Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 1 (Enero, 1962)
- Date
- 1962-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Enero 1962 BOLETIN INFORMATIVO 3 $ewrc*‘dXe/tgúve>! Januar Schwat Sonnabend 27 Februar 22 Sidra Jetro II Buch Moses: 18, 1-20, 23 Isaías: 6,1 - 7,6; 9,5-6 Sonnabend 3 29 Neumondweihe Sidra: Mischpatim II Buch Moses: 21,1-24,18 1. Samuel 20. 18-42 Sonntag 4 30 Rosch Chodesch Adar I Montag 5 1 Rosch Chodesch Sonnabend 10 3 Sidra: Teruma II. Buch Moses: 25,1 27,19 I Koenige: 5,26-6,13 Sonnabend 17 13 Sidra: Tezawe II Buch Moses: 27,20-30,10 Ezechiel: 43,10 - 27 Sonnabend 24 Abendgottesdienste 20 Sidra Ki Tissa II Buch Moses: 30,11-34,35 I Koenige 18,1-39 Wochentags alltaeglich 19.30 Uhr Freitag Abend bis Freitag den 9. Februar 1962 19.30 Uhr ab Freitag den 16. Februar 1962 19.45 .Uhr Morgengottesdienste Wochentags 7.30 Uhr Schabbat 8.30 Uhr Sonn — u. staatl, Feiertage 8 Uhr Sch abbat 27.1 3.2 10.2 17 2 24.2 Mincha 19.45 19.45 19.45 19.30 19.30 Ausgang 20 23 20.20 20.15 20.10 20.02 Im Monat Februar fallen die Lehrvortrage am Schabbatmorgen nach dem Gottesdienst aus. Allen lieben, treuen Freunden und Bekannten unseren innigsten Dank fuer die grosse Anteilnahme anlaesslich des ploetzlichen Ablebens meines geliebten Mannes, unseres unvergesslichen Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels ARTUR KREISBERG ■ Im Namen der Familie: MARGOT, CLAUDIA und BENJAMIN KREISBERG Santiago, Dezember-1961_ Allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank fuer die grosse Anteilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes PAUL WITTENBERG ILSE WITTENBERG Valparaiso W Fuer die uns anlaesslich des Hinscheidens unseres geliebten Bruders, Onkels und Schwagers ARTUR JACOBSOHN in so grossem Masse erwiesene Anteilnahme sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank Max Kormis und Frau Lotte geb. Jacobsohn Ilse Kissinger geb. Jacobsohn Ivonne und Mirjam Kissinger Santiago, 31. Dezember 1961 GRABSTEINE in saemtlichen Steinarten zu biligsten Freisen TH. REIS José Miguel de la Barra 412, 5.o piso Dep. A., esq. Merced, Tel. 33200 r Der Ferien wegen bleibt die Anzeigen Annahme vom 5. — 28. Februar geschlossen. Anzeigen für Februar No. bis 29. Januar " " Maerz No. vom 2-8. Maerz Nueva York 52 412 Tel. 87765 3 Gemeinden und 1 Rabbinerseminar Auf den Tagungen der “Centra” wurde immer von der Notwendigkeit gesprochen, den Kleingemeinden bei der Loesung ihrer Probleme staerker behilflich zu sein. Darum beauftragte mich die Leitung der Centra, unsere Schwestergemeinden in Lima, La Paz und Cochabamba zu besuchen. Leider hatte ich nur fuer eine Blitzvisite von drei Tagen in jeder Gemeinde Zeit, aber die herzliche Aufnahme, die mir in ihnen zuteil wurde, ermoeglichte mir, wenigstens einen fluechtigen Blick auf ihre Leistungen und Probleme zu werfen. Ich erwartete nicht in Lima in der Nacht von einer Delegation abgeholt zu werden und wurde angenehm enttaeuscht. Man brachte mich in ein neues Altersheim, das erst in der vorhergehenden Woche offiziell eingeweiht worden war. Auf diese Weise wurde das Problem meiner koscheren Verpflegung geloest. Drei Tage wohnte‘ich in diesem herrlichen Gebaeude, in dem vorlaeufig nur zwei Personen und die Heimleitung untergebracht sind. Schoene, weitraeumige Schlafzimmer grosse Aufenthaltsraeume mit Television und ein sehr liebenswuerdiges Ehep aar, das das Altersheim verwaltet, ermoeglichen den Insassen einen schoenen Aufenthalt. Am Freitag morgen zeigte mir der Rabbiner der Gemeinde, Dr. Goldstein, die iuedische Schule