Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 7 (Julio, 1960)
- Date
- 1960-07-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO Julio 1960 Auszug aus dem Protokoll (Fortsetzung von Seite 3) ne Vakanz zu fuellen. Herr Alfred Berliner wird einstimmig gewaehlt. Nach beendigter Wahl unterbricht der Vorsitzende fuer kurze Zeit die Sitzung, um den Direktorium Gelegenheit zu geben sich, neu zu konstituieren. Nach Wiedereroeffnung der Sitzung gibt Herr Dr. Landau die neue Zusammensetzung des Vorstandes bekannt, die wie folgt lautet: Praesident, Herr Dr. Siegfried Landau. Vize-Praesident, Herr Alejandro Lande. General-Sekretaer, Herr Dr. Hans Reich. Pro-Sekretaer, Herr Curt Isaac. Schatzmeister, Herr Curt Hofmann. Stellvert r-Schatzmeister Herr Walter Schueftan. Beisitzer, Herr Alfred Berliner. Herr Lande berichtet ueber die Arbeit der Kultuskommission. In der Zeit seit der letzten Repraesentantensitzung sind zwei Jugendgottesdienste veranstaltet worden, die gut besucht waren. Ebenso fand das traditionelle Shawuothlernen statt. In der anschliessenden Aussprache gibt Herr Rabbiner Loewenstein bekannt, dass die S. C. I. ein Heftchen in spanischer Sprache herausgegeben hat, das eine Anleitung zur Feier des Freitagabends enthaelt. Es ist der “zweiten Generation” zugesandt worden. Herr Hollaender berichtet ueber die Arbeit der Jugendkommission. Die Jugendlichen, die am Lager von Campo de Jordao teilnahmen, haben eine Gruppe gebildet, die augenblicklich rund 40 Personen umfasst. Diese Gruppe hat die Absicht, ein Winterlager durchzufuehren. Ein entsprechendes Haus ist ihnen dankenswerterweise von Herrn Francisco Friedman zur Verfuegung gestellt worden. Die geistige Leitung des Lagers werden die Herrn Rabbiner Loewenstein und Maguenzo uebernehmen. Herr Rabbiner Loewenstein gibt bekannt, dass er die Absicht habe an Stelle der Ivria eine neue Gruppe ins Leben zu rufen. Herr Walter Schueftan berichtet ueber ein von der Propagandakommission veranstaltetes Jazzkonzert, welches leider sehr schwach besucht war. Als Naechstes gibt Herr Dr. Landau Bericht ueber die Hilfsaktion fuer die Erdbebengeschaedigten. Er erklaert in diesem Zusammenhang, dass die Colectividad ihre Pflicht hervorragend erfuellt habe und die “B’ne Jisroel” alle in sie gesetzten Hoffnungen weit uebertraf, sodass ihr Verhalten als beispielhaft fuer den ganzen Jischuw bezeichnet werden kann. Die Gemeinde hat bisher E° 15.240 abgeliefert, womit sie an erster Stelle unter den diversen Sektoren der Kollektivitaet steht. Der Wert der Sachspenden ist ebenfalls aussergewoehnlich hoch. An diesem Punkt seines Berichtes drueckt Herr Dr. Landau allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen aufrichtigsten Dank fuer ihre aufopfernde Arbeit aus. Von den von der Colectividad gesammelten Geldern sind bisher E° 20.000.—■ an das Innenministerium abge liefert worden, ebenso wurden E° 6.300.— der Universidad de Concepción zur Verfuegung gestellt. Diese wird dafuer zwei Unterkuenfte fuer Studenten errichten, die den Namen “Colectividad Israelita de Chile” und “Estado de Israel” tragen werden. Die Situation der Juden in den betroffenen Gebieten ist leider sehr ernst. Wenn auch keine Todesopfer zu beklagen sind, so sind doch die materiellen Schaeden sehr hoch. Gleich nach Bekanntwerden der Katastrophe hat sich die Gemeinde mit den Schwestergemeinden im Sueden in Verbindung gesetzt. Vor etwa zwei Wochen fuhr Herr Dr. Kiwi in Vertretung der Logen und der Gemeinde zusammen mit Herrn Levy vom Joint nach dem Sueden. Herr Dr. Kiwi hat an Ort und Stelle Kontakt mit den einzelnen Menschen genommen, Gemeindeversammlungen einberufen und in jeder