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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-07-01 · 7 (Julio, 1960) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
7 (Julio, 1960)
Date
1960-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION. S.C. I. B'NE JISROfiL AV. PORTUGAL. 810. CASILLA 2487. SANTIAGO-CHILB BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O c\l E P A D CULTURAL f4S RAEAITA " B * N ISROEL AÑO XII — N«? 7 SANTIAGO DE CHILE JULIO 1960 SOLIDARITAET Die Erdbeben und Überschwemmungskatastrophe, die das Land heimsuchtc, hat wie ein elektrischer Schlag auf alle Voelker und Nationen gewirkt. Sobald die Nachrichten vom Umfang der Zerstoerungen in der Weltpresse-bekannt gegeben wurden, begann ein unuebersehbarer Strom von Hilfeleistungen der ganzen Welt in Chile einzutreffen. Tag und Nacht, unter den unguenstigsten Verhaeltnissen, funktionierte die internationale Luftbruecke, an der Flugzeuge aus allen Teilen des Kontinents teilnahmen; die Regierungen bewilligten spontan Unterstuetzungen und Kredite und grosse internationale Organisationen stellten sich ganz in den Dienst der Hilfeleistungen fuer Chile. Wir standen nicht abseits. Am Morgen des 21. Mai 1960, kurz nach dem Beben in Concepeiön begannen die ersten Anrufe in der " B' n e J i s r o e 1'' “Braucht Ihr Hilfe?” — “Braucht Ihr Geld, Kleider, Mitarbeiter. . .?” Das Telephon stand nicht mehr still und sollte die naechsten Tage auch nicht mehr zur Ruhe kommen. Noch ehe der ganze Umfang des Ungluecks bekannt war, noch vor dem Valdiviabeben, erhielten wir die ersten Spenden, meldeten sich die ersten freiwilligen Helfer und Helferinnen die dann unermuedlich, Tag fuer Tag, die grossen Sachspenden abholten, annahmen, ordneten, verpackten und an die Sammelstelle Weitergaben, die dauernd im Circulo Israelita funktionierte. Nur wer in diesen Tagen in unserem Gemeindehaus war, kann sich ein Bild von dem Betrieb machen der dort herrschte: Menschen ueber Menschen, die sich danach draengten ihre Spenden abzugeben. Berge von Kleidungsstuecken, die sich in allen Raeumen tuermten. Eine Sitzung des Emergenciacomites jagte die andere. Rundschreiben an alle Mitglieder, die zum Versand kommen mussten. Kommissionen die abrechnen wollten, und immer wieder und ueberall Menschen ueber Menschen, die Schlange standen, um Geld oder Sachspenden zu uebergeben. Daneben musste versucht werden, den unterbrochenen Kontakt mit den Gemeinden des Suedens wieder aufzunehmen; musste unsere Anstrengung mit der Hilfsleistung des ganzen Jischuws koordiniert werden und... die normale Arbeit musste ja ohne Unterbrechung weitergehen, durfte nicht liegen bleiben. Der “jeckische” Apparat, unterstuetzt von vielen freiwilligen und aufopferungsbereiten Mitarbeitern, ueberwand alle Schwierigkeiten und was einen Aussenstehenden wie ein Wirrwarr anmutete, war in Wahrheit ein gut durchorganisierter Prozess, durch den es gelang, die ueber Erwarten grosse Hilfe unserer Gemeinde schnell und reibungslos an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten. Das vorlaeufige Ergebnis der Geldsammlung vorocffentlichen wir separat. Die Hoehe der Sachspenden ist unuebersehbar. Dann kamen die ersten genaueren Nachrichten. Dieser oder Jener hatte mit Leuten aus den betroffenen Staedten gesprochen, hatte Post erhalten. Die unpersoenlichen Zeitungsmeldungen gewannen Leben, aus Zahlen und Informationen wurden Menschen von Fleisch und Blut. Die Hilfeleistung stieg weiter an. Es hiess, dass Kinder aus dem Sueden nach Santiago evakuiert werden sollten. Kaum war diese Nachricht bekannt, als auch schon Damen unserer Gemeinschaft begannen, Listen derjenigen Familien aufzustellen, die Kinder aufnehmen wollten. Der Vaad Hajinuj stellte sich ebenfalls selbstverstaendlich zur Verfuegung. Der Jischuw Aehnlich wie bei uns arbeiteten alle juedischen Organisationen in Santiago und in den nicht betroffenen Staedten der Provinz. Aber, wir koen neu mit Stolz sagen, dass unsere Gemeinschaft alle in sie gesetzten Erwartungen uebertraf und ein Vorbild fuer die ganze Kollektivitaet darstellte. Einen wichtigen Beitrag hat das chilenisch; Judentum zur