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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-06-01 · 6 (Junio, 1964) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
6 (Junio, 1964)
Date
1964-06-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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JUNIO 1964 BOLETIN INFORMATIVO 19 11 DIE aus einem Interview mit Rabbiner Dr. Henrique ternie, Rio de Janeiro Von SCHALOM BEN-CHORIN Zum dritten Male weilte nun Rabbiner Dr. H. Lemle aus Rio in Israel, diesmal als Gast der Entwicklungsanleihe und des United Jewish Appeal, fuer die er in hervorragendem Masse taetig ist. Das Hauptanliegen Dr. Lemles war es, hier in Zusammenarbeit mit Zvi Harkavi, dem Vorsitzenden der Erziehungs- und Kultur-Abteilung der Jewish Agency, und Chanoch Rinot vom Erziehungs- und Kulturministerium geeignete Kraefte fuer das juedische Schulwerk und die Erwachsenenbildung in Latein-Amerika zu finden AUS DEM EHRUNG FUER SENATOR FAIVOVICH Herr Senator Angel Faivovich wurde von den Organisationen des hiesigen Jischuw mit einem Bankett geehrt, an welchem eine grosse Anzahl von Damen und Herren der Kollektivitaet teilnahmen. KONZERTE Im Laufe des Monats Mai fanden verschiedene interessante Konzerte innerhalb unserer Gemeinschaft statt. denn davon haengt weitgehend die Zukunft des suedamerikanischen Judentums ab. Das grosse Problem des suedamerikanischen Judentums, ist die Bewahrung der .Tugend vor einer “Links-Assimilation’’. Brasilien, aber auch der g a n ze lateinamerikanische Kontinent, wurde oft mit einem schlafenden Riesen verglichen. Der Riese beginnt aber heute zu erwache)». Soziale Tendenzen regen sich. Der Prozess einer gesunden Evolution wird durch radika- JISCHUW So sang unter dem Patronat der Federación Juvenil Sionista die israelische Saengerin Nejama Hendel und in unserem Hause fand, organisiert von der Unión Israelita Polaca ein Gesangsabend des Kantors Leibele Schwartz statt. I JUGEND-KONGRESS r Unter grosser Beteiligung wurde im Monat Mai der all- .laehrliche Kongress der Federación Juvenil Sionista abgehalten. le Elemente von Rechts und Links bedroht. Das vorwiegend mittelstaendische Judentum ist so Bedrohungen von beiden Seiten her ausgesetzt. Die juedische Jugend bringt den sozialen Tendenzen Verstaendnis und Sympathie entgegen. Diese Jugend empfaengt aber zu wenig geistige Anregung im juedischen Sinne und deshalb schlug Dr. Lemle ein “Jahr der Begegnung” (Schnat-Pegischah) vor. Jeder juedische Jugendliche aus Lateinamerika soll auf ein Jahr oder mindestens auf sechs Monate nach Israel kommen, um hier Kontakte aufzunehmen, die fuer seine juedische Entwicklung entscheidend sein koennen. So wird der junge Jude, das junge juedische Maedchen, auch selbst leichter entscheiden, ob die Einwanderung nach Israel fuer sie eine Lebensloesung darstellen kann. Darueber hinaus sollen Lehrer aus Israel die geistige Verbindung mit dem Lande hersteilen. Unter den Organisationen des latein - amerikanischen Judentums hob Dr. Lemle die CENTRA hervor, die erst vor 8 Jahren als vierte Teil organisation des “W o r 1 d Council of German Jewry” gegruendet wurde, dem in Israel der IOME angehoert und entsprechende Organisationen in England und Nordamerika. Der Vorsitzende der CENTRA in Südamerika ist heute Rudolf Hirschfeld in Montevideo, Gruppen werden unterhalten in Sao Paulo, Rio de Janeiro. Porto Alegre, Buenos Aires, Montevideo, Santiago de Chile, Lima und Asunción. Zehn Prozent des lateinamerikanischen Judentums sind erst nach 1933 eingewandert. Es handelt sich hier um Juden aus Deutschland, Österreich, CSR usw. In Industrie und Grosshandel haben sich diese Juden wirtschaftlich gut eingeordnet, aber in geistig-kultureller Hinsicht ist das juedische Leben in Suedamerika als unterentwickelt zu bezeichnen. Durch diese mitteleuropaeischen Einwanderer wurden straff organisierte juedische Gemeinden geschaffen, die mit Ausnahme einer orthodoxen Gemeinde in Buenos Aires alle der liberal-konservativen Richtung angehoeren. Die CENTRA versucht, juedisches Gemeindeleben durch verschiedene Unterorganisationen und Aktionen zu intensivieren. Sie hat einen suedamerikani s c h e h Rabbinerverband geschaffen, dem heute 17 Rabbiner angehoeren, von denen fuenf nicht aus Mitteleuropa stammen. Eine Jugendbewegung “Chasith Noar Drom Amerikait”, <die Kinder und Jugendliche von 7 bis 20 Jahre umfasst, hat ihre Grenze auch laengst erweitert Kinder und junge Menchen aus sephardischen und osteuropaeischen Einwandererfamilien haben sich angeschlossen. Die lateinamerikanische Diaspora erwartet juedische Botschaft aus Israel... Und hier liegt das grosse Problem. Mit einem gewissen Neid stellte Dr. Lemle fest, wie durch Papst Johannes XXIH von Rom Loesungen und Anregungen ausgingen, religioese .soziale und politische, die in positivem Sinne weit uebeir die kirchlich-katholischen Kreise hinaus wirkten. Nichts dergleichen geht von Jerusalem heute aus. Der Streit um die Wahlen zum Oberrabbinat, der Streit um die zwei Kuechen auf dem Dampfer “Schalom’', der Streit um die christlichen Missionsschulen in Israel... das ist es, was man als religioes-juedische “Botschaft’’ heute in der Diaspora aus Jerusalem zu hoeren be kommt. Wenn hier nicht bald ein Wandel stattfindet, muessen die Rückwirkungen auf das Weltjudentum aeusserst negativ sein. Berlin ist einte Reise wert Architekten aus vielen Nationen haben am ¡Wiederaufbau von BERLIN mitgewirkt— auch Südamerikaner. Eine der interessantesten Neuschöpfungen Berlins zeigt unser Bild aus der Vogelperspektive: die Kongresshalle unweit des Brandenburger Tors. Dem Architekten wird aber noch viel mehr geboten: das Hansaviertel, die Neuordnung des Raumes um die Gedaechtniskirche und den Zoo, die Stadtautobahn usw. Berlin ist immer ein “Pflaster” gewesen, wo man ¡dem Neuen aufgeschlossen gegenüber stand — das ist auch heute so. Der geteilten Inselstadt grösste Leistung liegt auf dem Gebiet des Bauwesens. Architekten und Baumeister haben hier nicht zurechtflicken müssen, sondern konnten neugestalten. Auch für den Touristen gilt: BERLIN IST EINE REISE WERT! Lufthansa 1953

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