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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-06-01 · 6 (Junio, 1963) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
6 (Junio, 1963)
Date
1963-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■ItACOON» ’S.C. L B MC ilSROÍ AV. POSTUMb «1A cawixa ms7. uamrai BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOOBEIIA D C U LT U RA L. r$?R /V Eífc?LT A •* B ‘ N E J I S R OE L AÑO XXV . N.o 6 SANTIAGO DE CHILE JUNIO 1963 Der Ministerpräsident und seine Staatspräsidenten Von Dr, Abner NecKusKtan (Tel-Aviv) Zwischen Gewittern, wie sie sich mit solcher Heftigkeit im wunderschoenen Monat Mai hierzulande seit Menschengedenken nicht ereignet haben, und Tagen von tropischer Wuestenhitze schwankte ,das Barometer im vergangenen Monat, Und ebenso wetterwendisch erwies sich das innenpolitische Klima. Den Auftakt der parlamentarischen Sommersession brachte gegen Ende April eine weihevolle Trauersitzung der Volksvertretung nach dem Heimgang des im Alter von 73 Jahren verschieden Staatsoraes'identen Jitzhak Ben Zwi. In ebenso feierlicher Form und Stimmung waehlte sie dann zu seinem Nachfolger den ,74 rjaehrigen Salman Schasar. Dazwischen aber blitzte und donnerte es wie fast noch nie in der Jerusalemer Knesseth, als “der Alte’, Israels Ministerpraesident. nach einer mehrtaegigen Debatte des Hauses ueber aussenoolitische Fragen im Schlusswort wieder einmal mit seinen Widersachern auf dem rechtsradikalen Fluegel abrechnete. 1 t ZWEI VON DER t ALTEN GARDE Aus dem inzwischen recht zusammengcsch molzenen Kreis der in Gesinnung und Arbeit lebenslang eng miteinander verbundenen Gefaehrten, deren Wortfue h r e f David Ben Gurion ist, war der verstoroene Ben Zwi so hervorgegangen wie Herr Schasar, der neue oberste Repraesentant des Staates'. Anders war es um den ersten Praesidenten bestellt gewesen, Prof. Ghaini Weizmann. Obwohl auch er wie seine zwei Amtsnachfolger russisch —juedischer Herkunft gewesen und gleich ihnen schon im Elternhaus vom Geist der “Zionsliebe'’ erfuollt v/ordan war, hatte ihn seine eminente naturwissenschaftliche Begabung bald in die akademische Laufbahn in den Westen gewissen. In der Schweiz und spaeter in England war er dem entsprechend in seine weltzionistisbhe Fuehrerrolle hineingewachsen, statt sich, wie die zwei anderen, als Pionier des Aufbaus in das unwirtliche Palaestina der Tuerkei zu begeben, in das sie nach der Jahrhundertwende einreisten — der eine frueher, der andere etwas spaeter, beide aber schon in jungen Jahren. Im Gegensatz zu ihnen, bekenntnisfreudigen, wenn auch gemaessigtsn , Sozialisten des nationaljusdischen Lag e r s, war Dr. Weizmann von betont buergerlich-libe ralem Zuschnitt gewesen». In den | vier Jahren seinJL Staats-; praesidentschaf t (19' 4 8 — 1952) waere es schon deshalb z u gewissen Spannungen zwischen ihm und Ben Gurion als dem starken Mann der arbeiterzionistischen Elite gekommen, haette er dieses Amt in Seinem hohen Alter nicht eher als wuerdigen Ruhesitz betrachlet, der seinen grossen Verdiensten entsprach. Solcher Schwierigkeiten brauchte Mister Israel mit einem Jitznak Ben Zwi nicht gewaertig zu sein, mit dem er seit 1907 in tagtaeglicher Fuehlung gestanden hatte: anfangs, waehrend ihrer gemeinsamen Schwarzarbeit in Orangenhainen, dann, als sie um 1912 als bettelarme Werkstudenten zum Rechtsstudium nach Konstantinopel gegangen waren, spaeter nach ihrer Landesverweisung aus Palaestina, zu Beginn des ersten Weltkrieges, in Amerika, wo sie zusammen fuer ihre heilige Sache wirkten, und nach ihrer Rueckkehr