Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 1 (Enero, 1965)
- Date
- 1965-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8553624-8559342-9194608--4404-8559351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ENERO 1965 BOLETIN INFORMATIVO MAENNER DIE DEN BODEN SCHAFFEN Von CHANAN MEIR Ueber eine weite Hochflaeche des nördlichen Galilaea, umgeben von mit Dickicht bedeckten Hügeln, kroch ein eisernes Objekt, einsam und unansehnlich. Als wir uns naeherten( entpuppte es sich als Bulldozer, der wütend, schnaubend gegen schwere Felsen und staemmige Büsche anrannte, um in seiner Fahrbahn ein sauberes Feld zu hinterlassen. Das eiserne Ungetüm war unermüdlich, unerbittlich am Werk. Der magere Mann, oben an den Hebeln, brachte die Maschine zum Stehen und kletterte von seinem hohen Sitz herunter. Wir hatten höchstens zwei oder drei Minuten Zeit, mit ihm einige Worte zu wechseln, denn jeder Augenblick, den der noch keuchende Bulldozer untaetig stand, kostete Geld. In der kurzen Unterhaltung erfuhren wir, dass Georg S. ein undgreissig Jahre alt und verheiratet sei, drei Kinder habe und in Naharia wohne. Er sei 1950 aus Algerien eingewandert und arbeite seit sieben Jahren beim Keren Kayemeth. Als wir uns zum Gehen wandten, verblieben uns sein strahlendes Laecheln — und die merkwürdige Bewegung, mit der er seinen schlanken Körper wieder auf seinen hohen Sitz zog. Wir fuhren weiter, und mein Führer, der Vize-Bezirksleiter des KKL, sagte so nebenhin: “Ja, Georg, der muss jetzt ein grosses Lederkorsett tragen,- dass dauernde Rütteln des Bulldozers hat sich auf seine Rückenwirbel ausgewirkt...” “Alle Traktoristen leiden darunter?’’. “Viele”, lautete die lakonische Antwort. “Warum bleiben sie dann bei dieser Arbeit?”. Mein Fuehrer warf auf mich den verachtungsvollen Blick, den der Mann der Tat fuer den Buerokraten uebrig hat: “Weil das eben sein Beruf ist”. In dem darauffolgenden Stillschweigen hatte ich Müsse, ihn gründlich zu betrachten, den Orel Schimschonsohn, Vize-Bezirksleiter in Galilaea. Seit dreizehn Jahren arbeitet er beim Urbarmachungswerk des Keren Kayemeth. Sein sonnengebraeuntes, klargeschnittenes Antlitz, ruhig und dabei aufmerksam. war durchfurcht von Wind und Wetter, der Erde gleichend. Schliesslich nahmen wir unser Gespraech wieder auf. Schimschonsohn war in einem recht wohlhabenden, assimilierten Haus in Bukarest aufgewachsen. Im Journalistenfach geübt, dabei aber völlig unerfahren in jüdischen Fragen, hatte er nach den Verwüstungen des zweiten Weltkrieges mit seiner jungen Frau Europa durchwandert. Paris behagte ihm aber genau so wenig wie Bukarest. Fast wie durch Zufall kam er nach Israel, nach Galilaea, und erhielt eine An- NEUE POTTASCH-WERKE IN SDOM lm Beisein des Ministerpraesidenten, des Presidenten der Bank Israel, D. Horowitz, der Direktionsmitglieder der Toten Meer-Werke und zahlreicher Gaeste aus dem Aus— u. Inlande wurde das neue Pottasche-Werk mit einer Ansprache Raw Aluf Makleffs, Generaldire k t o r der Gesellschaft, eingeweiht. Das Werk befindet sich noerdlich der bestehenden Werke und wurde mit einer 'Investition von 50 Mill. IL. errichtet. Es soll ab Februar 400.000. To. Pottasche pro Jahr produzieren. Ausserdem wurde eine Kraftstation eingeweiht die 12.500 Kw erzeugen wird. Die Turbine dieser Kraftstation wird durch Gas betrieben, welches aus Rosch Sohar nach Sdom geleitet wird. (“Canfit”) ZUR FRAGE DER MISCHEHEU JERUSALEM.— Kein Jude, der im Ausland eine Mischehe eingegangen ist, wird Schwierigkeiten haben, in Israel einzuwandern, wie Zalman Schragai, der Leiter der Einwanderungs - Abteilung der Jewish Agency, erklaerte. In einer Pressekonferenz versicherte Schragai, dass “die Einwanderungs-Abteilung nicht darüber richtet, wer Jude ist” und dass “keinem die Einwanderung verwehrt wird, weil einer der Partner in einer Ehe nicht Jude ist oder weil das Paar nicht nach juedischem religioesen Ritus geheiratet hat”. Er fuegte hinzu: Wir werden einen Weg finden, um diese Eheleute in das juedische Traditionsgesetz einzubeziehen. Jedes in einer Mischehe verbundene Paar darf in Israel einwandern obwohl das Rueckkehr-Gesetz nur auf den juedischen Teil einer solchen Ehe anwendbar ist. Wenn die Regierung einmal die Einwanderung eines Nichtjuden gestattet, so werden wir einem solchen 'Einwanderer alle die Hilfe leisten, die wir allen Immigranten gewaehren”. Die