Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 4 (Abril, 1964)
- Date
- 1964-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8553624-8559039-9194555--4158-8559114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ABRIL 1964 BOLETIN INFORMATIVO 11 WO "SCHALOM" UNFRIEDEN SCHAFFT (SCHLUSS VON SEITE 7) net; und tatsaechlich gemessen $ie, des klangvollen Firmennamens ungeachtet, kem sonderliches A n s e h en im amerikanischen Judentum. Aber selbst, wenn sie dort noch, so anerkannt waeren, haette fuer die ZIM-Direktion eigentlich kein Zweifel daran bestehen koennen, dass der israelische Religionsfuehrer besonder erbittert auf ihren Versuch reagieren wuerde, das herkoemmliche Privileg seiner Behoerde nur Erteilung oder Verweigerung derartiger Unbedenklichkeits-Vermerke zu umgehen, Und auch Kompromisse wie den Vorschlag lehnte er daraufhin ab, jene zweite Kueche nur aus eiriem m o e g liehst unauffaelligen Buffet bestehen , zu lassen und auf Speck und Schinken als den Inbegriff der Juden verbotenen Genuesse ueberhaupt zu verzichten Die Regierung schaltet sich ein—und aus In ihrer Ratlosigkeit wanaten sich die ZIM-Direktoren daraufhin an den fuer ihre Gesellschaft ressortzustaendigen Verkehrsminister, der beilaeufig fuer seine Person ein alles andere als religioes orientierter Linkssozialist ist. Er legte den Fall zur Entscheidung dem Kabinett vor. Mehrere Sitzungen Hessen ihn nach heftigen Wortgefechten zwischen den Ministern der sozialistischen und der religioesen Parteien auch dort indessen in eine so auswegslose Sackgasse einmuenden, dass der Regierung beschaemenderweise nichts uebrig blieb, als den Ball der Reederei wieder zuzuwerfen. Sie gab ihr carte blanche. Die Reederei bleibt fest und - gibt nach Auf diese Vollmacht gestuetzt bestaetigten die Haifaer Herren feierlich zunaechst zwar ihren Entschluss, es auf ihrem neuen Dampfer bei den zwei Kuechen zu belassen. Da aber spielte der Oberrabbiner seinen groessten Trumpf auf. Er erklaerte sich finster entschlossen, als Strafmassnah me die Speiseaufsicht durch seine Kontrolleure dann auch saemtlichen anderen 47 Passagierschiffen und Frachtdampfern der ZIM zu entziehen. Mit anderen Worten, ei drohte damit, den Hauptteil der noch jungen israelischen Handelsflotte!, einem in der Wirkung unter .Umstaenden ruinoesen Boykott der religioesen Teile des hiesigen wie des auslaendischen Judentums auszusetzen! Und damit setzte er die ZIM-Reederei allerding matt. Sie desavouierte ihren besten Mann, den Direktor, der in ihrem Auftrag den Vertrag mit jenem “Associated Legislative Rabbinate” geschlossen hatte; er trat unter Protest zurueck. Sie loeste sich von diesem Vertrag unter Zahlung einer Konventionalstrafe, die eine fuenfstellige Dollarziffer (30.000J erreichte, und gab bekannt, dass es "jedenfalls” auf der Jungfernfahrt, die die “Schalom” soeben nach Le Havre und Lissabon angetreten hat, nur eine einzige Kueche auf dem Schiff geben werde, die rituell zulaessige. Spaeter, wenn es in den transatlantischen Dienst eintreten. wird werde man die zweite Kueche “vielleicht doch noch in Betrieb setzen”: so suchte der Verkehrsminister diese Kapitulation vor den Religioesen in der Volksvertretung unter ironischen Zurufen von Abgeordneten der Linken zu bemaenteln. Wer glaubt noch aarany Sieger ist also Oberrabbiner Nissim geblieben, und hat als unerbittlicher Streiter gegen die “Ketzer” und Indifferenten in Zion damit seine Aussichten, demnaechst wieder gewaehlt zu werden, natuerlich entsprechend erhoeht. Eine, andere Frage ist es, ob sein Sieg die Faehigkeit der hiesigen Handelsflotte ungeschaedigt lassen wird, sich der intensiv mit ihr konkurri enden fremden Schiffahrtslinien zu erwehren Und eine noch wichtigere Frage: ob es