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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-02-01 · 2 (Febrero, 1961) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
2 (Febrero, 1961)
Date
1961-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION» ' 8. C. I. B’NE JJSROflL AV. PORTUGAL 610. CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O C I E P A D C ULT U R AL I S R A E Ll T A " B * N E J IS R O E L" BOLETIN INFORMATIVO Febrero 1961 Die Leistungen für die Wiedergutmachung Zwischenbilanz in Bonn Im Rahmen der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts sind seitens der Bundesrepublik Deutschland bisher rund 13 Mrd. D-Mark aufgewendet worden. Damit ist etwa die Haelfte dessen erfuellt, was unter dem gesamten Wiedergutmachungprogramm vorgesehen ist. Mit einer Gesamtleistung von 25 Mrd. D-Mark hofft man, in einigen Jahren die schaendlichen Hypotheken des Dritten Reiches, soweit sie in Geld einigermassen abzugelten sind, getilgt und damit das Kapitel Wiedergutmachung e n d g u eltig abgeschlossen zu haben. Die “Hauptposten” der b i s h e r i g en Wiedergutmachung sind die Leistungen unter dem Bundesentschaedigungsgesetz (8,7 Mrd. D- Mark), dem Vertrag mit dem Staate Israel (2,15 Mrd.), dem Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung fuer Angehoerige des oeffentlichen Dienstes (l Mrd.) sowie unter dem Bundesrueckerstattungsgesetz (715 Mill.). Das Bundesentschaedigungsgesetz regelt in seiner heute geltenden Form die Entschaedigung fuer Schaeden an Leben, Koerper oder Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Vermoegen fuer Schaeden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen. Im Rahmen dieses Gesetzes sind rund 2,7 Millionen Einzelansprueche angemeldet worden, wovon bis Mitte 1960 1,4 Millionen erledigt worden sind. Bei den noch verbleibenden 1,3 Millionen Anspruechen duerfte ein groesserer Teil infolge von Doppelanmeldung dahinfallen. Die Leistungen unter diesem Gesetz sind betraechtlich hoeher, als ursprünglich angenommen worden war. Etwa 6 Mrd. D- Mark der bisher aufgewendeten Betraege wurden an Verfolgte bezahlt, die ihren Wohnsitz im Ausland haben. In den naechsten Jahren werden nach dem Bundesentschaedigungsgesetz m i t Sicherheit noch 8,5 Mrd. D- Mark zu bezahlen sein. Bei der Wiedergutmachung unter dem Rueckerstattungsgesetz ist die Rückerstattung in natura bereits seit Jahren im wesentlichen abgeschlossen. Der Wert des von Bund, Laendern und Gemeinden zurueckerstatteten Vermoegens wird auf 1 bis 2 Mrd. D-Mark geschaetzt. Das Äueckerstattungsgesetz ist, im Gegensatz zum Entschaedigungsgesetz, von den Behoerden der Zentralgewalt durchzufuehren. Die Gesamtausgaben des Bundes nach diesem Gesetz sind auf Grund einer Vereinbarung mit den Westmaeehten auf 1,5 Mrd. D-Mark beschraenkt. Unabhaengig davon sind jedoch alle festgestellten Geldverbindlichkeiten bis 20.000 D-Mark in voller Hoehe und hoehere Betraege mindestens zu 50 Prozent zu befriedigen. Bis Ende September 1960 sind unter diesem Titel 715 Mill. D-M a r k bezahlt worden. Gleichzeitig lag die Summe der festgestellten Gesamtansprueche weit ueber 800 Mill. D-Mark. Der vorgesehene Endtermin fuer die Abwicklung dieses Gesetzes (Ende 1961) duerfte nicht eingehalten werden koennen, da die dazu noetigen Vorverfahren bis zu diesem Zeitpunkt erst zum Teil abgeschlossen sein werden. Die Gesetzgebung ueber die Wiedergutmachung im oeffentlichen Dienst regelt in erster Linie die Fragen der Wiedereinstellung in den oeffentlichen Dienst. Dem Verfolgten soll wieder eine Stelle gewaehrt werden, die er ohne Verfolgung erreicht haette (beispielsweise Nachholung unterbliebener Befoerderung, was in erheblichem Umfang geschehen sein soll). Hierfuer sollen nach der bereits erbrachten Milliarde voraussichtlich