Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 5 (Mayo, 1963)
- Date
- 1963-05-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1963 Vorbildliche internationale Schulung, in Israel Von In^e Deutschkron Beth Ruthenberg, 12, David j Was wird gelehrt? Street, Mount Carmel, Haifa, das ist eine Anschrift, die in | Die Erfahrung hat die Is- Tanganjika, in Nigeria, in i raelis gelehrt, dass es überm Burma, in Thailand, im Se negal, in Sierra Leone und in vielen a n d e ren Laendern Asiens und Afrikas laengst nicht mehr unbekannt ist. Allerdings, nur relativ wenige habefl das Beth Ruthenberg bisher besuchen können. Denn dieses Seminar für die Aus- und Fortbildung von Frauen aus d'en Entwicklungslaendern ist erst im Jahre 1961 zur festen Einrichtung geworden. Im April 1961 fand dort der erste sechswöchige Lehrgang statt, der “Die Rolle der Frau in einer sich entwickelnden Gesellschaft” zum Thema hatte. Wer besucht die Kurse? Bei diesem ersten Lehrgang im Beth Ruthenberg hatte man auf Teilnehmerinnen Wert gelegt, die bereits eine führende Position in ihren Laendern inne hatten. Es lag d’em israelischen Aussenministerium daran, welches als V e r a n s talter dieses und aehnlicher Kurse zeichnet, dass diese Teilnehmerinnen den Grundstein legen halfen für die zukünftige Arbeit des neuen Hauses. Und sie taten dies, diese Frauen aus 23 asiatischen und afrikanischen Laendern, indem sie zusammen mit den Israelis Themen erarbeiteten, deren Behandlung ihnen zur Bildung und Weiterbildung von Frauen aus Entwicklungsländern geeignet erschienen. Die vier Kurse, die im Laufe des Jahres 1962 im Beth Ruthenberg abgehalten wurden, entsprangen den Ueberlegungen der ersten Zusammenarbeit von Frauen aus den E n t w icklungslaendern und aus Israel. 1. Ein dreiwöchiges Seminar für Frauen in führenden öffentlichen Funktionen. 2. Ein viermonatiger Kursus für Frauen aus Agrar- Gemeinden. 3. Ein drei- bis viermonatiger Kursus für Hauswirtaus nützlich ist, in jedem dieser Kurse, unabhaengig vom Thema, auf Fragen der Familienplanung einzugehen. Eine dem Geiste dieser Aufklaerung . dienende Schrift begleitet alle Teilnehmerinnen auf ihrer Heimreise. Mit ebenso grosser Aufmerksamkeit folgen die Teilnehmerinnen Fragen der Hygiene, der Ernaehrungslehre und der Pflege der Kleidung. Kontakte mit ehemaligen Kursusbesuchern Die Teilnehmerinnen jenes ersten Kursus im Beth Ruthenberg haben zudem am i Ende ihres Aufenthaltes in ■ Israel einen Ausschuss gebildet, der in erster Linie dafür sorgen soll, dass auch in Zukunft Informationen und E r f a hrungen ausgetauscht werden können. Drei- bis viermal im Jahr wird zu diesem Zweck eine Art Rundbrief vom Sekretariat des Beth Ruthenberg in e.nglischer und französischer Sprache verschickt werden. Der erste seiner Art publizierte bereits Auszüge aus Briefen und Berichten von Teilnehmerinnen nach ihrer Rückkehr in die Heimat. Bessere Auswahl der Teilnehmerinnen Und weiter beschlossen die Teilnehmerinnen des ersten Kursus, bei der Auswahl von Kandidatinnen für künftige Kurse in Israel sorgfaeltig vorzugehen. In einigen dieser Laender sind zu diesem Zweck besondere Komitees gegründet worden, in anderen wird die Auswahl mit Hilfe der israelischen Botschaften in Zusammenarbeit mit den führenden Frauenorganisationen der jeweiligen Laender vorgenommen. Wie wird gelehrt?! Die Israelis erklaeren im- , mer wieder, dass sie die junj 8€n Staaten nichts anderes schafts-Lehrerinnen und Bej lehren können als ihre eige Täterinnen. , nen Erfahrungen waehrend 4. Ein sechsmonatiger Kurdes