Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 10 (Octubre, 1961)
- Date
- 1961-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ü üfhaw «EC ACCION. ' S. C. I. 6’NE JISROtL AV. PORTUGAL BIO. CASILLA *487. SANTIAGO-CHILB BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S Q C I D A C UL T U R A L I SR A EL 1 T A J I SROEL" ARO XXIII — N9 10 SANTIAGO DE CHILE Octubre 1961 PORTRAET EINES STAATSMANNES (ZUM 75. GEBURTSTAGE BEN GURIDN’S) BÉ8 mM Am. 27. September vollendete David Ben Qurion das 75. Lebensjahr. Der Name des israelischen Ministerpraesidenten, der dieses Amt mit einer einmaligen Unterbrechung vor rund einem Jahre seit der Staafcsgruendung bekleidete, ist heute einer derjenigen, die jn aller Munde sind, der Name eines Mannes, der selbst ein entscheidendes Kapitel neuester juedischer Geschichte geschrieben hat. Mit Dankbarkeit wenden sich Millionen von Juden in und ausserhalb des juedischen Staates diesem Politiker zu, der sich im Ablauf der Zeiten in einen wahren Staatsmann verwandelt hatte, dessen klarer Blick alle Realitaeten richtig abschaetzt, der aber auch jene Phantasie besitzt, die es ihm gestattet, ueber den Tag und seine Forderungen hinauszusehen, an die fernere Zukunft seines Volkes und seines Landes mit Glaeubigkeit im Herzen zu denken. Kuerzlich lernte Ben Gurion auf seiner Europareise Winston Churchill, den von ihm Bewunderten, persoenlich kennen, und es soll ein interessantes Gespr a e c h zwischen beiden Staatsmaennem stattgefunden haben “Dies ist der groesste Mann unserer Zeit”, soll Ben Gurion nach der Audienz in Bezug auf Churchill gesagt haben. Aber er selbst ist auch ein Grosser, und das hat er bewiesen. Nicht immer hat er es leicht gehabt im Leben, und wahrscheinlich haben die sorgenvollen Zeiten ueberwogen Aus dem engen, frommen Elternhause in Plonsk fuehrt ein langer Weg an die Spitze eines neuen Staates, der praktisch aus dem Nichts oder dem sehr- Wenigen entstanden war. Die Heimatstadt liegt nicht weit von Warschau in demjenigen Teile Polens, der zur Zeit von Ben Gurions Geburt zum zaristischen Russland gehoerte. Zwei Drittel der damaligen Einwohnerschaft waren Juden, und unter ihnen ist der Vater Avigdor Gruen ein sogenannter “Moderner” gewesen, eine Art Rechtsvertreter seiner Glaubensgenossen vor Gerichten und Behoerden. Von diesem Vater hat David spaeter gesagt: “Von ihm erbte ich die Liebe zum juedischen Volke, zu Israels Land und zur hebraeischen Sprache”. Das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, Ben Gurions Kinderjahre, war eine sehr unruhige Epoche fuer die russischen Juden. Frueh starb seine Mutter, aber Freunde nahmen sich des aufgeweckten Jungen an, der von der um die Jahrhundertwende aufkommenden zionistischen Bewegung maechtig gepackt wurde. Die jungen Menschen von damals, erschuettert durch die Schrecken von Kischinew und anderer Pogromgebiete taten sich zusammen, um eine bessere Zukunft anzubahnen; die einen in sozialistisch-revolutionaeren Buenden, die anderen, wie Ben Gurion, in der national juedischen Bewegung. “Poale Zion”, die Partei der sozialistischen Arbeiter, die an den Zionismus glaubten, an die Realisierung seiner Ideale, ist diejenige gewesen, die ihn zu fesseln und durch ein ganzes Leben festzuhalten vermochte. David Ben Gurion ist 1906, zwanzig Jahre alt, mit der sogenannten “zweiten Aiijah” nach Erez Israel gekommen. Der junge kraeftige Mensch konnte arbeiten, und er arbeitete hart. Damals lebten annaehernd 