Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 2 (Febrero, 1960)
- Date
- 1960-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero 1960 BOLETIN INFORMATIVO r k WAS WIRD IN ISRAEL PRODUZIERT? IN DER SCHOKOLADENFABRIK "LIEBER Süssigkeiten werden .besonders im Orient, viel konsumiert. Hoechstwahrscheinlich haengt das mit klimatischen und vielleicht auch anderen in Orientlaendern herrschenden Verhaeltnisisen, zusammen. Die Schokoladenfabrik „Lieber“ TelAviv Raananstrasse 1, die die aelteste im Lande ist (sie besteht schon 33 Jahre) hat in der letzten Zeit durch Vergroesserung ihres Maschinenparks, ihrer Raeumlichkeiten u. ihrer Arbeitskraefte, einen bedeutenden Aufschwung genommen. „Liebe r“ erzeugt Kakao Schokolade, Gelee, Bonbons, Pralinen, Dragees und Waffeln. Kürzlich wurde auch mit der Erzeugung von Kaugummi begonnen. Die Fabrik hat naemlich die amerikanische Lizenz der groessten Kaugummifabrik der Welt „Topps-Bazooka“ für Israel erhalten und 20 Laender der Welt werden, nach einem Uebereinkommen mit jener Weltfinna, von „Lieber“ mit Kaugummi beliefert. Ein Fachmann der Fabrik weilte 6 Monate in Amerika wo er die Erzeugung von Kaugummi studierte. Das jetzt in Israel hergestellte Kaugummi erfreut sich im In und Auslande grosser Beliebtheit und wird von Jung und Alt gerne genossen. Der Export von Lieber-Erzeugnissen nach Amerika, besonders von Schokolade und Süssigkeiten, wurde im letzten Jahr verdoppelt, nach Kanada, England und Island bedeutend vergroessert. Auch der Export von Kakao nach Rumaenien ist in der letzten Zeit gestiegen. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahre Kakao nach Polen WEINEXPORT FUER 1 MILL DOLLAR Der Export der Weine, Liqueure und Brandy’s von ‘Carmel - Misrachi’ wird sich auf über eine Million Dollar belaufen. Er stieg gegenüber dem Vorjahre um 15%, teilte ein Sprecher der Gesellschaft in Rischon Lezion mit. Die Kellereien Rischon Lezion und Sichron Jakob, die groessten Weinlieferanten des Staates, sandten ihre Produkte groesstenteils nach den Vereinigten, Staaten, Kanada, England, Süd- Afrika. Auch wurde eine groessere Quantitaet an die Niederlassungen der Gesellschaft in verschiedenen Staaten Europas gesandt. Spezialholz für neue Faesser wurde letztens aus Europa nach Israel gebracht, um die Qualitaet der Destillate und des Brandweins zu verbessern. Die Faesser fassen je 300 Liter. Die bekanntesten franzoesischen Weinkellereien benützen Faesser dieses Holzes. Besondere Aufmerksamkeit widmen gegenwaertig die Kellereien Rischon Lezion dem oertlichen Champagner ‘Praesidenten-Wein’, von dem auch letztes Jahr grosse Quantitaeten nach Amerika und England exportiert wurden. Die Kellereien “Carmel- Misrachi” erhielten 2 Goldmedaillen und eine Silbermedaille für den Chateau Windsor und Selected Muscat, die von 600 Weinen als Beste auf der Internationalen Weinmesse in Lubljana, Jugoslawien, ausgewaehlt wurden, (CANFIT) TECHNION PROFESSOR ALS UN-EXPERTE NACH INDIEN * Ass. Prof. Jules Cahen, Leiter der Abteilung für Industrie- und Verwaltungsingenieure am Haifaer Technion, ist von den, Vereinten Nationen zum Berater bei einem Seminar über oeffentliche Verwaltung ernannt worden, das in New Delhi statfindet. Das Seminar wird zwei Wochen in Anspruch nehmen. Es wurde von der UNO für Manager der regierungseigenen Industrie- und Transportunternehmen in Südostasien organisiert. Prof. Cahen wird dem Lehrkoerper des Seminars zugeteilt sein. Als anerkannter Experte auf dem Gebiet der Administration und Werkleitung kam Prof. Cahen vor 12 Jahren Nach Israel; nachdem er in der früheren Heimat bis zum Einmarsch der Nazis 1940 der administrative Leiter der niederlaendischen Eisenbahnen war. Nach der Befreiung Hollands entwarf er auf Wunsch der niederlaendischen Regierung den Staatsbudgetvoranschlag. Prof. Cah^n ist! seit 1952 Mitglied des Technionlehrkoerpers', und Vorstand der