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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-05-01 · 5 (Mayo, 1963) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
5 (Mayo, 1963)
Date
1963-05-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 10 MAYO 1963 VERGANGENES VERGESSEN Aus der Maskir- Ansprache zu Pessach 1963 Von Rabbiner Manfred Lubliner Das Jahr 1963 —und ins-! besondere die Apriltage— j verpflichten uns ein wenig; Rueckschau zu halten. 301 Jahre sind' verstrichen seit jenem denkwuerdigen 1. April, dem Tage der Boykotterklaerung. E i n moderner! Historiker hat diese 30 Jahre benannt: Kampf zwischen Tod und iNeugeburt. Am 1. April begann die Kriegserklaerung an die Juden in Deutschland. 5 Jahre spaeter in der bewussten Kristallnacht begann der Auftakt zu einer Verfolgung, dfe in den folgenden Jahren ihren Hoehepunkt erreichte, da aus dem Kampf gegen die Juden in Deutschland der Kampf gegen das gesamte juedische Volk, seine vollstaendige Ausrottung zur Durchfuehrung g e b r a c ht werden sollte. In diesem geplanten Voelkermord nehmen die Apriltage des Jahres 1943 eine besondere Stellung ein. Zum ersten Mal in 10 Jahren nazistischer Herrschaft haben , Juden dem blutruenstigen Verfolger so geantwortet, wie es einst die Makkabaeer getan haben. Die Helden des Warschauer Ghettos griffen zu den Waffen, nicht um ihr Leben zu verteidigen —denn das war ein aussichtsloses Unterfangen—, sondern um einer spaeteren Welt zu beweisen, dass menschliche Wuerde fuer den Kampf um Freiheit hoechstes Gebot des juedischen Volkes ist. Und sie behielten Recht. 5 Jahre spaeter,! 1948, hat ein Volk, das fast 2.000 Jahre Spielbail der Nationen und der Welt gewesen ist, in einer Sternstunde der Menschheit seine eigene staatliche und menschliche Freiheit z u - rueckerobert. Unsere Geschichte ist reich an Verfolgung, aber niemals war das Judentum von einer Gefahr bedroht voellig ausgeloeseht Zu werden. Fuer den planvoll gedachten Voelkermord haben wir auf das 20. Jahrhundert warten muessen, nachdem wir aus dem finsteren Mittelalter ueber eine aufspriessend'e Renaissance durch die sozialen und kulturellen Errungenschaften der modernen Zivilisation gegangen waren, um in den Abgrund der menschlichen Bestialitaet zu stuerzen. Viele fragen sich, wie war es moeglich; diese Frage bleibt fuer den Rest unserer Tage als Problem: Weiterleben, so als ob nichts geschehen waere, die Augen verschliessen mit der Feststellung, dass wir neu beginnen muessen, d'ass Vergangenes v e r g angen und vergessen sein muss und nur die Zukunft zaehlt, das ist nicht moeglich. Der weise alternde Philosoph hat eine tiefe Wahrheit , ausgesprochen: “Wer sich der Vergangenheit nicht zu erinnern weiss, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen”. Die Vergangenheit bedeutet fuer die Ueberlebenden aus der Katastrophe eine klare und eindeutige Warnung. Niemand haette vor 30 Jahren geglaubt, dass im Herzen Europas, im Kulturzentrum Deutschland, d'as “Tier aus der Tiefe” auftauchen kann, um eine solche Vernichtung an Gut und Blut, an Geist und Seele auszurichten. Heute hoffen wir, dass der grausige Spuk, das dantische Schauspiel zu Ende gegangen ist. Sind wir aber in Wirklichkeit dessen so sicher, dass es ein zu Ende gefuehrtes Kapitel unserer Geschichte ist, ueberall und fuer alle Zeiten? Ewige Wacht ist der Preis fuer die Freiheit, so sagte ein amerikanischer Staatsmann. Klingt es nicht so aehnlich wie der biblische Ausdruck, Nacht der (Wacht? Auf der Hut sein, auf der Wacht stehen ist die Parole des Freiheitskaempfers. Hass und Verleumdung sind nicht ausgestorben. Diesen niederen Instinkten, die ¡sich in der Welt weiter zeigen, muss man ins Auge schauen und sie bekaempfen, dort wo sie auftreten, wo sie sichtbar werden, wo das Verhaeltnis von Mensch zu Mensch in Gefahr ist, sich aufzuloesen. Es war und es ist immer ein | gefaehrliches Spiel auch die nur k 1 e in erscheinenden Hassausstrahlungen zu un- | terschaetzen, zu bagatellisiei ren. Der antisemitische Ba-; zillus , ist im menschlichen : Koerper verborgen; wenn er in Bewegung kommt, kann er den ganzen Menschen; zerfressen und schliesslich i vernichten. Deshalb muss er in seinen fruehesten Symptomen attackiert werden. Traeger der Botschaft fuer Freiheit, in des Wortes arthur Enrique Abraham y Cía. Unión Central 1020 Ecke Pasage Teatro Windsor Spezialisten in saemtlichen Herren-Artikeln Oberhemden “Manhattan” Sporthemden “Mc Gregor" Groesste Auswahl in Krawatten, Sweaters maschinen und handgestrickt Für Mitglieder Spezial Rabatt weitester Bedeutung, waren j wir uno bleiben wir. Ewige Warnung fuer die Welt, dass der Versuch, den juedischen Volkskoerper zu zerstoeren, ein Verbrechen ist, das dort enden ¡muss, wo bisher alles geendet hat. Tragt ihn mit Stolz den gelben Fleck, so schrieb Robert Welsch in der “Juedischen Rundschau” , in den Apriltagen des Jahres 1933. “Ich glaube in tiefster Ueberzeugung, dass der Messias kommen wird”, so sangen die Freiheitskaempfer des Warschauer Ghettos, 10 Jahre spaeter. Zwischen diesen 10 Jahren und den darauf noch folgenden 2 Jahren haben Millionen juedischer Maenner und Frauen den Tod gefunden. Wie sie ihn fanden, ein jeder von uns weiss es! Besteht fuer die Ueberlebenden nicht eine heilige Verpflichtung gegenueber diesem millionenfachen Tod? An uns ist es, um unsere Existenz fortzusetzen, die gewaltigen Verluste an Menschen und geistigen Werten auszugleichen. Wir muessen nicht nur das tun, was wir in einem normalen Leben getan h a et t e n, sondern! mehr. Nicht nur gute Juden sein, sondern bessere werden. Denn jeder von uns repraesentiert nicht nur sich selbst, sondern auch seine ermordeten Brueder und Schwestern und muss ein Doppeltes leisten, wenn er sich als ein Ueberlebender wuerdig seiner Rettung zeigen will. Zukunft kommt aus der Vergangenheit. Fuer uns ist sie unv ergessen, unausloesch-; bar. Wir bauen auf in Israel! und in der Welt fuer ein Leben in Wuerde und' Achtung vor den Menschen. Das ist der Sinngehalt jenes furchtbaren Kapitels, das mit dem I Massensterben begann, aus | dem eine Neugeburt hervor-! ging, j u e d i sehe Freiheit, 1 und Ehre fuer ein Volk, Frei- : heit Ehre fuer einen jeden j Juden im altneuen Land und; in der uebrigen Welt. . 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