80.000 Juden im Lande; wenige Jahre nach seiner Ankunft gab es bereits die erste reinjuedische Stadt Tel Aviv, die ersten Kibbuzim. Bald war er der Mitbegruender einer sozialistischen Tageszeitung. Um jedoch jene geistigen Voraussetzungen zu beslt zen, die unter der damaligen Tuerkenherrschaft im Lande notwendig waren, ging ex auf einige Jahre zum Studium der Rechtswissenschaften nach Konstantinopel. Dann vertrieb ihn der Krieg, und er kam auf Umwegen nach Amerika, wo er die juedische Jugend fuer die Ideale der zionistischen Arbeiter-, schaft in Palaestina begeisterte. In Amerika erlebte er die historische Balfourdeklaration von 1917, und er wurde des Sieges der Entente sicher. Das Kriegsende sah ihn im Verbände der britischen Truppen bei deren Einzug im von der Tuerkenherrsohaft befreiten Lande. Und dann kamen die Jahre des Aufstiegs. Im Dezember 1920 wurde Ben Gurion einer der Mitbegruender der damals etwa 5.000 Arbeiter zaehlenden z e n t r alen Gewerkschaft “Histadrut”, fuer deren Entwicklung er Grosses leistete. Allmaehlich wurde auch seine politische Aktivitaet im- David Ben Gurion — iner bedeutsamer: Mitglied der zionistischen Exekutive, spaeter ihr Vorsitzender in Jerusalem. Naturgem a e s s musste der Gegensatz zwischen ihm und Dr. Chaim Weizmann, den er sehr verehrte und bewu nderte groesser werden. Je heftiger die Auseinandersetzung mit der Mandatarmacht, desto schaerfer trennten sich die Meinungen. Mit ungewoehnlicher Geschickli c h k e i t fuehrte Ben Gurion gemeinsam mit Moshe Sharet (damals Shertok) die Jewish Agency waehrend des Zweiten Weltkrieges an dessen Ende ein heftiger Kampf auf Leben und Tod um die Unabhaengigkeit stehen sollte. Ben Gurion bewaehrte sich als echte Fuehrernatur und glaubte felsenfest an die Sache, welcher er diente. In den schweren schicksalhaften Stunden von 1946-48 behielt-er recht: Die Staatsproklamation vom 15. Mai 1948 ist von ihm durchgesetzt worden gegen starke Widerstaende im eigenen Lager und von Seiten maechtiger und einflussreicher Kreise. Und den Sieg im Befreiungskriege verdankt die juedische Welt zum we- 1 sentlichen Teile seiner unge-1 ein junger 75 jaehriger.... heuren Energie, seiner Zaehigkeit, seinem Glauben. David Ben Gurion ist vielleicht kein “glaeubiger Jude” im traditionellen Sinne des Wortes, aber ein “Glaubender”; die Bibel ist ihm eine ewige Quelle der Inspiration, und aus der viertausendjaehrigen juedis ch e n Volksgeschichte schoepft er die beispiellose Kraft, die ihn auszeichnet. Der juedische Staat ist im wesentlichen so, wie er ihn haben wollte, und er leitet ihn, vor Kritik und oftmals, berechtigter nicht zurueckschreckend, nach seinen Ideen. Politisch und militaerisch hat er die Fuehrung in seinen kraftvollen Haenden, in seinen, wenigen, Mussestunden auf vielen Gebieten des Wissens weiterforschend, nie ermuedend. Er schuf einen neuen, israelischen Menschen, und sein Leitmotiv fuer die Arbeit hat er einmal in dem Wort zusammengefasst: “Der Staat Israel ist kein Ziel in sich selbst, sondern ein Beginn. Er ist kein Endziel, sondern der erste Schritt einer doppelten Revolution entgegen, der sozialen und der nationalen”. CURT WILK <s\ Seite Aus dem Gemeindeleben. 3 Gottesdienstkalender. 3 Monatsspiegel .. *. .5 Zur Lage der Juden in der Welt. 7 Vor der Schule. 9 Die israelische Presse schreibt. , 11 La Voz Infantil. 13 Arte, Literatura. 17 Actualidad Económica Israelí.. 19 De otras Organizaciones. 23 Israel — Umschau. 25