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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-11-01 · 11 (Noviembre, 1961) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
11 (Noviembre, 1961)
Date
1961-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ny. rwn wvn». «w, ' CASU.U* «87. «Hm«..««» MITTEILUNGSBLATT BOLETIN INFORMATIVO neoACCiONt 6. C. I. 0'NC JI9ROA. AV. PORTUGAL 0«O. SO C I E ,D A D CULTURAL ISRAELITA "B* NE JISROEL" AÑO XXIII — N9 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre 1961 EIN TAG DES "MINISTER-PRAESIDENTEN IM WARTESTAND Von Dr. Abner Nechuschtan (Tel Aviv) Art einem dieser Tage, an, der Wende zwischen September und Oktober, verabschie dete sich David Ben Gurion vor Morgengrauen in der Holzbaracke, die er als Mitglied einer tief im Landessüden liegenden Siedlung zu seinem eigentlichen Heim gewaehlfc hat, von seiner Frau und begab sich zum Hubschrauber, um möglichst früh am Morgen schon in Tel- Aviv einzutreffen. In der Abgeschiedenheit des Negew hatte er dort unten, in Sde Boker, einige Tage vorher seinen fünfundsiebenzigsten Geburtstag gefeiert, aber inzwischen war er wieder etwa ein Dutzend Mal in seinen Amtszimmern im Te7l-Aviver Sicherheitsministerium oder im Jerusalemer “Büro des Ministerprae sidenten” erschienen >— auf Stunden oder halbe Tage, immer hin und her mit dem Helikopter. Denn zwar hat man ihn seit 7 Monaten, seit seiner Demission als Chef der damaligen Regierung, formell als Staatsführer “im Wartestand” zu bezeichnen, als Leiter eines Kabinetts, das bis jetzt nur mangels der Bildung eines neuen die laufenden Gesehaefte versieht, doch kümmert er sich um alles Wichtige (und vielleicht auch manches weniger Wichtige) der gesamten weitverzweigten Maschinerie dieses Staates darum nicht mit geringerer Intensitaet. lind, wenn man will, nicht *nit einem geringeren Mass jener Selbstverstaendlichkeit, die ihm seit der Gründung dieses Staates vor 13 Jahren hier und in aller Welt zum “Mister Israel schlechthin gemacht hat. VORMITTAGS: IM ZEICHEN DER SYRISCHEN UMWAEL- ZUNG Als er an diesem Tage in Tel-Aviv eintraf, warteten neben den letzten Aktenstössen auf ihn bereits die politischen Ratgeber und jene Generalstaebler, deren Aufgabe seit kurzem darin bestand, die letzten Entwicklungen in Syrien unter dem Gesichtspunkt ihrer möglichen Rückwirkung auf die Sicherheitslage an Israels Grenzen staendig zu prüfen, und auch im Hinblick auf etwaige Wendungen aussenpolitischer Natur im Verhaeltnis zu Abdel Nasser und dem Dilemma seiner “Vereinten Arabischen Republik”. Seit den ersten Meldungen über den Umschwung in der bisherigen “Nordprovinz” des aegyptischen Machtha b e r s hatte Ben Gurion als “amtsführender Sicherheitsminister’ sein Augenmerk vor allem selbstredend auf die Frag, gerichtet, ob und wie sich diese Umwaelzung in Versuchen Nassers auswirken könne, die Schlappe durch Ablenkungsmanöver irgendwelcher Vorstösse propagandistischen oder gar militaerischen Charakters gegen den. “zionistischen Erzfeind” wettzumachen, und andrerseits — wie sich die neue syrische Regierung unter der Führung von Dr. KUZBARI zum jüdischen Nachbarstaat beziehen werde. Die Stellung der Revolutionaere von Damaskus zu Israel sonderlich optimistisch zu beurteilen, liegt gewiss keine Veranlassung vor. Im israelisch-syrischen Grenzgebiet bis an seine östliche Ecke, im Bezirk der mittlerweile ausgetrockneten Hule-Sümpfe war es waehrend all der Jahre vor dem “Anschluss” des Nachbarstaats an Aegypten zu mindestens soviel Zwischenfael - len wie hinterher gekommen; die Syrer hatten, auch ohne aus Kairo dazu aufgehetzt worden zu sein, den Aegyptern niemals das mindeste an Agressivitaet naichgegeben. An ihrer Grenze war es seit eh und je weit unruhiger als im “Niemandsland” zwischen Israel und Jordanien zugegangen, von den nur recht seltenen Versuchen der Streitkraefte des kleinen Libanon