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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-11-01 · 11 (Noviembre, 1964) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
11 (Noviembre, 1964)
Date
1964-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA * B ' N E JISROEL* REDACCION: S.C.I. B' NE JISROEL ÁV. PORTUGAL 810 CASILLA 2487 - SANTIAGO CHILE AÑO XXVI (— N? 11 SANTIAGO DE CHILE NOVIEMBRE 1964 GOLDA MEIR EHRENGAST DER KOLLEKTIVITAET AUSSENMINISTER GOLDA MEIR (Foto Alfred Benheim) Es gibt wenige Gemeinschaften, die so schwer m Bewegung zu ¿setzen sind wie unsere Kollektivitaet. Eines der Hauptprobleme, mit denen sich alle Organisationen und jeder im juedisch - peffentlichen Leben stehende Mensch auseinandersetzen muss, ist das anscheinend unueberwindliche Phlegma, mit dem gerade der chilenische Jischuw lokalen juedischen Ereignissen gegenuebersteht. Wieviele wichtige und interessante Vortraege und Versammlungen mussten nicht ¡mangels Publikumsinteresse abgesagt werden, und wem ist es noch nicht passiert, dass er frueh bei Veranstaltungen erschien, um wie er annahm, dem grossen Ansturm zuvorzukommen, nur um ifestetellen zu muessen, dass er zu den wenigen Getreuen gehoerte, die hier und da verstreut im leeren Saale sassen. Ausnahmen bestaetigen die Regel und es gibt kaum eine, die dies so ueberzeugend dar getan haette, wie die Festakte, welche der Jischuw anlaesslich des Besuches des israelischen Aussenministers, Frau Golda Meir, organisierte. Frau Meir, praesidierte die israelische Delegation, die an den Feierlichkeiten anlaesslich der Regierungsuebernahme durch Praesident Frei teilnahm. Schon lange vor ihrer Ankunft kam das Telephon in den verschiedenen juedischen Organisationen nicht mehr zur Ruhe. Anfragen Antraeßie fuer ¡Reservierungen von Plaetzen bei den verschiedenen Veran s t a 1tungen, Bitten um Auskünfte oftmals persoenlichster Art; es gab nichts, was nicht gefragt wurde, und man konnte dabei die erfreuliche Feststellung machen, dass anscheinend die Zahl der im juedisch — oeffentlichen Leben taetigen Menschen bei weitem unterschaetzt worden war, denn fast jede Bitte um Reservierungen wurde von einem Hinweis auf die wichtige Taetigkeit gerade dieses Betreffenden fuer die Kollektivitaet begleitet. Taeglich mehrte sich die Zahl der Anfragen, und wenn es ein Kollektiv - Thermometer gaebe, haette man das Ansteigen der Begeisterung im mathematischen : Verhaeltnis zum Naeherruecken des Ankunftsdatums ab 1 e s e n koennen. Am selben Vormittag, an dem die Federación Sionista mit der Kartenausgabe fuer eine Massenversammlung begann, die im groessten Kino Santiagos stattfand, waren die Karten bereits vergriffen; wahrhaftig, ein Wunder war geschehen, und wir konnten nur staunen, welch ungeahnter Enthusiasmus in unserer Kollektivitaet erwacht war. Und; dieser Enthusiasmus war vollauf berechtigt, wie es die wenigen Tage, die Golda Meir in unserer Mitte als Ehrengast des Jischuw weilen sollte, bewiesen. WER IST UNSER GAST? Ueber der Tatsache, dass Frau Meir Aussenminister der Medinath Israel ist, vergessen wir haeufig, dass sie nicht von ungefaehr mit diesem .Amt betraut wurde, sondern schon in den Jahren vor dem Entstehen des Staates an verantwortlicher Stelle zionistische Arbeit geleistet hat. Seit 1921 lebt sie in Israel, urspruenglich ’als Chalutzah im Kibbutz Merchavia, eine von acht Frauen dieser anfaenglich . aus 40 Menschen bestehenden „ Siedlung. Schon ein Jahr spaeter entsandte sie der Kibbutz als Delegierte zum allgemeinen Gewerkschaftsrat. 1928 ernannte sie die Histadruth zur Vorsitzenden der Kommission fuer arbeitende Frauen, und schon ein Jahr spaeter begann sie aktiven Anteil an der Verteidigungsarbeit der Haganah zu nehmen. 