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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-01-01 · 1 (Enero, 1962) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
1 (Enero, 1962)
Date
1962-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Enero 1962 BOLETIN INFORMATIVO 7 ZUR LAGE DER JUDEN IN DER WELT JUEDISCHE GEMEINDEN IN AFRIKA DIE JUDEN INDIENS Die juedische Gemeinde von Kenya hat beschlossen, sich dem britischen “Board of Deputies” anzuschliessen, soweit dieser die Gemeinden des britischen Commonwealth umfasst. Suedafrika dagegen wird sich wahrscheinlich, da es das Commonwealth verlassen hat, auch vom Board of Deputies trennen. In Aequatorialafrika gibt es zwei Staedte, Kitale und Eldoret, in denen zusammen 12 juediscne Familien leben. Als vor einigen Jahren niemand zu finden war, der den, Gottesdienst am Jom Kipur halten konnte, wurde beschlossen, eine Aiftahl Grammophonolatten zu kaufen, um mindestens auf diese Weise etwas vom Jomtow zu hoeren. Dieses Gebiet ist dasjenige, das Joseph Chamberlain im Jahre 1902 Herzl fuer eine juedische Siedlung offerierte und das als “Uganda-Projekt” in die zionistische Geschichte einging. In Nakura, etwa 50 Km. entfernt, befindet sich ehre juedische Gemeinde, vor etwa 20 Jahren durch deutsche Fluechtlinge gegruendet. Hier besteht eine kleine hoelzerne Synagoge fuer die ca. 25 Familien, die jeden Freitagabend Zusammenkommen. Die Kinder erhalten auch Religionsunterricht. Die Gemeinde hat einen eigenen Friedhof und aus ganz Kenya kommen hier die Familien am 27. Nissan zusammen, um den juedischen Welttrauertag zu begehen. In der Naehe von Nakura befindet sich Gllgil, wohin 272 juedische “Teroristen” aus dem damaligen Mandatsgebiet Palaestina verbannt worden waren. Bei ihrer Rueckreise im Jahre 1948 wurde ein grosser Kaktus, der wie eine siebenarmige Menora aussieht, und als Symbol des israelischen Staates betrachtet wurde, auf den Friedhof von Nakura verpflanzt. Kampala hat die groesste juedische Gemeinde in dieser Gegend. Sie besteht aus 20 Familien die aus Indien, Deutschland, Gibraltar, Aegypten und Polen stammen. Die Tage dieser Gemeinde, die auch einen eigenen Friedhof besitzt, sind gezaehlt, weil die meisten Juden Beamte der englischen Regierung oder von Gesellschaften waren, die: sich jetzt zurueckziehen, nachdem Kenya selbstaendig geworden ist. In ganz Kenya leben nach den Angaben des “Board of Deputies” etwa 1.000 Juden. (“Semana Israelita”) NUR EIN PAAR SCHWARZE SCHAFE? “Wir koennen doch unmoeglich jede Veranstaltung der Volkshochschule von den staatlichen Sicherheitsorganen ueberwachen lassen”. Mit dieser Feststellung beantwortete Bremens Innensenator, der in der Hansastadt wegen seiner ruhigen Sachlichkeit geschaetzte sozialdemokratische Bürgermeister Adolf Ehlers, die nach einer turbulent verlaufenen Volkshochschul —Diskussion ueber den Eichmann-Prozess aufgetauchte Frage, wo denn in diesem Fall die beamteten Verfassungsschuetzer g e b 1 i e ben seien. In der Tat: Niemand, auch das Landesamt fuer Verfassungsschutz hatte voraussehen koennen, dass ausgerechnet ,in der wegen der Bedaechtigkeit ihrer Bewohner bekannten Stadt bei der oeffentlichen Eroerterung jener beschaemenden Vorgaenge aus der juengsten Vergangenheit, die im Eichmannprozess zur Sprache kommen, ein derartig aggressiver Antisemitismus zutage treten wuerde. Dabei schien zunaechst die fuer Ausspracheabende mit solcher Themenstellung recht hohe Besucherzahl auf ein erfreulich reges Beduerfnis hinzudeuten, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Schon