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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-09-01 · 9 (Septiembre, 1960) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
9 (Septiembre, 1960)
Date
1960-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Septiembre T 960j3S«£3ï**ïS5Si BOLETIN INFORMATIVO 7 k NACH DEN KONFLIKT HIT ARGENTINIEN IH ALTEN STIL Bei allen Betrachtungen ueber den Pall Bichmann stand bisher der durch die Entfuehrung des Moerders entstandene Konflikt zwischen Argentinien und Israel sehr im Vordergrund. Die bis dahin ausgesprochen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten erkalteten, um im Moment der Erklaerung des Botschafters Levavi als “persona non grata” auf einen absoluten Gefrierpunkt zu gelangen. Es ist ebenso paradox wie erfreulich, dass die Wendung zum Guten praktisch in diesem bisher kritischsten Moment eintrat. Wenige Tage Der aegyptische Diktator gefaellt sich bekanntlich nicht nur in der sich selbst zugedachten Rolle eines Fuehrers aller arabischen Staaten, sondern spielt darüber hinaus auch die eines aus eigener Mach tvollkommenheit ernannten Vormunds aller mohammedanischen Laender. In beiden hat er immer weniger Erfolg. Nachdem ihm in den vergangenen Jahren durch die energische Haltung des tunesischen Praesidenten Habib Bourgiba und die groes. senwahnsinnige Konkurrenz des Diktators von Irak nach Westen und Osten hin vorlaeufige Grenzen seiner Expansion vorgeschrieben waren und nachdem sowohl der Sudan wie Libanon seinem nach der Abreise des als persona non grata erklaerten Botschafters gelang es Schabtai Rosen, dem Berater des Aussenministeriums von Jerusalem, der sich zu diesem Zweck auf Sondermission in Buenos Aires auf hielt, die Gasa Rosada zu einer formellen Erklaerung ihrer Bereitschaft zum Austausch neuer Botschafter zu bewegen. So bedauerlich die zahlreichen Fehler sind, die gewiss auf beiden Seiten in dieser Angelegenheit gemacht worden sind, so sehr muss anerkannt werden, dass es gerade im gefaehrlichsten Mo. Zugriff entglitten waren, musste er nun an beiden Fronten —der arabischen und der mohammedanischen— neue Schlappen einstecken. Die erstere muss ihn beson. ders geschmerzt haben, erteilte sie ihm doch Hussein, der kleine Wuestenkoenig von Amman, den er schon mehr als einmal an den Rand der endgueltigen Abrechnung gedraengt hatte. Und zwar versuchte er, ihn durch eirte neue “palaestinensische” Intrige, die Aufstellung eines Heeres der Fluechtlinge unter nasseristischer Inspiration, in Schwierigkeiten mit den zahlreichen in Transjordanien ansaessigen ehemaligen Palestinenser hineinzumannoevrieren. Hussein reagierte ment nicht an dem guten Willen und Geschick gefehlt hat, die notwendig waren, endlich kehrt zu machen und unter diese leidige Angelegenheit einen Schlusstrich zu ziehen. Mit der bevorstehenden Ernennung neuer Botschafter wird der Weg zur Wiederherstellung der traditionell guten Beiziehungen zwischen den beiden Staaten eroeffnet werden. Und damit wird auch dieser einzige Schaden, den Eichmann uns ohne sein Zutun zugefuegt hat, repariert sein. Die Scheinwerfer richten sich nun einzig und allein auf seine Anklagebank. ebenso energisch wie ge. schickt und die Sache musste abgeblasen werden. Ebenso erfolglos wandte er sich gegen die Aufnahme der Beziehungen zwischen —dem nicht-arabischen, aber mohamendanischen— Iran (frue. her Persien), indem er seinen Botschafter abberief, den Schah und seine Regierungen in dem ihm eigenen Nazi- Jargon mit wuesten Beschimp. fungen bedachte und die soundsovielte Konferenz der “Arabischen Liga” einberief, um die anderen arabischen Laender zu solidarischem