1934 wurde sie Mitglied der Exekutive der Histadruth und uebernahm 1936 das politische Departament de s Gewerkschaft. Gleichzeitig , trat sie als Vertreterin der ¡Mapei in das zionistische Aktionskommittee ein. In den schweren Jahren, als die britischen Behoerden die prominentesten Leiter des , palaestinensischen Jischuw internierten, fiel die Hauptlast der Arbeit und der Verantwortung auf ihre Schultern und ihr oblag es oft, das Schiff der juedischen Gemeinschaft durch die Klippen und Untiefen dieser Jahre zu steuern. Am 10. Mai 1948 traf sie in einer geheimen Zusammenkunft mit Koenig Abdullah von Transjordanien zusammen, um zu versuchen, den Ausbruch der Feindseligkeiten zu verhindern. Leider erfolglos. Sie war eine der zwei Frauen, welche die Unabhaengigkeitserklaerung [mit Unterzeichneten und wurde die erste diplomatische Repraesentantin des juedischen Staates in der Sowjetunion, 1949 wurde sie Arbeitsminister, um dann, 1956 das Aussenministerium zu uebernehmen, wo sie eine unermuedliche, erfolgreiche ’ Taetigkeit entwickelt hat. Es gibt wenige Laender welche von der Aussenminister Israels noch nicht besucht worden sind, und ueberall, wo sie hinkam, hat sie bestehende Freundschaften vertieft und neue, wertvolle Kontakte fuer den juedischen Staat geschaffen. Schon 1959 hatten wir Gelegenheit, sie in Chile begruessen zu koennen und den meisten von uns ist der nachhaltige Eindruck ihres damaligen Besuches noch frisch im Gedaeehtnis. 7 TAGE DIE DEN JISCHUW ERSCHUETTERTEN Am 2. November kam Aussenminister Meir in Santiago an, und damit begann eine Woche die wir, John Reed paraphrasierend, als “7 Tage die dem Jischuw erschuetterten”, bezeichnen moechten. Trotz der erheblichen Verspaetung des Flugzeuges, hatten viele Angehoerige . unserer Kollektivitaet es sich nicht nehmen lassen, die Vertreterin Israels in Los Cerrillos zu erwarten. Anschliessend an die offizieile Begruessung durch Aussenminister Julio Philippi, durch den Marineadjudanten des Praesidenten, Kommandant Carlos Acosta Ramírez und den Botschafter Israels, Dr. Üri Naor und seinen Stab, wurden Frau Meir die Autoritaeten des chilenischen Jischuw vorgestellt und eine Delegation der Escuela República de Israel ueberreichle ihr, unter lebhaftem Applaus der Anwesenden, ein Bukett. Nach einer kurzen Unterhaltung mit Vertretern der Presse, bei der Aussenminister Meir ihre Freude, Israel bei der Regierungsuebernahme durch Praesident Frei zu vertreten, betonte, verliess sie den Flughafen. 'WIR SIND EIN VOLK...” Am Abend des 3, November, nach Abwicklung ihrer protokollarischen Pflich ten als Vorsitzende der israelischen Delegation, sprach Aussenminister Meir im ueberfuellten Teatro Gran Palace bei der Eroeffnungskundgebung des 44. Chilenischen Zionistenkongresses, an der auch Senator Angel Faivovich, Vize - Praesident des Senats, der Abgeordnete Jacobo Schaulsohn, und der israelische Botschafter Dr. Uri Naor und die Herren der Botschaft teilnahmen. Nach den Hymnen Chiles und Israels ergriff Frau Amelia Fliman, Praesidentin der Federación Sionista das Wort, um die Anwesenden zu begruessen und darauf hinzuweisen, dass dieser Kongress dazu berufen sei, neue Wege, insbesondere auf kulturellem und erzieherischem Gebiet zu finden. In ihrer Ansprache wies Frau Fliman besonders darauf hin, dass die Anwesenheit von Minister Meir nicht nur eine Ehre sondern auch eine Verpflichtung fuer den Kongress bedeute. Dann uebergab sie den Vorsitz an das Praesidium des Kongresses, das sich wie folgt zusammensetzte: Praesident: Herr Leon Gomberoff, Vize-Praesidenten: die Herren David Rtnnert, Dr. Emilio Weintraub und Alejandro Trebitsch und Generalsekretaer Herr Isaac Waisberg. Alsdann sprach der Praesident des Comité Representativo, Herr Gil Sinay, im Namen der juedischen Institutionen. Er betonte, dass der Zionismus in Chile stets Sache der gesamten Kollektivitaet gewesen sei, und niemand die Identifizierung der Begriffe Judentum und Zionismus in Frage stelle. Nach einer, von stuermischem Beifall unterbrochenen Wuerdigung des scheidenden Praesidenten Jorge Alessandri und S. E. des Praesidenten Eduardo Frei, erklaerte Herr Sinay, dass das chilenische Judentum loyal seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachkaeme, ohne deshalb auf die selbstverstaendliche Verbundenheit mit Israel und dem juedischen Aufbauwerk zu verzichten. Der Redner wand te sich energisch gegen den von unseren Feinden erhobenen Vorwurf einer doppelten, sich widersprechenden Loyalitaet und wies darauf hin. dass in einer freien Gesellschaft ein jeder vielfältige Verpflichtungen und Loyalitaeten, Familie, Freunde, Vaterland, Ideale, habe. “Nur eine totalitaere Ideologie kann erwarten, dass das Individuum all dies einem einzigen Zweck aufopfert”. Nach einer kurzen Anspra- (Fortsetzung Seite 6)

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