Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 2 (Febrero, 1965)
- Date
- 1965-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1 FEBRERO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 3 í**j & l'¡ El GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 ALLERLEI LEBER CHARAKTER UND GESCHMACK ‘Menschen, die wenig mit ihrem “ich” anzufangen wissen, fangen meistens ihre Saetze mit “ich” an. "ich habe”, “ich weiss”, peremptorisch — definitive Worte, denen Bescheidenheit mangelt, die, jegliche Verbindung abrupt abschneidend, Konversation und Gedankenaustausch verhindern, Ueberzeugungsversuche unmoeglich machen. “Ich moechte”, “ich vermute” oder das leuchtende, der Zukunft offene “ich hoffe” hoert man selten bei ihnen, Solche Menschen sind in den meisten Faellen materielle Glueckskinder mit viel Ellbogenkraft, starker Ueberzeugungsgabe, aber wenig Geistesflug und fast immer ohne Sinn fuer Humor und Phantasie. Sie sind beneidenswert unkompliziert und selbstsicher und mit einem tollen, niederwaelzenden Egoismus gesegnet Wenn sie fallen, stuerzen sie tief und haltlos. Zaudern, hoffen, bangen sind reinste Gottesgaben, die man garnicht hoch genug preisen kann. Man haelt rie fuer Schwaechen,- sie und staerkende Elixiere, leber.serhaltend, produktiv. Im Allgemeinen ist der Mensch mit sich und seinen Naturanlagen nicht zufrie den. Ist er es, stagniert er in duemmlicher Selbstzufrieden heit. Ein Zauderer sucht neue Wege, ein Hoffender Licht, ein Bangender Zuversicht. Solche Menschentypen sind Gladiolen vergleichbar, die wohl immer wieder und schnell welkende Blueten zeitigen, aber himmelstrebende Knospen bis zum endgueltigen Vergehen besitzen, von denen mit Recht zu erhoffen ist, dass sie sich zur Schoenheit oeffnen, Waehrend die selbstherrliche Rose einen einzigen Hoehepunkt erreicht der schnell und definitiv vergeht. Der Duft betoert, haelt aber nicht an. *Mit dem selben Recht, mit dem jedes Menschenkind seine eigenen, stillen oder geaeusserten, Gedanken hat sollte es in einer Wohngemeinschaft einen Raum, eine Ecke, einen Winkel des eigenen Geschmackes geben. In ihm sollte ein jeder tun und lassen duerfen, was der ureigenste Ausdruck seiner Geschmacksrichtung diktiert. Bilder und Blumen, Schmalheit oder Fuelle, diskrete oder laute Farben, praktische Utensilien ,nicht nach materiellem Wert bemessen, muessten dort total der Wahl des Eigners ueberlassen sein. Unschaetzbaie Hinweise zur Beurteilung von Charakter und Art; die Angst vor heterogenem Tohuwabohu innerhalb eines grossen Raumes sollte dabei keine Rolle spielen,- schliesslich leben ja auch voelüg verschieden geartete Menschen harmonisch nebeneinander. An der moeglichen konstanten Abaenderung der solcherart affektiv privaten Ecke liesse sich Lebendigkeit, Phlegma, Wandlungsfaehigkeit oder sture Beharrlichkeit, ablesen. Im Kinderzimmer sollte dieses Rezept in Praxis beginnen. Lasse ffl&n die kleine Gesellschaft sich in kindlicher Geschmackverirrung austoben und verfolge man, wie sich langsam und durch eigenen Rhythmus und Beobachtung die Richtungen aendern, kristallisieren und bewusst werden. Die Erziehung zur selbstbelaechelnden Erkenntnis und Urteilsfachigkeit, zur wichtigen Selbstkritik laeuft ganz von alleme nebenher, ebenso der Respekt vor anderer Geschmackrichtung. •Warum nur lehnen so viele aufgeschlossene, begabte und —um das oft misbrauchte Wort zu gebrauchen— gebildete Menschen die (wieder ein missverstandenes Wort) “moderne Kunst” in Bausch und Bogen ab, mit der laecherlichcn Begruendung, sie machen sich nichts daraus oder sie verstehen sie nicht, egal ob es um