Abbruch der Beziehungen zu veranlassen. Dass diese Konferenz nichts dergleichen beschloss, sollte ihm eigentlich zu denken geben. Der Antisemitismus ist ein soziologisches und psycholo gisches Phaenomen, welches im Laufe der Geschichte in mannigfaltigen Formen aufgetreten ist- Er war bekanntlich keineswegs eine Erfindung des Irren von Braunau und wer sich in der Hoffnung wiegte, dass mit dessen Niederlage der Antisemitismus aus der Welt geschafft sei, gab sich sehr naiven Illusionen hin. Was man dagegen ein Recht hatte zu erwarten, waren neue Formen dieser Geisteskrankheit und da es nach den grausigen Exzessen des 3. Reichs wirklich nicht mehr schlimmer kommen konnte, “mildere” Formen. In mancher Hinsicht bestaetigte sich diese Erwartung auch. So ist die politisch bedeutendste Form des Judenhasses heute wohl der arabische “Antizionismus”, bei dem schon der Deckname darauf hinweist, dass man sich irgendwie befleissigt, subtilere Methoden anzuwenden. Desgleichen ist der unbestreitbare Antisemitismus, der in der Sowjet-Union herrscht, ein sorgfaeltig frisierter und Krusehev war jedesmal wue. tend, wenn ihm bei seinen Reisen in den Westen die Reporter in dieser Richtung verfaengliche Fragen stellten. Es ist daher interessant, einmal die Namen der Judenhasser festzuhalten, die sich ohne Scham und Um. schweife immer noch ganz mit den Antisemitismus nazis tischer Praegung identifizieren und die eigentlich nicht mehr und nicht v/eniger als verhinderte Moerder sind. In Washington laeuft ein solcher Unhold herum Er heisst Lincoln Rockwell, ist Fuehrer einer einige Dutzend Mitglieder zaehlenden Nazi-Partei, die ganz offen mit Hakenkreuzfahnen und —Abzeichen agiert und in ihren Schundblaettern mit Gasoefen, Mas. senvernichtungen und Ausweisungen “Volksaufklaerung und Propaganda” treibt. Ein weiteres Subjekt, das sich nicht entbloedet, deh Antisemitismus mangels jeg. lischer Originalitaet ganz im alten Stil zu destillieren, ist hier in Santiago der beruechtigte Franz Pfeiffer, der be- Pm ub suostaa sauia uaqapruv tioinp uopunisassnH auias ia ^isipatpie fuaraoiM raj •aijmp uaSuijqjaA i&Sata pun ssorqog -lapnq uaqooM PSiuia uei3rxnDrnN sap rapaj -uaddnjSs^xo sre pornuumi Hausmauern der Innenstadtin dem er unter dem Titel “El Observador Populär” (Der Voelkische Beobachter!) sinnige Betrachtungen zum Weltgeschehen anstellt und unter anderem mitteilt, dass er eine grosse Zeitung in Vorbereitung hat. Um aber auch jeden Verdacht auf Originalitaet von vornherein zu entkraeften, will er dieselbe “Ataque” nenen, so wie sein Meister Klumofuss in den glorreichen Zeiten den 'Angriff” verlegte. NASSER STOESST SICH DIE HOERNER STUMPF ZYPERN SELRSTAENDIG DER SCHWARZE HANN STEHT AUF Mit der Etlangung ihrer Selbstaendigkeit ist die Insel Zypern ein neuer Staat im oestlichen Mittelmeerraum geworden. Aus mehreren Gruenden ist diese Tatsache fuer Israel von besonderer Bedeutung: am wichtigsten unter ihnen ist die geographische Naehe und sie allein genuegt, um das Interesse, mit dem man von dort aus die ersten Schritte des jungen Nachbarn beobachtet, zu erklaeren. Zwei Dinge sind es, die zu solid begruendeten Hoffnun. gen fuer die Entwicklung Zyperns als unabhaenglger Staat berechtigen. Das eine, das hier in einer ganz besonders konfliktgeladenen Situa. tuation eine friedliche Loe. sung gefunden wurde. Bekanntlich lebt auf der Insel eine griechische Mehrheit, die nicht 'sehnlicher wiuenschte als die Vereinigung mit Griechenland und eine tuerkische Minderheit, die nichts mehr fuerchtete als dieselbe und die aus dem gleichen Grunde eine Fortdauer des britischen Mandats als beste Garantie angesehen haette. Hinzu kommen