Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 6 (Junio, 1964)
- Date
- 1964-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFDRMATIVD REDACCION: S.C.I. B’NE JISROEl AV. PORTUGAL 810 CASILLA 2487* ■ SANTIAGO CHILE AÑO XXVI — m 6 SANTIAGO DE CHILE JUNIO 1964 EIN MONAT, VOLL VON EREIGNISSEN Gross ist die Versuchung, aus dem Wirbel der Ereignisse (der vergangenen Wochen und Tage eines herauszugreifen und —wie wir das im allgemeinen tun—• in diesem unserem “Spiegel” des Monats zu versuchen, seine Perspektiven in fotografischer Sicht festzuhalten. Groesser aber noch erscheint die Verpflichtung, wenn auch nur oberflaechlich, sie wie in einem Film in ihrem Nach—, Gegen— und Durcheinander noch einmal abrollen (zu lassen und damit dem vordringlichen Anspruch auf Information und ordnende Zusammenfassung Genuege zu leisten. KRUSCHEW IN ' AEGYPTEN... Der mehr als zweiwoechentliche Besuch . des russischen Premiers bei Nasser mit all seinen Freundschaftsbezeugungen, bedrohlichen Aeusserungen gegen Israel und neuen Hilfe-Versprechungen in Hoehe von US$ ,270 - 300 Millionen war sowohl Schlagzeile in der Weltpresse , wie er auch Gegenstand eines eingehenden fS. o m mentars uns eres Israel-Mitarbeiters Dr. Abner Nechushtan an anderer Stelle dieser Ausgabe ist. . . UND LEVI ESCHKOL IN WASHINGTON Die erste offizielle Einladung, die bis heute vom Weissen Haus an einen israelischen Premier-Minister ergangen ist, haette von Praesident Johnson... iund der Vorsehung nicht aktueller formuliert werden koennen. Sein Besuch in Washington in den , ersten Juni-Tagen ermoeglichte es Eschkol, dem Presidenten der USA unsere Besorgnisse ueber die Auswirkungen der russischen — und der amerikanischen— Hilfe fuer Nasser, sowie die minimalen israelischen Erfordernisse zur Wahrung des Gleichgewichts im Mitfelost vorzutragen. Natuerlich war der Zweck der Einladung nicht nur gewesen, die israelischen Ideen anzuhoeren, sondern jauch, die amerikanischen vorzutragen, vor allem auf den folgenden drei Gebieten: 1.) Praesident Johnson hat den Willen, das arabische Fluechtlingsproblem zu loesen und fordert dazu ein toetraechtliches Mass israelischer Kooperation. 2.) Bei allen guten Absichten dem Jordan-Projekt gegenueber wuenscht er, einen Konflikt mit den Arabern durch neue Konzessionen Israels in Bezug auf seine Durchfuehrung zu vermeiden. 3.) Amerika ist besorgt ueber Israels grosse Fortschritte auf dem Gebiet der Kernspaltung; und wuenscht den mit amerikanischer Hilfe gebauten Reaktor von Nachal Sorek unter Kontrolle der Internationalen A t o menergie-Behoerde gestellt zu sehen. Ueber Verlauf und Bedeut u n g d er Besprechungen werden wir in der naechsten Ausgabe des “B. I.” ausführlich informieren. DER JORDAN WIRD ANGEZAPFT.. . Einstweilen hat Israel jedenfalls begonnen, sein Bewaesserung-Projekt in die Praxis umzusetzen, indem die Leitung teil— und versuchsweise in ¡Betrieb genommen worden ist. Ohne aus dieser Tatsache ein Geheimnis zu machen, hat man anderseits klugerweise darauf verzichtet, ihr mehr Publizitaet als die unbedingt notwendige beizumessen. Das Ausbleiben jeglicher praktischer Reaktion seitens der Araber hat niemanden, der ihre Drohungen und Erklaerungen vorsichtig feingeschaetzt hat, sehr ueberrascht. .. .UND DAS MEERWASSER ENTSALZT Auf dem Gebiet der Erschliessung des Landes (durch Atomenergie scheint sich die Bereitschaft zur Mitarbeit seitens der USA vergroessert zu haben, wie man annehmen darf, selbst bevor uns das offizielle Kommunique ueber die Besprechungen