Musik, Malerei, Tanzkunst oder Plastik geht. Wo bleibt das Recht zur und der Begriff von Kreation Schoepfung, wenn man sie dem suchenden Kuenstler d e r jeweils aktuellen Epoche abspricht? Erwartet man von einem lebendigen pulsierenden Geist, dass er nur dem Gefallen rueckwaertsblickend e r “Beschauer” zuliebe breit ausgefahrenen Spuren folgt?? Die Anerkennung erprobter, gutgepflas t e r t e r, wieder und wieder gegangener Wege (und die gibt es kaum in der Kunst, denn alles war ja einmal neu und gewagt) darf doch die Aufgeschlossenheit. den Mut und die so wichtige Neugierde fuer neue Pfade nicht einfach deshalb ablehnen, weil sie vorerst fremd, ueberraschend und eigenwillig erscheinen. Mit der groessten Selbstverstaendlichkeit g ehen wir in Kleidung, Architektur, Wohnkultur und Lebenshaltung mit der Zeit, belaecheln, was wir vor dreissig oder vierzig Jahren als letzten Schrei fuer grossartig hielten. Ein sturer Total—Ablehner Picasso’s zum Beispiel, dieses wundervoll jungen 83—jaehrigen Meisters der Farbenpracht, der mutigen Erschliessung neuer Horizonte, dieses nie sich wiederholenden Schospfers erfrischend neuartiger Linien und Ideen, ein Verneiner dieses brausenden Zeitgeistes wuerde sich bestimmt (weil er viel zu “modern” ist), kein Gotik— Barock oder Renaissance-Haus bauen, oder in Allonge Peruecke oder Reif rock den Autobus besteigen. Gut. das ist ein etwas extremer Vergleich. Jedes Auge sieht verschieden. Ob Form, Farbe, selbst Groesse; es fehlt nur die technische Apparatur um die Variationen zu messen, zu stempeln. Jeder Kuenstler junger Kuenstler gewaehlt, gibt seinem Sehen, Empfinwovon eines die Schule selbst den .seinem “desahogo” (wie und das andere die begeistewaere das deutsche Wort darungsfaehigen Eltern fuer die fuer?) in anderer Art. in an- Schule zahlten. Aus jeder derer Spontanitaet, in sei- Klasse Wurde von den Kinner nur ihm eigenen Welse dern ein Sprecher ernannt, Ausdruck, ohne Ruecksicht der an einem der folgenden auf Publikums— oder Ge- Abende die Gruende der Wahl schmacks Diktatur, rein und der kleinen Experten erklaeausschliesslich als Aeusseren musste, sowohl als auch rung seiner schoepferischen die Ablechnung der restlichen Unruhe, die er nur seinem eigenen Kriterium unterstellt. Selbstredend erhofft er Verstaendnis, Echo, sucht er Anerkennung, Erfolg. Sie sind aber nicht Bedingung; das Wichtigste ist ihm, die unbedingte, absolute Ehrlichkeit mit sich selbst. Mutige Kaempfer, wie Renoir, Isadora Duncan, Kollwitz. Llovd Wright, Toller sind durch, die harte Muehle der Ablehnung gegangen, sie sind sich treu gebliehen, sind unbeirrt ihrem selbstgesteckten Ziel entgegengeschritten, haben letzten Endes gesiegt, Feuergeister ihrer Epochen, heute Altmeister. Bilder. Mit verblueffender Ueberzeugung und aussergegewoehnlicher Kritikfaehigkeit und Klarheit wusste die Jugend ihre Wahl zu erklaeren und ihren Geschmack zur Selbstverstaendlichkeit zu erheben. Manches rueckstaendig verkapselte Elternpaar verliess beschaemt die Aula. K...g. ‘‘Kinder haben ein reines, unverbildetes, voelüg instinktives Verhaeltnis zur Kunst. Jedes kleine Geschoepf sucht Ausdruck, ob im summenden Liedchen, im Gekritzel des ersten Farbstiftes, im taenzerisch - koketten Schrittchen vor dem Spiegel oder im aufgeregt plappernden Erzaehlen eines Phantasie-Erlebnisses (faelschlicherweise von unweisen Erwachsenen oft mit Luege bezeichnet). Es gibt kein “unbegabtes” Kind der Masstab ist nur falsch, der angelegt wird. Gaben hat jedes Geschoepf mitbekommen, sie wollen gehoben, gefoerdert ■ sein, brauchen Naehrboden. Talente allerdings sind seltene Gottesgabe und “Wunderkinder”, wenn echt, sind begnadete Ausnahmen. Die dazu forcierten, unkindlichen, sind Auswuechse des Eigenstolzes und Geltungsbedürfnisses eitler Eltern. An normalen Kinder, deren Wunsch nach Formgebung aus irgendwelchen buergerlichkleinliche n Gruenden, wie Ordnung, Hausroutine mangelnde Geduld, unterdrueckt wird, geschieht ein Verbrechen, das sich im Laufe des Lebens als Verdraengung oder Komplex aeussern kann Man soll die kleine Gesellschaft ruhig werken lassen, sie natuerlich leiten und ihnen die Augen oeffnen aber wesentlich mehr zur Erkenntnis von Qualitae* als durch Beeinflussung zur eigenen Geschmacksrichtung. Schlechter Geschmack ist besser, a 1 s garkein Geschmack. “Gechmack lose” Menschen kopieren nur, und das meiste stillos,- ihnen mangelt das Medium, die eigene Wesensart in individueller Form auszudruecken, der Muteszutun. , In einer Schule in de USA. sollte von angelaufenem Geld ein Bild erworben werden. Es sollte den Tagesraum der Kinder schmuecken. Nach einer Ausschreibung an alle moeglichen Kunstzentren stellte man 28 ausgewaehlt gute Gemaelde verschiedener Epochen aus, und lud Eltern und Schueler aber Altersstufen zur Besichtigung ein. Jedes Kind hatte das Recht der freien, schriftlichen Wahl, die es unbeeinflusst abgab. Die ernst studieren den, waegenden Gesichtchen zu betrachten, war in der diszipliniert herrschenden voelligen Ruhe ein Genuss. Mit ueberwaeltigender Stimmenmehrheit wurden 2 prachtvolle, mutige, farbenfrohe Komposition e n EINLADUNG Hiermit lade ich die Mitglieder des Comité Israelita de Socorros “CISROCO” zu einer Ordentlichen Generalversammlung fuer Sonntag den 28 Maerz 1965 vormittags 10 Uhr in den Versammlungssaal Av. Portugal 810, auf Grund di* von der Regierung genehmigten Satzungen ein. TAGESORDNUNG 1) Verwaltung.? bericht 2) Kassenbericht 3) Neuwahl a) des Direktoriums b) der Kassenpruefer 4) Verschiedenes Falls zu der vorstehend festgesetzten Zeit nicht mindestens 20% der Mitglieder anwesend sind, findet die Sitzung eine Stunde spaeter, d. h. um 11 Uhr vormittags, in denselben Raeumen mit der Zahl der anwesenden Mitglieder statt. (Art. 18 der Satzungen). Ein Exemplar der Satzungen liegt ab heute in den Bueroraeumen des Comité Israelita de Socorros “CISROCO“, Av. Portugal 810, taeglich von 10 bis 11 Uhr zur Einsichtnahme aus. Santiago, 10 Februar 1965. Der Praesident des Comité Israelita de Socorros “CISROCO” Bruno Lichtenstein CITACION Por la presente cito a los socios Cooperadores del Comité Israelita de Socorros “CISROCO”, a la asamblea General Ordinaria que tendrá lugar el día Domingo 28 de Marzo de 1965 a las 10 horas en primera citación en el local de Av. Portugal 810, de esta ciudad, de acuerdo a los Estatutos aprobados por el Supremo Gobierno. TABLA: 1) Memoria de Administración 2) Informe de Tesorería 3) Elecciones a) del Directorio b) de los Revisadores de Cuentas 4) Varios El quorum para sesionar es el 20% de los socios, y si este quorum no se reuniera a la hora fijada, la Asamblea sesionará con el número de socios que asista una hora más tarde, o sea. a las 11 horas A. M. en el mismo lugar (Art. 18 de los Estatutos). Comunico a Ud. que un ejemplar de los estatutos está desde hoy a su disposición en la oficina del Comité Israelita de Socorros “CISROCO” en la Avda. Portugal 810, diariamente de 10 a 11 horas. Encarecemos su asistencia a la Junta General. Santiago, 10 de Febrero de 1965. El Presidente del Comité Israelita de Socorros “CISROCO” Bruno Lichtenstein A -Banquetes Becepciones bei Hochzerten, Geburtstagen, Barmizwahs, etc. Werner Spiegel Irarráxaval 1232 Tel. 460755 514