bald nach dem einfuehrenden Vortrag von Dr. Max Plaut, dem stellvertretenden Leiter der Israelitischen Gemeinde zu Bremen wurde indessen ddut. lich, dass durchaus nicht alle Zuhoerer zu einem vorurteilslosen, sachlichen Gespraech bereit waren. Das Stichwort lieferte ihnen ungewollt der erste Diskussionsredner des Abends, der ehern a 1 i ge Wirtschaftssenator Hermann Wolters. Er, dessen d e m o kratische Gesinnung wohl ohne Zweifel steht, ging naehmlich nicht auf die bohrende Frage Dr. Plauts ein —“Wer hat Eichmann auf dem Gewissen?”— sondern sprach allgemein von dem in der Welt anzutreffenden Antisemitismus. Damit waren die Weichen von vornherein falsch gestellt. Fortan gaben die unv e r besserlichen Radikalen den Ton an, wobei es ihnen zustatten kam, dass die Volks hochschule Dr. Plaut sowohl zum Refererenten als auch zum Diskussionsredner bestellt hatte. Ein weniger toleranter Mann haette es vielleicht dennoch vermocht, einen etwas ruhigeren Hafen anzusteuern; so aber trieb das mit Anti-Komplexen, Ressentiments und voelliger Uneinsichtigkeit befrachtete Schiff bald kieloben auf den Wellen einer sogenannten Diskussion. Die Juden seien*, so wurde erklaert, diejenigen die sich aendern muessten; denn der w e 11 w e ite Antisemitismus “beweise” doch, dass mit ihnen nicht alles in Ordnung sei. Andere Redner toenten, den Namen Eichmann koen- Der Weltkirchenrat nimmt Stellunè Auf der kuérzlich abgehaltenen Tagung dés Weltkirchenratés in New Dehli lourde einstimmig eine Resolution angenommen, welche alle dem Weltkirchenrat angeschlossenen Organismén auffordért den Antisemitismus in jeglicher Form energischst zu bekaempfen. Ferner lesen toir unter den Resolutionen dieser Tagung, das “...dafuer Sorge getragen werden moege, dass die Darstellung der geschichtlichen Ereignissé die zur Kreuzigung Jesu fuehrten, kéiné Angriffè gegen das juedische Volk enthalten, da és nicht angaengig sei, Judén fuér etwas verantwortlich zu machen, was Angelegenheit der gèsamtn Ménschhêit ist”, ne man nicht mehr hoeren, “schliesslich gebe es in jedem Volk schwarze Schafe”. Natuerlich fehlte auch nicht das Argument, dass Deutschland durch den verlorenen Krieg hinlaenglich fuer etwaige Suenden der Vergangenheit gebuesst habe. Gefaehrliche Torheiten dieser Art. wurden in erschreckend agressiver Weise vorgebracht, wobei die gutwilligen Diskussionsredner kaum eine Chance hatten, mit ihren Argumenten durchzudringen. Es war eine beschaemende Veranstaltung und es war ein Abend, der deutlich machte, dass Eichmann doch nicht so fern liegt, wie man es manchmal wahrhaben moechte. (Interkonfessioneller Pressedienst) Bitte berücksichtigen Sie bei Ihren Einkaeufen unsere Inserenten OBERHEMDEN Kravatten Sämtl. Herrenartikel rWi Alejandro Lande Moneda 1055 — Fono 81178 Die ungefaehr 25.000 Juden Indiens teilen sich in drei Gruppen, und zwar die “Bene Israel”, die Juden persischen Urprungs und die eutopaeischen Einwanderer. Die “Bene Israel” die sich in der Gegend um Bombay konzentrieren, sind die wichtigste dieser Gruppen. Es wird allgemein angenommen, dass ihre Gemeinschaften um etwa die Zeit der Zerstoerung des; zweiten Tempels herum entstanden sind. Nach der Sage gelangten einige juedische Ueberiebende eines Schiffsbruchs nach Indien, von denen 7 Paare als die Gruender der “Bene Israel” angesehen werden. Die Bene Israel haben ihre Religion erhalten und sie von Generation zu Generation weitergegeben. Jahrhundertelang vom Judentum isoliert, aehneln ihre Gebraeu che mehr denen der Zeit des Tempels als den unsrigen. Ihre allgemeine Lage ist nicht