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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-10-01 · 10 (Octubre, 1959) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
10 (Octubre, 1959)
Date
1959-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Octubre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 7 CURACAO - EINE KLEINE WELT Von Miryam Swarsensky EIN FREUND ISRAELS Von Milton Friedman Staaissekretaer Herter (Foto "Die Zeit") ... SM* mm S#:*®® Bekannt ist die Schönheit der Inseln im Karibischen Meer, deren exotisches Leben von Zeit zu Zeit unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt, doch fern und fast unerreichbar dünkt uns der Augenblick, der es uns gestatten würde, diese Schönheit zu würdigen. Mir bot sich die unerwartete Gelegenheit, wenn auch nur für einige Stunden, eine der fortschrittlichsten und zugleich anziehendsten Inseln des Karibischen Meers, die Insel Cura¬ çao besuchen zu dürfen. Ihre geographische Lage könnte nicht vorteilhafter sein, denn sie liegt der Küste von Venezuela vorgelagert, das eines der an Petroleum reichsten Länder der Welt ist. Man hat den Eindruck, dass sie von einer ganzen Reihe kleinerer Felseninseln umgeben ist, doch die Entfernung von einer dieser Inselchen zur anderen beträgt ungefähr eine Flugstunde. Die Landung ist aufregend, weil man den Eindruck hat, als müsse das Flugzeug mitten ins Meer stürzen. Bei meiner Ankunft im Hotel der Fluggesellschaft setzte ich mich sofort mit dem israelischen Konsul in diesem Territorium, das unter holländischem Protektorat steht, in Verbindung. Konsul William Cohen wurde in Aegypten geboren, hat jedoch einen grossen Teil seines Lebens in England und Curaçao verbracht - Bei einem kürzlichen Besuch Israels begeisterte er sich für den Zionismus und nahm ein lebhaftes Interesse am Fortschritt und Wohlergehen seines geistigen Vaterlandes. Die israelische Regierung ernannte ihn zum Ehrenkonsul, und seit er dieses Amt übernommen hat, vollbrachte er viel für das jüdische soziale Leben von Curaçao. Bevor ich näher auf das Leben der Juden in Curaçao eingebe, möchte ich einige allgemeine Bemerkungen voranschicken. Unter den 110.000 Einwohnern von Willemstaat, der Hauptstadt dieser Insel, befinden sich 700 jüdische Familien. In der Hauptstadt lebt die Mehrheit der gesamten Inselbevoelkerung. Von den 700 jüdischen Familien sind die meisten Sefaradim, die anderen Aschkenasim, die vor dem 2. Weltkrieg einwanderten, wenigstens in ihrer überwiegenden Zahl. Deutsch sprechen nur sehr wenige Juden. Bei unserer Fahrt durch die schöne und pittoreske Stadt kamen wir an die Petroleum- Raffinerien, welche die Hauptquelle des wirtschaftlichen Reichtums der Bevölkerung bilden. Das Petroleum wird aus Venezuela unter Aufsicht nordamerikanischer Gesellschaften nach Curaçao geschickt. Der Boden ist an sich nicht sehr fruchtbar, sodass er nur geringe Möglichkeiten für Landwirtschaft und Viehzucht bietet. Die Gebäude sind alt. Sie erinnern in ihrem Baustil lebhaft an die alten Häuser der Kolonialzeit, die man in Spanien und seinen Kolonien sieht. Sie liegen auf kleinen Hügeln. Die Stadt hat die Form eines Hufeisens. Sie ist von allen Seiten vom Wasser umgeben. Die einzelnen Stadtteile sind durch Hängebrücken miteinander verbunden Man wird nun verstehen, dass ich Willemstaat als eine exotische Stadt empfand, die auf uns einen fremdartigen Eindruck macht. Dieser Reiz den diese Stadt ausübt, rührt in grossem Masse aus dem bunten Gemisch der Rassen her, die sich an diesem winzigen Punkt der Erde zusammen, gefunden haben. Dort gibt es Holländer, Engländer, Slawen, Lateiner, doch die vorherrschende Rasse sind die Schwarzen mit ihren Mischlingen, aus denen eine völlig neue Menschenrasse im Entstehen begriffen ist, deren Züge sich erst im Laufe der Zeit kristallisieren werden. Das beste Beispiel für die Mannigfaltigkeit der Kulturen und Herkunft der Menschen, die diese Zivilisation bilden, ist ihre Sprache, welche eine Mischung der verschiedenen Sprachen darstellt, die die Einwanderer bei ihrer Ankunft sprachen und von denen nur noch kaum wahrnehmbare Spuren zurückgeblieben sind. Diese neue Sprache heisst “Papiamento” und wird auch auf den beiden benachbarten Inseln, Aruba und Bonnaire, gesprochen. Die Kinder in den Schulen, die Hunderte