die britischen strategischen Interessen, heu. te weitgehend verquickt mit NATO-Interessen. All diese Gegensaetze wurden mit viel Geduld, Entgegenkommen und Konzessionen ausgegli. chen und ln den Vertraeger. von Zuerich und London in Einklang gebracht, womit ein wahres Exempel fuer die Moeglichkeiten friedlichen Ausgleichs in dieser Zeit des kalten Krieges statuiert wurde. Der andere positive Faktor, der uns besonders beruehrt, ist einer JTA-Meldung aus Jerusalem zu entnehmen. Diesem Kabel zufolge wird die Regierung des Erzbischofs Makarios Beziehungen —vorerst auf konsularem Niveau— zu allen Mittelmeerstaaten aufnehmen, das heisst einschliesslich Israels. Auch hier ist die Kampagne Nas sers. der Zypern in die Bovkottbewegung einreihen wollte, vollkommen fehlgeschlagen. DAS WIEDERGUTMACHUNGS ABKOMMEN Die grosse israelische Tageszeitung “Dawar” befasste sich kuerzlich mit der Durchfuehrung des Abkommens ueber Bezahlung individueller Entschaedigungen und bemerkte hierzu: “Dieselbe muss Bedenken erregen, insofern es sich um das Tempo handelt, in dem die betreffenden Angelegenheiten seitens der westdeutschen Behoerden erledigt wer den. Laut den jetzt vorliegenden Statistiken ist noch eine riesige Anzahl von Antraegen nicht erledigt worden und von insgesamt 2.657.000 Gesuchen wurden bis September 1959 nur 897.600 bearbeitet. Dies bedeutet, dass nicht mehr als 34% der Entschaedigungsgesuche seitens der deutschen Behoerden erledigt worden sind! Die Ziffern beziehen sich, wie gesagt, auf September 1959, doch ist von diesem Zeitpunkt his heute keine nennenswerte Veraenderung in der Behandlung der Angelegenheiten eingetreten”. Besonders ausfuehrlich befasst sich die israelische Presse —ebenso wie die der ganzen Welt— mit den Ereignissen in Afrika. “Jerusalem post” kommentiert, dass das unabhaengige Afrika so schnell waechst, dass man gar. nicht mit den Veraenderungen Schritt halten kann und bemerkt: “Diese Staaten werden keine westlichen Nationen werden. Afrika ist anders als Europa, aber auch verschieden von Asien. Das heisst, dass es seinen Weg auf seine eigene Weise suchen muss. Das heisst weiter, dass der Westen dort grosse Rueckschlaege erleben wird, vor allem wenn er versuchen sollte, seine Art die Dinge anzupacken in Afrika bedingungslos einzupflanzen”. An anderer Stelle bringt die “J. P.” zum Ausdruck, dass die rauhe Behandlung, die sich die U. N. im Kongo gefallen lassen muss, “ein Beweis dafuer ist, dass es ihr in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, sich ein solides Vertrauen im Weltmasstabe zu erringen. Was sich dort abspielt”, fuegt das fuehrende Blatt hinzu, "ist Wasser auf die Muehlen der Befuerworter der “Apartheid” in Suedafrika, die jetzt behaupten koennen, dass sich die afrikanischen Neger nicht als Administratoren unabhaengiger Staaten bewaehren”. Worin sich Zeitungen aller Tendenzen einig sind, ist in der Notwendigkeit, den neuerstandenen Staaten des schwarzen Erdteils ein Hoechstmass an technischer Hilfe angedeihen zu lassen. Besonderer Nachdruck wird dabei immer wieder auf den Umstand gelegt, dass diese Staaten solche Unterstuetzung weit lieber von einem Kleinstaat wie Israel, dessen Errungenschaften in 12 Jahren Unabhaengigkeit groesste Bewunderung erregt haben, akzeptieren, als von seiten einer Grossmacht, von der sie annehmen, dass sie imperialistische Interessen im Schilde fuehrt. Fuer Israel andererseits bedeutet die Anknuepfung solcher Beziehungen eine immer weitere Bresche in die Front des arabischen Boykotts und der Weg zur Freundschaft mit einer wachsenden Anzahl von Nationen. ATSCHEKA

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