in den zwanziger Jahren, schliesslich, als sie die Landesgewerkschaft und die Mapai aufbauten, die fuehrende juedische Arbeiterpartei. In dieser Zeit haste sich Ben Zwi volkskundlichen Forschungen zugewandt, die ihn als' Kenner juedischer Vergangenheit und Folklore, als fruchtbaren Schriftsteller, auch mit den entlegensten Staemmen Israels in Verbindung brachten und volkstuemlich machten. Vor allem aber war er in der gleichen Zeit zum Organisator and Praesidenten des halbautonomen Juedlsßhen Nationairates gewor-, den, und Jahre spaeter schon darum, nach dem Tode Chaim Weizmanns, de r gegebene Anwaerter fuer den Posten des Israelischen Staatspraesidenten gewesen. Dieser‘Aufgabe hatte er sich, ein unentwegter Gefolgsmann des von ihm bewunderten Ben Gurion, allzeit mit taktvoller Zurückhaltung unterzogen. In nicht wenigen Zuegen des Wesens und der Begabung aehneit ihm Salman Schasar, der frueher Rubaschow hiess, Auch er ist, wie -der Verstorbene, religioeser Sozialist von einer gefuehlstiefen Glaeubigkeit, die sich bei ihm zu einem in solchem Ausmass und bei einem Intelektuellen verblueff enden Hang zum Mystizismus steigert. Als Agitator fuer einen sozialistischen Palaestina— Aufbau begann auch er um 1905 im zaristischen Russland. Doch verzoegerte sich seine Einwanderung ins Gelobte — ersehnte — Land noch um einige Jahre, weil ihn bald die Journalistik fesselte, die ihn hierzulande lm reifen Mannesalter dann zu einem der bedeutendsten hebraelschen Redakteure und Publizisten gemacht hat Hinzu trat in jener fruehen Zeit bald aber Rubaschow-Schasars leidenschaftlicher Drang seinen Gesichtskreis zu erweitern. So kam es, dass' der Ausbruch des Krieges 1914 ihn in Strassburg an der Universitaet ueberras c h t e, wohin er sich nach zwei Semestern in Freiburg (Breisgau) durchgeschlagen hatte. Als feindlicher Slaatsbuerger waere er von den Deutschen Interniert worden, haette sich der grosse Historiker Friedrich Meineke nicht fuer den ebenso begabten wie mittellosen russisch-juedischen Studenten eingesetzt und ihm die Pforten der Berliner Alma Mater geoeffnet. In diesen Jahren loeste v’on den Palaestinensem, die der Krieg in Deutschland festhielt, kaum jemand so tiefgreifende Wirkungen aus, wie der noch junge Salman Rubaschow in den Reihen der juedischen Akademiker. Und gleichzeitig legte er damals die Grundlagen zu seiner jetzigen, nahezu enzyklopaedischen geschichtswis senschaftlichen und judaistischen Bildung. Haette ihn sein Pflichtbewusstsein — im Verein freilich mit der fast unwiderstehlichen Neigung, als brillanter Volksredner zu wirken — in der Folgezeit nicht wieder und wieder in das Netz vielfaeltiger Aufgaben der Jewish Agency verstrickt, so waere er vermutlich der Prototyp eines erstklassigen Universltaetsgelehrten geworden. Gewiss, mit einem so best nnlich-kontemplativen Geist wird David Ben G urion ebenso reibungslos wie mit dem verstorbenen Jitzhak Ben Zwi Zusammenarbeiten. BEN GURION IM ALLEINGANG Der Feuerkopf Ben Gurion — wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein. Dass er, wie eingangs erwaehnt, kuerzlich in der Knesseth explodierte, hatte seine Vorgeschichte im hochbedenklichen Treiben der deutschen Physiker, Raketen-Konstrukteure und Elektronik- Wissenschaftler m Nassers Diensten, in Kairo. Der Bevollmaechligte fuer die ¡staatlichen Sicherheitsdienste in Israel hatte vor etwa 2 Monaten die hiesige ' Press'e daraufhin alarmiert und das Parlament zu einem scharfen Protest veranlasst. Unversehens erklaerte er j dann aber seine Ruecktritt I nach Auseinandersetzungen1 mit dem