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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1959 HARAW HARASCHI (Oberrabbiner von Israel) Isaac Halevi Herzog s. L. Oberrabbiner Herzog S. L. Mm nvn Vor wenigen Wochen erreichte uns die schmerzliche Nachricht, dass der aschkenasische Oberrabbiner von Israel, Dr. Herzog, im Alter von 71 Jahren von dieser Welt abberufen worden ist Vor einigen Monaten wurde mitgeteilt, dass Herr Dr. Herzog schwer erkrankt war, aber man erfuhr auch, dass er sich von seiner Krankheit wieder erholt hat. Er hat sich noch in den letzten Wochen der Durchsicht seines in Kuerze erscheinenden Buches: “Hechal Jizchak" widmen koennen. Im Jahre 1888 in Lomza (Polen) geboren, fuehrte ihn sein Lebensweg nach England, wo er in London Theologie, moderne Sprachen, Mathematik und semitische Philologie studierte. Auf Grund seiner umfassenden talmudischen und weltlichen Bildung wurde er 1925 zum Oberrabbiner von Irland ernannt. Er wurde einer der fuehrenden Toragelehrten der Gegenwart, der vor allem in der Misrachi-Bewegung hervorragend taetig war. Nach dem Tode des unvergesslichen Oberrabbiners von Palaestina, Raw Abraham Hakohen Kook, wurde er zum Oberrabbiner von Palaestina-lsrael ernannt, ein Amt, dass er etwa 25 Jahre ausgeuebt hat. Er spielte auch im allgemein politischen Leben, insbesondere nach dem 2. Weltkrieg eine Rolle. In der Unterhaltung, die ich vor 3 Jahren mit ihm haben durfte, konnte ich seine aussergewoehtdiche Liebenswuerdigkeit und sein Interesse fuer das juedische Volk in der Welt schaetzen lernen. Mit ihm ist eine Persoenlichkeit von uns gegangen, die sich durch ihre aussergewoehnlichen Kenntnisse, durch ihre Lebensweisheit und Guete die Wertschaetzung des gesamten Jischuws zu erwerben verstand. Rabb. Egon Israel Loewenstein. Zu den Feiertagen FETT- und BRATGÄNSE (Das Beste vom Besten) Geräucherte Gänsebrüste — Gänseklein Geflügel jeder Art Räucherbrust und Zungen — Pökelfleisch — Pökelzungen Lieferung frei Haus Gustav Fleisciimann wünscht allen seinen Kunden alles Gutes zum Neuen Jahr Pedrega! 250 - Tel. 398187 Tel. part. 33527 Kulturveranstaltung der SCI: SCHWARZE RITTER ZWISCHEN NIGER UND TSCHAD Am Donnerstag, den 21, August sprach vor zahlreich erschienenem Publikum, der bekannte. Forschungsreisende, Musikologe und Schriftsteller Herr Hans Helfritz ueber seine Reisen durch Ghana, Dahomey und Nigérien, unter dem Titel “Schwarze Ritter zwischen Niger und Tschad”. Dieser von der Kulturkommission der SCI veranstaltete Abend, gab uns Gelegenheit, einen fesselnden Vortrag ueber ein Gebiet zu hoeren, das wohl den meisten von uns wenig oder garnicht bekannt ist. In anschaulicher Weise verstand es der Redner, die Zuhoerer an seiner Reise durch Westafrika, von Akkra bis Nigérien teilnehmen zu lassen und die Eigentuemlichkeiten dieser Voelker, ihre Probleme, ihre Vergangenheit und Zukunft aufzuzeigen. Der tiefe Eindruck des Vortrages wurde durch die Verwendung von Diapositiven, Tonband und Film noch verstaerkt, sodass den Anwesenden wirklich ein klarer Einblick in diesen “Kommenden Kontinent” gewaehrt wurde. In seinen lehrreichen Darstellungen wies Herr Helfritz auch auf die grosse Rolle hin, welche die Hilfe Israels fuer die neuen Nationen Afrikas bedeutet. Besonders interessant waren Bandaufnahmen afrikanischer Musik, die von einer Kunst Zeugnis ablegen die uns zwar fremd erscheint, aber keineswegs als Primitiv bezeichnet werden kann. Auch der gegen Ende