zu schweigen, hierin mit den grösseren arabischen Brüdern zu wetteifern. Einer der ersten Berichte, den Ben Gurion an jenem Morgen zu studieren hatte, betraf denn auch den Wortlaut einer Erklaerung, die der wieder zur Selbstaendigkeit gelangte Sender Damaskus am spaeten Abend zuvor abgegeben hatte: “Arabische Brüder, denkt an das uns gemeinsame Ziel des Kampfes gegen den Imperialismus und gegen Israel! ” Gleichzeitig war in derselben Radiosendung erzaehlt worden, dass Damaskus am ersten. Tag der Revolte um ein Haar von syrischer Artillerie auf Weisung ihrer noch nicht kaltgesteilten aegyptischen Kommandeure beschossen worden waere, und dass den Soldaten, um sie gefügig zu machen, von den Offizieren mitgeteilt worden war; Ben Gurions Armee habe sich der Gelegenheit versehen, die Hauptstadt Syriens inzwischen besetzt, und könne nur durch ein schweres Bombardement wieder vertrieben werden. Nur an der Achtsamkeit eines misstrauischen sy rischen Leutnants, — war in dieser Enthüllung hinzugefügt worden — sei die Intrigue Nassers, seines Feldmarschalls Amr und des kommandierenden Generals der Artillerie in der “Nordp r o v i n z”, des Aegypters Anwar Kadi, im letzten Moment gescheitert, als die Geschützbatterien schon in Stellung gebracht worden waren. Auf der Gegenseite steht für Ben Gurion und seine Berater die Ueberzeugung, dass die Vorgaenge in Syrien mit dem Prestige und Selbstvertrauen Nassers möglicherweise auch seine Entschlossenheit vermindert haben, die lange geplante “Revanche für Sinai” zu nehmen. Entsprechend wurden im Norden des Landes zwar die in solchen Faellen üblichen militaerischen Vorsichtsmassnahmen getroffen; nicht aber — soweit bekannt geworden ist — im Süden, dort wo die Steppen des Negew in die der Sinai-Halbinsel übergehen, die von den Aegyptern mittlerweile nach sicherem Vernehmen wieder zu einem bemerkenswerten Aufmarsch- Glacis ausgebaut worden ist. UND - GEWISSE “ARABERPOLITISCHE HINTERGRUENDE” Der Bericht, den Mr. John Davis der Vollversammlung der UN soeben als Leiter der “Relief and Works Agency for Arab Refugees” (UNRWA) vorgelegt hat, stand Ben Guriön am selben Vormittag wahrscheinlich noch nicht zur Verfügung. Waere er bereits hierhergekabelt worden, haette sich “Mr. Israel” zweifellos sofort mit seinem Aussenministerium in Jerusalem in Verbindung gesetzt, und radiotelephonisch vermutlich auch mit den zur Herbsttagung der Vereinten Nationen nach New York entsandten israelischen Vertretern, um Direktiven zu geben, wie dem Verlangen des Chefs der UNRWA begegnet werden könne, das Recht der arabischen Palaestina-Flüchtlinge auf eine fast summarische Rückkehr in das jüdisch gewordene Land von der Vollversammlung bestaetigen zu lassen. Ohne Zweifel steht Israels Delegation wieder einmal vor einer heftigen Debatte und vor der schwierigen Aufgabe, selbst altbewaehrten Freunden wie den Amerikanern, und um wieviel mehr den neutralistischer Vertretern in der UN klarzu machen, wie wirklichkeitsfremd der Ruf nach einer Repatriierung mehrerer hunderttausend Araber ist, und wie wenig er auch im Einklang mit einer ganzen Reihe früherer Beschlüsse der UN steht. Dagegen sah sich Ben Gurion vor der Mittagspause noch genötigt, an einer Sitzung des Parlamentsausschusses für Fragen der Aussen— und Sicherheitspolitik teilzunehmen, um seine Autoritaet zur Beruhigung der Fragesteller einzusetzen, die sich seit einigen Wochen nicht damit abfinden wollten, dass die Grenzpolizei an der Nordostkante des Gazastreifens erst drei und kurz danach zwei weitere halbwüchsige Araber erschossen hatte, als sie auf aegyptisches Gebiet flüchten wollten. Diese beiden Zwischenfaelle hatten die arabische Bevölkerung in Haifa, Nazareth und mehreren kleineren, von Arabern bewohnten Orten zu Protestkundgebungen veranlasst und auch in Akko mit seiner “gemischten” Bevölkerung Unruhe mit jüdischen Demonstrationen und