Ministerpraesiden- « ten, ueber die so gut wie nichts in die Oeffentlichkeit; gedrungen ist, und die Wucht j der Protestbewegung war oder schien damit gebrochen, Es konnjte nicht ausblei-; ben, dass der Cheruth-Fuehj rer Begin, als Hauptsprecher 1 'der Opposition den Regie-; rungschef daraufhin erbdfr-! tert mit dem Vorwurf angriff elementare Lebensinteressen des’ Staates dem ebenso absurden wie volksverraeterischen Vertrauen Ben Gurions in ein gewandeltes Deutschland geopfert zu haben Der Alte blieb ihm die Antwort in jener Sitzung der Knesseth nicht schuldig. Aber sie war diesmal von einer kaum zu ueberbietenden Ungeschicklichkeit. Er holte aus Archiven verstaubte, 34 Jahre alte Zeitungsartikel heraus, von denen ihre Verfasser bestimmt laengst abgerueckt sind und rief d&mit unbeschreibliche Laermszencn hervor. Die Sitzung wurde unterbrochen. Als sie nach drei Stunden wieder eroeffnet wurde, sah sich Ben Gurion zum ersten Mal in den anderthalb Jahrzehnten seiner Regierungsfuehrung genoetigt, der Streichung des' entscheidenden Satzes seiner Rede aus dem Protokoll zuzustimmen, so schwer ihm augenscheilich dieser Rueckzieher wurde, der einer Entschuldigung ziemlich nahe kam. Schon dass er sich offenbar ohne Abstimmung mit seinem AuSsenminister i u m in die Massnahmen des staatlichen Sicherheitsdienstes eingeschaltet hatte, war allgemein bemaengelt worden. Jetzt stellten seine Gegner schadenfroh, und bestuerzt seine Parteigaenger erneut fest, daSs er wieder einmal vorbeigeschossen habe. Zeichnet sich hier das starrsinnig ueberspitete Selbst vertrauen cv - es stets erfolgreichen alternden Volksfuehrers ab, der keine Goetter neben sich kennt, gewiss nicht die viel zu servilen Scharen seiner stets beifallspendenden Bewunderer, aber ebenso wenig — leider — die Praesidenten seines Staates, deren Amt es wohl waere, ihm die Zuegel straffer zu ziehen, wen» er ueber die Straenge schiesst? Ver. schaerft sich sein Hang zum persoenlichen Regiment, ohne dass Mister Israel gezuegelt wird, so koennte dieser sein Staat in die Gefahrenzone einer Einmanndemo kratie geraten. BEI HM FttSIHTE DE Zalman Shazar, desde Mayo de 1963 Presidente de Israel, ex miembro del Ejecutivo de la Agencia Judía y ex Director del Departamento de Educación y Cultura, nació en Mir, distrito de Minsk, en Rusia, el 6 de Octubre de 1889. Se educó en la Academia de Ciencias Judáicas de San Petersburgo (Leningrado) y en las Universidades de Freiburg, Estrasburgo y Berlín. Fue dirigente del movimiento obrero sionista ¡y periodista desde su juventud, participando activamente en el Movimiento Sionista en Rusia, fy posteriormente. eñ Alemania, donde fue uno de los promotores del periódico “Juedische Rundschau”. Se estableció en la entonces Palestina en 1924, llegando en 1925 a ocupar el cargo de ¡editor del “Davar”, el que conservó basta 1948. Fue uno de los fundadores del Mapai y se desempeñó durante muclios años en el Consejo Ejecutivo de la Histadruth. Participó como delegado en numerosos Congresos Sionistas y fue miembro de la primera Knesset,- Fue el primer Ministro de Educación y Cultura y en tal calidad impulsó la promulgación de la Ley de Educación Obligatoria. ITa sido miembro de la delegación israelí a la Asamblea General de las Naciones Unidas. Como escritor, se ha destacado con numerosos artículos y varios libros sobre socialismo, sionismo e historia judía. El Presidente es casado con la señora Rachel Katznelson, conocida escritora y figura dirigente del Consejo ¡de mujeres trabajadoras. Es padre de una bija

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