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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-12-01 · 12 (Diciembre, 1959) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
12 (Diciembre, 1959)
Date
1959-12-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Diciembre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 15 BALLET DE CUBA >Wf/j ■ 4 “MACBETH" IM INSTITUTO DE TEATRO Waehrend Chile heute regelmaessig von den meisten Solisten und musikalischen Ensembles besucht wird, welche Suedamerika bereisen, ist es schon einige Jahre her, dass wir in Santiago Gelegenheit hatten ein erstklassiges Ballet internationaler Kategorie Zusehen. Die Tanzgruppen die uns in den letzten Jahren besuchten waren, soweit sie ueberhaupt das Ballet pflegten, entweder guter Durchschnitt (Berliner Ballet) oder aber dritt und viertklassige Truppen (Solistas del Ballet Sovietico 1958 und 1959) von denen es besser gewesen waere, sie waeren nicht gekommen. Auch der Marquis de Cuevas von dessen Besuch im Jahre 1955 wir uns sehr viel versprochen hatten enttaeuschte da er in Chile mit einer Gruppe erschien die in keinem Moment den grossen Ruf dieses Ensembles rechtfertigte. Anscheinend hatten die Leistungen des Ballet Nacional de Chile, welches sich auf den Expressionistischen Ausdruckstanz spezialisiert, alle Agenten ueberzeugt dass in Chile fuer das Ballet —im eigentlichen Sinne des Wortes— kein Publikum vorhanden waere, was ja auch durch den Fehlschlag des Experimentes von Sulima gerechtfertigtschien. Auch jetzt hat das Publikum nicht in einer so positiven Art reagiert wie es der Rang des uns besuchenden Ballets eigentlich haette erwarten lassen. Das Teatro Municipal war im guenstigsten Fall gut besucht, aber keineswegs voll. Dennoch hat dieses, verhaeltnismaessig reduzierte Publikum dem Ballet de Cuba einen Applaus bereitet wie wir ihn schon seit Jahren nicht mehr im Teatro Municipal erleben durften und es ist zu hoffen, dass die Begeisterung die dieser Besuch erweckt hat, auch auf andere Kreise die heute dem Ballet noch gleichgueltig oder gar ablehnend gegenueber stehen uebergreift, sodass den Gruppen deren Besuch im naechsten Jahr erwartet wird ein groesserer Publikumserfolg beschieden sein moege. Im Gegensatz zum russischen Ballet, soweit wir es aus Filmen oder auch aus den Darbietungen der anfaenglich erwaehnten sowjetischen Gruppen kennen, tendiert das Ballet de Cuba mehr nach der Richtung des Ballets in den USA., soweit wir so etwas hier, auf Grund des Besuches des “Ballet Theaters”, behaupten koennen. Dies waere um so weniger verwunderlich, als ja die Hauptfiguren der uns besuchenden Gruppe, Alicia Alonso, Fernando Alonso und Igor Youskevich zu den Hauptfiguren dieses Ballets gehoerten und an dessen, Entwicklung wesentlichen Anteil genommen haben. Dennoch beschraenkt sich das Repertoire Alicia Alonso leider auf die klassischen Werke (Schwanensee, Coppelia, Fille mal gardée, Giselle usw.) sodass uns ein Einblick in das zeitgenoessische Balletschaffen, wie ihn uns das amerikanische Ballet vermittelt hatte, verwehrt blieb. Die Darbietungen dieses klassischen Repertoires, aber waren von einer solchen Vollkommenheit dass sie ohne Schwierigkeiten den Vergleich mit den besten anderen, uns bekannten Auffuehrungen, vertragen konnten. Dabei muessen natuerlich in Erwaegung gezogen werden, dass die anderen Auffuehrungen, die wir ja zum groessten Teil nur aus Filmen kennen, ueber ein weit reic’nh a 11 i geres Ausstattungsmaterial, Kostueme usw. verfuegen wie das “Ballet de Cuba” dessen Ausstattung oft geradezu aermlich war und dass vor allem das “Orquesta Filarmónica” nicht gerade Glanzleistungen vollbrachte. Im Gegensatz zu frueheren Auffuehrungen (Alicia Alonso besuchte uns ja bereits 1954 uhd schon einmal davor) waren diesmal auch die Nebenrollen und das “Corps de Ballet” ausgezeichnet besetzt und es steht zu erwarten dass einige der Mitwirkenden in kurzer Zeit zu Stars im internationalen -Ballet werden. Besondere hervorragend waren unter den Damen A^di Ador und unter den Maennern Thatcher Clarke. Alicia Alonso und ihr Partner, Igor Youskevich, sind allerdings wohl kaum noch zu uebertreffen. Die souveraene Meisterschaft mit der dieses Taenzerpaar die technisch schwierigsten Passagen meisterte, sodass sie den Eindruck einer leicht hingelegten Improvisation machten, ist ein aesthetischer Genuss der wohl noch lange unvergessen bleiben wird und das Publikum zu immer neuen Begeisterungsstuermen hinriss. Hoffentlich vergehen nicht wieder fuenf Jahre ehe uns das Ballet de Cuba von neuen besucht und haben wir Gelegenheit inzwischen auch andere Ballettgruppen derselben Kategorie zu sehen. Denn, ohne die grossen Leistungen unserer Escuela de Danzas schmaelern zu wollen, duerfen wir nicht vergessen dass der Weg den Uthoff eingeschlagen hat nur eine Richtung innerhalb der Tanzkunst repraesentiert, deren andere Tendenzen gleichwertig neben ihr bestehen und dass das Ballet heute vielleicht diejenige Kunstgattung ist die am staerksten von