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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1959 ZWEI BEGEGNUNGEN von Dr. A. Nechuschtan (Tel-Aviv) Es treffen sich zwei Europareisende aus dem Lande Israel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen dreimal in der Londoner Oxfordstreet. An sich sind es alte Bekannte, aber wenn auch der eine in Tel-Aviv und der andere in einem Nachbarort lebt, der ihn mit dem Autobus in noch nicht einer halben Stunde dorthin bringen kann, pflegen sie sich sonst, wenn es hochkommt, in drei Jahren noch nicht zwei Male zu treffen. Verbluefft blickt der eine jetzt auf seinen Freund; wie merkwuerdig, meint, er, dass wir uns hier Tag fuer Tag begegnen, und drueben so selten. Der erwidert: Sie wundern sich? Schliesslich ist England nur eine Insel, und was ist das schon — eine Insel.. . So erzaehlt man sich, aber natuerlich ist diese Anekdote nicht nur uebertrieben, sondern widerspricht der Wirklichkeit in jedem Betracht. In Wirklichkeit ist dies juedische Land hier, in das Jahr um Jahr Einwanderer aus allen Teilen des Erdballs, und Touristen in unuebetsehbaren Massen kommen, wie keines sonst ein Land der Begegnungen geworden, des Aufeinandertreffens von Verwandten und Bekannten, die sich gegenseitig vielleicht laengst fuer tot gehalten hatten, von Freunden und Feinden aus alten Tagen. Von zwei dieser Begegnungen sei hier berichtet. Beide verliefen gleich dramatisch. Die eine war folgenschwer genug, wie sich alsbald zeigen wird. Die zweite blieb resultatlos. SPAETE SUEHNE Zu den unverbruechlichen Sitten gehoert es in Israel, die Konfirmationsfeier der Soehne, die mit ihrem dreizehnten Lebensjahr das Alter der religionsgesetzlichen Muendigkeit erreicht haben, zu wahren Massenveranstaltungen zu machen; Hunderte kommen, um den neugebackenen “Sohn des Gesetzes”, den “Bar Mizvah” mit dem ueberlieferten hebraeischen Ehrentitel, zu beglueckwuenschen und sich von seinen Eltern bewirten zu lassen. Bei der Gelegenheit geschah es, dass einer der Gaeste einem zweiten versehentlich den Wein, den er gerade trinken wollte, ueber das Jacket goss. Entschuldigen Sie, wollte er sagen — und hielt ein, ermannte sich und hielt den Mann eisern fest, bis rasch herbeigerufene Polizisten eintrafen. Einige Worte, und sie fuehrten den Anderen ab. Es erwies sich, dass er H. Biesky hiess und in den Jahren 1941-2 als juedischer Kapoim Konzentrationslager Stadion bei der Stadt Posen zu den Helfern der SS-Wachen gehoert hatte. Der Sohn eines der Insassen dieses Lagers hatte den Mann wiedererkannt, der seinem Vater damals zum Verhaengnis geworden war. Nun besiegelte sich das Schicksal dieses Biesky, der seit dem Kriegsschluss, nach seiner Einwanderung in den juedischen Staat, in einem Landstaedtchen bisher unerkannt, also unbehelligt gelebt hatte. Nach dem hier bestehenden Strafgesetz gegen Collaborateure der Nazis kam er vor Gericht. Nicht nur vom Sohn des KZlers wurde er beschuldigt; bald meldeten sich weitere Belastungszeugen, um unter Eid auszusagen, welch brutale Zutreiberdienste er den Wachtmannschaften des Lagers geleistet hatte. Er hatte ihnen geholfen, eigene Glaubensgenossen um eines hereingeschmuggelten Brotlaibes willens hinzurichten, nachdem er diese Ungluecklichen bei ihnen denunziert hatte; wenn sie am Galgen noch lebten, hatte er die SS veranlasst, ihnen den “Gnadenschuss” zu verabfolgen, statt sie im Dunkel der Nacht vielleicht vom Tode zu retten, und was dergleichen grauenhafte Dinge mehr waren. Sein Offizialverteidiger wies darauf hin, dass H. Biesky in jener Zeit selber ein Auge eingebuesst hatte, und dass er geliefert gewesen waere, wenn er sich zu so schmaehlichen Handlungen gegen andere Juden nicht bereit erklaert haette. Auch dass inzwischen bald zwei Jahrzehnte verstrichen waren, machte der Verteidiger geltend. Vom Staatsanwalt wurde erwidert, dass das einschlaegige Gesetz keine Verjaehrung kennt, und fuer dieser. wohl ersten Fall, in dem es in Israel zur Anwendung gelangt, exemplarische Bestrafung gefordert. Der Angeklagte wurde unter Zubilligung der vom Verteidiger verlangten mildernden Umstaende zu fuenf Jahren Gefaengnis verurteilt. ERNST GENOMMENE PHILOSOPHIE Nicht nur als Vergnuegungsreisender traf in Jerusalem zur Feierwoche des juedischen Pessachfestes Prof. Mervyn Fox ein, der an der Staatsuniversitaet von Ohio Philosophie lehrt. Zugleich kam er nach Israel, weil ihn die Eltern eines seiner frueheren Studenten kniefaellig gebeten hatten, nach ihrem Sohn, Harry Fessman, Ausschau zu halten. Sie wussten von ihm nur, dass er sein Studium vor einigen