Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1964)
- Date
- 1964-11-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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NOVIEMBRE 1964 BOLETIN INFORMATIVO 7 DIE KONFERENZ VON KAIRO Haaretz weist auf die voellig negative Entwicklung hin, welche man bei der Kairoer Neutralistenkonferenz beobachten konnte. Die Zeitung stellt diese negative Entwicklung mit Bedauern fest, da, wie sie meint, aus der Gruppe der neutralen Laender Positives haette hervorkommen koennen und sich solche positiven Belange auch bei der Konferenz in Kairo zeigen ‘sollten. Statt aber reale Beratungen zu fuehren und ein wuerdiges Bild zu bieten, fanden die Teilnehmer der Kairoer Neutralistenkonferenz nichts anderes zu tun, als sich mit Israel zu fbeschaeftigen, feindliche Reden der arabischen Vertreter anzuhoeren und den unwuerdigen Zwischenfall mit dem kongolesischen Ministenpraesidenten Moise Tschombe in den Mittelpunkt des Interesses zu ruecken. Die Konferenzteilnehmer hielten flammende Reden und fassten Beschluesse gegen den Westen, gegen den Imperialismus und was dergleichen Schlagworte noch mehr sind, aber es fanden sich merkwürdigerweise bei diesen sogenannten Neutralen kaum Stimmen, die den chinesischen Imperialismus verurteilt haetten oder auch nur ein Wort der Kritik an der Sowjetunion laut werden liessen. Daher kann man der Neutralitaet dieser Konferenz kaum sonderliches Vertrauen schenken und ihre Ergebnisse in keiner Weise als positiv ansehen. Dawar beschaeftigt sich ebenfalls mit dieser Konferenz und stellt seinen Leitartikel unter den Titel “Operette in Kairo”. Die Zeitung stellt fest, das die Konferenz ohne jeden Erfolg geblieben ist keinerlei fortschrittliche Beschluesse erreicht hat und nichts weiter fertig bekam, als sich mit den Kindereien um Tschombe u. schlagwortartigen Parolen auseinanderzusetzen. Daher muss mit Bedauern festgestellt werden dass diese Konferenz der an keinen Block gebundenen Laender nicht das geworden ist, was man von ihr haette erwarten koennen. Hazofe geht auf die Tagung der neutralistischen Staatschefs in Kairo ein und betont in diesem Zusammenhang dass alle Voraussetzungen sich nochmals als irrig erwiesen haben. Obwohl die Tagesordnung vorsah, dass die Konferenz sich in erster Linie oder sogar ausschliesslich m i t wirtschaftlichen und Entwicklungs-Fragen beschaeftigen wuerde stand wieder einmal die Politik, d. h. politische Differenzen, im Mittelpunkt der Beratungen Auch bezueglich der Hälfe u n g der neutralistischen Staaten gegenueber Israel haetten sich alle Prophezeiungen als falsch erwiesen. Es wurde angenommen, dass man neben wirtschaftlichen Dingen nur eine Reihe von ganz allgemeinen Fragen aufrollen wuerde, und dass die arabischen Staaten von klaren scharfen Angriffen gegen Israel absehen wuerden. Besonders glaubten Beobachter dass Nasser sich zurückhaltend zeigen wuerde, um sich als friedliebende politische Persoenlichkeit in d. Augen der neutralistischen Regierungschefs hinzustellen Tatsaechlich aber legte er keine solche Zurueckhaltung an den Tag sondern foerderte schon bei Beginn der Konferenz einen antiisraelischen Ton, der nochmals beweist, dass von einem wirklichen Neutralismus bei dieser Tagung keine Rede sein kann. Cheruth glaubt nicht, dass d. Hoffnungen der Optimisten aufgehen werden, die annahmen, dass unsere afrikanischen Laender mit denen wir gute Beziehungen unterhalten, sich zu unserer Verteidigung in Kairo einsetzen wuerden. Auch die Annahmen unserer Aussenpolitiker, dass Nasser sich diesmal in der Israel-Frage zurueckhalten wuerde, haben sich als nicht stichhaltig erwiesen. Es entsteht so die berechtigte Meinung, dass die ganze freundschaftliche und Propagandaaktion, die von Israel in afrikanischen Laendern aufgezogen, wurde sinnlos und ergebnislos war. Wir muessten jetzt schon fast mit Sicherheit damit rechnen, dass die Kairoer Konferenz eine scharfe antiisraelische Resolution bestaetigen wird, genau wie eine solche Resolution seinerzeit nach der ersten Neutralistentagung in Bandoeng angenommen worden war. AUFMERKSAMKEIT. WENN AUCH NICHT PANIK Dawar ist der Ansicht, a«ss die Staerke Israels auf allen Gebieten, besonders aber auf militaerischem Gebiet von den Arabern bereits an der vorherigen Gipfelkonferenz, die in Kairo im Januar dieses Jahres stattgefunden hatte, anerkannt worden ist. Diesmal aber, so erklaert die Zeitung kam die genaue und richtige Einschaetzung der isralischen Kraft