vorgefuehrte Farbfilm mit seinen herrlichen Aufnahmen eines Volksfestes hinterliess tiefen Eindruck. Langanhaltender Beifall dankte dem Vortragenden, und wir hoffen dass es der Kulturkommission gelingen moege, Herrn Helfritz, der ja auch die uns naeher liegenden Laender Mexiko und Guatemala bereist hat, wieder einmal zu einem Vortrag bei uns zu gewinnen. JUEDISCHE SCHULE Von Zeit zu Zeit erscheint es angebracht, auch dem deutschsprachigen Sektor unseres Jischuw von der Arbeit der juedischen Schule Kenntnis zu geben, und als einen ganz besonders guenstigen Zeitpunkt betrachten wir den Beginn des neuen Jahres. Verfuegt doch ein jeder in diesen Tagen ueber genuegend Mussestunden, um ueber das juedische Erziehunsproblem ein wenig nachzudenken. Die erste leider nicht erfreuliche Feststellung gilt es zu machen, dass die juedische Schule im deutschsprachigen Sektor bei weitem noch nicht jene Anerkennung gefunden hat, die ihr als ein Garant fuer den Fortbestand juedisehen Gemeinschaftlebens zu- Cabaret - Abend des CISROCO Am 12. November findet im Teatro Marconi eine Cabaret — Veranstaltung statt, zu der CIS¬ ROCO wie alljaehrlich zu Gunsten des Altersheims einladet Ein reichhaltiges Programm mit erstklassigen Kuenstlem, die zum grossen Teil noch nicht bei uns aufgetreten sind, wird unter der Bezeichnung “Abend der Ueberraschungen” abgewikkelt werden. Mit der Durchfuehrung der Veranstaltung ist vom CISROCO ein kleines kuenstlerisch.es Comité beauftragt worden, das bestrebt ist, mit den Darbietungen unser Publikum in angenehmer Weise zu ueberraschen. Es soll heute, ohne Namen der Mitwirkenden zu nennen, nur verraten werden, dass durch die Vielseitigkeit des Programms jeder Zuschauer auf seine Kosten kommen wird. Es werden heitere aktuelle Dichtungen sowie Lieder und Chansons von verschiedenen bekannten Kuenstlem zum Vortrag gebracht werden. Ausserdem ist neben anderen interessanten Vorfuehrungen das Auftreten einer erstklassigen Tanz — Gruppe vorgesehen. Alles zusammen, durch Conference und Musik verbunden, wird einen Cabaret — Abend ergeben, der wie immer unsere Freunde in heitere Stimmung versetzen wird. kommt. Gerade aus Gesprächen mit verschiedenen Elternpaaren kommt man immer mehr zu der Ueberzeugung, dass man die geistige juedische Entwicklung der Kinder mehr oder weniger dem Zufall ueberlaesst, wobei sicherlich alle Eltern von dem Gedanken erfuellt sind, dass ihre Kinder in den spaeteren Jahren der Juedischen Gemeinschaft die Treue erhalten. Auf die Frage, wie dies moeglich sein soll, ohne in den entscheidenden Entwicklungsjahren den Kindern den juedischen Standort klar und deutlich vor Augen zu fuehren, erfaehrt man des oefteren, die wundersame Formulierung: wir sind doch auch noch Juden, und sie werden es auch noch bleiben. Mit dieser neuen Zauberformel glaubt man den Bestand der juedischen Gemeinschaft fuer die Zukunft genuegend gesichert zu sehen. Wenn man frueher davon gesprochen hat, dass die Umwelt uns nicht kannte und alles Unbekannte zuweilen ein Gefuehl der Angst der Unheimlichkeit hervorruft, so scheint sich ein aehnlicher Prozess gegenueber der juedischen Schule auch in unseren Reihen abzuspielen. Sagen wir es offen: man hat Angst vor diesem Phaenomen, und das aus verschiedenen Gruenden. Mit dem Begriff Juedische Schule verbindet sich oftmals umbewusst die Gedankenassoziation: freiwilliges Ghetto, Abschliessung von allem nichtjuedischen, Scheuklappentendenz und dazu kommt noch die alte