Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 10 (Octubre, 1961)
- Date
- 1961-10-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 BOLETIN INFORMATIVO Octubre 1961 Neue Stadt am Jarkonufer VOR DER SCHULE (Schluss von Seite 9) Wie das Kind in seiner haeuslichen Umgebung im Spiel seine Eltern nachahmt, identifiziert es sich im Kindergarten mit der Erzieherin und der dortigen Umgebung. Identifikation ist ein Hauptinittel, das das Kind zum Verstehen der Umwelt führt. DER KINDERGARTEN IM KIBBUTZ Die Zahl der Kinder in den Kibbutzim ist viel kleiner als ln den öffentlichen Kindergaerten. Es sind niemals mehr als 20 Kinder in einer Gruppe. Der ganze Aufbau der Erziehung im Kibbutz unterscheidet sich wesentlich von demjenigen der Kindergaerten in der Stadt oder in laendlichen Bezirken. In den Kibbutzim wird jedem Kind unentgeltliche Erziehung von der Geburt an bis zum Alter von 18 Jahren geboten. Die Gemeinschaft des Kibbutz ist der Traeger der entsprechen den Einrichtungen. Die Babys unter einem Jahr sind in Babyhaeusern unter gebracht; spaeter werden sie in Gruppen von Kleinkindern von l bis 3 Jahren eingeteilt. In jeder dieser Gruppen leben fünf Kinder unter Aufsicht von einem bis zu drei Erwachsenen. Die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren sind in einem gesonderten Gebaeude untergebracht, das Spielzimmer, Essraum, Badestuben und, für je 4-5 Kinder, einen Schlafraum enthaelt. In den Siedlungen sind die Arrangements für die Kinder uneinheitlich. In einigen von ihnen gehen die Kinder, nachdem sie von 8 bis 16 Uhr im Kindergarten waren, nach Hause zu ihren Eltern und schlafen dort, in anderen gehen sie um 16 Uhr nach Hause, verbringen die Zeit bis zum Schlafengehen bei ihren Eltern, schlafen aber im Kinderhaus, wohin sie mit ihren Eltern kommen und von diesen ins Bett gebracht werden. Der Kindergarten wird als ein so wichtiger Erziehungsfaktor angesehen, dass er oft der am besten versorgte Zweig des ganzen Kibbutz ist. Nachdem viele Jahre nur unzureichende Haeuser zur Verfügung standen, ist der Kindergarten heute gut ausgerüstet, liegt in schöner Umgebung mit grossem Garten und Badeplatz, hat oft eigene Viehzucht. Alle nötigen Beschaeftigungsmaterialien sind meist von bester Qualitaet. Die Einrichtungsgegenstaende werden in der Tischlerei des Kibbutz angefertigt. Niemals fehlt es an Abfaellen und Rohmaterialien, die eine tüchtige Kindergaertnerin für die Beschaeftigung der Kinder gut zu verwenden weiss. Jedes Mitglied des Kibbutz ist an “seinem” Kindergarten interessiert und zur Mithilfe bereit. Die erzieherische Aufgabe der Kindergartenlehrerin im Kibbutz ist nicht leicht. Sie arbeitet taeglich acht Stunden mit einer Unterbrechung am Nachmittag. Obgleich die Anzahl der Kinder viel kleiner ist als in staedtischen Kindergaerten und obgleich mehr Helferinnen vorhanden sind, hört ihre Arbeit im Grunde niemals auf. Sie ist gewöhnlich ein Mitglied des Kibbutz, verheiratet und hat eigene Kinder. Sie trifft die Kinder ihres Kindergartens und deren Eltern auch ausserhalb ihrer Arbeitszeit bei vielen Gelegenheiten. Ihre Arbeit, ihre Persönlichkeit wie überhaupt ihr ganzes Privatleben sind staendig der Kritik der anderen Kibbutzmitglieder ausgesetzt. Andererseits ist die Kindergaertnerin daran interessiert, mit den Eltern zusammenzuarbeiten, um ihren erzieherischen Einfluss auf die Kinder zu verstaerken. Die Erfahrung lehrt, dass die Kindergaertnerin nur Erfolg haben kann, wenn sie im Kibbutz angesehen ist und man sie für ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft haelt. (Jüdische Sozialarbeit) Die 8.000 Besitzer der 4626 Dunam Boden am jenseitigen Ufer des Jarkon, wo sich das Flugfeld für den Inlandverkehr “Sde Dow” befindet, atmeten erleichtert auf, als die