sehr gut, denn obwohl ein nicht unerheblicher Prozentsatz von ihnen in liberalen Berufen taetig ist, sind die meisten Bene Israel arm. ungebildet und ohne Beruf. Mit Ausnahme ihrer religioesen Gebraeuche haben sie sich ganz der Umwelt angepasst. Seit etwa 150 Jahren gibt es Gemeinden irakischer Juden in Indien, von denen viele wichtige oeffentliche Aemter bekleiden. Nichtsdestoweniger und wenn auch die Proportion der wohlhabenden Perser groesser ist als bei den Bene Israel, leben auch dort die meisten im Elend. Die persischen Gemeinden verfuegen ueber wichtige soziale und kulturelle Institutionen. Die kleinste, wirtschaftlich aber ohne Zweifel wichtigste Gruppe ist die dritte, die sich aus europaeischen Einwanderern, in erster Linie iRefugees aus Mitteleuropa, zusammensetzt. I .. (Bulletin du Cercle Juif”) THEODOR HEUSS: "STAAT UND VOLK IM WERDEN" (Reden in und ueber Israel); Ner—Tamid—Verlag, Muenchen, 1960 Der Botschafter der Bundesrepublik Deutsc h 1 a n d, Herr Dr. Hans Strack, ueb°rsandte uns dieses mit grosser Sorgfalt aufgemachte Baendchen, begleitet von einer sehr freundlichen Widmung. Es handelt sich um eine Zusammenfassung von Reden. die anlaesslich des Israel-Bssuchs gehalten wurden, den der Altbundespraesident im Jahre 1960 durchfuehrte. Vier anmutige Farbskizzen von seiner eigenen Hand sowie einige Fotografien schmuecken die 90 Seiten dieses erfreulichen Buches. Das erste Kapitel hat eine Vorlesung zum Inhalt, die Vrof. Heuss am 2. Mai 1960 ’n d~r Hebraeischen Universitaet zu Jerusalem hielt, ebenso wie die Begruessungsworte von Prof. Buber un,; He Dankansprache von Prof, v^-nst Simon. Der zweite Teil rilt der Gedenkfeier fuer Dr. Otto Hirsch, am 12. Mal 1«60 in Schavej Zion, und gibt die Begruessungsworte "on Herrn Leopold Marx, die Gedenkrede von Prof. Heuss und “Worte der Erinnerung” von Herrn Theodor Hirsch, dem ueberlebenden Bruder des in Mauthausen ermordeten ehemaligen geschaeftsfuehrenden Praesidenten der “Rrichsvertretung der deutschen Juden wieder. Der dritte und letzte Teil schliess lieh gilt “Reiseeindruecken in Israels”, so wie sie der Altbun dssn^aesident in der Sendung des deutschen Femsehdienstes vortrug. Der Geist, den jede Zeile atmet, wird am besten durch ein Zitat vermittelt, das wir der Ansprache Prof. Simons entnehmen, in der er sich auf die waehrend der Hitler- Zeit veroeffentlichten Schriften des deutsches Gastes bezieht: “Sie haben Ihren geistigen Widerstand noch weiter voran getrieben und mit erstaunlicher Offenheit von der “Zerstoerung des Volkslebens” gesprochen, die sich abspielte, waehrend Sie diese Saetze schrieben. Sie sind damit zweifellos ein bewusstes Risiko eingegangen und duerften sieh heute mit uns freuen, dass Sie vor seinen schlimmsten Folgen bewahr blieben. So brauchten Si' > ■ 1er zweiten Auflage des Buches. die nach dem Sturze dr.; Tyrannen erschien, kein einziges Wort zu aendern. Das darf nur von ganz wenigen politischen Buechern aus jener Zeit gelten.” Und: “Sie werden es schon muede geworden sein, dass man Ihnen so oft Ihre glueckliche Wortpraegung von der “Kollektivscham” entgegenhaelt. Aber Sie haben damit nicht nur de. Sprachschatz ber e i c h e r t, sondern auch das moralische Kapital Ihres Volkes und der Menschheit. Kollektivscham empfindet und aeussert immer nur derjenige, der au; Person keine Individualscham noetig hat.” H. K, Despacho de anteojos, artículos ópticos y fotográficos, reve Ia t ■ a do p e I í c u I as. FEDERICO Y MAX FEIGE Mónitas 831 (trente a la Bahía) OPTICA FOTO

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