zählen, lernen Holländisch, Englisch und Französisch. Der Prozentsatz von Analphabeten ist verschwindend klein, obgleich die soziale Lage der meisten Neger nicht gut ist. Bei einer Rundfahrt durch die Strassen der Stadt besuchten wir den jüdischen Klub, der in einem modernen und ansprechenden Gebäude gelegen ist und in diesem Augenblick voll von Kindern war. Das Leben der Juden verläuft ruhig, und obzwar sie nicht viel über die Ereignisse in 'Israel wissen und sich nicht sonderlich für den Zionismus interessieren, pflegen sie doch die jüdische Tradition. Die junge Generation ist sich ihrer Religion und ihres Volkes voll bewusst. Sie haben nicht sonderlich unter Antisemitismus zu leiden gehabt, und dies ist wohl der Grund, warum sie noch nicht die Bedeutung des Zionismus und des Staates Israel begreifen. Doch ihr Verständnis wird in dem Masse wachsen, in dem Curaçao in Zukunft von den internationalen Interessen und dem allgemeinen Weltgeschehen berührt werden wird. Die Juden betrachten sich nicht als eine abseitige Kollektivität. Früher waren Ehen zwischen Negern und Sefardim häufig. Die Abkommen aus diesen Mischehen dürfen sich als die einzigen Antisemiten ansehen, denn als geringer geachtete Klasse blicken sie mit Hass auf ihre semitischen Vorfahren. Die heutigen Juden, von denen einige vor rund 50 Jahren einwanderten, sind im allgemeinen wohlhabend und tonangebend in Handel und Industrie. Die Juden Curacaos dürfen sich rühmen, einen der grössten Schätze der westlichen Welt ihr eigen zu nennen. Dieses Kleinod ist eine der ältesten Synagogen, die den Namen Mikwe Israel trägt. Ihr Fussboden ist aus Lehm. Sie wurde im Jahre 1732 erbaut. Der Zugang zu ihr ist verboten, und es werden nur sehr selten Gottesdienste dort abgehalten. Es gibt noch zwei weitere Synagogen, von denen die eine den Konservativen, die andere der Reformgemeinde gehört. Dem schon erwähnten Klub gehören viele aktive Mitglieder und eine grosse Zahl von Kindern ah. Die Juden von Curaçao leben, wie mir der Konsul erzählte, abseits von aller Welt. Die Gemeinde zählt kaum tau- HERTER - Die organisierten Feinde Israels empfingen vor zehn Jahren einen vernichtenden Schlag von Staatssekretär Christian Herter, als dieser noch Abgeordneter für Massachusetts war. Damals entlarvte Herter eine gefährliche antiisraelische Vereinigung, die sich bemühte, ihn für ihre Zwecke einzuspannen. Dieser Verband existiert heute nicht mehr. Er war unter dem Namen HELP bekannt, aus den Anfangsbuchstaben von “Holyland emergency Raison - Programm” gebildet, was soviel wie Programm zur Dringlichkeits-Hilfe für das Heilige Land heisst. Dieser Verband ernannte Herter zu seinem Vizepräsidenten. Herter glaubte anfangs, die von HELP verfolgten Ziele seien humanitären Charakters, um den arabischen Flüchtlingen zu helfen. Doch nachdem der Schreiber dieser Zeilen ihn interviewt hatte, beschäftigte sich der neue Vizepräsident näher mit den wahren Bestrebungen dieser Organisation und erfuhr Einzelheiten über die extreme antiisraelische Einstellung anderer Mitglieder des Exekutivcomités dieser Gesellschaft. Als Herter genug Material gesammelt hatte, trat er von seinem Posten zurück. Er brachte sein Rücktritts - Schreiben, in dem er Israel verteidigte und die “politischen Ziele” der Organisation als schädlich für die Wohlfahrt des jüdischen Staates bezeichnete, der Oeffentlichkeit zur Kenntnis. Herter war zu der Ueberzeugung gelangt, dass HELP in Wirklichkeit die arabische Diplomatie zu unterstützen trachtete, was dadurch erreicht werden sollte, dass man die Frage der arabischen Flüchtlinge schüren und als politisches Damokles. Schwert gegen Israel benutzen wollte. Eine Schwester-Gesellschaft der HELP war die sogenannte “American Middle East Relief, Inc.” (USA. Hilfsorganisation für den Mittelosten). George M. Barakat, ein arabischer Amerikaner, fungierte als ihr Direktor. Er machte eine typische Aussage vor dem Senats-Sub- Am 27. Oktober wird Heinrich Eduard Jacob, seit zwanzig Jahren in New York lebend und unermuedlich schaffend, 70 Jahre alt, ganz gewiss ein wuerdiger Anlass, den viel und gern gelesenen Autor zu ehren und ihm zu danken. Jacob stammt aus Berlin und wirkte dort, bis ihn die Nazis vertrieben. Einige Jahre konnte Wien sein Exil sein; dann wurde Amerika ihm zur Heimat. Der