weitere 500 Mill. aufgewendet werden. Ausserdem wurden von der Regierung eine Reihe von besonder en Hilfsaktionen fuer einzelne Gruppen von Geschaedigten e i n g e 1 e itet. Dazu gehoert die Aktion fuer ueberlebende Opfer von metí i z inischen Versuchen in Konzentrationslagern, mit der eines der schmachvollsten Kapitel der Vergangenheit in dem noch bescheidenen moeglichen Umfang wiedergutgemacht werden soll (einmalige Beihilfen zur Wiederherstellung der Gesundheit bis zu 25.000 D-Mark je Fall). Bisher sind 1750 Antraege dieser Art. gestellt worden; 1400 davon sind “erledigt”. Im Rahmen der Sonderaktionen sind weiter zu nennen der Haertefonds fuer rassisch Verfolgte nicht- . juedischén Glaubens, die Aktion fuer ehemalige palaestinensische Kriegsgefangene, die Hilfe fuer Geschaedigte des Lagers Wapniarka (Rumaenien) und ein kuerzlich mit dem Fluechtlingshochkommissar der Vereinigten Nationen geschlossenes Abkommen ueber eine zusaetzliche Hilfe an Fluechtlinge, die aus Nationalitaetsgruenden geschaedigt worden sind. Alle diese Sonderregelungen werden aus einem Sonderfonds der Regierung finanziert; 140 Mill. D-Mark sind bisher durch diesen Kanal geflossen, und mindestens weitere 100 Mill. werden in den naechsten Jahren noch zu zahlen sein. Unter dem Wiedergutmachungsvertrag mit Israel vom Jahre 1952 sind 3 Mrd. D- Mark dafuer zu leisten, dass es der Staat Israel uebernommen hat, die durch die nationalsozialistische V e r f o 1gung in ganz Europa entwurzelten Juden aufzunehmen und einzugliedern. Diese Leistungen sind mit den Leistungen an die Jewish-Claims- Conference in der Hoehe von 450 Mill. D-Mark gekoppelt, weshalb sich die gesamten Verpflichtungen im Rahmen des Israelabkommens auf 3,45 Mrd. D-Mark belaufen; davon stehen jetzt noch 1,3 Mrd. aus, muessen aber bis 1965, wenn das Abkommen ablaeuft, erbracht sein. Abgesehen von Israel, hat Es kommt alles auf die Perspektive an. Von Jerusalem oder Tel Aviv aus gesehen ist Beerscheba bereits am Rande der Wueste, aber wenn man in Sodom ist, erscheint Beerscheba wie das Zentrum der Zivilisation, Faehrt man jedbch noch weiter noerdlich am Ufer des Toten Meeres entlang bis nach Gedi, so ist wiederum Sodom der Verbindungspunkt mit der Welt. Denn bis nach Sodom fuehrt die grosse Strasse ueber Dimona von Beerscheba. Dimona ist die moderne Version einer Oase: Statt der um die Quelle grasenden Kamele von einst, stehen hier Jeeps um Haeuser und Fabriken —mitten in der Wueste, von jeder menschlichen Behausung entfernt. Was noch an die Oase aelteren Stils erinnert, sind die Pflanzungen des Keren Kayemeth, der dort Olivenplantagen angebaut hat, die zum grossen Teil mit dem staedtischen Abfluss bewaessert werden. Die Resultate der letzten Jahre sind ermutigend-nicht nur, dass hier bis zu 100 Men- -iussSunzuBUd jop ui uaqos son Beschaeftigung finden, man hofft hier langsam einen zusaetzlichen Industriezweig fuer Dimona zu schaffen. In der vergangenen Saison hat man zum ersten Mal Agaven angebaut, aber obwohl die jungen Pflanzen gut gedeihen, ist es noch zu frueh von den Ergebnissen zu sprechen. In Kuerze werden die beiden grossen Fabriken fuer Textilien, deren Bau sich dem Ende naehert, weiteren hundert Menschen Arbeit geben. Wenn man die Kinder im Schulhof spielen sieht, vergisst man, dass hier vor vier Jahren nichts als der gelbe sich auch eine Reihe europaeischer Staaten an Westdeutschland gewandt und eine Beruecksichtigung der Schaeden verlangt, die ihren Staatsangehörigen durch die nationalsozialistische Verfolgung, insbesondere infolge der Besetzung ihrer Laender, zugefuegt wurden. Bisher wurden mit sieben europaeischen Regierungen entsprechende Vertraege abgeschlossen. Darin hat sich die Bundesregierung jeweils zur Zahlung eines Globalbetrages verpflichtet, der fuer