Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 5 (Mayo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO SOC I E D A D CULTU RAL ISRAELITA " B ' N E JISROEL" REDACCION: S. C.l. B’NE JISROEL AV. PORTUGAL 810 CASILLA 2487 - SANTIAGO CHILE ANO XXVI _ X9 5 " SANTIAGO DE CHILE MAYO 1964 DR HANS REICH AM 26. APRIL 1964 MIT OPTIMISMUS UND HOFFNUNG 25 Jahre B'ne Jisroel - Arbeit mit der Jugend fuer die Jugend - Tradition und Leben Vergangenheit und Zukunft - Unser "B. I.", das beste Gemeindeblatt Suedamerikas Wir sind da, wenn man uns braucht - Der Weg der vor uns liegt. Ser Beginn des vergangenen Geschaeftsjahres wurde durch ein Ereignis uebersehattet, dasdas , gesamte jüedische Volk und auch weite' Kreise unserer Umwelt in tiefste Trauer versetzte. Am 29’.'Nissan 5723, das war der 23. April 1963, wurde der zweite Praesident der IMedinat Israel, Jitzchak ben Zwi, von seinem schweren- Leiden durch den Tod erloest. Mit Jitzchak ben Zwi ist einer der Grossen der zionistischen Bew egung dahingegangen, die durch jahrzehntelange Arbeit die Gruendung und den Aufbau der Medinat vorbereiteten. Es war selbstverstaendlich, dass allé Feierlichkeiten, die anlaesslich des 15. Jom Haazmaut 6 Tage spaeter geplant waren, abgesagt wurden. Der chilenische Jischuw gedachte nach Ablauf der Scheloschim des grossen Fuehrers des juedischen Volkes in einem Trauergottesdienst in unserem Hause, dessen religioeser Teil von unseren beiden Herren Rabbinern und Herrn Kantor Oscar; Ruschin bestritten wurde. Irp Laufe des vergangenen G e s c haeftsjahres mussten wir ausserdem den Heimgang zweier aufrichtiger Freunde des : juedischen Volkes aus unserer christlichen Umwelt beklagen, des Papstes Johann XXIII und des Praesidenten der Vereinigten Staaten von Amerika John F. Kennedy. DAS SILBERJUBILAEUM DER GEMEINDE Der Hoehepunkt des vergangenen Geschaeftsjahres fuer uns selbst war zweifelsohne die Feier der Wiederkehr des 25. Gruendungstages unserer Gemeinde. Wenn auch im Gemeindeblatt ausführlich hierueber berichtet worden ist, so moechte ich doch ganz kurz die wesentlichen Veranstaltungen dieser Festtage Ihnen in Erinnerung rufen. Am Freitag den 9.8.1963 und am Sonnabend Vormittag den 10.8.1963 fanden zwei Festgottesdienste statt mit anschliessenden Kidduschim, an denen zu unserer Freude weit ueber 500 Gemeindemitglieder t eilnahmen. Beim Festgottesdienst am Freitag Abend hat der Berichterstatter unseren beiden Rabbinern, die fast die ganzen 25 Jahre mit uns gegangen sind, die Urkunden ueber ihre vom Direktorium beschlossene Eintragung ins Goldene Buch des K.K.L. ueberreicht. . Am 14. August 1963 veranstalteten wir ein Festbankett unter der Teilnahme von etwra 300 Geméindemitgliedern. Bei diesem wunderschoen verlaufenen Abend durfte der Berichterstatter den beiden letzten ¡ueberlebenden Mitgliedern des ersten Direktoriums u n s e rer Gemeinde Herrn José Strauss und Herrn Dr. Benno Kiwi die Urkunden ueber ihre Ernennung zu Ehrenmitgliedern unserer Gemeinde ueberreichen. In der Person dieser beiden Herren wollten wir all die Maenner ehren, die sich in schweren Zeiten zusammengeschlossen h a ben, um Juden aus Mitteleuropa die Moeglichkeit zu geben, ihr gewohntes religioeses und kulturelles Leben in der neuen Heimat in der gewohnten Weise fortzufuehren. Ich moechte von dieser Stelle noch einmal allen denen danken, die durch ihre unermuedliche Arbeit dazu beigetragen haben, dass die Feiern anlaesslich unseres Jubilaeums einen so wuerdi- -gen, allseits