Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 7 (Julio 1962)
- Date
- 1962-07-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Julio 1962 BOLETIN INFORMATIVO 25 Uim oobfieiden wfo ana V PENSIONSANSPRUCH VON PAPENS ANERKANNT Entscheidung des Freiburger Verwaftungsgerichts Der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen. der Vorgaenger und spaetere Vizekanzler Adolf Hitlers, erhaelt wjeder seine Pension als einstiger preussischer .Major 'rückwirkend vom 1. Dezember an, entschied das Verwaltungsgericht Freiburg. Das Regierungspraesidium Südbaden hatte Papen die Pension nur noch für einige Monate des Jahres 1957 zahlen wollen — bis zum Wirksamwerden der Aenderung des Gesetzes zum Grundgesetzartikel 131. Von Papen hatte die Majors-Pension bereits von 1919 bis zu seiner Ernennung zum Reichskanzler im Jahre 1932 bezogen. Das Verwaltungsgericht bestaetigte ihm nun in der Entscheidung die noch nicht rechtskraeftig ist, seinen andauernden Anspruch auf diese Bezüge, die ihm vom Regierungsprae sidium nur noch bis Mitte 1957 zugestanden worden waren. Im Sommer 1957 war das Gesetz zum Artikel 131 dahingehend abgeaen d e r t worden, dass Personen keine Zahlungen mehr erhalten, die in der nationalsozialistischen Zeit gegen Grundsaetze der Menschlichkeit und der Rechtsstaatlichkeit verstosse'n haben. Das Regierungspraesidium verwies zur Begründung seiner Massnahme auf die Mitwirkung von Papens beim Erlass verschiede n e r rechtsstaatswidriger Gesetze des Jahres 1933. In seiner Entscheidung betonte das Freiburger Verwaltungsgericht, dass dJe Aenderung des “131-er-Gesetzes” im Falle Papen nicht anwendbar sei. Der neue Paragraph umfasse jene Tatbestaende nicht, die bereits Gegenstand eines abgeschlos senen Entnazifizierung seien Offenbar aus dem gleichem Grund, so meinte das Gericht, zahle auch das Auswaertige Amt und das Land Rheinland-Pfalz den früheren Reichsministern Freiherr von Neurath und Graf Schwerin von Krosigk Versorgungsbezüge nach dem “131/er-Gesetz”. Aber auch, wenn man darin der Auffassung des Gerichts nicht folge, könne das veraenderte Gesetz 131 nicht angewendet werden. Denn Papen habe bei der Mitwirkung der umstrittenen Gesetze des Jahres 1933 in jedem Falle das Unrechtsbewusstsein gefehlt. (“Allgemeine”) PROBST GRUEBER FORDERT ANERKENNUNG Die Anerkennung des Staates Israel durch die Bun" desrepublik forderte Probst Grueber (Berlin) in der vergangenen Woche in Wolfsburg. Es sei eine Schande dass die Bundesrepublik das Volk der Juden, das von den Deutschen dezimiert worden sei, nicht diplomatisch anerkenne, im Wolfsburger Pfarramt fuer Industrie—Diakonie sprach Grueber ueber die Bedeutung des Eich" mann-Prozesses fuer das Verhaeltnis Deutschland—Israel und fuer die Beziehungen zwischen Christentum und Judentum. Es sei wichtig, dass die Deutschen vor der Weh wieder glaubhaft wuerden dass sie wachsam seien und sich nicht wieder in eine Situation wie 1933 hineintreiben Hessen. Grueber bezeichnete sich als einen prinzipiellen Gegner der Todesstrafe, weil er im Dritten Reich zuvieie furchtbare Liquidationen erlebt habe. Er wolle jedoch das Jerusalemer Urteil nicht kritisieren. -In jedem Fall sei die Strafe nur symbolischer Art. S'ie koenne keine Suehne fuer die Verbrechen 'Eichmanns sein, meinte Grueber. CORTE CALIDAD PERFECCION WALTER SCHÜFTAN " Alameda 51 Fono 393268 Ein Begriff fuer Kinder und Jungmaedchen KONFEKTION GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 / In jeder besseren Familie existiert ein sogenannten “gutÄs Stueck”. Es wird mit Pietaet, mit Respekt, und Ruecksicht behandelt, hat einen Ehrenplatz und jedes Familienmitglied kennt seine Geschichte. Oft ist es ererbt, meistens erstanden, immer hat es einen festen Platz in aelterer oder neuer Tradition. Seine materielle Form variiert selbstredend, ist in keiner Weise stil-,zeit- oder wertgebunden, bestimmend ist einzig und allein die persoenliche Einstellung und das sentimentale Ausmass seines fiktiven (in aussergewoehnlichen . Fa e 11 e n natuerlich auch realen) Wertes. Diese Wertbestimmung ist meistens reziprok zur Generationsspanne einer Familie. Das juengste Ende der Familienlinie schaetzt weniger, was dem gefuehlsgebunderen aelteren Teil lieb und wert ist. Denn nicht nur Geschmack und Stil hat sich geaendert, auch Sinn fuer Dinge und Respekt vor Material hat eine Proportions-Verschiebung erfahren. Es sei denn, es handle sich um ^anerkannt antike Schaetze, fuer die heute selbst die Jugend wieder Achtung zeigt. In unserem speziellen Fall handelt es sichum ein zweigeteiltes “gutes Stueck” und seine problematische Wanderung durch die Familienannalen. Die Auswanderung zwang zur Trennung von persoenlichen Schaetzen, die man fuer unentbehrlich hielt, die zur Gewohnheit des