Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 2 (Febrero, 1962)
- Date
- 1962-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8553624-8558349-9194501--3396-8558378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Febrero 1962 BOLETIN INFORMATIVO 7 \ ayiyrt l?§ïl T?¿e ¿ú/zae¿úc/ie Tfodóe <tc/ne¿átr NACH DER ABSTIMMUNG Haboker: Im diplomatischen Spiel, das sich in der UNO bezüglich der Flüchtlingsfrage abspielt, ist ein neuer Faktor auf getreten: eine Reihe von Staaten haben eine Resolution eingebracht, die zu direkten israe- 1 i s ch-arabischen Verhandlungen auffordert. Nachdem der arabische Sprecher Achmed Shukeiri viele Stunden Verleumdungen und hetzerische Behauptungen von der UNO-Tribüne gegen Israel hatte laut werden lassen, erfolgte diese Gegenreaktion. Dawar: Die Frage der arabischen Flüchtlinge beschaeftigt die UNO jetzt fortgesetzt ohne dass eine Lösung sich am Horizont abzeichnet. Dasselbe gilt übrigens nicht allein für das arab i s che Flüchtlingsproblem, sondern auch viele internationale Fragen erscheinen immer wieder auf der Tagesordnung der UNO-Vollversammlung, ohne dass eine endgültige Lösung gefunden werden kann. Es handelt sich sozusagen, um ewige Streitfragen, die im Rahmen der UNO-Organisation auftreten Dabei könnten an sich diese Streitfragen nicht selten von den Direktbeteiligten gelöst werden, wenn diese sich zu direkten Verhandlungen zusammenfinden wür- Lamerchav: Der Antrag, der im politischen UNO-Ausschuss zwecks Regelung des arabisch-israelischen Konflikts gestellt wurde, hat kaum Aussichten, angenommen zu werden. Dessen ungeachtet kommt gerade dieser Forderung auf direkte arabisch - israelische Verhandlungen eine erhebliche Bedeutung zu, denn es zeigt sich wiederum, dass Israel in seinem Ringen in der UNO nicht allein steht, sondern sich verschiedene Völker für eine Regelung einsetzen. Vor allem aber wurde durch diese Resolution erneut vor aller Welt dargelegt dass der einzige Weg zur Lösung des Flüchtlingsproblems und zur Milderung der Spannung im Mittleren Osten in direkten Friedensverhandlungen z ~u sehen ist, wobei die Araber die Tatsache der Existenz Israel anerkennen müssen. Jerusalem Post: Im Politischen Parallelanschuss der UNO w a e r e die Debatte über die arabischen Flüchtlinge, und damit auch die Beschlussfassung, der dann die massgebliche Abstimmung in der Assembly folgte, schon früher vor sich gegangen, wenn die Araber unter der Wortführung vor allem A. Schukeiris die Sitzungen nicht durch ihre endlosen Reden in die Laenge gezogen, und die Verhandlung nicht auch dadurch verzoegert haetten, dass sie zeitraubende Gespraeche in den Couloirs mit der Absicht führten, andere Delegationen zu beein flussen oder unter Druck zu setzen. Das ist ihnen dennoch kaum gelungen. Begrüssenswert ist es vor allem, dass eine Delegiertengruppe zum ersten Mal den Mut gefunden hatte, in einem Antrag direkte israelisch-arabische Verhandlungen zu fordern. Auch wenn —wie es vorauszusehen war— dieser Antrag nicht durchkam, k o e n n e n die Antragsteller mit ihrem ersten Versuch, solche Verhandlungen zu verlangen, zufrieden sein; denn zieht man von den Nein-Stimmen die der Araber, ihrer moslemischen Befürworter und die Stimmen der Kommunisten ab, so waren weniger als zwanzig Delegierte gegen direkte Verhandlungen. Haboker: Soweit sich eine Analyse des Abstimmungsergebnisses des ¡Parallel-Ausschusses schon durchführen laesst zeigt sich folgendes: 1. waren 34 Delegierte für direkte Verhandlungen: 2. nur die arabische Taktik, die Flüchtlinge in den Laegern zu lassen, gab den Delegierten oder arabischen Staaten die Möglichkeit, in der UNO ihre rednerischen Angriffe auf Israel zu erneuern; insofern war und ist es eine richtige Taktik der Araber”; 3. wieder zeigt sich, dass politische Erwaegungen, die zum guten Teil mit dem israe- 