Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-05-01 · 5 (Mayo, 1961) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
5 (Mayo, 1961)
Date
1961-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8558034-9194483--3126-8558117
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

' REDACCION' 'S C I. B’NB JISÄO«. AV. PORTUGAL «JO. CASILLA A487. SANTIAGO «CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT 1 SO CI EPA D cultural r s RAE LITA "B’NE J 1 1 S R O E L " 1 AÑO XXIII — N? 5 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1961 EINE FRONT IN DER GESTALTUNG JUEDISCHEN LEBENS Wortlaut der Rede des Presidenten der S. C. I., Dr Siegfried Landau, vor der Generalversammlung am 23. April 1S61 — Erdbeben im Mai 1960: Konstruktive Hilfe fuer die Betroffenen — Ceterum censeo: Arbeit fuer die Jugend, Arbeit mit der Jugend — Das juedische Elternhaus ist in Gefahr! — Religioeses und kulturelles Leben — Magbit: Kein aeusserer Zwang, sondern innere Mahnung — Von der Peripherie zum Zentrum des juedischen Lebens. Jeder Rueckblick auf das Geschaeftsjahr 1960-61 wird durch die grosse Natur-Katastrophe ueberschattet, die Chile im vergangenen Mai heimsuchte und deren Auswirkungen noch lange Jahre hindurch spuerbar sein werden. Am 24. April 1960 hatte die vorige General-Versammlung getagt, hatten wir Ihnen ueber die geleistete Arbeit Rechenschaft gelegt, Plaene entwickelt und von Ihnen Anregungen empfangen, die wir in die Tat umzusetzen uns bemuehen wollten. DIE ERDBEBEN IM SUEDEN Einen knappen Monat spaeter schlug die unbarmherzige Natur zu, verwandelte bluehende Landstriche und Ortschaften in Staetten der Verwuestung, vernichtete in wenigen Augenblicken all das, was in Generationen emsiger Arbeit geschaffen worden war. Nach Ueberwindung des ersten Schreckes, sobald die wahren Ausmasse des Unheils bekannt wurden, stand das ganze Land — ja die ganze Welt — auf, um den unglücklichen Opfern ihre Solidaritaet zu beweisen, wetteiferten Nationen, Organisationen und Individuen darin, die groessten Opfer fuer die Erdbeben-Geschaedigten auf sich zu nehmen, bruederliches Verstaendnis und menschliche Hilfsbereitschaft zu erweisen. Mit Stolz koennen wir auf das Kapitel zurueckblicken, das die Hilfsaktion fuer die Geschaedigten des Erdbebens und der Ueberschwemmungen des Jahre. 1960 in der Geschichte unserer Kollektivitaet darstellt und es erfuellt uns mit besonderer Genugtuung, dass unsere “B’ne Jisroel” innerhalb der vom chilenischen Jischuw geleisteten Hilfe den ersten Platz eingenommen hat. Alle wie immer gearteten Plaene und Projekte unserer Gemeindearbeit wurden, sofort zurueckgestellt, um uns zu allererst unserer vornehmsten Aufgabe — der Hilfeleistung — mit dem Einsatz unserer ganzen Persoenlichkeit widmen zu koennen. Lange Zeit hindurch stand die Arbeit der Gemeinde im Zeichen des Unterstuetzungswerks fuer unsere geschaedigten Mitbuerger und die Gemeinden und Einzelpersonen .unserer eigensten Gemeinschaft in den betroffenen Provinzen. Ohne die spontane aufopfernde Mitarbeit unserer Mitglieder, die unmittelbar nach Bekanntwerden des Unheils sich uns zur Verfuegung stellten, haetten wir niemals die Geld- und Sachspenden- Sammlung, die wir sofort in Angriff nahmen, in so kurzer Zeit und mit so ueberwaeltigendem Erfolg durchfuçhren koennen, wie es geschah. All diesen aktiven und passiven