Leon Pinelli. Ein moderner Gebaeudekomplex mit hellen und luftigen Klassen. Nach einigen Begruessungsworten d u r ch den Direktor hatte ich Gelegenheit, den Kindern, die sich inzwischen im Hof versammelt hatten, Gruesse von unserer Jugend zu uebermitteln. Am Abend durfte ich im Verlauf eines gut besuchten Gottesdienstes das Wort an die Gemeinde richten. In dem sich anschliessenden Oneg Schabbat sprach ich ueber das Thema “Die Zukunft des lateinamerikanischen Judentums”. An diesem Schabbat lernte ich die Probleme der Gemeinde kennen. Der Rabbiner erzaehlte mir von seiner ausgedehnten Arbeit und ich hatte Gelegenheit, seine kuenstlerischen Faehigkeiten zu bewundern, die es ihm ermoeglichen, selbst Feste und Feierstunden fuer die Kinder vor-- zubereiten und durchzufuehren. Am Nachmittag wurden in einer Sondersitzung des Vorstands Gemeindefragen besprochen, bei deren Loesung die Mithilfe der Centra erwartet wird. Das zentrale Problem ist auch hier wieder die Jugend. Es fehlt an geeigneten Menschen, die sie organisieren und fuehren koennten. Sonntag vormittag fuhr ich mit dem Fraesidenten der Gemeinde auf den juedischen Friedhof. Hier hatte ich das vielleicht staerkste Erlebnis der gesamten Reise. In der Friedhofshalle wurde mir eine Tafel aus Marmor mit folgendem Text gezeigt: “Der Grundstein wurde am 20. Maerz 1875 - 22. Adar Schaine 5635 von dem Praesidenten gelegt. Der Grund dieses Friedhofs wurde von Herrn Meiggs dem israelitischen Hilfsverein zum Geschenk gemacht. Zur selben Zeit bestand der Vorstand aus...”: cs folgen 4 Rabbiner Egon Loewenstein Namen. Anschliessend sind die Namen der Personen zu lesen, die mit Beitraegen zur Erbauung des israelitischen Bsgraebnisortes beitrugen - 86 Familiennamen. Von diesen insgesamt 90 Familien, die im Jahre 1875 Mitglieder der “Sociedad de Beneficencia Israelita de 1870”, in Lima waren, gehoert heute nicht eine mehr der juedischen Gemeinschaft an. Sie haben sich im Lande vollkommen assimiliert und sind in der Umgebung aufgegangen. Als die ersten Emigranten aus Deutschland in den Tahren nach 1933 nach Lima kamen, wurde ihnen ein “Friedhofsschluessel” uebergeben. Das war uebrig geblieben. Das kann das Schicksal einer jeden juedischen Gemeinde auf diesem Kontinent sein. Wir hoffen, dass dies in unserer Zeit nicht mehr moeglich ist, einer Zeit, in der Medinath Israel uns neue Lebenskraft verleiht. Aber es bleibt eine 'ragische Mahnung. Auf dem alten Teil des Friedhofs, auf dem die Mitglieder dieser ersten Gemeinde zur ewigen Ruhe bestattet sind, finden wir einen m a r m ornen Schrein und auf diesem die Bueste eines ihrer hervorragendsten Mitglieder. Auch dies ist ein trauriges Zeichen der Entfremdung vom Judentum. Heute gibt es viele Zeichen einer lebendigen juedischen Gemeinschaft in Perú. 3 Einzelgemeinden “Unión Israelita”, “Sociedad de Beneficencia Sefaradi” und die “Sociedad de Beneficencia Israelita de 1870”, die inzwischen von Juden aus Deutschland uebernommen worden ist: Alle sind sie in der “Asociación de Sociedades Israelitas del Perú” zusamm e n geschlossen. Selbstverstaendlich gibt es auch die zionistischen Institutionen, chaluzische Jugendorganisationen, B’ne Brith usw. Aber die schoenste Ueberraschung erwartete mich bei dem anschliessenden Besuch auf dem Sportplatz “Hebráica”, der unserem “Estadio Israelita” recht aehnlich ist, und fuer eine um vieles kleinere Gemeinschaft ein schoenes Zeichen ihrer Opferbereitschaft darstellt. Am Nachmittag unterhielt ich mich mit Jugendlichen ueber ihre lokalen Fragen Erfreulicherweise werden in diesem