1 i s c h-arabischen Konflikt nichts zu tun haben, in die S t e 1 lungname zahlreicher Delegationen hineinspielten; wir schaetzen den Faktor der Freundschaft anderer Staaten zu Israel manchmal zu hoch ein, wenn wir glauben, dass er bei Abstimmungen mehr Gewicht als derartige Erwaegungen hat: 4. nach wie vor zeigt sich, dass die Attacken der arabischen Redner die Chancen, zu einer Verstaendigung mit der Gegenseite zu kommen, noch vermindern. Cheruth: Es konnte nicht überraschen, dass Staaten wie Spanien und Ghana — vom Sowjet-Block zu schweigen— gegen den Antrag auf direkte israelisch-arabische Verhandlungen stimmten. Aber dass Burma nicht dafür war, sondern sich der Stimme enthielt, und das in einem Moment, da Ben Gurion in Rangoon weilte, gibt ebenso zu bedenken, wie die Stimmen enthaltung Norwegens unangenehm überrascht hat. Sa viel Nein-Sager fanden sich gegen den Vorschlag direkter Verhandlungen, dass die Frage entsteht, ob die Verwerfung dieses Vorschlags tatsaechlich a 1 s “Niederlage in Ehren” bezeichnet werden kann, und ob nicht vielmehr die Araber recht haben, wenn sie hier von einem Sieg sprechen. Auch eine ehrenvolle Niederlage bleibt eine Niederlage. DAS 60-JAEHRIGE JUBILAEUM DES KKL Ilazofeh: Die Erloesung des Bodens aus fremder Hand und die Erziehung der Jugend zur Landarbeit waren die Grundlagen des Keren Kajemeth Lejisrael in den sechzig —Jahren seines Bestehens. Die blaue Büchse befand sich in den meisten jüdischen Hausern. In dieser Arbeit lag damals, vor vielen Jahren bereits, die Grundlage der zionistischen Taetigkeit Millionen Dunam Boden wurden in den Jahren bis' zur Staatsgründung durch den KKL von jüdischen Haenden bearbeitet, gelangten in den Besitz des jüdischen Jischuw im Lande. Waere es gelungen, noch mehr Boden zu befreien, haetten wir die Landesgrenzen noch weiter verschieben koennen. Der KKL hat Wüste und Sumpf in blühende Felder und Gaerten verwandelt. Auch die Siedlungen der religiössen Judenheit liegen auf dem Boden des Keren Kajemeth, und diese religiöse Judenheit hat dem KKL immer positiv gegenüber gestanden und seine Arbeit unterstuetzt und begrüsst. Dieses 60 jaehrige Jubilaeum des Keren Kajemeth ist ein wichtiges Ereignis für Volk und Land. In der Erloesung von Dunam nach Dunam Boden hat der KKL eine zentrale Funktion in dem Aufbau des Landes und der Ansiedlung des Volkes im Lande gehabt. fuer meine Tochter gut moebliertes Zimmer moeglichst mit Pension per 1. Maerz EGON JACOBOWITZ Casilla 623 Concepciön MARTIN MICREL y Cía. Ltda. Instalaciones Sanitarias Agua — Alcantarillado — Gas Neuanlagen Agustinas 814 — Oficina 314 — Teléfono 31435 50 JAHRE "KUPATH CHOLIM" “Dawar”; Die Kupath Cholim Gewerkschaftskrankenkasse ist das Rückgrat zur Verwirklichung des Grundsatzes gegenseitiger Hilfe, wie sie sich in der Histadruth verkörpert. Doch werden Debatten über die finanzielle Lage der Kupath Cholim — und in diesem Zusammenhang über die Erhöhung des Mass Achid der Histadruth — weithin im Vordergrund der Tagung stehen. Doch werden auch diese Auseinandersetzungen die Erfolge der Kupath Cholim nicht verdunkeln, weder ihre zahlenmassige Entwicklung, noch den Aufschwung der Qualitaet ihrer Leistungen. Wenige unserer öffentlichen Institutionen haben es sq wie sie verstanden, mit der dynamischen Entwicklung Israels Schritt zu halten. Es waere schon ausreichender Grund zur Beglückwünschung der Kupath Cholim, wenn ihr nichts gelungen waere als die gesundheitliche Versorgung der mehr als eine Million Seelen betragenden Menschen, die seit der Staatsgründung eingewandert sind. Aber sie hat weit mehr getan :so hat sie ihren Anteil an den im Lande herrschenden Hospitalisierungsmöglichkeiten seit 1948 verdoppelt, Hunderte von neuen Polikliniken ohne Bedacht auf “Kalkulationen” werden errichtet usw. Gewiss noch bestehen Versorgungsmangel