befriedigenden Verlauf genommen haben. Vor allem aber moechte ich Ihnen, meine Damen und Herren, die Sie in so grosser Zahl an diesen Veranstaltungen teilgenommen h a b en, fuer Ihre Liebe und Anhaenglichkeit zu unserer Gemeinde danken, die Sie hierdurch zum Ausdruck gebracht haben. Glauben Sie mir, meine Freunde, Ihr Interesse fuer unsere Gemeinschaft hat uns, die wir mit der Fuehrung der Gemeinde beauftragt sind, neuen Mut Und neue Tatkraft gegeben, weiter; zu arbeiten in diesen schweren Zeiten fuer die B’ne Jisroel, im Sinne derer, die waehrend der ersten 25 Jahre ihres Bestehens unsere Gemeinde gegruendet, geformt und geleitet haben. ERFASSUNG DER JUGEND Wenn ich mich nunmehr den Einzelheiten des abgelaufenen Geschaeftsjahres zuwende, so muss ich an erster Stelle unser wichtigstes Problem hervorheben, inaemlich die Erfassung und Erziehung der Jugend, und zwar sowohl innerhalb unserer Religionsschule wie auch in den von unserer Gemeinde ins Leben gerufenen und gefoerderten beiden Jugendorganisationen. Unsere Religionsschule hat im vergangenen Jahre einen erheblichen A u f s c h w ung genommen. Wir haben den Unterricht am M i 11 woch nachmittag im Interesse der zahlreichen in Ñuñoa wohnenden Schueler aus den Raeumen der Firma Wiener y Cía. in der Avenida Providencia, die uns dankenswerter Weise wieder zur Verlegung gestellt wurden, in das Haus der Synagoge Jatan Sofer verlegt. Wir danken dem Direktorium des Jatan Soler, ' insbesondere . dem Praesidenten Herrn Jacobo Fried, von dieser Stelle aus nochmals fuer ihr grosses Verstaendnis fuer unsere Arbeit, das sie dadurch bewiesen haben, dass sie uns die Abhaltung des Unterrichtes in den Raeumen in der Dublé Almeyda gestattet haben. Dort wurde die stattliche Zahl von 35 Kindern unterrichtet, waehrend der Sonntag- V o rmittag-Unterricht in unserem Hause wiederum von 28 Kindern besucht wurde. Im abgelaufenen Geschaeftsjahre erhielten also insgesamt 63 Kinder in unserer Religionsschule Unterricht. Dies ist zwar eine erhebliche Steigerung gegenueber dem Vorjahre, trotzdem sind wir auch mit diesem Ergebnis immer noch nicht zufrieden, da, wie Sie sich selbst ausrechnen koennen, noch immer eine grosse Anzahl Kinder, uebrigbleibt, deren Eltern glauben, .ihren Kindern eine so geringfuegige Belastung nicht zumuten zu koennen, naemlich sie einmal in der Woche fuer zwei Stunden sich mit juedischen Dingen befassen zu lassen. Wie sollen wir juedischen Kindern Kenntnisse der juedischen Religion, vom Wesen des Judentums vermitteln, wenn uns nicht hierbei von denen geholfen wird, die in erster Linie hierzu berufen und hierfuer verantwortlich sind, naemlich den Eltern. Jeder von uns weiss, dass die Kinder unserer Mitglieder durch ihre Schule, durch Schulaufgaben, Privatunterricht, Sport und dergleichen ausserordentlich beschaeftigt sind. Diese Beschaeftigung, diese Belastung darf aber nicht dazu fuehren, dass gerade all das vernachlaessigt wird, was unsere Kinder unbedingt brauchen, wollen sie als Juden leben. Wie schon im vergangenen Jahre bitte ich auch heute all die Eltern, die es angeht, diese kleine zusaetzliche Belastung ihrer Kinder von ein oder zwei Stunden woechentlichen Unterrichtes in unserer Religionsschule nicht als so schwerwiegend anzusehen, dass sie darauf verzichten, ihren Kindern auch nur diese ganz bescheidenen Grundlagen juedischen Wissens, mehr als dies kann ja in zwei Wochenstunden nicht vermittelt werden, zu geben. Neben der Religionsschule haben wir in diesem Jahre