Verwaltung des Gebietes aus den Haenden der Militaerbehoerden den zivilen überantwortet wurde: endlich koennen sie daran gehen, ihre Plaene zu verwirklichen. Das Flugfeld wird an einen anderen Ort verlegt. Es beginnt in dem Bezirk, wo dieses sich bisher befand, der Bau einer neuen Stadt, was natürlich zur Folge hatte, dass die Boeden über Nacht immens an Wert gewannen. DER PLAN “L” Plan “L’ bedeutet diesmal weder die Liberalen, noch die Organisation der Jemeniten, noch überhaupt Wahlpropaganda D i e se s Erkennungszeichen tra egt eine dicke Aktenmappe mit der Dokumentation des staedtebaulichen Projektes, das die Erschliessung der voellig brachliegenden 4626 Dunam Boden, wie des gesamten Bezirkes von der See bis zur Haifa—Chaussee vorsieht. Um das Recht, diesen Boden zu erschliessen und “Gross-Tel-Aviv” durch einen neuen Bezirk hier weiter auszudehnen fanden lange Verhandlungen statt, bei denen Stadtvater Namir hartnaeckig seinen Standpunkt und die Interessen “seiner” Stadt gegen das Verteidigungsmini sterium vertrat und schliesslich als Sieger aus dem Ringen hervorging. Die hier befindlichen privaten Boeden sind das Eigentum kleiner Leute — Beamten, Arbeiter — die sich in dieser Gegend vor Jahren kleine Anteile von einem halben Dunam oder einem. Dunam (für etwa 40 IL vor 20 Jahren) erwarben, in der Hoffnung, sich vielleicht einmal Eigenheime aufbauen zu koennen. Angesichts des ¡starken iBbdenmangels in Tel-Aviv kostet heute ein Dunam Flaeche bei “Sde Dow” etwa das Vierzigfache von damals, d. h. an die 25.000 IL. Lange Zeit warteten die Kleinbesitzer darauf, dass sie endlich mit dem Bau beginnen koennen. Vergebens. Auch vor 13 Ja.hren, als der Staat entstand, wurde festgelegt, das 40% des gesamten Gebietes für oeffentliche Zwecke in Anspruch genommen wird, ferner entstand hier — wie bereits erwaehnt — der Militarflughafen “Sde Dow”, der nebenbei auch von der Luftfahrtgesellschaft “Arkia” in Anspruch genommen wurde. Die kleinen Bodenbesitzer waren durch diese Sachlage schwer betroffen, es sollten ihnen nur 35% ihrer Parzellen bleiben. DIE KLEINBESITZER KAEMPFEN UM IHR RECHT Die Kleinbesitzer fühlten sich benachteiligt und wandten sich an das Gericht, wo es ihnen gelang, einen Urteilsspruch zu erwirken, laut dem sie nicht 25, sondern 48% ihrer Boden behalten sollten. Ungeachtet dessen reichte der Rat für Staedtebau und —Planung beim Innenministerium seine ursprünglichen Projekte ein, die in privater Hand nur besagte 35% der Parzellen überliessen. Die Besitzer wandten sich abermals ans Gericht und wieder entschied dieses, jdas Flugfeld habe sich auf oeffentlichem oder staatlichem Gelaende zu befinden, an dem es hier nicht mangelt. Aber auch da rührte die Planung, die den Bau in (Schwung bringen sollte, nicht von der Stelle. Hierauf traten die Parzellenbesitzer mit dem Vorschlag hervor, die Projektierung in enger Zusammenarbeit mit dem Ortsrat '.selber durchzuführeri; auch die Irija war an einer schleunigen Erschliessung dieses Terrains interessiert. So wurde der tote Punkt überwunden und die Sache rührte schliesslich von der Stelle. UNERWARTETES HINDERNIS Vor einem Jahr sah es also danach aus, als waeren alle Hindernisse restlos beseitigt. Doch gerade da, als die Eigentümer der Kleinparzellen sich ihrer Sache schon ganz sicher glaubten, mischte sich in letzter Minute noch ein Faktor in die Angelegenheit ein; u. zw. das Verteidigungsministerium; es behauptete, die zivile Luftfahrtgesellschaft “Arkia” werde durch die neue Regelung schwerstens betroffen. Hier begannen erneut zaehe und langwierige Verhandlungen, nun auch unter Mitbeteiligung der Irija Tel Aviv, die gleich mit einem “schweren Geschütz” auffuhr. Sie erklaerte der Bezirk stelle die einzige Bodenreserver der nach Ausbau draengenden und an