den Grundsaetzen dieses Staates hier entspricht, der eine fortschrittliche Demokratie bleiben und kein theokratischer werden will, seinem internationalen Ansehen und seinen Interessen, die juedische ecclesia militans in einer solchen oeffentlichen Machtstellung zu belassen. Kle'derbuegel $ 150 Staubwedel, Ausklopfer fuer Teppiche, Haarbeseh fuer die Kueche, Fensterleder O, MASSA MONJITAS 685 Gemeindemitglieder 10 o|o Rabatt Alfredo Berliner Confecciones finas pava Señoras Gran surtido en Abrigos, trajes dos' piezas y chaquetones en novedosos modelos de temporada. Marcoleia 250, dentro el Mercado Presidente Ríos Pabellón 2, piso 2.o — Fono 36143 (Estacionamiento de automóviles) DAS BRESLAUER SEMINAR (1854-1938) Eine Gedenkschrift, iherausgegeben von Guido Kisch 1963 J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) Tuebingen. Am 10. August 1954 haette das' Breslauer Rabbinersemihar sein hundertjaehriges Bestehen feiern koennen. Aber am 10. November 1938 ist es zum Opfer einer barbarischen Macht geworden, die glaubte, mit dem juedischen Geist auch die Zukunft des Judentums’ zerstoeren zu koennen. Schon 1954 sollte eine Gedenkschrift erscheinen, die das' Andenken an diese Mutteranstalt aller Rab binerseminare bewahren sollte. Dank der Initiative des Historikers Prof. Dr. Guido Kisch ist nunmehr diese Gedenkschrift der Wissenschaft liehen Welt uebergeben worden. Wir finden in diesem Werk die Namen aller derer, die der Alma Mater vieler Rabbiner, die ueber die ganzo Welt zerstreut, taetig sind, Glanz und Bedeutung verliehen haben. Im Mittelpunkt, insbesondere des 1. Teiles, der von der' Geschichte des Seminars handelt, stehen die wichtigen Beitraege des Prof. Dr. I. Heinemann (sei. And.) der mit seiner zur Meisterschaft gesteigerten paedagogischen Begabung, der allerseits bewunderte und verehrte Meister war. Wir finden auch manche Beitraege laengst verstorbener Schueler dieser Staette des Lernens, die so vor dem Vergessen bewahrt Iwerden, sowie einen Beitrag des bedeutenen Historikers Rabb. Dr. Adolf Kober (sei. And.), der das Verhaeltnis des Seminars zur Wissenschaft des Judentums behandelt. (Zwei Namen sind es ,die in der Gedenks'chrift immer wiederkehren: des Begründers Zacharias Frankel, der dem “grauen Haus” in der Wallstrasse die religioese Richtung gewiesen hat und Heinrich Graetz, dem grossen Historiker des 19. Jahrhunderts. Aber auch Jonas Fraenkel der durch sein grosszuegiges Testament erst die materiellen Voraussetzungen fuer die Gruendung des Breslauer Seminars geschaffen, wird ein ehrenvolles Andenken bewahrt. Von der lebenden Generation ¡der Schueler ist mancher wichtige Beitrag geschrieben worden, wie von Lothar Rothschild Dr. Efraim Urbach und Prof. Dr. Kurt Wilhelm. Abschliessend finden wir fein wertvolles Register der MGWJ (Monatsschrift fuer die Geschichte und Wissenschaft des Judentums) fuer die Jahrgaenge 76 — 83 von Rabbiner Dr. Leo Baerwald und ein Verzeich nis der Lehrer und Schueler u. ihrer Publikationen von 1904 — 1938 von Rabbiner Dr. Alfred Jospe. So ist dieses Erinnerungswerk eine Fortsetzung der “Geschichte des juedisch-theologischen Semi nars”, die der Dozent ¡Markus Bfann (sei. And.) zum 50. Geburtstag dieser Anstalt schrieb. Der 100. Geburtstag gab uns leider nur (Gelegenheit zu schmerzlicher Erinnerung. Dieses Werk weist ihm seinen geschichtlichen Platz in der juedischen Geeschichte der Neuzeit an. Aber es spricht nur von der Vergangenheit- Uns fehlt ein Beitrag ueber die ideologische Auseinandersetzung des “positiv ¡historischen Judentums” die von dem Seminar ausgegangen ist. Die Rolle, die es' in der religioesen Entwicklung gespielt hat, ist noch nicht abgeschlossen. Vielleicht kann man zu dem Schluss kommen, dass seine reügioese