Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 8 (Agosto, 1964)
- Date
- 1964-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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4 AGOSTO 1964 ßOLETIN INFORMATIVO 13 ISRAEL ZANGWILL Die grossen erhabenen Tage stehen seit jeher im Zeichen des Gedenkens. Es ist daher nur allzu natuerlich, dass wir uns zunaechst an das Wesentliche erinnern, was wir selbst im Ablauf des Jahres erlebt haben. Aber darueber hinaus ist es uns auch gegeben, an Ereignisse oder grosse fuehrende Persoenlichkeiten zu denken, deren Wirken wohl etwas weiter zurueckliegt, aber die im allgemeinen juedischen Leben einen starken Eindruck fuer alle Zeiten zurueckgelassen haben. Wenn die juedische Welt in diesem Jahr des 60. Todestages Theodor Herzls in gebuehrender Form gedacht hat, dann erscheint es auch angebracht, uns dem Leben eines ¡Mannes zuzuwenden, der einer der Weggenossen dieser groessten juedischen Persoenlichkeit unserer modernen Zeit gewesen ist. Genau vor 100 Jahren erblickte Israel Zangwill in London das Licht der Welt. Seine Eltern waren 1848 aus Russland nach England eingewiandert und lebten dort in sehr aermlichen Verhaeltnissen. Seine Ausbildung erhielt der junge Zangwill in der juedischen Freischule im East-End Londons, wo er spaeter als Lehrer eine Zeit lang wirkte. Da er in diesem Beruf keine Befriedigung fand, widmete er sich dann ausschliesslich, entsprechend seiner besonderen Begabung, der Schriftstellerei. Hier errang er als 28-jaehriger seinen ersten grossen Erfolg durch die Veroeffentlichung des Buches “Soehne des Ghettos”, in dem er in meisterhafter Form das Leben im Londoner Ghetto schilderte. Mit diesem Erstlingswerk erreichte er eine grosse Popularitaet, die ue~ ber die Grenzen Englands ¡hinaus ging. Diesem Werke folgten in spaeteren Jahren u.a. “Tragoedie des Ghettos” und “Traeumer des Ghettos”. Neben Buechern spezifisch juedischen Inhaltes hat sich aber Zangwill auch mit nicht juedischen Dingen beschaeftigt. So bewies er in den “Italienischen Phantasien”, dass er die Faehigkeit besass, sich in ein nicht juedisches und auch gleichzeitig nicht englisches Milieu hineinzudenken, wie ueberhaupt einer der bemerkenswertesten Zuege seines allgemeinen Schaffens, der der kosmopolitischen Weite ist. Auch auf dem Gebiet der Theaterliteratur hat er sich mit Erfolg versucht. So wurde das Buch “Die Soehne Gottes” dramatisiert und mit beachtenswertem Erfolg in englischer und in jiddischer Sprache aufgefuehrt. Selbst Sohn des Ghettos hatte er, nachdem er sich durch seine kuenstlerischen Leistungen einen Namen in der juedischen. und nicht juedischen Oeffentlichkeit erworben hatte, sein ganz besonderes Interesse dem Problem des j uedischen Schicksals entgegengebraoht. Es ist daher nicht zu verwundern, dass er im Jahre 1896, nach einer persoenlichen Begegnung mit Herzl in London, ein entschiedener Anhaenger der zionistischen Idee wurde. Auf Grund der Situation, in der die Juden in Russland und in anderen Laendern Osteuropas lebten, war er zu der Ueberzeugung gelangt, dass es not¬ ....... | VOGEL HNOS. | ¡ Confecciones finas para \ ¡ Caballeros y Jóvenes ¡ Medidas Industríales | Nataníel 1404 - Fono 50840 - Santiago | ñimimiiiiimmiiiiiiiiiimiiiiiimiiimiiiiimiiimMiiiimiimiiiimiiiiiiimimiimimiimmiiiiiiiiimimim*: Von Rabbiner Manfred Luminer wendig sei, sofortige Loesungen fuer diese bedauernswerten Juden zu finden. Sein kritischer, unruhiger Geist konnte sich nicht mit den Plaenen zufrieden