wiederum einen Kurs fuer Post-Barmizwa - Jungen gehabt, der leider nur 5 Teilnehmer hatte. Es ist in der Tat beschaemend, dass so viele jüedische Eltern glauben, dass die jüedische Ausbildung ihrer Soehne mit der Barmizwa ihr Ende gefun-. den habe. Ausserdem veranstal t e t e Herr Rabbiner Loewenstein einen Bath-Mizwa-Kursu» fuer 5 junge Maedchen, die in unserer ueberfuellten Synagoge ihre Bath - Mizwa ablegten. ¡Im vergangenen Geschaeftsjahre haben wir 8 Jugendgottesdienste an Freitagabenden veranstaltet, die im Durchschnitt von 50 Jugendlichen und Kindern besucht wurden. Die -Gottesdienste wurden im wesentlichen von den Jugendlichen selbst durchgefuehrt, die alle gottesdienstlichen Funktionen ausuebten. Ebenso haben wir an den Hohen Feiertagen besondere Jugendgottesdienste 1 sowohl im Gemeindehaus wie im Teatro Marconi veranstaltet. Wir haben wiederum wie im vergangenen Jahre einen Gottesdienst fuer Kinder und einen zweiten fuer Jugendliche nach der Barmizwa abgehalten mit besonders hierfuer vorbereiteten Gottesdienstordnungen. Diese Gottesdienste an den Hohen Feiertagen, in denen junge Menschen unter Aufsicht von Funktionaeren unserer Gemeinde fuer ihre Altersgenossen amtierten, vor beteten, aus der Thora vorlasen und den tiefen Sinn und den inneren Gehalt unserer Feiertage ¡erklaerten, waren ein grosser Erfolg und haben, wie uns die Kinder und die Eltern mitteilten, viel dazu beigetragen, die Teilnehmer unserem religioesen Leben nahe zu ¡bringen, ihnen einen Begriff dessen zu vermitteln, was unsere heilige jüedische Tradition bedeutet. JUGENDHEIM UND — BUENDE Meine Damen und Herren: Unsere Arbeit fuer die Jugend erschoepft sich nicht ln dem, was ich Ihnen berichtet habe. Jugendarbeit in Südamerika besteht auch in der Arbeit von Jugendverbaenden, in denen unsere Jungen und Maedchen sich ausserhalb von Elternhaus und Schule mit ihren Altersgenossen treffen, miteinander leben, erleben, lernen und sich freuen koennen. Dieser Auffassung entsprechend haben wir auch in diesem Geschaeftsjahre wieder, wie alljaehrlich die Sommerlager, aller hiesigen Jugendorganisationen grosszuegig unterstuetzt. Ganz fciesonders aber muss hier von den beiden Organisationen gesprochen werden, die uns nahe stehen, die wir als Schoepfung unserer Gemeinschaft ansehen: Barcai und Degania. Beiden Organisationen ist es gelungen im Laufe des vergangenen Jahres ihre Mitgliederzahl zu erhoehen und zwar hat Barcai jetzt ca. 80 Mitglieder, waehrend in der Degania etwa 60 junge Menschen erfasst werden. Barcai hat in diesem Jahre wiederum 7 junge Menschen zum internationalen Jugendseminar der ’Centra, das in Piriapolis-Uruguay unter Leitung unseres Herrn Rabbiner Loewenstein stattfand, entsandt. Wie uns mitgeteilt wurde, haben diese jungen Menschen auf diesem Seminar einen ganz hervorragenden : Eindruck gemacht, sodass wir glauben, dass sie diejenigen Luecken ausfuellen koennen, die durch das Ausscheiden von Jugendlichen entstehen, die sich Infolge ihres Berufes oder fortgeschrittener Studien von der Leitung zurueckziehen muessen. Zwei Punkte sind es, die die Arbeit unserer ¡beiden Organisationen ausserordentlich erschweren, einmal die Raumfrage und zum anderen das Fehlen einen hauptamtlichen Jugendfuehrers. . Unser Jugendheim auf der Santa Isabel ist im Laufe der Jahre unzureichend geworden. Wir muessen uns, wenn der Mietsvertrag am 1. November zu Ende geht, nach einem geeigneten Haus Umsehen, das der grossen Anzahl der Jugendlichen den (Fortsetzung Seite 5)