitarbeiter gab es auf diesem Gebiet, wie z.B. Speer. — Die Artikel ueber Musik von L. PATAKI hatten guten “Klang”. Mode und Make-Up fachfraulich aufgetragen, gaben dem Blatt jein farbiges Konterfei und der “Speisezettel” redete mit neuen Rezepten oft “geschmackvoll” zum Munde. Das Autowesen bekam ganze Seiten “gruenes Licht”, im Versicherungsfach begannen die Artikel “Seien Sie versichert..., und ueber alle Fortschritte der Technik und der Wissenschaft wurde man sachlich und interessant informiert. Auch ueber die “Schoenen Kuenste” war erscheint nicht mehr. man immer im Bilde, ln den Theaterkritiken wurde Neues und Neuartiges von sachkundiger Hand aufgezeigt und so manche Hinweise, Anregungen und Ratschlaege wurden von den Buehnen befolgt. Und so ein bisschen Kulissenklatsch gehoert gelegentlich auch einmal in die Zeitung. Die Administration der Zeitung war ebenfalls aus-» gezeichnet. Hier walteten die Damen WARTSKI, RELLI, GILA und — bis vor einiger Zeit — DANIELA ihres nicht leichten Amtes. Und Herr Blau, der Inseraten-Chef verstand sein Fach! Er wusste die reklamefeindlichen Eigensinne zu uebereugen. Die Besitzer der Zeitung, Dr. 'REICHENSTEIN und seine leider vor einiger Zeit verschiedene Gattin, haben die Zeitung vorbildlich gefuehrt. Dass sie nicht mehr erscheint, ist ein Verlust fuer die “Jekkes” und die deutschsprachigen “Nichtjekkes”. In seiner Buntheit und in seiner liebenswuerdigen Art, in der es aufge macht war, war das Blatt ungeheuer beliebt. Woran dies wirklich lag, kann man nicht so genau beschreiben. Jedenfalls wuenschen viele der ehemaligen Leser “Fortsetzung folgt”! J. S. NEGEW-SIEDLUNGEN GRUENDEN KONSERVENFABRIK Mit einem Aufwand von IL fuenf Millionen wollen die Siedlungen aller Richtungen im Negew eine grosse Konservenfabrik gruenden, die über 300 Arbeiter beschaeftigen soll. Auf einer feierlichen Sitzung der Negew-Siedlungen, die für die Zwecke des Anbaus von Pardessim und von Obst in der Gesellschaft “Hadarej Hanegew” vereinigt sind, wurde die Errichtung dieser Fabrik beschlossen. An diesem Unternehmen beteiligen sich sowohl Kibbuzim als auch Moschawin, und führende Stellen der Regierung würdigten den Geist der Zusammenarbeit, der bei den Negew-Siedlungen herrscht. Das Projekt wird von Tnuva-Export und von der Landwirtschaftsbank unterstützt. In der naechsten Zeit wird ein Sonderausschuss den Ort der Fabrik bestimmen. Als Sitz für das Unternehmen kommen Ofakim, Netiwoth und Sderoth in Betracht. Für den Bau werden Gelder aus dem staatlichen E n t w i c k lungsbudget zur Verfügung gestellt werden. Nach Berechnung der führenden Mitarbeiter der Kibbuzim soll die Fabrik im Frühjahr 1966 ihre Arbeit aufnehmen. Bis dahin werden 25.000 Dunam Pardessim Früchte tragen (von insgesamt 32.000 Dunam, die angepflanzt sind). Die Ueberschüsse an Zitrusfruechten sollen nun von dieser Fabrik verarbeitet werden. Sie wird auch Aepfel, Pfirsiche, und Pflaumen verarbeiten. Nach vorlaeufigen Schaetzungen wird die Produktionsleistung des Unternehmens jaehrlich IL neun Mill, erreichen, und die Gründer hoffen, den groessten Teil exportieren zu koennen. Zu den hervorragendsten Persoenlichkeiten der zionistischen Weltbewegung, fuehrend bis gegen Ende des 1. Weltkrieges, gehoert der Koelner Rechtsanwalt Dr. Max Bodenheimer, dessen Tochter Henriette Hannah die Erinnerungen ihres Vaters vor etwa 6 Jahren unter dem Titel “So wurde Israel” (Eurap. Verlagsanstalt Frankfurt a. M.) hatte erscheinen lassen. Dieses Buch ist zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Zionismus, besonders ihrer Anfaenge und ersten Erfolge, und so darf dieses Werk auch als eine Ent stehungsdarstellung des Staates Israel angesehen werden. Da es sich zugleich als eine sehr fesselnde Selbstbiographie eines Mannes erweist, der viel erlebt hat, muss ihm, nicht zuletzt unter den Juden aus dem deutschsprachigen K u 1 turkreise, Bedeutung zukommen. Bodenheimers Lebensdarstellung fuehrt zunaechst in das religioes-traditionelle Elternhaus zu Stuttgart, einer damals, 1865, kleinen Residenz, in der, teils durch das K o e n i g s haus gefoerdert, Theater und Museen, Hochschulen und Gymnasien bestanden. Mit Rebenhuegeln und Waeldern in der lieblichen Umgebung war die wuertembergische Hauptstadt zweifellos eine der reizvollsten Staedte Deutschlands. Dort verbrachte Bodenheimer eine sorglose Jugend, die es ihm ermoeglichte, eine gediegene Bildung zu erwerben. Vier Bezirke, so erzaehlt er, haetten sein Leben bestimmt: Der deutsche, der juedische, der judenfeindliche und der juedisch-nationale. Schon der Gymnasiast begann daran zu zweifeln, dass es gegen den eingewurzelten Judenhass in Deutschland irgendein Mittel gaebe. Das juristische Studium an den Universitaeten Strassburg, Freiburg und Berlin, wo er Verbindungen kennenlernte, die grundsaetzlich keine Juden aufnahmen, bestaerkte ihn in dieser Ueberzeugung, und so fing fruehzeitig seine Beschaeftigung mit juedisch-politischen Fragen an. Im Jahre 1891, fuenf Jahre vor dem Erscheinen von Theodor Herzls ‘‘Judenstaat”, liess der junge Koelner Rechtsanwalt Bodenheimer in einer Hamburger juedischen Wochenschrift eine Artikelserie erscheinen, in welcher er die Loesung der brennend-gewordenen russischen Judenfrage durch Massenansiedlung verfolgter russischer Juden in Syrien vorschlug jener tuerkischen Provinz, welche das heutige Israel einschloss. Es war die Entwickung eines Kolonisationsplanes, der aber schon den Hinweis auf eine kuenftige Autonomie geschlossener juedischer Gemeinden und die Anerkennung der hebraeischen Sprache enthaelt. Der zunehmende Kontakt mit anderen Gruppen fuehrte dann 1893 zur Bildung der “Koelner National] uedischen Vereinigung”, deren Begruender Max Bodenheimer und David Wolffsohn wurden. Bodenheimers viel zu wenig bekanntes Buch bringt weiter, sehr interessante Details ueber des Verfassers Reaktion auf Herzls “Judenstaat»”, die erste Fühlungnahme mit dem Schoepfer des politischen Zionismus, den Zusammentritt des “ersten deutschen Zionistentages” und schliesslich die wichtige Rolle, welche Bodenheimer auf dem 1. Zionistenkongress zu Basel, 1897, spielte, wo er das “Basler Programm” des Zionismus mitredigierte. Max Bodenheimer stand an der Spitze der zionistischen Arbeit in Deutschland bis zum Jahre 1910, seit 1907 zugleich als Praesident des Keren Kajemeth Lejisrael, des Juedischen N a t i o nalfonds, dessen Leitung er bis zum Kriegsbeginn, 1914, innehatte. Im Jahre 1898 begleitete er Herzl auf dessen erster Palaestinareise, nahm an der Audienz beim Deutschen Kaiser teil und unterstuetzte den Schoepfer des modernen Zionismus in allen j uristisch-schwierigen Fragen. Bodenheimers Taetigkeit war segensreich und vielseitig; er war auch ein erfolgreicher Anwalt, der den Titel eines “Preussischen Justizrats” erhielt. Der Weltkrieg fuehrte da eine Aenderung insofern herbei, als Bodenheimer fuer einen neuen p o 1 i 11 sehen Weg eintrat, nachdem die zionistische Bewegung auseinandergerissen worden war. Das von ihm