Vorstellung, die mit dem Wort Cheder — Schulstuebel — sich verbindet. Dunkler dumpfer Raum, veraltete Methode des Lehrens und Lernens. Wir fragen: sind diese Gruende stichhaltig? Trifft das auf die juedische Schule in Santiago zu? Haben wir nicht ein schoenes grosses helles modernes Schulgebaeude mit den modernsten Errungenschaften, die heute jeder Schule eigen sind? Besitzen wir nicht die modernsten Laboratorien fuer Physik, Chemie? Wer sich auch nur einen Augenblick mit den Gedanken vertraut gemacht hat, sein Kind in diese Schule "zu schicken, hat er sich schon einmal der Muehe unterzogen und das neue Schulgebaeude besichtigt um sich selbst von dem Gesagten zu ueberzeugen? Ist die Methode wirklich so vealtet? Ist es nur ein blosser Zufall, dass bei den Abschlussprüfungen zum Universitaetsstudium die Absolventen dieser Schule unter tausenden von Bewerbern auf den ersten Plaetzen zu finden sind? Ist es nicht ernste und heilige Aufgabe des Direktoriums, den Schuelem durch die besten Lehrkraefte die weitaus beste und moeglichste Vorbereitung zuteil werden zu lassen? Ist es nicht ein besonderes Ruhmesblatt fuer diese private Lehranstalt, dass sie zur Zeit mehr als 25% ihrer Schueler unentgeltlich aufgenommen hat, getreu dem alten Lehrsatz “Jeder Hungrige komme und esse”, das heisst, nehme in sich die geistige Speise des juedischen und Weltgenius in sich auf. Ist es nicht ein heiliges Vermaechtnis eines jeden bewussten Juden, mit aller Tatkraft die grosse Buerde zu erleichtern, die diese Schule bisher fast allein getragen hat? Zu der Angst, die auf der Unkenntnis aeusserer Faktoren beruht, kommt die andere, die innere Gefahr: Die Erziehungstendenz. Alles ist, so hoert man oftmals sagen, darauf abgestellt, das Kind in den Jahren auf Erez Israel vorzubereiten, damit es am Abschluss seiner Studien die Alijah antritt. Der Faktor Israel also ist das zweite Gespenst. Darauf geht es klar und deutlich zu antworten: Gewiss und ganz bestimmt ist es eine der Aufgaben dieser Schule, in ihren Kindern die Liebe zum Lande Israel zu wecken und zu pflegen. Aber gleichzeitig ist sie im selben Masse bestrebt, alles geistige Schaffen seines Volkes, und der uebrigen Kulturvoelker zu uebermitteln. Ihr Bestreben ist darauf gerichtet, allgemeines und juedisches Ruestzeug dem jungen Juden auf seinen Lebensweg mitzugeben. Die Entscheidung eines 17- oder 18-jaehrigen jungen Menschehn fuer ein Leben in Erez oder in der Galuth liegt bei ihm alleim und kann weder entscheidend vom Lehrer beeinflusst oder gar aufgezwungen werden. Es ist unsere ehrliche Hoffnung, dass auch in unseren Reihen in Zukunft ein groesseres Verstaendnis fuer die notwendige juedische Vollerziehung aufgebracht werde. Und aus diesem Grunde hat sich die Leitung des Vaad Hajunuj zu einer Neuerung im Aufnahmeverfahren von neuen Schuelern entschlossen. Es ist ihr Wunsch, dass die Anmeldung fuer das kommende Schuljahr nicht erst im Maerz, sondern schon jetzt vorgenommen werden soll, um allen Neueintretenden die Moeglichkeit zu geben, in der Zwischenzeit an Vorbereitungskursen teilzunehmen, die sie faehig machen, ohne Schwierigkeiten an dem Unterricht in den entsprechenden Klasen teilzunehmen. Unser aufrichtiger Wunsch ist es, dass viele Eltern von dieser Neueinrichtung Gebrauch machen werden und die Schule damit durch die Erfuellung dieser Aufgaben einen noch groesseren Aufschwung nimmt. Rabbiner Manfred Labliner

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