noch viel deutlicher zum Ausdruck, sogar in den Worten des Oberbefehlshabers der Vereinigten Arabischen Generalstaebe. Marschal Amr. Alle arabischen Vertreter setzten sich mit der israelischen Kraft auseinander und diese realistische Einschaetzung aer Lage in und um Israel kam besonders bei der Absage zum Ausdruck, die man den syrischen Illusionen, Israel zu einem bereits jetzt festzulegenden Zeitpunkt anzugreifen. erteilte. Die Zeitung kommt zu dem Schluss, dass Israel seine Staerke erhalten muss damit sie in dem Verhaeltnis bleibe, in welchem sie sich heute befindet. Cheruth warnt davor die arabischen Beschlüsse und Absichten leicht zu nehmen und behauptet, es sei völlig klar, dass die Araber wirklich die Absicht haetten, die Quell flösse des Jordan, abzuleiten und dafür auch Gefahren auf sich zu nehmen. Das Blatt glaubt, dass den Arabern heute, ausreichende finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sodass sie sich nicht durch finanzielle Schwierigkeiten von ihren Plaenen abzuhalten lassen brauchen. Die Zeitung ist der Ansicht, dass wir diese Beschlüsse der Arabischen Gipfelkonferenz von Alexandrien sehr ernst nehmen und die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen sollen. Omer weist darauf hin, dass die Gefahr nicht so sehr von d. Arabern her droht, als viel mehr aus unserer Selbstzufriedenheit, Selb s tü b e rschaetzung und den daraus entstehenden Folgen. Die Zeitung glaubt, das wir in unserer besseren wirtschaftlichen Situation heute zu sehr geneigt sind, unsere schwierige Situation zu vergessen oder auch nur zu vernebeln und warnt uns vor dieser Ueberschaetzung der Lage zu unseren Gunsten, und das eben angesichts der Besehlüs se der arabischen Gipfelkonferenz, die soeben in Alexandria zuende gegangen ist. Hazofeh sieht eine ernste •Gefahr für Israels Sicherheit in der plötzlich erstandenen Freundschaft zwischen \ dem aegyptischen Staatspraesidenten Nass e r und dem König Hussein von Jordanien und ist der Ansicht, man müsse die Entwicklung der Beziehungen zwischen diesen beiden Laendern mit grösster Aufmerksamkeit und aller Besorgnis betrachten. Haaretz betont, dass die berüchtigte “Palaestina Befrei u ngsorganisation” des Achmed Shukeiri für die Araber nur ein Hilfsinstrument darstellt, dem eine beschraenkte Bedeutung zugemessen werden muss. Das Hauptgewicht der arabischen Aktionen gegen Israel liegt weiterhin auf politischem Gebiet und dazu braucht man die souveraenen Staaten, die hier ohne jede , Einschraenkung taetig sein können. Die Zeitung geht auf Jordaniens Bemühungen ein, dem west palaestinensischen Gebi e t einen Status zu geben und stellt fest, dass Nassers Prestige in der arabischen Welt nach wie vor gut ist, auch wönn es ihm in Alexandria nicht gelang den Beschluss durchzusetzen, aegyptische Truppen in alle arabischen Laender zu entsenden. AI Hamischmar glaubt, dass Israel nach zwei Richtungen hin aktiv sein müsse, um gegen die Beschlüsse von Alexandria vorzugehen: unsere Verteidigungskraft muss weiterhin verstaerkt werden und die Aufklaerungsaktion überall, besonders aber auch in der arabischen Welt sollte mit aller Dynamik durchgeführt werden, da sie uns und unseren Interessen am Frieden und der Stabilitaet in dieser Zone der Welt nur nützen koennen. Lamerchaw stellt fest, dass die Araber nur zwei Möglichkeiten haben: Israel als bestehenden Faktor anzuerkennen und sich mit seiner Existenz abzufinden oder die allergrössten Anstrengungen zu machen, Israel vernichten zu koennen. Diese Erkenntnis hat sich wohl auch in Alexandria durchgesetzt, da aber bis auf weiteres jedenfalls damit gerechnet werden ’muste dass die Araber alles ’unternehmen |.verden, um die Vernichtung Israels anzustreben, müssen w i r auch mit immer staerker werdenden Anstrengungen rechnen, aufzürüsten. Jerusalem Post erklaert, die arabischen Staaten bewiesen, dass sie in einem Punkte völlig einig sind, in dem Wunsche Israel zu vernichten, auch wenn sie sonst in allen anderen Aspekten des Daseins noch so geteilter Meinung sein sollten. Israels Regierung hatte vollstaendig AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE l -^ MACHTLOSIGKEIT ODER MANGEL AN GUTEM WILLEN Die Mehrzahl der Tageszeitungen nahm in ihren Leitartikeln zu der Erklaerung des westdeutschen Bundeskanzlers, Prof. Ludwig Erhard, Stellung, in der er erklaert hatte, ein Gesetz gegen die Taetigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten würde unwirksam sein, und aus juristischen Gründen