Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 4 (Abril, 1961)
- Date
- 1961-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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g gg¡ si hEOACClONi 'S.c. I. B'NE J1SRORL. AV. PORTUGAL 810. CASILLA 2487. SANTIAGO-CHILI BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT s:b C'l E p A D CU LTURAL I S RAELITA B’NE JISROEL AÑO XXIII — N9 4 BOLETIN INFORMATIVO ABRIL 1961 BAR-MIZWA EINES STAATES: ISRAEL WIRD 13 / JAHRE ALT Von Hans Kaufmann ■M S. E. Jizchak ben Zwi - der Praesident der Medinah. Mi Um sich der Umwelt gegenueber behaupten zu koennen, hatte der Staat Israel das gleiche Problem zu ueberwinden, das juedische Kinder auf nichtjuedischen Schulen belastet: er musste Aussergewoehnliches leisten bei den Besten sein. Der 13. Jahrestag, dem im juedischen Leben eine ganz besondere Rolle zukommt, ist ein begründeter Anlass, die Frage zu behandeln, inwieweit ihm dies gelingt. DAS MATERIELLE Die Antwort muss aus einer grossen Vielfalt von Problemen. Tatsachen, und Leis t u n g e n zusammengesetzt werden, bei denen es oft schwer faellt, der einen oder anderen die Prioritaet zu gewaehren. Trotzdem _ muss man wohl bei allen Betrachtungen davon ausgehen, dass der Staat ueber ein aussergewoehnlich reduzie r t e s Territorium -weniger als 21.000 qkmverfuegt, von dem mehr als die Haeifte Wueste ist, dass er inmitten von Chaos und Krieg zur Welt kam und bis heute noch nur im Waffenstillstand und nicht im Frieden, umringt von feindlichen Nachbarn, lebt und schliesslich, dass er in diesen 13 Jahren seine Bevoelkerung mit der Aufnahme von über einer Million Einwanderer mehr als verdoppelt hat. Jede einzelne dieser Tatsachen —engste. Grenzen und Wuest"\ permanenter Kriegszustand und Masseneinwanderung— bildet fuer sich ein Phaenomen. wie es kaum ein anderer Staat zu bewaeltigen hat; alle drei zusammen aber stellen sie eine historische Herausforderung dar, wie sie in der modernen Geschichte ihresgleichen sucht. Und so steht auch die Bewaeltigung dieser drei Aufgabengebiete Erschliessung, Verteidigung und Aliiah ohne Vorbild und Parallele da und je mehr man sicn ihrer Betrachtung widmet, desto staerker draengt sich die Ueberzeugung auf, dass hier Einzigartiges geleistet wird. Die Wueste, die noch vor dreizehn Jahren alles Leben dort erstickte, wo heute die Gartenvorstaedte von Tel Aviv stehen, ist bis Beer Schewa zurueckgedraengt worden. Suempfe wurden ausgetrocknet, Fluesse umgeleitet und steinige Huegel mit Baeumen bepflanzt. Neue Staedte sind entstanden und hunderte von Doerfern, wo die mehr als eine Million Neuein Wanderer Unterkunft und Arbeit gefunden haben Erdoel, Naturgas, Kupfer, und Schwerchemikalien werden gefoerdert und exportiert oder wandern in die aus dem Boden gestampfte Industrie Der Exportertrag ist sage und schreibe 45-mal so gross wie zur Zeit der Gruendung des Staates, der Nationalertrag “per capita’’ hat europaeisches Niveau und stehi nur hinter dem der wirtschaftlichen Grossmae c h t e des Westens, die Zahl der Aerzte, Schulen oder Zeitungsauflage pro Kopf der Bevoelkerung gehoert zu der groessten der Welt. Ein Netz von Schienen und Autostrassen durchquert das Land, Haefen wurden vergroessert. die nationale Luftlinie verbindet mit Duesen- I flugzeugen Europa und Amemm Jom Haazmaut - das ganze Land, jede. Stadt, jedes Dorf ein Wald von Fahnen. rika, israelische Schiffe befoerdern Hie Exportprodukte des Landes ueber alle Meere und mehr als 100.000 Menschen, die jaehrlich als Touristen kommen, kehren als Propagandisten wieder zurueck. DAS ANDERE Was sie aber im Grunde genommen beeindruckt, ist nicht allein der aussergewoehnliche Rhythmus dieses materiallen Aufbaus. Es ist vielmehr der Geist, der ihn traegt, der Wille, der ihn beseelt. Es mag in unserer hastigen Zeit langweilig anmuten, sich die Frage vorzulegen, inwieweit der Staat Israel die Ideale verwirklicht, die den Lebensinhalt der Zionistischen Bewegung ausmachten. Ob hier die Utopia von Herzls Altneuland Gestalt gewinnt oder nicht; was hat das mit Wassermangel und Balanzierung des Budgets, mit Nasser und Kruschev, mit den realen, dringenden, gewaltigen Problemen des Alltags zu tun? Und doch ist es nicht die Tatsache, dass Israel solch einzigartige Erfolge erzielt, sondern, wie sie erzielt werden, die seine Eigenart ausmachen. Hier behauptet sich die einzige solide Demokratie des Nahen Ostens. Die soziale, Struktur tendiert, ohne sozialistisch zu sein, zur Ueberwindung der dramatischen Spannungen, die in anderen Laendern der westlichen Welt das nationale Leben vergiften; weder kann es sich jemand leisten, provozierenden Luxus zur Schau zu tragen, noch versinken die unteren Stufen der gesellschaftlichen Leiter im Morast der Armut. Die Atmosphaere menschlicher Solidaritaet, die das ganze Land atmet und die in den Kollektivsiedlungen ihren staerksten Ausdruck findet, erstreckt sich ebenso wie auf das soziale, auf das nationale Gebiet. Jeder Jude hat das Recht, nach Israel einzuwandern. Und kein juedischer Einwanderer kopimt als Fluechtling an. In diesem Sinne ist die Vision von der Loesung der Judenfrage, die uns zum Schmerz und der christlichen Welt zu Schmach zwei Jahrtausende abendlaendische Geschichte mit Blut befleckte, bereits verwirklicht. Die vielen hundert Studenten und Techniker, die aus aller Welt und vornehmlich aus den sogenannte Entwicklungsgebieten nach Israel kommen, um dort bewundernd zu lernen, wie ein junges und an Naturschaetzen armes Land mit Fleiss, Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein die Gefahren wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Stagnierung zu ueberwinden vermag, sehen Israel im Lichte der in der zweiten Jahrhunderthaelfte angebrochen technologischen Aera. Wir Juden aber sehen es auch im Lichte! dieser zwei Jahrtausende und insbesondere als Ueberwindung einer von Grauen und Entsetzen erfuellten unmittelbaren Vergangenheit: das Ist. das Land, wo Juden wieder ohne Furcht, stolz und frei leben koennen. Wo Juden als Juden leben koennen. Denn das ist Zion und wir sind heimgekehrt. wmM Í¡É|g| mm llü ¿ y. Das Ereignis des Jahres in Israel: Die grosse Parade zum Unabhaengigkeitstag