grossen Oeffentlichkeit war er erst nach dem Weltkriege durch einige Romane wie “Blut und Zelluloid”, “Liebe in Uskueb” etc. bekanntgeworden. Auch schrieb er in den zwanziger Jahren viel fuer das Feuilleton des “Berliner Tageblattes”. Eine Brasilienreise send Seelen, und doch ist sie eine wichtige Kollektivität, die der Aufmerksamkeit der israelischen Regierung und ihrer Brüder in Amerika wert ist. (“Juedische Wochenschau”). comité für Einwanderung. Er erklärte nämlich, arabische Frauen und Kinder seien geflohen, um nicht von den Israelis “ermordet” zu werden. Seine Aussage gipfelte in einer Verleumdung Israels und der “reichen” amerikanischen Juden, die, wie er unterstellte, die amerikanische Aussenpolitik gegen die wahren Staatsinteressen zu beeinflussen versuchten. Im Direktorium der HELP sassen bekannte Antizionisten wie Lilienthal, Lessing Rosenwald u. a. m., die schon vorher an antiisraelischen Kampagnen aktiv teilgenommen hatten. Herter teilte seinen Austritt aus der HELP dem Präsidenten Henry Sloane Coffin mit, dem er schrieb, er lege sein Amt nieder, weil “es seit langem schon mein ausdrücklicher Wunsch war, dass es ein starkes Israel geben müsse, welches den zahllosen verfolgten Juden in der Weit Obdach bieten kann”. Er führte aus, dass “in der HELP heute zum grossen Teil Leute sitzen, die öffentlich gegen die Schaffung eines unabhängigen jüdischen Staates Position bezogen haben, woraus zu folgern sei, dass die Ziele der Lëitung der Organisation mit denen Israels in Konflikt vermittelte ihm u. a. interessante Studien ueber das Kaffeeanbau - Problem, deren Ergebnis seinen Niederschlag in dem Buche “Sage und Siegeszug des Kaffees” fand. Ungewoehnlich hierbei war, wie Jacob ein solches volkswirtschaftliches Thema in spannender Romanform zu behandeln vermochte. Waehrend seiner wiener Jahre erschien eines der gelungensten Werke dieses Schriftstellers: “Die Familie Strauss”; zum ersten Male war hier in Form des biographischen Romans Leben und Schicksal des “Fledermauskomponisten” dargestellt worden; es wurde ein “bestseller”. Dann auf dem traurigen Umwege ueber ein Konzentrationslager war Jacob nach New York gekommen— brachte er dort in Freiheit und Müsse ein grossartiges Epos heraus: “Sechstausend Jahre Brot”. In einem grossangelegten Buche war die Weltgeschichte des Brotes entstanden, von den Uranfaengen im alten stehen. Meine eigene Stellung in dieser Gesellschaft hat schon den falschen Eindruck erweckt, dass ich gewillt sei, gegen Israel zu Felde zu ziehen. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass Israel schon konstruktive Schritte unternommen hat, um zu einer Lösung des Flüchtlings - Problems beizutragen”. HELP hatte Herter zum Vizepräsidenten gewählt, um einen Deputierten in seinem Direktorium zu haben, und Herter war damals ein angesehener Politiker, der als Vizepräsident des Kongress-Comités für Auslandshilfe grossen Einfluss auf politische Beschlüsse ausüben konnte. Nach seinem Rücktritt war Herter in antiisraelischen Broschüren in den USA und im Ausland heftigen Angriffen ausgesetzt. Heute noch sitzen in Washington viele Freunde der Araber, die seinerzeit in die HELP - Affäre verwickeit waren. Jetzt haben sie es mit einem Staatssekretär zu tun, der aus eigener Erfahrung den wahren Tatbestand hinter der “humanitären” Fassade kennt. Aegypten bis in unsere Tage. Meisterhaft gelang, zu zeigen, wie mit der Entwicklung des Brotes, des Bodens, seiner Ausnutzung, zugleich die Kraefte der Politik und der Technik einherschritten, wie die Biographie des wichtigsten aller Nahrungsmittel gleichzeitig dnloesbar mit der Kulturgeschichte der Menschheit ueberhaupt verbunden ist. Wissenschaftliche Gruendlichkeit gehen in diesem Meisterwerke Hand in Hand mit fesselnder Erzaehlungsform. Eine Biographie der juedischen Dichterin Emma Lazarus sowie eine solche von Joseph Haydn erschienen in den letzten Jahren und machten Heinrich Eduard Jacob, auch durch Uebersetzungen in viele Sprachen, zu einem beliebten Autor unserer Zeit, der sich auch oftmals dem “Aufbau” zur Verlegung stellt. Die Freunde seiner Buecher wuenschen ihm noch viele glueckliche Schaffensjahre. CURT WILK. (“Semana Israelita”). HEINRICH EDUARD JACOB (Zum 70. Geburtstage des Schriftstellers)

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