behaglichen taeglichen Lebens gehoert hatten und nun vernunftsgemaess als Ballast ueber Bord gespuelt wurden. Jedes abgelehnte Stueck war ein Schmerz und nur das Beste wurde zur Uebersiedelung gewaehlt. Natuerlich zeitigte dieses Siebeverfahren Meinungsverschiedenheit e n, manches “Bestes” wurde degradiert und ebenso viel Mediokres zu Besserem erhoben. Vermutlich ist letzteres der Gund, weshalb in nunmehr vierter Generation zwei unfoermige Stuhl-Sessel das Diskussionsobjekt einer Familie bilden. Ihre Herkunft ist dunkel, ihr Stil zweifelhaft, ihre Bequemlichkeit gleich Null. Urgrossmama hatte sie ueber den Ozean gerettet, weil sie ein Geschenk ihres Vaters waren und sie seit undenklicher Zeit ihren Salon “geziert” hatten. Dort waren sie Symbole der Wuerde, des formellen Anstandes. Sie wirkten irgendwie leicht drohend; unuebersehbar faktisch. Der Ungestuem der Enkelschar musste vor ihnen Halt machen; keine gruebelnde und forschende Erinnerung laesst sie “besetzt” erstehen. Ueber ihnen hing das grosse respekt-fordernde Bild des ungekannten Urgrossvaters, der in seiner Strenge und Geradheit von den Kindern mit den unbarmherzigen Linien der beiden Stuehle identifiziert blieb. Der Schreck war gross, als sie in Valparaiso aus den Kisten geschaelt wurden, wo sie allerdings die volle Bewunderung der Packer er-i lebten. Staunend befuehlten sie die Lackglaette der unnatuerlich geschwungenen Ruecklehnen, die chinesisch inspirierten Verzierungen der Chippendale-Beine. Der bunte Brokatbezug war ihr Entzuecken und die leicht verzerrten Gesichter der gluecklichen Empfaenger passten wenig zu ihrer Begeisterung. Echte venezianische Spiegel, einzig schoenes Altmeissener Porzellan wurde als Scherben aus dem Lagerschuppen gekehrt, die beiden Stuehle ueberdauerten selbst den ratternden und schuettelnden Ueberland - Transport und standen schliesslich (viel zu gross und fehl am Platz) in ihrem neuen, schon recht vollen Heim. “Die Dinger muessen raus”; donnerte der Hausherr. “Das ist unmoeglich”, besaenftigte die Frau, “was wuerde Grossmuetterchen sagen”. Und sie blieben und man stiess sich an ihren dumm - vorgeschwungenen Beinen die Knie wund, verbog sich das Rueckgrad beim Versuch, sie als normale Sitzgelegenheiten zu benuetzen. Systematisch durchwanderten sie das Haus, in jedem Raum versuchte man ihnen eine Ruhestaette zu goennen. Im Familien-Jar-“ gon erhielten sie die Namen “Der rote Ahasver” und “Der gruene Ahasver”. Denn bei aller Stil - Unmoeglichkeit waren sie auch noch verschiedenfarbig. Schliesslich endeten sie in einem wenig “besessenen”, stillen Winkel. Jahre vergingen. Andere Moebelbezuege verschlissen, Stuhl- oder Tischbeine verloren die Stabilitaet und mussten geaendert werden. In ungebrochener Starrheit durchlebten die beiden Ahasver die Zeit, unverwuestlich in Glanz und Qualitaet. Grossmuetterchen wurde 100 Jahre alt, und gar oft fragte sie in liebevollen Gedanken nach den Beiden, die sie, als Geschenk, fuer eine Bereicherung des Heimes ansah. (Ihre Wanderung durch das Haus musste deshalb einen weiten Bogen um das “Altchen-Zimmer” beschreiben). Nun, und letzten Endes hatte man sich an die Monstren gewoehnt und begann sie als “gutes Familienstueck” zu betrachten. Es gab Geschichten um sie, Erinnerungen, von Grossmut ter und Mutter weitergegeben, sie wurden allmaelich wieder ein Nimbus, sie gehoerten eben zur Familie, wie sie frueher zu den ganz Alten gehoert hatten. Mit leichtem Stirnrunzeln hoerten die Eitern, wie Kinder und Enkel sie kritisieren und ablehnen; sie beschuldigten die Jugend der Pietaetlosigkeit. Waren sie denn wirklich so haesslich und u n m o e glich? Wahrscheinlich hat die Zeit die V e r urteilungs-Schaerf e gemildert, hat toleranter gestimmt und laesst wieder Symbole statt Fakten sehen. Eine neue Wohnung wurde bezogen und die beiden “guten alten Stuecke” durften mitziehen. Als Kuriosum stehen sie in einem Raum, der, fernab des taeglichen Getriebes, ab und zu ein Erinnerungsstuendchen bei ihnen erlaubt. Auf ihnen ritzen kann man natuerlich immer noch nicht, dafuer steht ihnen gegenueber °in bequemer Sessel zur Verlegung. Sie sind ja auch schliesslich keine laecheriichen Feld, Wald- und Wiesen - Stuehle, unwaehlerisch einladend fuer Jeden. Sie sind “Wer” und “Etwas”, viel, viel mehr, als simple Sitzgelegenheit, sie sind “Familie”, “Erinnerung”, “Jugend”. Wo werden sie eines Tages enden? K.g - ELRY - Corsets — Mieder — Buestenhalter Feine Damen Perlon Waesche — Eigene Fabrikation — Moneda 858 — Fomo 50217 J. STURI HIJOS LTD1 PACIFIC TOUR EXCHANGE Turismo - Pasajes - Hoteles Cambio de Monedas AGENTES DE AMERICAN EXPRESS CO. BANK OF AMERICA Agustinas 1028 — Tel.: 84888 — 89257 — 85471 Consúltenos sobre su próximo viaje CREDITOS Miembros de I. A. T. A.