Deutung eines Judentums, das die Tradition bejaht, diese jedoch mit den Forderungen unserer Epoche auszugleichen sich bemueht, noch nicht an Aktualitaet verloren hat. Sein Weg, den es jenseits der Extreme nahm hat hoch immer eine Zukunft auch dann wenn das Seminar selbst nur noch in der Erinnerung derer lebt, die ihm ihre reügioese und geistige Formung verdanken. Wir danken Prof. Dr. Guido Kisch und seinen Mitarbeitern fuer die Schmerzlichen Stunden des Gedenkens, die mit diesem Werk verbunden sind. Darueber hinaus lebt das Seminar Ui allen denen, denen sein Weg die Zukunft bedeutet. LOEWENSTEIN MAX DIENEMANN (ZUM 25. TODESTAGE DES GELEHRTEN) Am 11. April 1939, wenige Wochen, nachdem er die rettende Kueste Erez Israels erreicht hatte, war Rabbiner Dr. Max Dienemann dem schweren Leiden erlegen, welches die Folge zweimaligen Aufenthalts im Nazi-Konzentrationslager gewesen ist. Er war auch der erste Rabbiner, der an eine solche Staette des Grauens verschleppt wurde, und so war sein frueher Heimgang ein Tod fuer Kiddusch Haschern, fuer die Heiligung des goettlichen Namens' und die Ehre des juedischen Volkes. Dieser religioes - liberale Rabbiner war ein unerschrockener Kaempfer fuer Wahrheit, Recht und Frieden. Sein profundes juedisches Wissen , und die gediegene Allgemeinbildung genuegten ihm selbst jedoch nie; er strebte nach immer groesserer Vervollkommnung als Mensch und Jude. Seine Predigten und Vortraege standen auf hohem Niveau und immer wieder, in Buechern und Zeitschriften, liess er die juedische Welt durch Tiefe seiner Gedanken und die Klarheit seiner Darstellung aufhorchen. Ganz besonders lag ihm die Legendensammlung des “Midrasch” am Herzen, den er am “Juedischen Lehrhause zu Frankfurt a. M. vortragen durfte. Dienemann’s Schrlf t e n “Judentum und Christentum” (2. Auflage 1919), “Midraschim der Klage und des Zuspruches” und “Liberales Judentum” (die beiden letztgenannten im Schocken Verlag 1935) fanden viel Anerkennung und Verbreitung. Viele Jahre hindurch gab er nach dem Tode von Julius Goldstein zusammen mit dessen Witwe die bekannte Zeitschrift “Der Morgen” heraus. Seinen Amtskollegen diente er hingebungsvoll jahrzehntelang als Schriftfuehrer des “Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes”, fuer das liberale Judentum wirkte er in der “Vereinigung fuer das liberale Judentum in Deutsch land” und in “The World Union for Progressive Judaism”, in dessen Auftrag er 1933 nach Palaestine gereist war. In zwei mittelgrossen Gemeinden hatte dieser Rabbiner, der am 27. September 1875 zu Krotoschin zur Welt gekommen war, segensreich amtiert: In ¡Ratibor (1904 — 1919) und in OffenbachJMain (1919 — 1938). An beiden Wirkungsstaetten war er sehr beliebt, ganz besonders als Erzieher der Heranwachsenden Jugend, die er gewiss religioes-liberak aber nicht radikal zu beeinflussen suchte, da er aller echten religioesen Tradition gedanklich wie Igefuehlsmaessig positiv gegenueberstand. Max Dienemanns Witwe, die im vergangenen Jahre hochbetagt in Chicago starb, hatte ein Gedenkbuch im Jahre 1946 geschrieben, fuer das' die verewigte Mrs. Lily H. Montagu das Vorwort verfasst hatte. Mally Dienemann erzaehlt darin vom Ringen und Schaffen ihres Gatten, von den Studienjahren in Breslau bis zum Ende dieses mutigen Kaempfers in Tel Aviv. Im “Leo Baeck Institut” zu New York ein grosser Teil, auch aus dem Nachlass, sind Schriften und Aufzeichnungen des Lehrers, Denkers und Predigers aufbewahrt, der so wesentlich zur geistigen Bluete im einstigen deutschen Judentum beigetragen hatte und dessen Andenken fortleben wird. CURT WILK SCHMIDT y Cia. Ltda. Irarrazaval 2951 Fo«.<» 44107 FEINE DAMEN TASCHEN BRIEFTASCHEN GUERTEL GARDINEN STANGEN GESCHENK ARTIKEL METALLWAREN JEDER ART.