Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1964)
- Date
- 1964-12-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DICIEMBRE 1964 BOLETIN INFORMATIVO 9 EIN JÄHE AUFFORSTUNG Von JEHUDA HANEGBI In einer seiner frühen No- KKL gepflanzten Baeume veilen erzaehlt der heute in stellt sich somit auf unge- Jerusalem lebende Dichter faehr 70 Millionen. Im gan- Agnon, wie er ein Haus auf zen sind heute ca. 650.000 kahlem Hügel baute, und es Dunam mit Waldwuchs be_ ward ihm eine Behausung; deckt, davon 350.000 Dunam wie er aber einen Baum da- Ueberreste alter Naturwaelneben pflanzte, da wurde es der, und der Rest waehrend zum Heim. In der letzten der letzten vierzig Jahre von Pflanzungssaison hat das jü- Menschenhand gepflanzt, dische Volk sechs Millionen S c h a etzungsweise gibt es Waldbaeume in Israel genoch weitere 350.000 Dunam, pflanzt. die lediglich für Aufforstung Dem Akt der Pflanzung in Präge kommen, wohnt tiefe Symbolik inne. In einem Lande, dessen Welcher Jude der Welt, und heisse Sonne einjaehrige Vebesonders welcher Jude in getation im Sommer verwel- Israel, fühlt nicht innige ken laesst und dessen heftige Freude, wenn er seine Haen- W i n t erregen Generationen de in die Erde senkt, behüthindurch wertvolle Erde absam die Wurzeln eines zargetragen haben, sind Baeuten Setzlings bedeckt und me angetan, weitere Abdann den Boden fest von alschwemmung zu verhindern, len Seiten andrückt, so dass und sogar durch Zermahlung, der Baum feststeht und gut des Gesteins und der Schaf- Wurzeln schlaegt. Von den 6 fung einer Streu von organi- Millionen Baeumen der letzsehen Bestandteilen neuen ten Saison wurden 2 Millio- Boden zu formen. Mit der nen in Galilaea, 1,6 Millionen Zeit werden so neue Flaeohen im Nordmittel-Bezirk (Haifa, Ackerland und Weide ge- Nazareth, Beth Schean), 1,5 wonnen. Schliesslich können Millionen im Südmittel-Be- Waelder natürlich Holz liezirk (ohadera, Tel Aviv, Jefern und Import Devisen für rusalem) und 0,9 Millionen dieses wichtige Rohmaterial im Süden und im Negev geeinsparen. Weiterhin braucht setzt. man Baeume, einfach um Die meisten der vom Keren Schatten zu spenden, denn Kayemeth Leisrael gepflanz- Israel hat fast ein Wüstenten Baeume waren Kiefern, klima, und nur der Baum vor allem Jerusalemkiefern kann die Wüste bannen. (65%). Der Rest verteilte sich Waelder verschönern eine auf verschiedene Arten Zykahle Landschaft — und dies pressen (25%), Eukalyptus ist wichtig sowohl für den, und andere Sorten. Jede der in ihr lebt, wie für den, Baumart bevorzugt ihren eider sie flüchtig bereist. Negenen Standort — Kiefern ben all den wirtschaftlichen bergige Kalkfelsen, Zypres- Gründen gibt es einfach den sen kuehles, feuchtes Klimenschlichen Trieb, der Nama, Eukalyptus trockene tur das ihre zurückzuerstat- Sandiflaeohen. Wo immer mö_ ten und im Einklang mit der glich, pflanzt man Mischwald, Landschaft zu leben, wodurch man grössere Viel- Wer tut dieses Werk? Wer falt erreicht und der Verbreit hat die 6 Millionen Baeume tung von Schaedlingen und des letzten Jahres, die 64 Mil- Krankheiten entgegenwirkt, lionen vor ihnen gepflanzt? Letztes Jahr wurden beste. Wir sagten, es ist das jüdihende Waelder erweitert, wie sehe Volk, vermittels des Ke. die in Galilaea bei Achihud, ren Kayemeth Leisrael. Na- Maalot, Biria, Biranit, türlich spenden auch Nicht- Migdal Haemek, Zippori und juden in Europa und Ameri- Nazaret und der Golanika für KKL-Baumpflanzung, Wald; die Karmel— und Me- und der Fonds bezieht Einnasche-Waelder, die Gilboa— kommen neben Spenden auch und Beth Schean-Waelder in aus anderen Quellen — aber Samarien; die weiten Forste auf diese Einzelheiten kommt des judaeischen Berglands, es hier nicht an. Die Haupt- und die Bewaldungsflaechen sache ist, dass man in allen im Süden und im Negev. Da- Teilen der Welt diese Baeuzu kommen die kleineren