Jahren ploetzlich mit der Erklaerung abgebrochen hatte, am Theoretisieren ueber die letzten metaphysischen Dinge habe er mehr als genug und sei entschlossen im Lande der Bibel fuer seine Person zu verwirklichen was ihm sein Hochschullehrer an den idealen Forderungen eines anspruchslosen, wahrhaft gottgefaelligen Lebenswandels in Kollege und Seminaren so beredt vorgetragen habe. Auch hier war es ein Zufall, der dem Professor zu Hilfe kam, als er die Suche nach seinem frueheren Schueler schon aufgeben wollte. Ein Bettler sprach ihn auf der Strasse an — und siehe, es war Harry Fessman, der sich mit einem lang herabwallenden arabischen Kopftuch und einem Prophetenbart riesigen Wuchses geschmueckt hatte, und in der Hand eine (hebraeische) Bibel hielt. Als er sich nach einigem Zoegern zu erkennen gab, berichtete er dem masslos verbluefften Hochschullehrer etwa dies: er heisse laengst nicht mehr Mr. Fessman, sondern Hillel Ben Mosche, betrachte sich als “den Messias” und bettele nie fuer sich, sondern, um den Aermsten der Armen zu helfen. Ihm genuege, was ihm seine Familie — postlagernd — von Zeit zu Zeit aus Amerika an Geld sende. Er uebernachte mal in Jerusalem, mal in Tel- Aviv auf Baenken in Parks oder in leerstehenden Lastwagen und Autobussen. Einige Zeit lang habe er in streng orthodoxen Kreisen verkehrt und sich mit dem Talmud vertraut gemacht. Voruebergehend haette er sich zwischendurch in Paris und in der Schweiz aufgehalten, um Medizin zu studieren und den “letzten metaphysischen Problemen” auf diesem naturwissenschaftlichen; Umweg nahezukommen; aber WAEHREND WIR AM WARMEN OFEN SITZEN tummelt man sich in Israel am Strand, um der sommerlichen Hitzt zu entkommen. WM "* ' gpäi; flP Äiigrgj: das sei eine Sackgasse gewesen. “Nur wer den materiellen Dingen voellig entsagt, kommt der Wahrheit nahe, der nachzustreben mich kein anderer als Sie, Herr Professor, gelehrt hat...” Dem stand der grosse Theoretiker der letzten Wahrheiten leider machtlos gegenueber. Sollte er dem inzwischen ins dritte Lebensjahrzehnt getretenen Harry Fessman, alias Hillel Ben Mosche, der sich gar zum Messias ernannt hat — sollte er ihm versichern, dass er es so ernst wieder nicht gemeint habe? Statt den moralischen Mut dazu aufzubringen, schlug er ihm vor, ihn erst einmal ins “Zion” zu begleiten, das komfortable Hotel, in dem er sich einlogiert hatte. Harry verleugnete seine gute Kinderstube nicht, indem er den Vorschlag wie folgt abwies: “Ich in meinen Lumpen will Sie nicht in Verlegenheit bringen, lieber Professor! Gruessen Sie meine Eltern und sagen Sie ihnen, dass ihr Sohn das bessere Teil erwaehlt hat”. Sprachs, nahm eine hoffentlich nicht unbetraechtliche milde Gabe, die ihm der Universitaetsphilosoph voller Verlegenheit auf die hingehaltene Bibel legte, fuer seine Armen entgegen, und entschwand selbander fürbass. Israelisches Allerlei Der Habima-Schauspieler Schlomo Bar-Schawit verspaetete sich zur Brith-Milah von Amicha, dem Sohn von Schmulik Segal. Auf die Frage, weshalb er sich verspaetet habe, antwortete er: “Ich sehe Stuecke am liebsten nach den Kuerzungen...” ☆ “Auf unserer Strasse ist eine grosse Schlange”, berichtet eine erschrockene Hausfrau telefonisch der Sanitaetsabteilung der Stadtverwaltung von Ramat-Gan. “Was ist, dann toeten Sie sie”, antwortet der Sanitaetsbeamte. “Ich und meine Nachbarinnen fuerchten uns”, gestand die Frau. “Wir auch”, antwortete der Beamte. ☆ Als man die Knessetabgeordnete Schoschana Persitz fragte, was ihr eigentlich während all der in Israel verbrachten Jahre am besten gefiel, griff sie weit zu den Jahren zurück, als sie aus Moskau nach Eretz Israel Ubersiedelte. Damals sah sie stets am Schabbat einen nichtreligiösen jungen Mann seine religiöse Mutter in die Synagoge begleiten, was auf sie einen tiefen Eindruck machte. Der Junge war kein anderer als Mosche Scharet. ☆ In Haifa vergass ein Tourist im Hotel sein falsches Gebiss, schickte ein Telegramm an das Touristenamt, welches für die Retournierung des Gebisses sorgte. Ein vollständigerer Dienst am Kunden ist unwahrscheinlich. ☆ Ein Munitionslager des Zahal wurde mit einer grossen Tafel versehen: “Wenn Sie hier rauchen wollen, teilen Sie zuerst mit, wohin man Ihre Leiche transportieren soll”. ☆ Als ein Richter kürzlich einem bekannten Verbrecher von amtswegen einen Verteidiger ernennen wollte, stand der Angeklagte auf und bat, der Staat möge ihm die Hälfte des Anwaltshonorars auszahlen und er werde sich selbst verteidigen . Bien peinada todo el día con Hair Spray Aerosol

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