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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-12-01 · 12 (Diciembre 1961) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
12 (Diciembre 1961)
Date
1961-12-01
Page
Seite 18 (sequence 16)
Language
German
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18 BOLETIN INFORMATIVO Diciembre 1961 ERNST BERENT Die Weimarer Republik brachte den deutschen Juden die Erfuellung ihrer vollen Emanzipation, um die sie mehr als ein Jahrhundert gekaempft hatten. Eines de> ■wesentlichsten Symbole dafuer, dass den deutschen Juden endlich ihr Recht ohnc Einschraenkung g e w a e h r 1 wurde war die Ernennung ungetaufter Juden zu Beamten des hoeheren Verwaltungsdienstes “Der erste Jude den wir ernennen'’, schrie1" der letzte Kceniglich-Preussische Innenminister von Drews an den verstorbenen Berliner Polizei - Vizepresidenten Dr. Bernhard Weiss "muss auch der beste sein!’ Jeder der juedischen Beamten, die in die ihnen bis dahin verschlossene Karriere eintraten, wurde von Vorgesetzten, Kollegen und Untergebenen aufmerksam beobachtet, ob er den ungeschrie benen Gesetzen entsprach, die sich in der langen Tradition der hoeheren Beamtenschaft als Imponderabilia gebildet hatten. Der juedische Jurist Ernst Berent, der einer alten Danziger Familie entstammt*5 und nach dem ersten Weitkrieg in den Verwaltungsdienst seiner Vaterstadt trat, war im Sinn der Drew’seher Worte "der erste und beste Jude”. Er wurde Dezernent der Grundstuecksverwaltung der Stadt, die als Freistaat eine weit hoehere Bedeutung erlangte als ihrer Groesse entsprach. In seinem Amt wurde er wegen seiner Sachkunde, seines Pflichtbewusstseins, seiner unbedingten Zuverlaessigkeit und Integritaet, wegen seines Takts und seiner vornehmen Bescheidenheit hoch geschaetzt. Ais Senatsrat der Freien Stadt genoss er bei der Bürgerschaft und seinen Vorgesetzten hohes Ansehen. Das Jahr 1933 war fuer ihn zunaeehst nicht das Ende der Karriere-, Danzig stand unter dem Schutz des Voei kerbunds, und die Nationalsozialisten hatten dort, wenigstens fuer eine Uebergangszeit, nicht das leichte Spiel wie im uebrigen Deutschland. Gleichwohl war fuer einen Juden kein Platz mehr in der von den Nationalsozialisten dominierten Verwaltung. Ernst Berent wurde pensioniert. Von jeher dem Geschick seiner juedischen Gemeinde eng verbunden, stellte er sich ihr nun ganz zur Verfuegung. In den schwierigen und gefahrvollen Jahren vor dem Ausbruch des 2ten Weltkriegs fu,ehrte Ernst Berent die juedische Gemeinde Danzig. Er war ihr letzter Vorsitzender. An Zahl war die Gemeinde durch die Einwanderung poinisch-iuedischer Buerger weit ueber ihre fruehere Groesse 'hinausgewachsen. So galt es, als. die Position trotz des Voelkerbunds- Schutzes staendig unhaltbarer wurde, die Auswanderung von vielen Tausenden vorzubereiten. Es ist ein Ruhmesblatt fuer die Gemeinde und ihren Vorsitzenden, dass es mit Hilfe von JOINT, HIAS und Jewish Agency gelungen ist, einen sehr erheblichen Teil der Gemeinde, insbesondere der Jugendlichen, zu retten. Diesem Rettungswerk in dem Ernst Berent sein* organisatorische Gesc h i c klichkeit bswaehrte, liefen staendig Verhandlungen mit den Vertretern des Voelkerbunds und den feindlichen Behoerden der Stadt parallel Was die Nationalsozialisten nicht wie im Reich durch Gesetze erreichen konnten das suchten sie durch staendige Schikanen und auf kaltem