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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-12-01 · 12 (Diciembre, 1960) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
12 (Diciembre, 1960)
Date
1960-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Diciembre 1960 BOLETIN INFORMATIVO 9 VORSCHAU AUF DEN ZIONISTENKONGRESS 500 Delegierte sowie 70 Vertreter von “Angeschlossenen nnd Befreundeten Organisationen” werden zum 25. Zionistenkongress erwartet, der Ende Dezember in Jerusalem zusammentreten wird. Es ist das erste Mal nach der Annahme der neuen Konstitution durch das Actions-Comité, dass territoriale und interterritoriale Koerperschaften, deren Mitglieder nicht der zionistischen Organisation angehoeren, vertreten sein werden, insbesondere trifft das auf die Judenheiten Suedamerikas und Westeuropas zu, unter ihnen auch der British Board of Deputies, die Gesamtrepraesentation der britischen Judenheit. Die Juden der Vereinigten Staaten, soweit sie nicht in Zionistischen Verbaenden organisiert sind, duerften weniger stark vertreten sein und lediglich der American Jewish Congress und einige kleinere Organisationen werden ausserhalb des zionistischen Rahmens Beobachter entsenden. Verhandlungen mit anderen Koerperschaften sind jedoch noch nicht abgeschlossen und es bestehen Aussichten, dass Bnai Brith und die United Synagogue repraesentiert sein werden. Man kann jedoch schon jetzt sagen, dass Dr. Nachum Goldmann’s Vorschlag auf Aenderung der Verfassung, fuer den er so energisch im Action s-Comité gekaempft hat, zu einem nicht unerheblichen Teil von Erfolg gekroent ist. Die Tagesordnung des Kongresses, der schon seiner Zahl, nach —25— einen Einr schnitt in der Zionistischen Geschichte bedeutet, steht noch nicht in Einzelheiten fest. Es ist jedoch schon jetzt klar, dass die Eroeffnungsrede des Praesidenten auf breitester Grundlage eine Analyse des juedischen Problèmes, wie es heute existiert, geben wird, wobei er die Frage nach der gegenwaertigen Rolle des Zionismus aufrollen und untersuchen wird, was das Programm der Zionistischen Weltorganisation heute darstellt. Eine gewisse Aenderung in der Agenda wird mit der Tatsache eingefuehrt, dass die Zionistische Exekutive nicht i wie bisher am Ende, sondern in den ersten Tagen des Kongresses gewaehlt werden wird, d. h. der Kampf um die Sitze und Portefeuilles wird eigentlich vor der Eroeffnung des Kongresses beginnen und vielleicht auch schon ausgetragen. Die Tendenz, einige Departments in der Jewish Agency zusammenzulegen, wie z.B. die Organisations - -und Informations—. departments so wie die verschiedenen Abteilungen, die sich mit Erziehung in der Diaspora befassen, hat zur Folge, dass auch die Anzahl der Mitglieder der Exekutive, die als Leiter der Departments fungieren, vermindert werden wird. In dem Ringen der Parteien um Schluesselstellungen innerhalb der Exekutive bedeutet das einen neuen Faktor und der Vorschlag, Exekutivposten ohne Portefeuilles zu schaffen, duerfte ein nicht immer befriedigender Ersatz sein, da wirklich nur die praktische Leitung eines Departments Macht und Einfluss mit sich bringt. Die Wiederwahl von Dr. Nachum Goldmann zum Praesidenten ist unumstritten, da er fruehere Andeutungen, dass er sich von diesem Posten zurueckzuziehen wuenscht, nicht wiederholt hat. Deshalb ist auch die Kandidatur von Mosche Sharett, von der einmal die Rede war, nicht aktuell. Dagegen spricht man davon, dass Dr. Goldmann zwar in seinem Amt als Praesident fortzufahren beabsichtigt, aber vorschlagen wird, sowohl fuer die Jerusalemer wie auch fuer die New Yorker Exekutive je einen permanenten Vorsitzenden zu waehlen, um ihn von einem Teil der Kleinarbeit zu entlasten. Auch hier duerfte die Entscheidung um die geeigneten Persoenlichkeiten nicht leicht fallen. Selbstverstaendlich wird auch diesen Kongress die Beziehung zwischen Staat und Bewegung beschaeftigen, die schon die beiden vorigen Kongresse beherrscht hat. Die eigentliche Ursache der dauernden Reibungen und haeufigen Konflikte zwischen Persoenlichkeiten der Jewish Agency liegt in dem Mangel, die letzte Konsequenz aus Ohne Unterlass geht der Kampf gegen Wueste und Sand: Baumpflanzungen im Negew -.J «A « A ' *! r* ' : > * - ' : _'*'**•; Äi _ ' d % ' « S : *■> * J Von HERBERT FREEDEN der geschichtlichen Entwicklung der Zionistischen Organisation zu ziehen. In einer eben erschienenen Brosehuere “Die Jewish Agency” findet sich folgende Definition: “Die Jewish Agency fuer Israel, die die Zionistische Weltorganisation repraesentiert, handelt im Aufträge der Juden in der Welt die sich um die Entwikklung Israels, die Ansiedlung von Juden dort, und um die Einheit des juedischen Volkes sorgen. Im Verfolg dieser Ziele arbeitet die Jewish Agency in enger Kooperation mit der Regierung Israels”. Aus dieser Definition ist ersichtlich, dass die Zionistische Organisation die Judenheit in der Welt vis-a-vis dem Staate Israel vertritt, d. h. sie ist das Instrument, durch das die Welt judenheit ihre Sympathien fuer Israel in konstruktive Kanaele leiten