Religiös-Nationale Partei wies auf kürzliche Erklaerungen von Mosche Sharett, Praesident der Exekutive, und Nahum Goldmanns, Praesident der Zionistischen Bewegung, hin und warnte, dass derartige Verlautbarungen, die Einheit der Nation und die Integritaet der Zionistischen Bewegung gefaehrden könnten. _ (“Semana Israelita”) Stellung bei Bodenurbarmach u n g s arbeiten. Und da ereignete sich die grundlegende Verwandlung, eine von den seltsamen im menschlichen Leben. Er erwarb sich tiefes Einsehen in seine Arbeit, er fühlte, wie die schöpferische Kraft sein ganzes Wesen durchströmte. In kurzer Zeit wurde der frühere Journalist zu einem der besten Maenner in dieser Bergwelt. Zuhause, in Naharia, warten die Frau und die beiden T ö c h ter Schimschonsohns allabendlich auf seine Rückkehr. Sie wissen schon, es lohnt sich nicht, sein Essen warmzuhalten, denn es gibt keine feste Stunde, zu der er mit der Arbeit fertig wird. Kaum hat er das Mahl im Familienkreis verzehrt und kurz von den Erlebnissen des Tages berichtet, da klopft es schon an die Tür, und Vorarbeiter. Kompressor leate oder Traktoristen kommen, um mit ihm Plaene durchzusprechen. Erhalt von Zubeh ö r t e i 1 en, Lohnzahlung, Transport oder irgendwelche andere von den hunderten Problemen zu erwaegen, die wohl mit Feldarbeit in Zusammenhang stehen, aber RUBI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Edif. Pza. de Annas Local 136, (entrepiso) Eingang MOMITAS 879 j 21 DE MATO 583 Telefon privat 54369 nicht draussen gelöst werden koennen. So lebt Schimschonsohn wirklich seinem Beruf. Ein Blick sagt ihm, wie eine Zufahrtstrasse zu einem vor der Urbarmachung stehenden Berghang zu verlaufen habe, und wie tief unter dem Gestein noch Boden zu finden sei. Oft macht er sich auf, zu Fuss das Berggelaende zu durchstreifen, es “mit der Nase” aufzunehmen, so wie er sagt, herauszufinden wo noch Boden zu gewinnen ist. Wie so etwas vor sich geht, sahen wir beim Bau der neuen Strasse zwischen Jodfath und Elabun. Da liegt ein Felsenkamm, in den die KKL- Strasse eingeschnitten wird, und eine Dynamitexplosion nach der anderen erschütterten dort den Hang. Schalom Avrieli, der hier auf dem TD9 arbeitet, ist ein kraeftiger, untersetzter junger Mann. Er hat einen stachligen Schnurrbart, und sein Haendedruck laesst einen sich vor Schmerz winden. “Schwere Sache hier”, so sagt er. “riesige Felsen und steiler Hang. Aber die neuen Maschinen, die schaff en’s. Neuestes Modell aus Amerika Wie ich’s gelernt habe? Nun ja, ich habe angefangen bei der Jugendalijah, vor 14 Jahren. Stamme aus der Moldau, Rumaenien. Nach dem Militaerdienst heiratete ich, ging nach Haifa, dann nach Naharia ... Haben zwei Kinder ... Gutes Leben hier, aber anstrengend, viele Stunden. Mit Sonne naufgang faengt es an, und dann bis zur Daemmerung. Gesund — Na, ich bin’s nicht so sicher. Geld?— Reichen tut es gewiss nicht... Vielleicht ist es ein gutes Gehalt — aber doch gibts immer unbezahlte Rechnungen am Monatsende. Aber, ich beklag mich nicht. Wenigstens ist das eine Arbeit für Maenner...” Im Sommer, so sagt man uns, wenn die Sonne 14 Stunden taeglich scheint, arbeitet man in zwei Schichten, Die Bezahlung eines Traktoristen pro Schicht betraegt 18 Israelpfunde, ausser Fahrgeld. Eine Arbeitsstunde eines riesigen Bulldozers kostet den KKL insgesamt 43 Pfund; kein Wunder, dass dann jede Minute als kostbar gilt. Aber Zeit ist nicht nur Geld hier. Es handelt sich auch um die Einhaltung des Gesamtplans. Eine Strasse muss rechtzeitig fertiggestellt sein, damit ein neues Dorf auf gebaut werden kann; eine Flaeche muss urbargemacht sein, damit sich noch im gleichen Winter Obstbaeume darauf pflanzen lassen. Das neue * Galilaeaprojekt sieht die Vollendung der meisten der geplanten 160 Strassenkilometer, und die Urbarmachung von 35.000 Dunam im Lauf von nur drei Jahren vor. Das"bedeutet für die Leute, die die Hebel der Maschinen bedienen, für die “Bodenmaenner” und Vorarbeiter, einen noch laengeren Arbeitstag. in sengender Sonne oder beissender Kaelte. Vor allem aber bedeutet es umsichtige Koordination von Hand und Auge, um das meiste aus diesen phantastisch-leistungsfaehigen M aschinen herauszuholen, die hier Boden schaffen. (KKL-Illustrierte) .«Pt: 111 mm Oren Shimschonsohn (links oben), Schalom Avrieli (rechts oben) und andere arbeiten bei Urbarmachung des Bodens. lllflti Í&S:'