arabisehen Gegenaufmaerschen hervorgerufen. Wie nicht anders zu erwarten, hatten kommunistische Kreise viel zu dieser Erregung beigetragen; aber das Ganze nur auf ihre Agitation zurückzuführen, würde heissen, die Sache denn doch zu verharmlosen. Bis heute haben die vielfach untern o m m e n e n Versuche der israelischen Behörden, die arabische Minderheit, und besonders ihre Jugend staatsbürgerlich zu erziehen, nur halbe Ergebnisse gezeitigt, — und eben mit diesem grundsaetzlichen Aspekt befassten sich neben der Presse auch die Mitglieder des Aussenpolitischeic. Ausschysses unserer Volksvertretung, der Knesseth. NACHMITTAGS: KOALI¬ TIONSVERHANDLUNGEN UND KEIN ENDE Den Nachmittag desselben Tages, der ihm vorher ein so gerütteltes Mass von Aktenstudium, Beratungen, Telephonaten gebracht hatte, widmete der angeblich in den geruhsamen “Wartest a n d” versetzte Fünfundsiebenzigj aehrige stundenlangen Unterhaltungen mit seinem Freund, dem Finanzminister Levi Eschkol und dem Generalsekretaer seiner mehrheitssozialistischen MAPAI, Josef Almogi. Wie seit Wochen ging es wieder, immer noch, um die Frage der Bildung einer neuen Koalitionsregierung — und hier von einer “Quadratur des parteipolitischen Zirkels” zu sprechen, dürfte kaum übertrieben sein. Die Mapei war aus den Knesseth-Wahlen vom 15. VIII. mit einem Verlust von 5 Mandaten hervorgegangen; dieser oder sogar ein noch staerk-erer Rückgang war ihr nach lafigwierigen Auseinandersetzungen vorausgesagt worden, in die sie sich intern seit dem Herbst I960 verwickelt hatte. Zwar 'war sie - selbstverstaendlich — die weitaus staerkste der Parteien geblieben, uhd mithin war Ben Gurion als ihr Vorsitzender vom Staatspraesidenten zunaeehst mit der Regierungsbildung beauftragt worden; doch in seiner Enttaeuschung über das schlechte Resultat der Neuwahlen hatte er dies Mandat nach einigem Hin und Her zurückgegeben und Verhandlungen mit den übrigen Parteien dem Finanzminister, als der an zweiter Stelle führenden Persönlichkeit der Mapai übertragen. Aber Herrn Eschkol ist es bis zur Stunde nicht gelungen, zur Verstaendigung mit den früheren Regierungsparteien zu gelangen. Mehr oder minder haben sie sich saemtlich auf das Verlangen festgelegt, künftig nur mitzumachen, wenn die Zahl ihrer Minister im naechsten Kabinett der Mapai die Waage haelt. Ihrerseits verweist die Mapai darauf, dass sie in der Knesseth mit immerhin noch 42 Sitzen vertreten ist, und infolgedessen mit 7 Abgeordneten mehr als die 4 früheren mit ihr koalitonspolitisch verbundenen Parteien zusammen. Wie gesagt: Ben Gurion steht in diesen Regierungsverhandlungen theoret i s c h beiseite.. In Wirklichkeit weiss hier jederman, dass ohne seine Billigung kein Zugestaendnis des Finanzministers an die vier übrigen Parteien möglich ist, die sich mit besagter Paritaetsformei verheiratet haben. Wie trotzdem noch eine Lösung gefunden werden wird, steht zur Stunde noch dahin. Als aber der Abend dieses Tages herandaemmerte, begab sich Ben Gurion nicht in sein Sde Boker zurück, sondern fuhr nach Jerusalem — zu einer “Entspannung” von nicht weniger als 6 Stunden. DIE STUNDEN “NAECHTLICHER ENTSPANNUNG” Waehrend er sich naemlich am Vormittag jenes Tages in Tel-Aviv mit der Syrien-Frage in ihren Wirkungsmöglichkeiten auf den Staat Israel beschaeftigt hatte, waren in der Hauptstadt des Landes die letzten Vorbereitungen zum diesjaehrigen internationalen Bibelw e 11bewerb im Gange, dem zweiten seines Zeichens. Wettbewerbe waren in etwa anderthalb Dutzend Laendern, und selbstverstaendlich auch in Israel, vorangegangen; die Sieger dieser Vorprüfungen hatten sich eingefunden, um das Mass ihrer Bibelkunde im Jerusalemer Kongressgebaeude, den “Bauten der Nation” unter Beweis zu stellen. Theologieprofessoren, Geistliche aller nur denkbaren christlichen Glaub ensbe- (Fortsetzung Seite 14)

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