Abteilung für industrielle und Management - Ingenieurik seit ihrer Errichtung im Vorjahr. (CANFIT) GUTE FORTSCHRITTE 1959 „Das Jahr 1959 laesst einen betraechtlichen Fortschritt in der Entwicklung der Wirtschaft Israels erkennen und muss als ein gutes Jahr angesprochen werden“, erklaerte der Praesident der Bank Israel David Horowitz. „Doch der Weg bis zur Erringung der wirtschaftlichen Unabhaengigkeit ist noch weit, meinte Herr Horowitz. Als Beiweis für die erzielten Fortschrite wies Herr Horowitz auf die Besserung in der Zahlungsbilanz Israels, hin, sowie auf die verhaeltnismaessige Stabilität der Preise, die nur zu einer Steigerung um 1 Prozent im Preisindex seit Jahresbeginn führte und auf die nicht unbetraechtliche Devisenreserve, die wir bilden konnten. Diese Besserungen sind eine Folge der rund IL. 6 Milliarden, die seit 1952 in der Wirtschaft Israels investiert wurden, was sich nun auszuwirken beginnt. (CANFIT) exportiert, „Lieber“-^Erzeugnisse erfreuten sich anlaesslich d. Feiertage einer grossen Nachfrage u. viele neue Filialen wurden im ganzen Lande eroeffnet. So in Dalfa auf dem Carmel, in Acco, in Ramleh, in Naharya, Beth Shaan und Nazaret. In Kürze werden auch neue Filialen der Fabrik in Tel-Aviv eroeffnet werden. Die Leitung der Fabrik, in der 350 Arbeiter beschaeftigt sind, plant durch Neubauten in welchen ausschliesslich Exportauftraege ausgeführt werden sollen, den Betrieb zu vergroessern. Im Hotel „Astor“ in New York u. in Chicago wurden zum ersten Mal „Lieber“ Erzeugnisse mit grossem Erfolg aussgestellt. Auch viele nicht-jüdische Kunden wurden bei dieser Gelegenheit gewonnen. Noch ein Beweis dafür, dass sich israelische Erzeugnisse Weltmaerkte erobern und überall bekannt werden. (CANFIT) Israelisches Allerlei Abraham Schlonsky kam voneinem Kurzbesuch in Bulgarien zurück und sprach über die Probleme dieses Landes. Auf die Frage, wieso er sich denn innerhalb so weniger Tage in alle Probleme vertiefen konnte, antwortete Schlonsky: “Was ist? Ich habe schon in einer Nacht ein Gedicht über die ganze Menschheit geschrieben". * * * Seit David Hacohen als Botschafter in Burma diente, behauptete er von sich, auch chinesisch schreiben zu koennen. Waehrend seines kiirzlichen Aufenthaltes in Moskau traf er einen Chinesen und steckte ihm einen Zettel in Chinesisch zu. “Entschuldigen Sie bitte, aber ich kann nicht Russisch", antwortete der Chinese, der den Zettel sah. * * * Mosche Dayan betrat die Halle des “King David”-Hotels, wo gerade die HJA-D elegierten und ihre Damen sassen. Ploetzlich sprang eine der Damen auf, und sagte aufgeregt zu ihrer Freundin: “Sieh nur, mir scheint, dass dies jemand aus dem Buch Exodus ist". * * * Ueber den Fall, “Inge Toft” sagt man sich im Aussenministerium: “Zuerst war von einer stillen Diplomatie die Rede. Jetzt ist nur noch die Stille geblieben. Auch die Diplomaten haben den Fall schon vergessen”. * * * In Jerusalem ist es nicht gelungen eine Regierungskommission fuer Sparmassnahmen und Beamtenabbau zu errichten. Der Grund hierfuer war “Mangel an Budget”. MITSCHOEPFER IM ZIONISMUS (Zum 75# Geburtstag von Lichtheim} VON CURT WILK In Israel, wo er seit 1933 lebt, vollendet am 16. Februar eine der fuehrenden Gestalten des deutschen Zionismus, auch lange Zeit in der Zionistischen Weltbewegung mitbestimmend, Richard Lichtheim, das 75. Lebensjahr. Lichtheim, in Berlin gebuertig, trat schon als Student in die zionistische Bewegung ein, welcher er mit seinem klaren Verstand und seinem unbeugsamen Pflichtbewusstsein immer treu gedient hat. Vor etwa 6 Jahren veroeffentlichte er unter dem Titel “Die Geschichte des deutschen Zionismus” (Verlag Rüben Mass, Jerusalem) ein etwa 300 Seiten starkes Buch, das den bedeutenden Anteil der in Deutschland lebenden Zionisten am gesamten politischen und oekonomischen Aufbauwerk ins rechte Licht rueckt. Dieses Buch hatte seinerzeit starkes Interesse