Johnson-Eschkol vorliegt. So hat der Vize-Verteidigungsminister Schimon Peres im Anschluss an das Treffen der Regierungschefs feste Zusagen in Bezug auf erhoehte amerikanische Mitarbeit zur Entsalzung des Meerwassers durch Atomenergie erhalten. Eine nicht unbedeutende Rolle mag dabei die Tatsache , gespielt haben, dass Washington wen ige Tage vorher I einen rumaenischen Antrag in Bezug auf Verkauf eines Reaktors guenstig beschied. Wenngleich dies mit der unverhuellten Absicht geschah, Rumaenien aus dem russischen Block zu loesen, so kann sich der damit offensichtlich gewordene Wechsel in der prinzipiellen Einstellung zum Problem des Aufrueckens der kleinen Staaten zum “Atomklub” im israelichen Sinne guenstig ausgewirkt haben. Das sind jedenfalls nur Mutmassungen. Die Tatsache aber bleibt bestehen und kontrastiert vorteilhaft gegen die unlaengst durchgefu ehrte fruchtlose D e m a r c he des State Department in Paris, derzufolge Frankreich seine Zusammenarbeit mit Israel auf diesem Gebiet einstellen sollte. DIE WELTAUSSTELLUNG IN NEW YORK Einen Besuch der Weltausstellung von New York hat sich Premier Eschkol versagt, da es bisher nicht gelungen ist, die —privaten— Veranstalter zu bewegen, Jordanien zur Entfernung verunzierender und fuer Israel beleidigender Symbole von der Fassade seines Ausstellung-Gebaeudes zu zwingen. ABOMMEN MIT DER E.W.G. In Bruessel kam es endlich zur Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Europ a e i s chen Wirtschaftsgemeinschaft und Israel. Wenn auch die erreichten Zugestaendnisse weit von dem entfernt sind, was Israel erwartete und in jahrelangen Verhandlungen zu erreichen suclite, so stellt das Uebereinkommen trotzdem einen gewaltigen Schritt zur Konsolidierung seiner Wirtschaft und seines Exports dar. Seine Bedeutung wurde durch die Tatsache unterstrichen, dass Aussenminister Golda Meir persoenlich nach Bruessel flog, um den Vertrag gegenzuzeichen. Die ersten isr a e lischen Pressestimmen dazu liegen bereits in dieser Ausgabe vor; weitere Informationen und Kommentare bleiben fuer die naechste Nummer des “B. I.” Vorbehalten. BRITISCH-AEGYPTISCHE SPANNUNG Von nicht zu unterschaetzender Bedeutung fuer die gesamte Mittelost-Zone ist die neuerliche Zuspitzung der Beziehungen zwischen London und Kairo. Beduinenstaemme aus dem Sueden Arabiens machen den Englaendern in ihrem Stutzpunkt Aden schwer zu schaffen und haben sich zu Grausamkeiten hinreissen lassen, die —von den Amerikanern zwar pietaetvoll dementiert, von Fotografieen aber bestaetigt— in der britischen oeffentlichen Meinung tiefste E n truestung hervorgerufen haben. Man sieht in London mit Recht hinter dieser neuerlichen Kampagne die Hand Nassers und seines 30.000 Mann starken Expeditionsheeres im Jemen, wozu schon insofern kein besonderer politischer Scharfsinn gehoert, als der aegyptische Diktator aus seinen kriegerischen Absichten gegen die i m p e r i alistischen Stutzpunkte gar keinen Hehl macht. Fuer Israel ist dieser neuerliche Konflikt zwischen Kairo und London politisch ambivalent, was uebrigens in unseren Beziehungen zur ehe maligen , Mandatsmacht schon bald wie ein Verhaengnis anmutet. Waehrend wir naemlich einerseits hoffen duerfen, dass man in den westlichen H a u p tstaedten langsam durch Schaden klug wird und nach Konflikt ueber Konflikt mit Nasser allmaehlich den wahren Charakter seines Regimes richtig einschaetzen lernt, duerfen wir andererseits aus den unmittelbaren Zielen Englands in dieser Angelegenheit keine Hoffnungen ableiten. Sie zielen naemlich