Aufbaus ihres Staates, sus für Kindergaertnerinnen , Und sie tun dies nicht nur und Saeuglingspflegerinnen. I durch Vortraege, die von den besten Fachleuten des Landes (ohne Honorar) gehalten werden, und in Diskussionen, sondern sie fordern den fremden Besucher aus Asien und Afrika auf, ihre Einrichtungen naeher kennenzulernen, indem sie laengere Zeitin ihnen verbringen. So gehört ein ein- bis zweiwöchiger Aufenthalt in einem Kibbutz oder in einem Moschav zu jedem Programm. “Wir lernen, die Menschen aus den jungen Staaten zu lehren, waehrend wir diese Ausbildungskurse halten”, erklaerte die Leiterin des Beth Ruthenberg, Hina Ben-Zwi. Sie wollte damit zum Ausdruck bringen, dass auch die Israelis noch kein Patentrezept für die Ausbildung von Menschen aus den Entwieklungslaendern haben. Doch es scheint, dass die Israelis, die auf diesem Gebiet taetig sind, sich im Laufe der Zeit u n s c haetzbare Kenntnisse für die Entwicklungshilfe erarbeitet haben. (Aus “Gleichheit”) ISRAELS ERSTE ANDERTHALB JAHRZEHNTE Solei Boneh als groessten Eaukontraktor des Landes voran, und nimmt dadurch mit ca. 50 r|o an der Gesamtproduktion Israels' teil. In Verbindung mit ihr bezw. mit den Arbeiterparteien stehen fast 250 Gemeinschaftsiedlungen, Kibbuzim, neben einer noch groesseren Zahl halb gemein wirtschaftlich betriebener Bauerndoerfer, der Mosehawim; die meisten davon entstanden erst in der Zeit des Staates. Der zweite Teil der israelischen Wirtschaft befindet sich als Regierungssektor in oeffentlicher Hand. Von den Grossunternehmungen, die die Re gierung betreibt, seien hier nur die “Werke ' des Toten Meeres” (Dead Sea Works Ltd.) genannt, die schon im vorigen Jahre 190.000 t Pottasche foerderten, und deren Produktion nach und nach auf 400.000 t im Jahr gesteigert werden soll. Sie sind der drittgroesste Bromid-Erzeuger der Welt und der groesste Exporteur dieses Minerals. Und dazu tritt drittens, der sog. “Privatsektor”. WTas an Fabriken der allerverschiedensten Erzeugnisse, an Betrieben der verarbeitenden Industrie (Diamanten! Israels groesster Devisenbringer im Export), was an Ein— und Ausfuhr, Vermarktung, an Kollektivvertraegen und Lohnkaempfen den Alltag unternehmerischer Initiative bildet; es wuerde den Rahmen dieses Umblicks sprengen, sollte es auch nur aufgezaehlt werden. Israels Handelsbilanz wird sich nach den Errechnungen der Planer des Ministeriums fuer Handel und Industrie im naechsten Jahre 1964, voraussichtlich auf 653 Millionen Dollar in UNSERE FESTNUMMER ßOLETIAI INFORMATIV!) erscheint im Juli Wir bitten unsere Gemeindemitglieder crus Industrie unjd Handel sich an dieser Pestnummer mit einer Anzeige zu beteiligen. Bitte rufen Sie uns unter 87765 an, damit wir Sie besuchen koennen oder Auskuenfte in unserer Anzeigen Annahme Nueva York 52 Of. 412 (Schluss von Seite 11) der Ausfuehr stellen, aber; auf 860 Millionen Dollar im. Warenimport. Dem Defizit dieser Bilanz laeuft ein immer noch nicht unbedenklii eher Defizit der Zahlungsbij seit Jahren viele Hunderte lanz des Staates parallel; , vom Wirtschaftsexperten, seine Auslandsschulden bej landwirtschaftlichen Instrukliefen sich Ende Maerz vori- | toren. Technikern und andegen Jahres auf etwa 725 Mili ren Beratern aus Jerusalem, reich De Gaulles, der Israel betont als “Alliierten’ bezeichnet hat, oder um die vielen jungen mittelafrikanischen Laender, in denen lionen Dollar. Die staatlichen Programme zur Landesaufschliessung werden vom Missverhältnis dieser “nationalen Bilanzziffern” nicht so beeintraechtigt, dass inbesondere der