Personenschaeden (Freiheits- und Gesundheitschaeden sowie fuer die Hinterbliebenen getoeteter Verfolgter) bestimmt ist. Die Verteilung der global ueberlassenen Gelder erfolgt durch die auslaendischen Regierungen. Bisher wurden mit und braune Sand war, der noch heute Dimona von allen Seiten umschliesst. Um sowohl die Stadt wie auch die Fabrikanlagen vor dem Wuestensand zu schuetzen, der nicht nur das Wohnen unbehaglich macht, sondern auch die Maschinen verunreinigt und zerstoert, sollen Baeume in Form von Windschutzalleen um die Gebaeude herum gepflanzt werden. Eine halbe Autostunde weiter oestlich. einer breiten bequemen Chaussee entlang, liegt Sodom. Ein Schild, dass man bis zum Meeresspiegel herabgestiegen ist, heisst nicht, dass die Strasse nic'ht weiter und weiter faellt, denn Sodom ist der tiefste Punkt der Erde, fast 400 m. unter dem Meeresspiegel. Die Landschaft, die sich unter der hochgelegenen Chaussee ausbreitet, sieht wie eine Mondlandschaft mit Kegeln und erloschenen Kratern, ueber die Schwaerme von Geiern kreisen aus. Kein Gruen durchbricht die braune und gelbe Farbe der Wueste, keine Pflanze mildert die toedliche Erstarrtheit des Tales, das einmal durch Erdbeben und vulkanische Ausbrueche entstanden ist und Sodom und Gomorrah mit in die Zerstoerung gerissen hat. Ein Block von Wohnhaeusern, der wie der Beginn einer Stadt aussieht, steht leer, vernachlaessigt und verkommen. Hier war einmal das Wohnlager der Arbeiter der Kaliwerke des Toten Meeres, aber seitdem Dimona entstanden ist, und die Strasse nach Beerscheba existiert, hat die Firma es fuer besser gehalten, das Lager aufzuloesen und ihre Leute jeden Tag von Dimona oder Beerscheba zur Arbeit hin und zurueckfolgenden europaeischen Staaten derartige Abkommen getroffen: Frankreich (400 Mill. D-Mark), Griechenland (115 Mill.), Belgien (80 Mill.), Norwegen (60 Mill.), Luxemburg (18 Mill.) und Daenemark (16 Mill.). Die Zahlungen an die Niederlande erfolgen im Rahmen des deutschniederlaendischen Ausgleichsvertrags, durch den sich die Deutschen zur Zahlung eines Gesamtbetrags von 280 Mill. D-Mark verpflichtet haben. Der Gesamtbetrag, der von der Bundesrepublik in den naechsten Jahren an diese sieben europaeischen Staaten zu zahlen ist, belaeuft sich auf ueber 800 Mill. D-Mark. (“Neue Zuercher Zeitung”) zubringen. Wie man uns erklaert, ist das nicht nur billiger als die Instandhaltung einer Wohnsiedlung an diesem Platz sondern darueber hinaus auch gesuender, wenn dei Menschen nicht in der Hitze des Talkessels von Sodom leben muessen. Seitdem dieses neue Arrangement getroffen ist, verlassen viel weniger Arbeiter der Kaliwerke ihren Arbeitsplatz als frueher. Sieht man von den Tuermen und Maschinen der Kaliwerke ab, die sich weit nach Sueden erstrecken, mit den sich aus dem Toten Meer ziehenden Kanaelen und Lagunen, in denen das Salz und andere Chemikalien ablagern, .so bleibt von Sodom nichts anderes uebrig als zwei Restaurants direkt fim FusSfe des Sodom-Berges, den man mit der beruehmten Salzsaeule identifiziert. Tatsaechlich ist der Berg wie die ganze Bergwand auf dieser Seite des Toten Meeres aus Salz, aber nur mit grosser Phantasie kann man aus seiner Struktur die Zuege éinér Frau lesen. Eines der Restaurants heisst “Lot’s Wife’s INN” (Herberge zur Frau Lot) und das andere Lokal ist eine Jugendherberge. Allerdings trifft man hier keine Jugend, sondern viele aeltere Leute, die zur Erholung gekommen sind, um eine Kur am Toten Meer zu machen. Seine Wasser sollen heilend gegen Rheuma, Gc lenkentzuendungen und andere Krankheiten wirken. Trotzdem liegt ueber Sodom oder zumindest dem Platz, der sich heute so bezeichnet, etwas Provisorisches. Wie (Fortsetzung Seite 1?) SODOM SOLL VERLEGT WERDEN VON HERBERT FREEDEN

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