geben, die der Kongress in Basel ein Jahr spaeter zur Beseitigung der Judennot vorschlagen sollte. Wenn er, auch Herzls Bestrebungen weitgehend unterstuetzte und taetigen Anteil an der Verbreitung der zionistischen Idee in England nahm, wich er doch in dem wesentlichen Punkte, Heimkehr nach Palaestina, von der grundlegenden Idee des Zionismus ab Beeindruckt durch die Pogrome in Kischinew im Jahre 1903 und der allgemein menschenunwuerdigen Situation der juedischen Massen Osteuropas, war er fuer eine sofortige, ¡spontane Hilfe, und nicht fuer Aktionen auf laengere Sicht. Er war der Ueberzeugung, dass man nicht warten duerfe, bis die europaeische Welt eines Tages gewillt sei Palaestina als juedisches Vaterland zu garantieren, so wie es Herzl im Baseler Programm zum Ausdruck gebracht hatte. Er war von dem Gedanken getragen, ein nationales Heim oder mehrere in den Laendern der Welt zu schaffen, die dafuer Moeglichkeiten boeten. Diese Auffassung, Territorialismus genannt, vertrat er mit aller Energie. Als daher im Jahre 1903 auf dem sechsten Zionistenkongress, England den Juden Uganda als ein solches “Nachtasyl” anbot, war er einer der eifrigsten Verfechter dieses Projektes, und wurde darin auch von Theodor Herzl unterstuebzt. Als aber ein Jahr spaeter dieses Angebot von der Mehrheit, insbesondere von den russischen Delegierten, strikt abgelehnt wurde, trat er aus der Zionistischen Weltorganisation aus und schuf eine eigene, die seine Ideen realisieren sollte. Besonders in England fand er dafuer fruchtbaren Boden, aber keiner seiner Bemuehungen war Erfolg beschieden. Nach der Veroeffentlichung der Balfour-Deklaration, erfuhr die von Zangwill gefuehrte separatistische Bewegung einen schweren Schlag, der schliesslich zur Aufloesung dieser Organisation fuehrte. Die neugeschaffene Lage veranlasst^ ihn, den Zionismus in seinen Bestrebungen, das Baseler Programm in die Tat umzusetzen, zu unterstuetzen, wiewohl er fast in all diesen Jahren an der offiziellen Politik des Zionismus heftige Kritik uebte. Wenn wir uns in den Tage des Gedenkens an Israel Zangwill erinnern, so duerfen wir sagen, dass seine Bedeutung in der Hauptsache in der Verbundenheit und dem aufrechten Eintreten fuer alle lebendigen kulturellen ‘und politischen Bestrebungen innerhalb des Judentums liegt. Er war allzeit ein juedischer Nationalist, der zwar zeitweise Palaestina als Ejndzäel aufgegeben hatte, weil es ihm im Zeichen der grossen Judennot unerreichbar schien, der aber das Land der Vaeter mit allen Fasern seines Herzens unterstuetzte, als die Realisierung in eine greifbare Naehe rueckte. Er erkannte die grosse Judennot und suchte fuer sie einen weg, zunaechst eine Seiten — als Ausweg, um schliesslich doch auf den Weg zurueckzufinden, den sein Vater einst als Pilger angetreten hatte, um in 13raels Erde fuer immer zu ruhen. Neben den grossen fuehrenden Gestalten der zionistischen Bewegung unser e s Jahrhunderts, hat sich Israel Zangwill so einen eigenen Platz erworben. Boeing720-B B-ASOM Z ir F T M A JV S Á Pftgfegsfrrsgf ee b e yg r e y g e r s s 8 s F ff.t rr.e-i.. fliegen Sie lieber Boeirig 720-B Oder Lufthansa? Entscheiden Sie sich für das Flugzeug oder die Fluggesellschaft? Falsch gefragt! -Denn die besten Flugzeuge sind nicht besser als die Fluggesellschaft von der sie geflogen werden. Wichtig ist, wie das Flugzeug geflogen wird und welche Bodenwartung es erhält. Wenn Sie diese Überlegung ansteilen, dann muss die Antwort heissen - sowohl Boeing 720-B als auch Lufthansa