gefunden, aber leider nicht diejenige Verbreitung, die es verdient haette, obwohl ein kritischer Einwand erhoben worden ist, der nicht ganz unberechtigt sein duerfte: Lichtheim hat die letzte, tragische Epoche der Aufloesung, also von 1933-41, allzusehr unter dem Gesichtspunkt einer untergehenden Epoche behandelt. Der heldenhafte Kampf der noch in Deutschland verbliebenen Zionisten gegen die immer schlimmer werdenden Unterdrueckungsmassnahmen durch die Nazis, ihre sogenannte “illegale” Taetigkeit, ist nicht in ihrer moralischen und auch materiellen Bedeutung voll gewuerdigt worden. Doch sonst ist die Aufteilung des Werkes recht gut gelungen, sowohl die ersten Kapitel, welche der Ideengeschichte des Zionismus gewidmet sind und den aller ersten Anfaengen in den Neunziger Jahren, als auch die zionistische Leistung in Deutschland bis 1914, ihr gewaltiger Aufschwung nach dem ersten Weltkriege und die zunehmende Beteiligung aus Deutschland stammender Zionisten in leitenden Positionen im Weltzionismus und in Erez Israel selbst. Bescheiden stellte Lichtheim in seinem Buche seine Person und seine Mitwirkung in den Hintergrund und zeichnete dafuer schoene und lebensechte Portraets von Frauen und Maennern, die bis in juengste Vergangenheit als Vorkaempfer des juedischen Staates Geltung hatten, wie Prof. Heinrich Loewe, Dr. Arthur, Hantke, Dr. Alfred Klee, Kurt Blumenfeld, Felix und Martin Rosenblueth, Dr. Ludwig Pinner, u. a. Nicht vergessen werden Frauen wie Betty Frankenstein, Lina Wagner-Tauber, Bertha Badt-Strauss u. s. w., die der zionistischen Sache viel geopfert haben. Besondere Kapitel sind Maennern wie Prof. Otto Warburg, Dr. Artur Ruppin u. a. eingeraeumt, die schon vor 1914 entscheidenden Einfluss in der Gesamtbewegung hatten und deren Weg mitgestaltet hatten. In fesselnder Weise schildert Lichtheim in seinem Buche den Anteil derjenigen deutschen Zionisten, die schon sehr frueh, lange vor 1933 ihre Alijah nach Erez Israel vollzogen und durch ihr Beispiel vorbildlich gewirkt haben. Die politischen Kaempfe innerhalb der Bewegung in Bezug auf die Haltung zu Grossbritanien finden ihren Niederschlag, ebenso wie die Frage der Beteiligung der Nichtzionisten an der “Jewish Agency”, die Stellung zur Weizmann sehen Fuehrung. Und nicht unerwaehnt bleiben selbstverstaendlich die heft i g e n Auseinandersetzungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten, wobei Lichtheim in seiner sachlichen und ruhigen Art sehr wohl zu unterscheiden versteht zwischen denjenigen, die unbelehrbar bleiben und den anderen, die sich Schritt fuer Schritt zu Freunden der Bewegung durchringen. Ruehmend werden auch die Rabbiner erwaehnt, die sich in jenen schweren Anfangszeiten offen— meist im Gegensatz zur Gemeindefuehrung zur zionistischen Idee bekannten: Joseph (Stolp), Nobel (Frankfurt a. M.), Emil Levy, Wilhelm Lewy, Warschauer (Berlin), Emil Cohn (Bonn, Berlin). Im Jahre 1910 hatte der damals junge Lichtheim eine grundlegende Schrift publiziert “Das Programm des Zionismus”, die viel diskutiert worden ist und auch auszugsweise in Maximilian Harden’s “Zukunft” Aufnahme fand. Sein Aufenthalt in Konstantinopel in den letzten Jahren vor dem Weltkriege gab ihm die Moeglichkeit, seinen politischen Gesichtskreis zu erweitern und in enger Fuehlung mit der damaligen Gesamtleitung zu stehen, welcher er von 1921-23 als Mitglied der Londoner Exekutive angehoerte. Politische Meinungsverschiedenheiten fuehrten zu seinem Austritt aus der von Weizmann gefuehrten Leitung, aber seine vielseitige publizistische und geistige Arbeit fuer die Bewegung wurde hiervon nicht beruehrt. Besonders die aelteren Zionisten aus dem deutschen Sprachkreise denken gern und mit Dankbarkeit an Richard Lichtheim, den nunmehr 75- Jaehrigen, wuenschen ihm noch viele gute Jahre und nicht zuletzt die weitgehendste Verbreitung seiner “Geschichte des deutschen Zionismus”.