me spendet, um durch Pflan- Haine, vor allem auf den Küzung von Hainen und Waelstendünen und auf kahlen dern geliebten und foewun- Hügeln, an der Grenze Saderten Mitmenschen Ehre anmariens, dort, wo Israel seizutun, wie z. B. einer führen. ne “schlanke Taille’’ hat. den Persönlichkeit, oder je- Die Gesamtziffer der vom mandem, der durch sein Junge Baeume halten Wanderdünen im Negev auf m'NW Él® mm $mm Werk die Oeffentlichkeit zum der besten Arbeiterinnen ih- Die Gruppen arbeiten in Dank verpflichtet hat. rer Gruppe zu haben. Auch voller Harmonie —die Staer- Die oft tausende Meilen “Sabres“, in Israel geboren, keren unter den Maennern messende Entfernung zwigibt es unter den Pflanzern, schwingen die Hacken und sehen Spender und gespenwie die jungen Maenner, die graben die Pflanzlöcher, die detem Wald ist dabei unerdie F e u e rsohutzlichtungen geschickteren Maenner und heblich. Weiss der baertige anlegen und Experimente mit Frauen sind die eigentlichen Patriarch aus Marokko, der verschiedenen Sorten Setzlin- Pflanzer. Man muss gelernt vielleicht einen Hain als Bargen anstellen. haben, wie die Setzlinge mizwahgeschenk für Georges Die meisten der Vorarbeihandzuhaben sind, so dass oder Jacques im Französi. ter und Aufseher sind Vetedie Wurzeln sich frei ausbreischen Doktorenwald pflanzen ranen, seit ihrer Jugend in ten und doch der Boden gut liess, wo dieser zu finden ist? Israel und durch Jahrzehnte um sie angepresst ist. Frauen Wahrscheinlich nicht; aber an Arbeit im Freien gewohnt, sind am besten beim Pflander Bezirksaufseher des Ke- Sie haben langjaehrige Erzen, vor allem die aus Nordren Kayemeth weiss es gefahrung mit Böden, mit afrika; gewöhnt, waschen nau, er führt Karten und Li- Baeumen und mit Arbeitern, und alle Hausarbeiten tiefgesten. Mit der Zeit können die sie wissen, dass das wichtigbückt oder knieend zu verheute 700 festangestellten ste die Moral ihrer Werkrichten, können sie stunden- KKL-Förster schon auswen. gruppe ist. Freundschaft und lang in dieser Stellung ausdig sagen, wo die Baeume gegenseitige Hilfe werden er. harren, ohne Müdigkeit zu wachsen, die auf diesen oder mutigt, und das Ergebnis ist verspüren. Andere Arbeiter jenen Namen gepflanzt wurallgemeiner Stolz auf das jaeten mit leichter Hacke den. Die Saisonarbeiter, 1752 Werk, auf die Leistung. Von das Unkraut um den Setzling, an der Zahl, die beim Arbeitskeinem erwartet man mehr Man b e g i n nt mit dem amt als Arbeitssuchende geals das, wozu er imstande ist, Pflanzen erst, wenn ungeführt sind, und die so durch aber doch wird ein gewisses faehr 80 mm Regen gefallen den KKL ihren Lebensunter- Arbeitsmass verlangt. Die sind und der Boden feucht halt verdienen, denken nicht Forstarbieiter wachen eiferist. Nachher gibt es die Geviel über die Tatsache hinaus, süchtig über “ihre” Baeume, fahr von zu viel, oder zu wedass sie eben beim KKL ar- “ihren” Hain, die Gruppen nig Regen. So waren 1963beiten. Aehnlicherweise wird wettteifern miteinander. Aber 1964 die ersten Regen im Ok_ die “persönliche Beziehung“ es gibt keine Schilder, die er. tober sehr reichlich, und die der von ihnen betreuten Setz, zaehlen, wer die Baeumchen Forstleute bemühten sich, solinge zum Spender wohl gesetzt hat, nur die Pflanzer viel wie möglich Setzlinge kaum den 1.350 durch Alter selbst wissen es, und keiner auszuptflanzen. Jeder schoene oder Krankheit behinderten wird einen Baum vergessen, Tag wurde genutzt, und man Hilfsarbeitern klar, die nur den er selbst einmal dem Bostellte soviel Arbeiter an, wie fünf Stunden taeglich am den anvertraut hat. man nur in den Entwick- Werk sind. Waelder bedürfen der Pia- 1 u n g s g ebieten auf treiben Und doch gewinnen diese nung. Das einfache, in Kikonnte. Dann, als schon Milverschiedenen Gruppen von riat Chajim bei Haifa belionen von Baeumchen ge- Fflanzern mit der Zeit eine findliohe