Helfern, die diese schwierige Arbeit in vorbildlicher Weise organisierten und keine Muehe und kein Opfer scheuten, die sich weder bei Tag noch, bei Nacht Ruhe goennten,' gebuehrt unser aufrichtigster Dank. In den Wochen nach der Katastrophe war unser Gemeindehaus ein wahres Beth- Am, ein Haus unseres Volkes, das sich draengte, um seinen Beitrag zum Hilfswerk zu leisten. Um die Arbeit des gesamten Jischuws zu koordinieren, wurde ein Comité gebildet und die S. C. I. “B’ne Jisroel” hat darin den Platz eingenommen, der ihr als Vertreterin desjenigen Sektors gebuehrte, welcher am tatkraeftigsten bewies, dass Hilfe und Solidaritaet juedische Selbstverstaendlichkeiten sind. Neben der Abwicklung der allgemeinen Hilfsaktion, zu der wir den Betrag von ueber E° 15.000.— ebenso wie unschaetzbare Werte in Sachspenden aufbr achten, ging der Versuch, ¡Kontakt mit unseren Bruedern im Sueden aufzunehmen, sie wissen zu lassen, dass wir in dieser Stunde der Not hinter ihnen standen, dass sie mit uns rechnen konnten, genau wie sie jederzeit trotz raeumlicher Entfernung von den Zentren juedischen Lebens lebhaftesten Anteil an allen unseren Sorgen und Aufgaben genommen hatten. Wie durch ein Wunder hatten unsere Familien im Sueden Chiles keine Toten oder Verletzten zu beklagen, jedoch waren die materiellen Schaeden durch Erd- und Seebeben ungeheuer. Leider konnten wir nicht sofort, wie es unserem Wunsche entspro eben haette, in das Erdbebengebiet reisen und unseren Freunden persoenlich sagen wie wir mit ihnen fuehlen. Die Schwierigkeit der Transportverhaeltnisse hi n d e r t e uns daran. Sobald dann eine Moeglichkeit bestand, nach dem Sueden zu fahren, entsandten wir zunaechst den Vorsitzenden unseres Repraesentantenkollegiums und spaeter Herrn Rabbiner Loeweñstein. Der Bericht, den wir ueber diese Besuche erhielten, wie auch die Informationen, die uns unterdessen von den Vorsitzenden unserer Schwester-Gemeinden zugingen, gaben uns ein genaueres Bild vom Umfang der Schaeden und versetzten uns in die Lage, im allgemeinen Hilfscomité diejenigen Massnahmen vorzuschlagen und fiier ihre Durchsetzung zu plaedieren mit denen wir geglaubt haben, unseren so schwer geprüften Bruedern nach Massgabe unserer Kraefte am Besten zu helfen. Wir erhielten aus vielen Laendern, besonders natürlich von den internationalen Organisationen, die uns nahe stehen, Hilfsangebote und Kundgebungen des Mitgefuehls. So uebersandten uns z. B. spontan die Sociedad Filantrópica in Buenos Aires ebenso wie die Israelitische Kultus-Gemeinde ' Stuttgart Geldspenden fuer die durch das Beben betroffenen Gemeinden. Mit diesen Geldern zusammen mit den von unserer Gemeinschaft auf gebra c h t e n Betraegen ist es uns gelungen, in qualifizierten Einzelfaellen Hilfe zu leisten, dort, wo die Unterstuetzung des allgemeinen Comités, welches sich nur mit produktiven Darlehen befasst, nicht ausreichte. Ebenso konnten wir auch unseren Freunden im Sueden, besonders dar Gemeinde Valdivia, erhebliche Betraege zum Wiederaufbau ihrer zerstoerten Gemeindehaeuser zur Verfuegung stellen. Neben dieser unserer eigensten Hilfsaktion war es moe glich, unseren am schwersten geschaedi g t e n Bruedern in Concepción und Valdivia zum Aufbau ihrer Existenz durch Darlehen zu helfen. Die hierzu notwendigen Betraege wurden von dem Joint und der ICA einerseits und dem Banco