Hinsicht hervorragend gearbeitet. An die Ausfuehrungen von Herrn Dr. Landau schliesst sich eine lebhafte Debatte an, in welcher die Herrn Loebel, Bachner, Leiser, Berliner und Dr. Sklarz zu den aufgeworfenen Fragen Stellung nehmen. Herr Dr. Kiwi bestaetigt die Worte Dr. Landaus und gibt Einzelheiten ueber seine Suedenreise bekannt. Er bittet, alles zu tun, damit so schnell und tatkraeftig wie moeglich geholfen wird. Abschliessend verliest Herr Dr. Landau einen Brief der Centra, in welchem diese davon Kenntnis gibt, dass in Anbetracht der tragischen Umstaende der Centra - Kongress der in diesem Jahr in Santiago abgehalten werden sollte, in ein anderes Land verlegt worden ist. Die Centra hat sich mit dem Council of Jews from Germany in Verbindung gesetzt und diesen ersucht, die angebotene Hilfe ueber unsere Gemeinde gehen zu lassen. DIE TRAUER DES 9. AW In den letzten Jahren konnte das juedische Volk den national-religioesen Unglueckstag seiner Geschichte in einer sich aussichtsreicher gestaltenden Gesamtsituation begehen, und | deshalb ist, nicht ganz ohne ' einen aeusseren Schein von Berechtigung, zuweilen die Meinung vertreten worden, dass der Gedenktag an die zweimalige Tempelzerstoerung und den Untergang des juedischen Staates in der Gegenwart seinen eigentlichen Sinn eingebuesst habe. Doch gegen eine solche sich aeussernde Auffassung kann nicht scharf genug Einspruch erhoben werden. In der juedischen Geschichte ist sehr haeufig Vergangenheit zur Gegenwart und Gegenwart zur Vergangenheit geworden, d. h. mit anderen Worten, dass die Jahrhunderte im Geiste ueberbrueckt wurden, und dass man in den Gedanken und in dem Geschehen von einst die eigenen Gedanken und das Geschehen des Augenblickes erlebte. Wenn unsere Ahnen von der Vernichtung des Ersten Tempels lasen, stand ihnen deutlich auch der Untergang des Zweiten Tempels vor Augen. Man hoerte von Nebukadnezar und dachte im gleichen Moment an Titus. Man erfuhr von der Gewaltherschaft der Roemer im Von Curt Wilk juedischen Lande und verglich damit im Geiste die grausamen Judenverfolgungen des Mittelalters. Und wer unter uns Heutigen, der von den Pogromen im zaristischen Russland liest, denkt nicht gleichzeitig an die juedische Tragoedie, welche mit dem Jahre 1933 begann, und die in ihren furchtbaren Auswi r k u n g e n noch fuer lange Zeit spuerbar sein wird? So ist auch der grosse Prophet Jirmijahu, dessen “Klagegesaenge” wir am Tischa B’Aw vernehmen, zum Propheten nicht nur jener fernen Epoche, sondern zum Propheten einer jeden folgenden Zeit geworden, zum Propheten des juedischen Schicksals ueberhaupt. Das juedische Volk trauert an seinem nationalen und religioesen Trauertage nicht nur um Zion und Jeruschalajim im engsten Sinne, als um die geschwundene einstige Groesse und Herrlichkeit, sondern um das gesamte mehrtausendjaehrige Judenleid, um all die Tragoedien und Verhaengnisse seiner Geschichte, sodass der traditionelle Tag des Volksschmerzes nichts von seiner frueheren Bedeutung verloren hat. Doch mit einer Zuversicht wie nie zuvor schoepfen der Staat Israel und mit ihm die Diaspora aus dieser Vergangenheit die Kraft zum Wiederaufbau der juedischen Existenz, eine Kraft, die nur durch das treue Festhalten am 9. Aw und dem Geiste, der von diesem Tage ausgeht, imstande gewesen ist, dem juedischen Volke Zukunftsvertrauen einzufloessen. Solche Gedanken sind zeitgemaess und beantworten die Frage, weshalb wir Juden noch in der Gegenwart trotz des wiedererstandenen juedischen Staates Tischa B’Aw begehen . I 1 f f FAMACO Fábrica de Materiales de Construcción BENJAMIN ENGEL SPITZ Av. 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