Flaechemangel erstickenden Stadt dar. Es gab wegen des Konfliktes, der sich immer mehr in die Laenge zog, viel boeses Blut. Die Parzelleneigentümer, die wiederum nicht wussten, woran sie eigentlich waren, zeigten sich umso mehr verbittert, als sie die ganze Zeit über für die Böden Missim zahlen musten. Die Lage spitzte sich immer mehr zu; es gab keinen anderen Ausweg als: entweder Weiterentwicklung der Stadt oder Wahrung des Flugfelds. Nach einem hartnaeckigen Kampf fiel die Entscheidung: den Flughafen raeumen. Damit war der Weg für die urbanistische Erschliessung und den Bau im Bezirk endlich frei. EINE MODERNE STADT Laut Entwurf des Architekten Pereistein sollen hier drei Schikunviertel entstehen —das erste auf dem Gelaende zwischen dem Hotel “Ramat Aviv” und der Einstein- Strasse; von hier wird sich das zweite Schikunviertel bis nach Tel Baruch erstrecken, im Anschluss daran noerdlich ein drittes, über dessen Gestaltung man sich noch nicht im klaren ist. Das urbanistische Projekt sieht umfassende Grünanlagen, eine grosse Anzahl öffentlicher Gebaeude, breitere Strassen als in Tel Aviv, sowie 'ein Handels und Gewerbezentrum im Süden vor. Der Küstenstreifen wird für Hotelbau reserviert. Nun sind die Plaene endlich besiegelt und offiziell bestaetigt. Doch ist der Freude der Kleinboden-Besitzer dessen ungeachtet immer noch ein bitterer Tropfen beigemengt: sie werden lange zu warten haben, bis die Plaene zur vollen Durchführung gelangen. M (Schluss von Seite 5) neue Situation noch nicht kommentiert und dies sicher nicht nur, weil der Diktator am Schwarzen Meer auf Ferien ist, sondern weil man sich auch dort ueberlegen wird, ob es weiter Sinn hat, dem politischen Bankrotteur von Kairo, noch mehr Kredit zuzubilligen, und ob man in Damaskus mit der Regierung auf dem Wege der Versprechungen oder gegen die Regierung auf den Pfaden der politischen Agitation arbeiten soll. Im Westen haben sich nach der ersten Ueberraschung —hielt man doch Nasser immer fuer eine Potenz ersten Ranges—• am raschsten die Stimmen erhoben, die klagend auf die erneute kommunistische Gefahr in Syrien sowie auf moegl iche Verwicklungen hinweisen und dabei recht offen zugeben, dass sie wie m den 30er Jahren glauben, dem Kommunismus einen “starken Mann” entgegensetzen zu muessen. Es ist i kein Geheimnis, das besonders das State Departament mil solchen anti-demokratischen Elementen durchsetzt ist und das dieselben ihren Einfluss bei der Zurückhaltung, die sich die USA bei der Anerkennung Syriens auferiegten, geltend gemacht haben. Natuerlich ist diese Zurueck haltung auch aus taktischen und diplomatischen Gruenden gerechtfertigt: fuer den ersten Moment. Auf lange Sicht aber bietet sich hier dem Praesidenten Kennedy erneut eine Gelegenheit, wie sie in Kuba verpatzt worden ist und wie sie auch nicht alle Tage auftaucht: durch die Formulierung einer konstruktiven Politik eine ganze Region fuer den Frieden, den Fortschritt und den Westen zu- " rueckzugewinnen. Wenn man hier wieder erst darauf wartet, was Kruschow tun wird, um sich sodann erst selbst zu ueberlegen, wie man am besten reagiert, dann ist wirklich Hopfen und Malz verloren... und das Erdoel auch und noch vieles mehr. Als man es kaum noch zu hoffen wagte, hat die Geschichte wieder einmal eine Chance geboten. Bald werden wir wissen, ob die Menschen ihrer wert waren und faehig, sie wahrzunehmen. ATSCHEKA BS8B mm PATROUILLENFLIEGER UEBER DEN BERGEN ISRAELS Dank der unermuedlichen Arbeit der mit den modernsten Mitteln ausgerüsteten Grenzpolizei ist es gelungen, den Rauschgiftschmuggel durch israelisches Gebiet zu unterbinden. GOLDEN AGE CLUB Gemuetliches Beisammensein Once, Darbietungen findet MOnt&g' den 6. November nachmittags um 4 T/2 Uhr in den Raeumen Portugal 810 statt.