unserer Zeit beruehrt wurde und zu einer der dynamischsten Manifestationen der Epoche geworden ist. Wer noch zu behaupten wagte, dass Santiago in Bezug auf Reichhaltigkeit seines kulturellen Lebens nicht das Niveau anderer Staedte aehnlicher Groesse erreiche, muss sich doch wohl eines Besseren belehren lassen, wenn er nur einmal betrachtet, was die hiesigen Theater uns in diesem Jahre zu bieten haben. In einer einzigen Spielzeit hatten wir Gelegenheit, zwei der groessten Werke der deutschen Theaterliteratur zu sehen, in den hervorragenden Inszenierungen des “Faust” von Goethe und “Maria Stuart” von Schiller, welche das deutschsprachige Theater bot. Die vielen kleineren Buehnen Santiagos brachten eine Vielzahl von Stuecken, teils hiesiger und teils auslaencTischer Schriftsteller, einige Auffuehrungen von beachtlicher Qualitaet. Das “Instituto de Teatro” frueher “Teatro Experimental” benannt, gab in diesem Jahre bereits u.a. das bedeutende spanische Werk “Los intereses creados” von Jacinto Benavente, und bietet uns jetzt “Macbeth” von Shakespeare. Es war gewiss ein schwerer Entschluss fuer das Instituto de Teatro, die Inszenierung des Macbeth ' zu wagen, denn es handelt sieh hier doch um eines der genialsten Werke aller Theaterliteratur, ein Drama, welches immer wieder die bedeutendsten Schauspieler und Regisseure zu ihren groessten Leistungen angeregt" hat; ein literarisches Werk, vyelches in seiner tieferen Bedeutung von unzaehligen Wissenschaftlern analysiert und erlaeutert worden ist. Das Instituto de Teatro ging mit grossem Ernst an seine schwere Aufgabe heran. Die besten Mitarbeiter wurden mit den verschiedenen Aufgaben betraut. Pedro Orthous, welcher die Regie uebernommen hatte, schuf in monatelanger Arbeit eine neue spanische Uebersetzung des englischen Textes, weil keine der vorhandenen 4 Uebersetzungen seine künstlerischen Ansprueche befriedigte. Um das daran interessierte Publikum mit dem schweren Werk naeher vertraut zu machen, wurde eine intensive Vortragsserie organisiert. So sprachen— vor vollen Saelen — der Theaterfachmann Jorge Elliott ueber “Shakespeare und Macbeth”, der katholische Geistliche Carlos Aldunate ueber “Theologische Aspekte des Macbeth” und der Arzt Dr. Claudio Naranjo ueber “Psichiatrische Aspekte des Macbeth”. Auch ein Film wurde aufgefuehrt, genannt “The Globe Playhouse” welcher vom Isabelinischen Theater handelte, und hauptsaechlich das Theater, an welchem Shakespeare wirkte, zeigte und seine hochinteressanten und vielfaeltigen Einrichtungen erklaerte. Die Darbietung des Macbeth, welche das Instituto de Teatro uns bringt, kann sich gewiss nicht mit Darstellungen der grossen europaeischen Buehnen von Weltruf vergleichen, ist aber eine Leistung von ganz beachtlicher Qualitaet und Wuerde. Die grosse Schwierigkeit, auf der reichlich primitiven Buehne des Teatro Antonio Varas ein Stueck zu geben, welches fuer die isabelinische Buehne geschrieben wurde und deren vielfaeltige szenischen Moeglichkeiten bis zum Letzten ausnutzte, wurde von Oscar Navarro, welcher Buehnenbild und Beleuchtung der Auffuehrung schuf, aufs hervorragendste gemeistert. Der visuelle Eindruck der Auffuehrung, eine der Staerken des Regisseurs und unterstuetzt durch die Kostueme, ist in einigen Szenen von besonderer Schoenheit und Kraft. Die Traeger der Hauptrollen vollbringen in ihrer Darbietung eine beachtliche Leistung. Die Rollen des Macbeth und der Lady Macbeth gehoeren sicher zu den schwierigsten der Theaterliteratur. Dringt doch hier das Genie Shakespeares so tief in die menschliche Psyche ein, dass Grillparzer darueber sagte: “Shakespeare hat hier nicht bloss Macbeth und seine Gattin, er hat Mann und Weib ueberhaupt geschildert”. Agustin Siré und Maria Canepa besitzen wohl nicht die darstellerische Genialitaet, um diese letzten Tiefen menschlicher Psyche, wie Shakespeare sie in seine Figuren gelegt hat, widerspiegeln zu koennen, aber es gelingt ihrem Spiel, uns die inneren Kaempfe und Zweifel ihrer komplizierten Charaktere glaubhaft zu machen. Eine der grossen und schoenen Eigenschaften des Instituto de Teatro ist es, dass es sich hier um eine Gruppe von vielen hervorragenden Schauspielern handelt. Im Gegensatz zu den meisten, auch den guten kommerziellen Theatern, kann diese von der Universitaet finanzierte Gruppe es sich erlauben, jede einzelne Rolle ihrer Auffuehrungen aufs bestmoegliche zu besetzen. So ist in der Auffuehrung des Macbeth, jede einzelne Figur von einem hervorragenden Schauspieler dargestellt, welche alle zum Gelingen des schwierigen Werkes beitragen. H. E. Der einzige direkte Flugdienst zwischen Santiago, Paris und Hamburg via Frankfurt. Abflüge Santiago Montags und Freitags Í:*s38\ NORDDEUTSCHER LLOYD (bremen) HAMBURG.AMERIKA LINIE (Hamburg) s'\ Wöchentlicher Fracht und Passagierdienst IKIasse zwischen Chile und Deutschland Generalagenten ULTRAMAR AGENCIA MARITIMA LIMITADA AGUSTINAS 1 07 0 3.*** PI SO FO N 0 66130 mmmam Walter Goldschmidt.

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