Jahre 2 Jugendliche am Campamento Rama in Laguna de los Padres (Argentinien) teilnehmen. Wir vereinbarten auch, dass 2 weitere Jugendliche am Seminar der Centra fuer Jujfendfuehrer, das dieses Jahr in Teresópolis (Brasilien) stattfinden wird, teilnehmen werden. Diese 4 Jugendlichen werden hoffentlich nach ihrer Rueckkehr in der Lage sein, eine neue Jugendorganisation in Lima zu schaffen. Hoffentlich wird auch eine Gruppe junger Ehepaare -spanischer Sprache— wieder neu belebt werden und an dieser Jugendarbeit aktiven Anteil nehmen. Schon der erste Besuch einer Gemeinde, die noch nicht su den Traegern der Centra jehoert, gab mir einen Eindick in ihre Probleme. Am Montag frueh ging es weiter nach La Paz. LA PAZ Wieviele Menschen, die Mitglieder dieser Gemeinde waren, haben wir im Laufe der Jahre kennen gelernt! Jetzt wurde mir klar, warum die Abwanderung in Bolivien so ueberaus stark ist. Ich habe die Hoehe von 3.600 mts. nicht sehr empfunden, aber ich spuerte, dass es nicht leicht ist, in so duenner Luft zu leben. Alle, die ich kennenlernte, zeigten sich an meinem Gesundheitszustand interessiert. Das Stadtbild von La Paz zeigt sofort starke Unterschiede zwischen dem in Chile gewohnten. Hier herrscht das Eingeborenenelement. Es ist nicht leicht sich fortzubewegen. Die Bautaetigkeit ist relativ gering, man sieht viele aermliche Haeuser. In der Stadt selbst wie auch in der Umgebung sieht man verhaeltnismaessig wenig Gruen. Faehrt man mit dem Auto nur 5 Minuten hinaus in die Umgebung, sieht man schon die wildromantische Sandwueste. Sie erinnert uns an den Weg von Beer- Schewa nach Sedom am Toten Meer oder an eine Mondlandschaft. Nun zur Gemeinde selbst. Auch hier wurde ich sehr freundschaftlich empfangen. Ich hatte Gelegenheit die Federación Sionista, das Instituto Boliviano-Israelí usw. kennenzulernen. An einem Teeabend bsgruessten die Institutionen den Delegierten der Centra. Mit dem Vorstand wurden Probleme der Gemeinde behandelt und am letzten Abend, um mir Zeit zu geben mich an die Hoehe von La Paz zu gewoehnen, fand in der Synagoge eine Gemeindeversammlung statt. Selb stverstaendlich besichtigte ich auch die schoene juedische Schule die unter der Leitung des Rabbiners Guenther Friedlaender steht und den juedischen Friedhof, in dessen Mitte ein sehr imposantes Monument zu Ehren unserer 6 Millionen Maertyrer errichtet worden ist. Das wesentliche Problem dieser Gemeinde ist ihr Mangel an Stabilitaet. Das Ju- Tendproblem z. B. ist hier nur sehr schwer Ioesbar, da die meisten Jugendlichen nach Absolvierung der Schule die Stadt verlassen. Sie nehmen In anderen Laendern ihre Studien auf. Viele ziehen selbstverstaendlich ihre Eltern nach sich. Ich weiss nicht, ob es richtig ist, wie einer der Gemeindemit- T-lieder es formulierte: “Hier vibt es nur zwei Gruppen von Menschen. Die eine, die so reich ist, dass sie sich nicht losloesen und die andere, die so arm ist, dass sie nicht an Auswanderung denken kann”. Wie dem auch sei ist es unter diesen Umstaenden recht schwer, juedisches Leben zu erhalten. Aber auch darueber wird diskutiert. Man sucht Wege, um die Gemeinde weiterzufuehren und die Jugend als Juden zu erziehen. Man sucht Lehrer und Jugendfuehrer. Erfreulich sind die engen Beziehungen zwischen den verschiedenen Sektoren des Jischuw. Der Tag duerfte nicht fern sein, an dem in La Paz eine Einheitsgemeinde bestehen wird. Interessant ist es auch, von den ausgezeichneten Beziehungen zu den bolivianischen Autoritaeten zu hoeren, die in der Hauptsache dem Geschick des Rab- (Fortsetzung Seite 4)