sei es unmöglich, das Gesetz über die Verjaehrung der Naziverbrechen nicht im kommenden Jahre in Kraft treten zu lassen. Da war; Hinsichtlich der Verjaehrung der Naziverbrechen ist offenbar in der Haltung Westdeutschlands eine gewisse. Wandlung eingetreten. Die Worte des Bundeskanzlers bewiesen ein gewisses Zögern und eine Bereitschaft, erneut zu prüfen, ob Deutschland normale Verbrechen und die besonderen Verbrechen der Nazi in gleicher Weise behandeln darf. Was jedoch das “Gesetz über die Wissenschaftler” anbetrifft, so beweisen die Ausführungen des Bundeskanzlers, dass er einen Rückzug sogar von der früheren eingeschraenkten Bereitwilligkeit zu irgendwelchen Schritten zur Verhinderung deutscher Hilfe für die aegyptische Kriegsmaschinerie angetreten, hat. Wir können in der passiven Haltung der westdeutschen Regierung keinen Ausdruck von Machtlosigkeit erblicken, denn sie ist nicht machtlos gegenueber einer Gruppe ihrer Bürger, die ihre Beziehungen zu Deutschland nicht abgebrochen haben. Es handelt sich nicht um eine Situation, die unabaenderlich ist, sondern um eine gefaehrliche Lage, zu deren Aenderung nichts getan wird. Haboker: Die Erklaerungen des westdeutschen Bundeskanzlers, Prof. Erhard, haben in der israelischen Oeffentlichkeit Enttaeuschung ausgelöst und werden die Beziehungen zwischen Israel und Westdeutschland auf einen neuen kritischen Punkt bringen. Vier Angelegenheiten haben zu einer Unzufriedenheit Israels mit der Politik der deutschen Regierung geführt; 1) die Taetigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten,- 2) die Nichtaufhebung ,des Gesetzes über die Verjaehrung in Bezug auf Naziverbrechen; 3) die Nichtbereitschaft Bonns, angemessene Entschaedigun gen an diejenigen Naziopfer zu zahlen, welche in Israel' nach 1953 eingetroffen sind; 4) die Nichtaufnahme offizieller diplomatischer Beziehu n g e n mit Israel. Im letzten Punkte werden wir nicht als Fordernde auftreten, und der kritische Punkt wird am 31. Maerz 1966 erreicht werden, wenn das Zahlungsabkommen ablaeuft und die Kölner Mission, «die jetzt die diplomatische Vertretung Israels ausübt, ihren Status verliert. Was die Entschaedigungen anbetrifft, so ist in letzter Zeit eine gewisse Wandlung zum Besseren eingetreten, denn Bundes kanzler Erhard hat sich be - reit erklaert, den Fonds für Entschaedigungen für geraubtes Vermögen von 400 auf 800 Millionen Mark zu erhöhen. Lamerchaw: Der westdeutsch^ Bundeskanzler hat sich auf die deutschen Juristen gestützt, die angeblich die beiden Fragen der deutschen Wissenschaftler und der Verjaehrung von Naziverbrechen unter dem Gesichtpunkt der deutschen Gesetze geprüft haben. Angesichts dieser Betonung sei erneut darauf hingewiesen, dass Deutschland von Israel nicht aufgefordert wurde ein Gesetz gegen die Wissenschaftler zu erlassen sondern wirkliche Massnahmen zu ergreifen, um die deutschen Wissenschaftler zum Verlassen Aegyyptens zu bringen. Cheruth nimmt scharf kritisch zu der Erklaerung des westdeutschen Bundeskanzlers Dr. Erhard über die Taetigkeit der deutschen Wissenschaftler i n Aegypten Stellung. Die Zeitung ist der Ansicht, dass Israel nochmals, wie schon so oft vorher, von , der Haltung und Politik Westdeutschi a n d s enttaeuscht wurde. Es sei umsomehr zu bedauern, dass Israel nichts unternehme um den in Aegypten . taetigen westdeutschen Wissenschaftlern das Handwerk zu legen. Israel habe immer wieder abgewartet, dass eine Aktion gegen diese Wissenschaftler von Bonn ausgehe, obwohl klar war, dass von dort nichts gegen sie unternommen werden würde. Diese Haltung Israels sei absolut unverstaendlich. Die letzte Erklaerung von Bundeskanzler Dr. Erhard bedeute praktisch eine Ohrfeige für Israel, die wir nicht reaktionslos einstecken dürften. Da die Regierung nicht bereit, oder faehig sei, etwas gegen diese deutschen Erklaerungen zu unternehmen, waere es erforderlich und angebracht, wenn eine Protestaktion vom Volke ausgehen würde, glaubt die Zeitung recht, wenn sie die Weltmeinung angesicht der Vernichtungserklaerungen der Araber Israel gegenüber auf rütteln wollte. Durch einen begrenzten Krieg im Mittleren Osten würde zweifellos ein allgemeiner Weltkrieg entfesselt werden. Die UNO dürfe keineswegs einfach inaktiv bleiben, wenn derartige Aggressionsdrohungen ausgestossen werden, wenn auch in diesem Zusamhang erwaehnt werden darf, dass es eine der Weltmaechte und staerksten Stützen der UNO ist die den Arabern grosse Mengen von Waffen aller Art. liefert.