inj spirierte “Comité fuer den Osten”, das auf den deutschen Sieg logischerweise eingestellt sein musste, hiervon sowohl eine Autonomie fuer die russischen Juden alo auch ein guenstiges Einwirken auf die Tuerkei in Bezug auf die juedischen Falaestinahoffnunger. e r w ar t e t e, geriet in einen Gegensatz zu dem im neutralen Kopenhagen a r b eitenden Zionistischen “Engeren Aktionseomité” und zu den Londoner Zionisten (Weizmann, Sokolow). die auf die Sache der Entente gesetzt hatten, womit sie recht behalten sollten. Bode n heimers Bemuehungen um das Deutschlands Wilhelm II., so ehrlich sie gemeint waren, mussten scheitern, und damit war seine zionistisch-politische Aktivitaet mit Kriegsschluss beendet. Doch der Bewegung blieb er treu verbunden und siedelte im Jahre 1935 nach Erez Israel ueber, wo er fuenf Jahre spaeter, 75-jaehrig, starb. Doch auch ueber die Nachkriegsepoche der zionistischen Bewegung weiss Bodenheimer in seiner Selbstbiographie viel Aufschlussreiches zu berichten, obwohl er, der alte Herzlianer, mit vielem, was dann geschah, nicht mehr uebereinstimmte. Angesichts der 100. Wiederkehr seines Geburtstages sollte seine hinterlassene Schrift neue, weit staerkere, Beachtung als bisher finden. In ihr kommt ein sehr bedeutender Jude aus dem mitteleuropaeischen Kulturkreise zu Worte. BOYKOTT- BLUETEN Libyen ist wohl das Land, welches den Israel- Boykott am ernstesten nimmt. Wie so oft, schlaegt auch bei diesen ölreichen Wüstensöhnen tierischer Ernst in unfreiwillige Komik um. Ein schweizerischer Exporteur von Taschentüchern hatte die allergrösste Mühe, seine bedruckten Produkte in Tripolis und Bemghazi abzusetzen. Die Libyer wollten um keinen Preis die Ware ins Land lassen: auf dem Familienwappen des Fabrikanten naemlich, welches die Tüchlein ziert, befindet sich ein sechszackiger Stern! Was genügte, um das Produkt als israelische subversive Aktion zu stempeln. Aehnlich erging es einem westschweizerischen Uhrenfabrikanten. Wie überall in der Welt, wollte er auch in den Kinos von Libyen seinen Reklametilm im Vorspann laufen lassen. Auf dem Streifen sah man einen Nachthimmel mit Mond und Sternen, alles fein saeuberlich gezeichnet von einem renommierten Schweizer Trickfilmhersteller. Der wackere Zensor, der über die guten Sitten der Libyer wacht, erhielt beinahe einen Herzschlag, als ihm der Film vorgeführt wurde. Man denke sich: einige der Sterne waren sechszackig, erinnerten also fatalerweise an den Davidstern des Judenstaates. Dar Uhrenreklame-Trickfilm durfte ergo in Libyen nicht gezeigt werden. Doch ein Zöllner im Hauptzollamt hat unzweifelhaft den Vogel abgeschossen. Ein britischer Schuldirektor, der eine Volksschule leitet, bestellte in England aufblasbare Globen, um seinen Schülern zu beweisen, dass die Erde rund sei und ihnen plastischen Geographieunterricht zu vermitteln. Nach langen Demarchen, Papierkrieg und Warten war endlich der grosse Moment da. Der Schullehrer hatte seine Erdkugeln aus dem Zoll befreit und ins Klassenzimmer getragen. Stolz nahm er den ersten Globus und begann ihn aufzublasen. Pf fff... die Luft entwich. Er pustete in den zweiten, pfiff... auch hier dasselbe Resultat. Und so weiter. Alle Globen hatten ein Loch. Bei genauer Prüfung stellte der britische Schullehrer fest, dass der brave libysche Zöllner auf allen Globen fein saeuberlich den Staat Israel herausgeschnitten hatte! (“Die Weltwoche”) Curt Wilk. /UU2EIGEAISCHLUSS am 30.

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