kann. Es ist klar, dass dem Buerger in Israel dafuer andere Wege zur Verfuegung stehen, und er nimmt an der Erschliessung des Landes und an der Absorbierung neuer Menschen im Rahmen der vom Staatsapparat vorgesehenen Mittel aktiven Anteil. Als Instrument der Weltjudenheit gegenueber Israel ist die Zionistische Organisation ihrem Wesen nach eine ausgesprochene Diaspora - Koerperschaft, die eine Koordination mit dem Staat und den entsprechenden Regierungsaemtern anstrebt. Seit Staatsgruendung ist die Zionistische Organisation mehr und mehr zu einer Bruecke geworden, die die Weltjudenheit mit Israel verbindet und ueber die Menschen und Material zur Staerkung des Staates fliessen. Aus dieser Auffassung wuerde sich ergeben, dass die Buerger Israels durch die S t a a tsorgane repraesentiert sind und die Judenheit der Diaspora, soweit sie konstruktiv am Aufbau Israels teilnimmt, durch die Zionistische Weltorganisation vertreten wird. Leider hat man aus dieser Definition nicht die entsprechende Konsequenz gezogen, und daraus resultiert einer der entscheidenden Gruende fuer die ununterbrochenen Konflikte zwischen Staat und Bewegung. Obwohl es in der israelischen Oeffentlichkeit keine aktive Zionistische Organisation gibt, wird ein wesentlicher Teil der Kongressdelegierten, entsprechend der Sitzverteilung in der Knesseth von Buergern Israels gestellt, genau so wie sie einen wesentlichen Anteil an der Zusammensetzung des Actions-Comités haben. Von den 500 Delegierten entfallen 190, also 38%, auf Israel. Diese Tatsache hat in erster Linie parteipolitische Motive, denn von den 190 Sitzen, die Israel zugeteilt werden, kommen 114 auf die drei Arbeiter-Parteien, waehrend deren Staerke in der Diaspora in umgekehrter Proportion zu der der bürgerlichen Parteien steht. Es ist zwar verstaendlich, dass sie unter keinen Umstaenden gewillt sind, diesen Aktivposten aufzugeben, aber die Beziehungen zwischen Staat und Zionistischer Organisation werden auf diese Weise kaum jemals einer Klaerung zugefuehrt. Auch der 25. Zionistenkongress, allein durch die Tatsache seiner Zusammensetzung, wird diese fundamentale Inkonsequenz nicht korrigieren koennen. TECHNISCHE HILFE ISRAELS IN AETHI0PIEN Aehnlich wie in anderen a f r i k a n ischen und asiatischen Staaten arbeiten seit einiger Zeit eine Anzahl von israelischen Fachleuten in Aethiopien, um bei der Entwicklung des Landes mitzuhelfen. Die Regierung von Addis Abeba hat bisher jedoch die Mitwirkung Israels an der Modernisierung des Landes so wenig wie moeglich betont und auch keine diplomatischen Beziehungen mit Israel aufgenommen, um der arabischen Propaganda in Afrika keine neue Nahrung zu geben. Vor kurzem hat aber Kaiser Haile Selassie den israelischen Landwirtschaftsminister Mosheh Dayan bei seinem Besuch in der aethiopischen Hauptstadt mehrmals empfangen und mit ihm eine Reihe von Projekten besprochen, die gemeinsam von Aethiopien und Israel ausgeführt werden sollen. Man plant die Entsendung israelischer Berater, die bei der Suche nach neuen Wasserquellen und beim Aufbau des Sanitaetsdienstes mithelfen sollen. Sodann werden Lehrer an die Technische Hochschule von Addis Abeba gesandt sowie eine Reihe von landwirtschaftlichen und industriellen Unternehmungen gegründet, die von den beiden Laendern gemeinsam in Angriff zu nehmen sind. Bei diesen Plaenen handelt es sich um die gemeinsame Entwicklung wasserarmer Gebiete, wobei Israel sich auf die Erfahrungen im Negev stuetzen kann. Vorgesehen ist der ANZEIGENSCHLUSS am 30. Anbau von Baumwolle und Oelsamen sowie die Entwicklung der Viehzucht. Ausserdem soll versucht werden, den Fischfang im Roten Meer zu entwickeln. Für Israel hat diese Zusammenarbeit mit Aethiopien eine doppelte Bedeutung: jede Verbindung mit einem afrikanischen Staat bedeutet eine politische Staerkung im Rivalitaetskampf mit Nasser, der mit aller Kraft versucht, seine Stellung auf dem Schwarzen Kontinent zu staerken, und der dabei eine betraechtliche antiisraelische Pro paganda entfaltet. Ausserdem kann die Zusammenarbeit mit Aethiopien für Israel auch auf wirtschaftlichem Gebiet günstige Resultate zeitigen, wenn auch erst nach langer Vorbereitung und der Investition von Arbeit, Menschen und vielleicht auch Kapital. Wenn die gemeinsamen Unternehmungen zum Anbau von Baumwolle und Oelsamen und die Plaene für Viehzucht gelingen, kann Israel unter günstigen Bedingungen Rohstoffe erhalten, was bei der sich ausbreitenden Industrialisierung von Bedeutung ist. Die Suche nach aussichtsreichen Fischgründen für die wachsende israelische Fischereiflotte ist um so dringender, als der Fischfang im Mittelmeer wenig ertragreich ist. Mosheh Dayan hat gerade vor seiner Abfahrt nach Aethiopien die Entsendung von zwei Schiffen nach Eilat organisiert, die wegen der Blockade des Suezkanals den ganzen afrikanischen Kontinent umfahren müssen, um zu ihren Stationen im Roten Meer zu gelangen. (“Neue Zuercher Zeitung”) Die Wueste muss ihre Schaetze hergeben: Minen im Negew IlSlli iilpti ¿ i m

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