lediglich auf die ¡Entfernung der nasseristisohen Interventions-Armee aus dem Jemen und damit aus der Nachbarschaft Adens ab. Dass Israel auf die Rueck kehr dieser Expedition nach Aegypten, Sinai und Gaza keinen gesteigerten Wert legt, ist wohl klar. HANDELSMISSION IN BONN? Der “Agence France Presse” zufolge soll die BRD in Jerusalem die Moeglichkeit sondiert haben, anstelle von reg ulaeren diplomatischen von Plaenen u. s. w. zu entkraeften und auch der Leumund der beiden Angeklagten sachte zu wuenschen uebrig liess, erkannte das zuericher Gericht auf die allgemein als milde angesehene Strafe von ,fuenf, bezw. drei Monaten Gefaengnis und je 300 Franken Geldbusse, bei einer Bewaehrungsfrist von vier Jahren. Aehnlich wie bei dem Urteil von Basel erscheint es wohl nichti unbescheiden, darin, wenn schon nicht aktive Sympathie fuer die Sache Israels, so doch Ekel vor den arabischen Umtrieben sehen zu wollen. Bei dem jetzt bevorstehenden Prozess gegen Sayed Kamil, den der Verteidiger des Angeklagten Neeser wegen Noetigung, falschem Zeugnis und Betrug angestrengt hat. r \ MONATSSPIEGEL Beziehungen “nicht offizielle” Wirtschafts-Delegationen zu unterhalten, In Bonn sollte dazu die, jetzt durch Abwicklung der im Luxemburger | Vertrag vorgesehenen Zahlungen, ans Ende ihrer Taetigkeit gelangte Einkaufsmission des Staates Israel mit Sitz in Koeln verwandelt werden. In Israel waere eine entsprechende deutsche Delegation zu schaffen gewesen. Laut der gleichen Agentur habe die israelische Regierung mit der Begruendung “volle Beziehungen oder gar keine” diesen diplomatischen Dienstboteneingang zugeschlagen. NEUE PROZESSE IN DER SCHWEIZ... Vor dem Bezirksgericht Zuerich gelangte im vergangenen Monat ein Prozess zur Urteilseroeffnung, der in vieler Hinsicht an den vorjaehrigen Sensationsprozess von Basel erinnerte. Zwei schweizer Angeklagte, namens Neeser und Naef, waren beschuldigt, Werkgeheimnisse der in Zuerich eingetragenen “Motoren, Turbinen und Pumpen AG” an Agenten des Staates Israel verkauft zu haben. Die MTP gehoert einem Aegypter namens Hassan Sayed Kamil und ist eine Tarnfirma fuer Waffenschmuggel, Durchschleusung von Nazi-Kriegsverbrechern nach Aegypten' und aehnlicher schmutziger Geschaefte im Dienste von Nassers. Kriegsvorbereitungen. ' . Obwohl es den Verteidigern nicht gelang, die Evidenzen von Werkspionage, Diebstahl duerfte sich nicht nur dieses Gefuehl verstaerken, sondern auch sonstige sensationelle Enthuellungen ueber die Agenten Nassers zur Sprache kommen. ., ,UND AD ACTA IN OESTERREICH . Dagegen ihat der Oesterreichische Staatsanwalt eine Anklage fallen gelassen. Sie richtete sieh gegen Karl Silberbauer, den Gestapo-Agenten, der nachweislich an der Verhaftung Anne Franks und ihrer Familie massgebend beteiligt gewesen war. Der Herr Staatsanwalt hat vollkommen recht. Silberbauer hatte doch nur seine Pflicht getan und auf hoeheren Befehl gehandelt. Und da er ausserdem Oesterreicher ist, war er ja nur gezwungenermassen dabei, denn die eigentlichen Nazis waren doch nur die Deutschen gewesen und Oesterreich ein “besetztes” Gebiet. Und ausserdem ist das alles doch schon so schrecklich lange her. Und schliesslich ist er doch jetzt gewiss ein ehrenwerter Buerger, der niemanden mehr verhaftet und quaelt. Wozu den armen Mann also ueberhaupt erst anklagen? Wie ' man sieht: Wien bleibt Wien... IM ABGEORDNETENHAUS Noch einige Aufzeichnungen aus unserer eigenen Umgebung. An anderer Stelle ■ dieser Ausgabe finden unsere Leser die“ Reden, die im i (Fortsetzung Seite 6)