Israelita de Chile und dem Gesamtjischuw anderer s e i t s aufgebracht. Wir hoffen dass durch diese zur Verfuegung gestellten Betraege, wenn sie auch nicht die Hoehe erreichen konnten, die wir gewuenscht haetten, eine konstruktive Hilfe geleistet worden ist. Unser ganzes Gemeindeleben ist von diesem, eben nur gestreiften Ereignisse betroffen worden und Vieles, was wir geplant und gehofft hatten, ist dadurch nicht zur Ausfuehrung gekommen. So wurde, um nur ein Beispiel zu geben, der fuer das Jahr 1160 anberaumte grosse Centra-Kongress in Santiago abgesagt, eine Zusammenkunft, von der wir uns fuer unser kulturelles Leben sehr viel ■ erhofft hatten. Statt dessen fand eine Centra-Tagung in reduziertem Umfang in Montevideo statt, auf die wir im Verlauf dieses Berichtes noch zu sprechen kommen werden. Nichtsdestoweniger und trotz aller Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellten, glauben wir mit stolzer Befriedigung auf die im Geschaeftsjahr 1960-61 geleistete Arbeit zurueckblicken zu koennen. FORTSCHRITTE IN DER ERFASSUNG DER JUGEND “Ceterum censeo” sagten die alten Roemer taeglich, um ihr politisches Gewissen wachzuhalten, um sich nicht mit den erzielten Erfolgen zu begnuegen, sondern fuer Erweiterung ihres Imperiums bereit zu sein. So muessen auch wir, die Gemeindearbeiter, unser juedisches Gewissen wachzuhalten verstehen. Wer rastet, rostet. Wer nicht ein grosses Ziel vor Augen hat, laeuft Gefahr, nicht ueber die alltaegliche Routinearbeit hinauszukommen. Dies gaebe aber einmal keinerlei innere Befriedigung und laege nicht im Interesse des staendigen Auf-und Ausbaus unserer Gemeinde. Unser “Ceterum censeo” muss lauten: Arbeit fuer die Jugend Arbeit mit der Jugend, damit spaeter die Jugend die Gemeindearbeit leistet. s Der Jugend soll das vermittelt werden, wofuer Generationen unserer Ahnen gelebt haben. Das Volk ist verloren, das sich von seiner Vergangenheit loest. Dies bedeutet keineswegs ein starres Festhalten an allen Gebraeuchen und Gewohnheiten und an landsmannschaftlichen Eigenheiten. Wir wissen, dass wir, wie alle Gemeinden dieses Kontinents, auf dem Wege sind, lateinamerikanische Gemeinden zu werden. Aber unsere vererbten juedischen Qualitaeten, das Erbe des so grossen deutschen Judentums in geistiger und kultureller Hinsicht, dies soll integraler Bestand dieser lateinamerikanischen Gemeinden werden. Das Jahr 1960 hat uns zu unserer grossen Freude zweifellos Fortschritte auf dem Gebiete der Erfassung der Jugend erreichen lassen. RELIGIONSSCHULE, BAR MIZWAH, JUGENDGOT¬ TESDIENSTE In den neun Kursen der Religionsstunde, die von unseren Herren Rabbinern und unserem Lehrer, Herrn Salomon Maguenzo, geleitet wurden, konnten wir 83 Kinder mit den elementarsten Grundlagen juedischen Wissens vertraut machen. Im Monat Oktober 1960 verliess uns unser allgemein beliebter und hochgeschaetzter Lehrer, Hers .Abraham Maguenzo, um seine Studien in Israel fortzusetzen. Gluecklicherweise brauchte der Unterricht keine Unter- (Fortsetzung Seite 6) NEUER EEMEINDEVQRSTAND Praesident.— Herr Dr. Siegfried Landau Vizepresident.— Herr Alejandro Lande General'Sekreiaer.—Herr Dr. Hans Reich Stellv. Sekretaer.— Herr Kurt Loebel Schatzmeister.— Herr Kurt Hofmann Stellv. Schatzmeister.— Herr Alfredo Berliner. Beisitzer.— Herr Heimann Abramczyk.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.