und werden genug Schwierigkeiten) zu überwinden sein. Aber die Leitung der Kupath Cholim ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Und soweit sie zusaetzlicher Finanzquellen bedarf, um ihre segensreiche Taetigkeit weiterzuführen, sollte ihr diese Hilfe ohne Verzoegerung zuteil werden. Aüch “Lamerchaw” un 1 “Al Ilamisehmar” aeusserten sich aehnlich, in Abwaegung der von der Kupath Cholim erzielten Erfolge und ihrer jetzigen finanziellen Schwierigkeiten. — Im “Hazofeh” wurde besonder auf die vieljaehrige Mitarbeit des “Hapoel Hamisrachi” an der Kupath Cholim hin gewiesen. “Haboker” verband mit seinem Glückwunsch gewisse Vorbehalte. Meinals einmal habe sich gezeigt, und sei gelegentlich auch offen ausgesprochen worden, dass diese grosse Institution zugleich den Zweck verfolge, die Sphaere der Herrschaft zu verstaerken, statt unterschiedslos der gesamten Bevölkerung zu dienen. Ausserdem sei zu befürchten, dass die finanzielle Krise der Kupath Cholim die sich noch zu verschaerfen drohe, zur Verminderung ihrer Leistungen führen wird. Das Blatt plaidiert in diesem Zusammenhang für die Schaffung staatlicher Gesundheits Versicherung als des zwcckmaessigsten Auswegs aus diesen Schwierigkeiten und übt daran Kritik, dass nicht einmal der Kompromissvorschlag der Liberalen Partei angenommen wurde, zunaechst die Hospitalisierung unter staatliche Regie zu nehmen. SOWJET-RUSSLAND, AEGYPTEN UND ISRAEL “Jerusalem Post” und “Hazofeh” behandelten die letzten Meldungen über einen neuen sowjetrussisch - aegyptischen Waffenliefervertrag aus der allgemeinpolitischen Perspektive der damit verbundenen globalen Interessen der Grossmaechte. Die etwaige Folge für Israel wurde vom “Hazofeh” nur am Schluss indirekt mit der Bemerkung erwaehnt, dass sich aus diesen Lieferungen eine Störung des politischen Gleichgewichts im Nahen Osten von noch staerkerem Ausmass als seinerzeit infolge der C. S. R.— Waffenlieferungen (des Jahres 1955) an Nasser ergeben könnte. “Haaretz” behandelt den auf Israel bezüglichen Teil des Themas etwas eingehender. Zwar analysiert auch dieses Blatt die allgemeinen Probleme, die mit der Verstaerkung der aegyptischen Kriegs-Marine und Luftwaffe zusammenhaengen; ein Waffengang zwischen der USSR und dem NATO-Staatenblock sei im Mittelmeer jetzt nicht mehr ausserhalb aller Möglichkeiten. Israel würde davon schon deshalb betroffen werden, weil es weitgehend von der Schifffahrt im Mittelmeer- und im Roten Meer— abhaengt. Die aegyptische Flotte beT droht uns auf diesen Schifffahrtsrouten. Auch wenn wir davon ausgehen, dass der Aufbau der nun verstaerkten Kriegsflotte Nassers zu voller Aktionsfaehigkeit noch mehrere Jahre dauern wird, hat uns dieser Prozess mit Sorge zu erfüllen. Ohnedies ist Nasser “neutralistisch” nur in seinen Lippenbekenntnissen, und was uns angeht, nicht einmal in solchen Beteuerungen. ‘EINE RASCH VERFLOGENE ILLUSION” “Cheruth”: Man hatte sich in unseren offiziellen Kreisen der Taeuschung hingege ben, dass die Komplimente, die uns im Moskauer Radio nach dem gegen Eichmann verhaengten Todesurteil gemacht wurden, den Beginn eines Abgehens der USSR von ihrem bisher israelfeindlichen Kurs bedeuten, und dass unsere Stellung in den UNO-Abstimmungen über eine Aufnahme Peking-Chinas uns von der Sowjet - Union gleichfalls positiv angerechnet werden wird. Der sowjetisch e UNO-Chef delegierte Sorin soll sich in diesem Sinne geaeussert haben. Nur wenige Tage, spaeter aber begann der Moskauer Sender erneut mit heftigen Angriffen auf “die offizielle Agitation Israels”, nachdem man hier gewagt hatte, sich kritisch zur Invasion der Inder in Goa zu aeussern. Israel, hiess es dort weiter, “bereitet offenbar Anschlaege auf die ihme benachbarten arabischen Staaten vor”. So sehen sich unsere Optimisten in ihrem Wunschdenken also wieder einmal enttaeuscht.