Büro von Scharon pflanzt waren, blieb der Retiefe Einsicht in das Wesen Weitz, des Leiters der Forstgen aus. Wochen vergingen, des Keren Kayemeth Die abteilung, ist ausgestattet Die alten Förster selbst wurmeisten unter ihnen sind mit zahlreichen Karten von den unruhig, beugten sich neue Einwanderer, und viele “bestehenden und anzulegenüber die jungen Sprösslinge haben Schwierigkeiten, sich den Waeldern”, in steter wie aengstliche Mütter über arbeitsmaessig, kulturell und Fuehlung mit seinen vier Bedie Wiegen ihrer Kinder. Die sozial an die noch fremde zirksleitern, werden Beschlüs- Bezirksleiter gaben, einer Umgebung zu gewöhnen. Sie se über jedes Pflanzungsvornach dem andern, die Anarbeiten in den Waeldern haben gefasst, im Rahmen Weisung: “Alles Pflanzen hört weil sie hier Beschaeftigung des verfügbaren Budgets. Die auf!” gefunden haben; hier lernen Bezirksaufseher beteiligen Und zwei Tage spaeter setz. sie, körperlich taetig zu sein, sich an der Flaechennahme ten die Regen ein, die schwerhebraeisch zu sprechen, sich in ihrem Gebiet, geben ihre sten der letzten Jahre. Felder an das neue, freie Leben Is- Ratschlaege und treffen ent_ wurden unter Wasser gesetzt, raels anzupassen und es zu sprechende Anordnungen. Strassen und Brücken weggeniessen. Sie pflanzen Baeu- Im November, kurz vor An. geschwemmt. Aber die Forme, und sie fassen selber brueh der Hauptregenzeit, ster waren zufrieden, laechel- Wurzeln. bereitet man das Land für ten behaglich. Man pflanzte Die Pflanzer sind eine viel zukünftige Waelder vor. Auf weiter, vor allem im Süden faeltige Gesellschaft. Da sind steilen Felshaengen brechen und im Negev. Die Ziffer der Neuankömmlinge aus Norddie Pflanzungszüge die harneuen Setzlinge ging weit afrika und aus Südosteuropa, te Erde mit Hauen und über die ursprünglichen Plaeaus Staaten des Mittleren Kreuzhacken, und werfen ne hinaus, und das Pflanzen Ostens, wie der Türkei und Bodenhaufen von 70 cm hörte erst auf, als alle Baum- Persien, und von fernen Durchmesser auf. Geht es schulen geleert waren. Laendern, wie Argentinien dann ans Pflanzen selbst, so Das war Ende Februar. Die oder Indien. Da sind Maenwerden dort in Abstaenden Regenzeit war gesegnet, aber ner, die früher einmal Kaufvon 2 Metern 30 cm tiefe damit war auch das Unkraut leute, Hafenarbeiter, Rechts- Pflanzlöcher ausgehoben. Wo aufgegangen und drohte, die anwaelte oder Schneider wasich Traktoren einsetzen lasjungen Setzlinge zu ersticken, ren, und Frauen, die bisher sen, wie im Süden und im Wieder mobilisierten die För. als Schauspielerinnen, Keil- Negev, pflanzt man die Baeuster alle nur verfügbaren Arnerinnen oder Hausfrauen me auf 80 cm hohe Erdwaelbeiter, und mit Hacke und arbeiteten. le; jahrelange Experimente Schaufel, mit Feuer und Gift Maenner und Frauen mitthaben bewiesen, dass diese bekaempfte man den sich leren Alters, die zuhause Methode das Wachstum steischnell ausbreitenden Wildviele Münder zu ernaehren gert, da die Wurzeln so lose, wuchs. Die Schlacht dauerte haben, und einsame Mengut durchlüftete und gleichlange, und erst dann konntan sehen, deren Familien ausgezeitig mit Feuchtigkeit durch, die Förster sich etwas ausrottet sind, oder die die Ver. setzte Erde vorfinden. (Fortsetzung Seite 12) bindung mit ihren Naeehsten verloren haben. Da sind auch solche, die schon eine Reihe von Jahren im Lande leben und einfach die gesunde Arbeit in der reinen Waldluft bevorzugen, wie der wendige, kleine Schneider aus Bukarest, der immer wieder betont, er habe sich noch nie so gut gefühlt wie jetzt; oder die Witwe aus einem Dorf bei Tanger, Mutter von sechs Kindern, die froh ist, der fremdartigen und ungewohnten Atmosphaere des Hotels entkommen zu sein, wo sie als Zimmermaedchen angestellt war, um heute eine respektierte Stellung als eine Eine neue Waldflaeche wird vorbereitet * ' " •*> ' SÄ IW