Weg zu erreichen. Gegen diese Unterminierung juedischer Existenzen und ihre Vernichtung kaempfte die Gemeinde, und ihr Sprecher vor dem Feind und vor der Welt war ihr mutiger Vorsitzender. Ende 1938 musste er dem uebermaechtigen Gegner weichen. Er wandertenach England aus und fand eine bescheidene Buero - Taetigkeit. Auch in der neuen Umgebung bewaehrte er sein Solidaritaets-Empfinden mit seinen Schcksalsgenossen. E* schloss sich der Association of Jewish Refugees an und hier wurde die Sozialarbeit das Feld seines Wirkens. 1955 uebernahm er dar Ehrenamt des Geschaeftsfuehrers des Council of Jew from Germany. In dieser Eigenschaft hat er in taeglicher Korrespondenz und be* zahlreichen Besuchen der Hilfsvereinigungen, die sich die frueheren deutschen Juden in aller Welt gegründet hatten, den Kontakt zwischen ihnen hergestelit oder aufrecht erhalten: Er hat ihre sozialen Einrichtungen, insbesondere ihre Alters— und Wohnheime, gefoerdert und ihre Rechte und Interessen innerhalb und ausserhalb der juedischen Gemeinde vertreten. Mit grossem Einfuehlungsvermoegen und seiner Waerme, die er durch einen nuechtern - sachlichen Ton zu verbergen suchte, die aber all seine soziale Arbeit leitete, suchte er die Einsamer aus unserem Kreis, die stillen, alten, kranken Menschen, denen das Schicksal jede Lebensfreude versagte und die zu scheu und vornehm waren, um von ihre: Not zu sprechen. In “A. J. R Information” appelierte er wieder und wieder an jeden n BUCHBESPRECHUNGEN "THAILAND - VORTRAEGE UND AUFSAETZE Von Direck Jayanama, Klaus Wenk, Max Biehl. Band VIII der Schriften des Institutes fuer Asienkunde in Hamburg Alfred Metzner Verlag — Frankfurt/Main Dieses Buch will dem Leser des deutschen Sprachkreises das Land Siam (Thailand) nahebringen, das heute zu einer der Bastionen des Westens in Asien geworden ist. In drei Teile geteilt: 1) Thailand-Land der Freien, 2) Thailand und Deutschland und 3) Das Wirtschaftsleben Thailands, sind fuer uns naturgemaess der erste und dritte Teil von groesserem Interesse als die Beziehungen zwischen Thailand und Deutschland, die uns nicht direkt tangieren. Fuer den Besprecher war der erste Teil, verfasst vom Botschafter Thailands in Bonn, Direck Jayanama, besonders aufschlussreich. Hier f inden wir in leichtverstaendlicher und dennoch nicht oberflaechlicher Form eine Fuelle von Informationen ueber die Geschichte, die Religion, die politischen Institutionen, Rechts- und Erziehungswesen Siams. Auch die internationalen Beziehungen des Landes werden behandelt. Der dritte Teil — das Wirtschaftsleben Thailands— beginnt mit einer allgemeinen w1 i r t schaftsgeographischen Beschreibung des Territoriums, um dem Leser sodann eingehende Darstellungen der Bodenschaetze und ihrer Nutzung, der Produktion, des Nationaleinkommens, Innen- und Aussenhandels usw. zu geben, alles untermauert mit eingehendem und sehr aufschlussreichem statistischen Material. Ein Anhang bringt neben dem Abdruck eines zwischen dem Koenigreich Siam und dem Zollverein im Jahre 1864 abgeschlossenen Handels und Schiffahtsvertrages, eine ausgewaehlte Bibliographie, die es allen daran Interessierten ermoeglicht, sich in das Thema zu vertiefen. H. E. ETHIK, POLITIK UND MACHT Ferdinand A. Hisrmens — Band 1 der Schriftenreihe des Forschungsinstituts fuer politische Wissenschaften der Universitaet zu Koeln “Demokratische Existenz heute” — Athenaeum Verlag — Frankfurt Die Universitaet Koeln hat sich der lobenswerten Aufgabe unterzogen, die Grundbegriffe demokratischen Denkens, die heute mehr denn je von allen Seite von D e m a gogie, Verfaelschung und Totalitarismus bedroht sind, im Lichte unserer Zeit zu untersuchen und zu deuten. Der Verfasser des uns vorliegenden ersten Bandes dieser Reihe, stellt als Praemisse fest, dass “die Anhaenger der Demokratie aus ihr weniger ein Gefuehl der Genugtuung, als eine moralische Verpflichtung ableiten sollten... Auch heute ist ihr Funktionieren oft so defektiv, dass entscheidende Probleme nicht mit der erforderlichen Promptheit und Entschiedenheit in Angriff genommen werden koennen. Unter diesen Umstaenden ist es nicht ueberraschend, dass deutschen Juden, ihm. Ernst Berent, als einem der Treuhaender des Leo Baeck Charitable Trust, solche “einsamen Menschen” zu nennen, und er wusste das Dunkel der Einsamkeit zu erhellen. Am 6. Oktober 1961 ist Ernst Berent in London nach laengerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben. Der Council of Jews from Germany hat einen seiner ruehrig sten Mitarbeiter, die deutschen Juden in aller Welt haben einen ihrer treuen Sachwalter verloren. Hans Reichmann (London) YESO ROMERAL TABIQUE PROMONTA Progreso y Economía para las Construcciones Distrib.: SODIMAC - S.A.C. SAAVEDRA BENARD AGENCIAS GRAHAM S.A. C. die Anziehungskraft freiheit- 1 i c h e r Staatsformen auf Laender in der verfassungsmaessigen Zwielichtzone oft hinter der der totalitaeren Parteidiktatur zurueckzustehen scheint... Das gilt ins" besondere fuer den Problemkreis Politik und Ethik”. Der Autor kommt von der protestantischen Ethik her und basiert seine Untersuchungen in erster Linie auf der Differenzierung Max Webers von “Gesinnungsethik und Verantwortungsethik”, der er ein ganzes Kapit'el widmet. Nach einer grundsaetzlichen Untersuchung der Probleme der Macht, der Demokratie und der Diktatur als Sozialformen an sich, kommt er zur Frage der Moeglichkeit einer Kontrolle der Diktatur und damit zu den Konfliktsituationen und der sich daraus zwangslaeufig entwikkelnden Problematik der politischen Ethik deren Erfuellung er in dem Entstehen einer “verantwortlichen Gesellschaft” sieht, “einer Gesellschaft, in welcher die Freiheit die Freiheit von Menschen ist, die ihre Verantwortung zur Gerechtigkeit und zur oeffentlichen Ordnung anerkennen, und in welcher diejenigen, die politische Autoritaet und wirtschaftliche Macht innehaben, fuer ihre Ausuebung verantwortlich sind gegenueber Gott und dem Volke, dessen Wohlfahrt dadurch beeinflusst wird (Weltkirchenrat 1948, Amsterdam). Der theologische Grundton, der das ganze Werk durchzieht, ist auch aus dem Untertitel ersichtlich “christlicher Realismus und manichaeischer Dualismus” eine a u ssergewoehnlich interessante Frage, die vom Verfasser mit grossem Geschick und umfassender Sachkenntniss bearbeitet wird. II. E. a/wwwvvvvvwwwvwwwvyvwvwwwwwwvE EDITH SCHWEITZER Massagen, Gesichtsreinigung, Vitaminmaskent Elektrische Vibrationsmassagen, Gymnastik Nuñoa, Simón Bolívar 2583, Telefon 41632 RESTAURANT RAR GRIll Alle Arien von festlichen Veranstaltungen. Erlesen gute Küche für den verwoehniesten Geschmack. Unsere Terrasse erwartet Sio zum Te. Verlangen Sie Kostenvoranschlaege, die sich Ihren Moeglichkeiien anpassen. Telefon 82911 immer zu Ihren Diensten

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