Linderung der Not beitragen koen nen. Besonders hervorheben moechten wir dabei die Spende von zwei Notunterkuenften fuer Stu denten, die an die Universidad de Concepeiön gingen und einen Wert von ca. 6.000 Escudo: repraesentieren. Eine dieser Unterkuenfte wird den Namen der Colectividad, die ander den der Medinah tragen. Die chilenischen Behoerden, Presse und Radio haben unsere —fuer uns selbstverstaendliche— Mitarbeit hoch anerkannt. Besonders der bekannte Journalist und Kom mentator Luis LIernandez Parker, wies immer wieder auf die vorbildliche Art. hin, mit der die Juden Chiles ihrer Verbundenheit und Solidari taet mit den Opfern der Katastrophe Ausdruck gaben. Medinath Israel Die Freundschaft zwischen Chile und Israel fand ihren Ausdruck in tatkraeftiger Hilfe. HILFE FUER ERDBEBENGESCHÄEDIGTE Wir geben hiermit bekannt, dass sich ein Comité gebildet hat, das sich folgendermassen zusammensetzt: Herr DR. FERNANDO O. FRIEDMANN, in Vertretung des Joint. Herr DRf. SIEGFRIED LANDAU, fuer das Comité Representativo. Herr KURT LOEBEL, als Repraesentant des Comité Israelita pro ayuda a los damnificados. Herr GIL SIN AY, in Vertretung der Hias. Die Federación Sionista de Chile, die ebenfalls einen Vertreter in dieses Comité entsenden wird, hatte ihren Repraesentanten bei Drucklegung dieser Zeilen noch nicht ernannt. Dieses .Comité hat zur Aufgabe, den vom Erdbeben betroffenen Angehoerigen unserer Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit den internationalen Hilfsorganisationen im Rahmen des Moeglichéh Hilfe zu leisten. Wie wir schon in unserer vorigen Ausgabe berichteten, stellte die Regierung Israels zwei Flugzeugladungen von Medikamenten und anderen Hilfsmitteln zur Verfuegung. Ebenso bot sie die Mitarbeit von Technikern und Fachleuten beim Wiederaufbau an. Der Praesident des Parlaments, Abgeordneter Kadish Luz, gedachte in der Sitzung der Knesseth von 30. Mai der Opfer der Katastrophe und versicherte Chile der Solidaritaet und des Mitgefuehls des juedischen Staates. Der M a g rn David Adom sandte ueber 300 Kilos Blutplasma, ebenso wie Antibiotica und anderes aerztliches Material. Das amerikanische Bureau des Magen David Adom in New York steht in staendigem Kontakt mit dem chilenischen Roten Kreuz um, sollte es notwendig sein, weitere Hilfe zu senden. Andere Gemeinschaften Die Kollektivitaet von Ecuador sandte der Federaciön Sionista de Chile ein Schreiben, in welchem sie ihrer Erschuetterung ueber die tragischen Vorgaenge Ausdruck gab und ihre Hilfe anbot. Das Patronato, die Comunidad Israelita de Cuba, stellte Spenden im Werte von rund 40.000 Dollar zur Verfuegung. E£ gibt keine Vereinigung, keine Gemeinde auf dem ganzen Kontinent, die sich nicht in irgendeiner Form an der Hilfeleistung beteiligt hat. Die grossen Weltorganisationen wie. Hias und Joint haben der chilenischen Regierung namhafte Betraege zur Verfuegung gestellt und Vertreter dieser Verbaende sind in dem Moment, in dem diese Zeilen geschrieben werden, damit beschaeftigt, zusammen mit dem von unserer Gemeinschaft ernannten Comité, Massnahmen zur Rehabilitierung der von Beben und Ueberschwemmung betroffenen juedischen Gemeinden auszuarbeiten. Der Wunsch, dje Not zu lindern und zu helfen, hat alle juedischen Menschen erfasst. Frauenverbaende in den U.S.A., Gemeinden, Vereine, niemand will sich ausschliessen. Als Beispiel mag der Auszug eines Briefes dienen, den wir von der’ Sisterhood of the Jewish Center of Kings Highway, New York” erhielten, einer Organisation, die nie zuvor irgendwelchen Kontakt mit uns hatte: / “...Wir hoerten von dem Unglueck das ueber Ihr Land gekommen ist und haben eine Kleidersammlung fuer die Opfer des Erdbebens in Angriff genommen. Das Ergebnis der Sammlung uebertrifft alle unsere Erwartungen und wir werden diese Kleider mit dem naechsten Schiff zum Versand bringen”. Die Schrecksekunde ist vorueber. Jetzt beginnt die Epoche des Wiederaufbaus. Moege der gute Wille, der in den tragischen Momenten zum Ausdruck kam, nicht an Kraft verlieren, sondern sich auch in den schwierigen Jahren bewaehren, die noch vor uns liegen.

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