grosse, vom Jordan und den Quellen der Jarkon ausgehende Landesbewaesserungsplan davon beruehrt wird der der Fruchtbarmachung des Negew im Sueden gilt. Obwohl von den 2.070.000 Hektar des Staatsgebietes eine Bodenflaeche von immerhin 410.000 Hektar bereits kultiviert werden konnte, ist der Wassermangel eines der draengendsten wirtschaftlichen Probleme geblieben; von. den heute verfuegbaren Wassermengen, rund 1.800 Millionen cbm, benoetigt allein die Landwirtschaft 1.300 Millionen. Es versteht sich das und in welchem Masse davon der Staatshaushalt in Mitleidenschaft" gezogen wird, der in seinem regulaeren Budget fuer das jetzige Rechnungsjahr 1962(63 auf der Einnahmen — und Ausgabenseite 1.389 Millionen. Israel Pfund aufweist, waehrend das Entwicklungsbudget mit zuäaetzlichen 950 Millionen IL balanciert. Damit beansprucht der Etat nahezu 40 o[o des Nationalproduktes, und dies ohne M i t beruecksichtigung des nicht veroeffentlichten Ruestungsbudgets. Es klingt angesicht all dessen fast wie ein Wunder, dass in Israel seit laengerem eine Hoc hkonj unktur herrscht, der auch die vor etwa 14 Monaten durchgefuehrte WaehrungS—Umstellung (von 1.180 IL auf 3 IL fuer den Dollar) keinen Abbruch tuen konnte. Auch das. mag den eigenartigen inneren Widerspruechen zugerechnet werden, die den Staat an der Schwelle seines sechzehnten Lebensj ahres kennzeichen... FREUNDE UND FEINDE Er kann sich dessen rueh- Tel-Aviv, Haifa und den Kibbuzim, taetig sind Der aussenpolitische Kurs stand ursprünglich unter dem Motto der "Nichtidentifizierung mit den globalpolitischen Lagern”. Nach und nach wan- 1 delte er sich immer eindeutiger zu einer ausgesprochen "westlichen Orientierung” — vielleicht nicht ohne Zusammenhang mit der Ablehnung, die Israel von der URSS erfaehrt. Aber ins Bild der Widerstaende und Widersprueche, ohne die Israel nicht Israel waere, passt es nur, dass es an seinen Grenzen mit geschworenen Feinden zu rechnen hat: den Arabern in Aegypten, Syrien, dem Irak, und, obwohl z. Zt. in etwas weniger krasser Form, im Libanon und Jordanien. Fuer die weitere Entwicklung des Staates wird nichts so wie die Frage entscheidend sein, ob es gelingen wird, in den kommenden Jahren mit ihnen zu einer Friedensregelung zu gelangen, oder zumindest zum modus vivendi von Nichtangriffspakten, die den jetzigen Notbehelf der Kontrollen durch die Jerusalemer Behoerde der Vereinten Nationen zur Ueberwachung der Waffenstillstandsvertraege von 1949 vielleicht ersetzen koennen. Eine Eni. Spannung der israelisch-arabischen Dauerkonflikts wird weitgehend indessen damit zusammenhaengen, dass die in den United Nation immer wieder ergebnislos behandelte Frage geloest werden wird, was aus den arabischen Fluechtlingen werden soll. Der Staat Israel bietet den Arabern heute wie stets die Hand zum Frieden. Seine verantwortlichen Repraesentanten werden nur gut tun. wen sie dies Angebot kuenftig noch staerker, als es bisher schon der Fall war, konkretisieren, so im Zusammenhang mit der Misere jener Fluechtlinge. So gewiss ihre massenweise Rueckkehr ln ihre frueheren Wohnstaetten ,denen sie im Jahre 1948 men, in der Welt drausser, ' den Ruecken zugewandt hav ueber eine grosse Zahl be. i ten, ausser Frage steht, so waehrter Freunde zu verfue- : unzweifelhaft ist es, dass lagen, ob es sich um eine; rael einen bedeutenden Be;- Grossmacht wie die Vereinig- | trag zur Loesung des Pro ten Staaten handelt, denen ( blems auf anderen Wegen; er finanziell Ausserordentlials dem der Repatriierung! cbes verdankt, um das Frank; leisten kann.