Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 7 (Julio, 1959)
- Date
- 1959-07-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Julio 1959 BOLETIN INFORMATIVO 25 Wlfo?e/re*i, Astete, ¿w&eJL ZWEI KONZERTE im Verlaufe einer Südamerika-Tournee gab das Washingtoner Symphonie - Orchester unter Howard Mitchell am 15. Juni ein Konzert im Teatro Astor. Die bekannt erstklassige Qualität dieses Orchesters liess ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges erwarten; das Instituto de Extensiön Musical musste jedoch den Misserfolgen der diesjährigen Saison einen weiteren hinzufügen: Weder das Programm noch seine Ausführung entsprachen den in sie gesetzten Erwartungen, und das Publikum zollte den einheimischen Komponisten mehr Beifall als den berühmten Besuchern. Die Auswahl des Programms zeigte deutlich den offiziellen Charakter des Besuches: Selbstverständlich musste man einen chilenischen Komponisten bringen, also Orrego Salas als einen der repräsentativen Werte zeitgenössischer chilenischer Musik wie seine hier schon früher gehörte, lebhafte und gut durchkomponierte Obertura Festiva von Neuem bewies. Wo liegen aber die Gründe, dass Mitchell ausserdem noch die 1. Symphonie von Gustavo Becerra auf führte? Uebertri ebene Höflichkeit? Besondere Vorliebe für noch moderneren Stil? Oder einfach eine diplomatische Rückendeckung von Orrego Salas, Director des Instituts, um zu vermeiden, dass er als einziger Chilene auf dem Programm stehe? Die Beurteilung dieses Werkes von Becerra ist der einzige Punkt, in dem unsere Meinung von der Federico Heinleins, des Kritikers des “Mereurio” abweicht. In seiner treffenden, heissenden Besprechung hebt Heinlein die Becerra-Symphonie als einen Lichtpunkt dieses Konzertes hervor und begrüsst den jungen Komponisten als einen der talentiertesten Bahnbrecher auf dem Gebiete moderner Komposition. Schon früher haben wir uns mit der absoluten Notwendigkeit auseinandergesetzt, moderne Musik mit Emst und unvoreingenommenem Interesse anzuhören, da das Gehör sich nur auf diese Weise an neue musikalische Gedanken und Formen gewöhnen kann. Leider hat uns jedoch die grösste Unvoreingenommenheit dieses Werk nicht näherbringen können. Dasselbe müssen wir auch von der 2. Symphonie des Amerikaners Paul Creston sagen, dessen diffus-bunte an einen Propaganda - Maler gemahnt, der zwar technisch gut ausgebildet ist, aber niemals ein wirklicher Künstler sein wird. Es ist vollkommen unverstaendlich wie Mitchell ein solches Werk als Muster moderner amerikanischer Musik vorstellen konnte. Während alle diese Werke, teils durch die Neuheit ihres Stils und ihrer Auffassung, teils durch ihre grösseren technischen Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit des Hörers so in Anspruch nahmen, dass die Leistung des Orchesters und seines Dirigenten fast vollkommen in den Hintergrund trat, hatte er bei der 7. Symphonie von Beethoven die beste Gelegenheit, Orchester und Dirigent zu beurteilen. Seinem Rufe entsprechend, ist das Washingtoner Symphonie-Orchester sicherlich eines der vorzüglichsten der Vereinigten Staaten seine Disziplin, Präzision und Tonreinheit sind bewundernswert, seine Klangschönheit (ausser dem zu starken Fortissimo) akustisch perfekt. Es fehlt ihm jedoch die Seele, ein wirklich guter Dirigent, der eines solch vollkommenen Instruments würdig ist. Howard Mitchell gehört keineswegs zu den Grossen. Sein Taktstock hat die Genauigkeit eines korrekten Lehrers, seiner Erziehungsarbeit hat das Orchester sicherlich viel zu verdanken. Schade war es nur um die schöne Beethoven - Symphonie, die wir selten in einer so kalten und seelenlosen Version gehört haben. Um noch einmal den ehrlich aufgebrachten Kritiker des “Mereurio” zu zitieren, verwandelte sich das Orchester zeitweise in ein “unmenschlich kaltes Ungeheur”, und die “lärmende” Aufführung “schien eher ein Sportfest als ein musikalisches Ereignis”. Auf einer vollkommen anderen Ebene lag das am Sonntag den 21. Juni im vollen Saale des Gemeindehauses stattgefundene Woltätigkeitskonzert “Grosses Musikalisches Allerlei” zu Gunsten der rumänischen Juden. Wenn auch natürlich die technische Leistung der von Kapellmeister Juan Peyser geleiteten Darbietungen nicht mit der des Washingtoner Symphonie-Orchester zu vergleichen ist, so wurde dies reichlich durch die entusiastische Mitarbeit sämtlicher Künstler wettgemacht, die nach kurzer Zeit eine glänzende Stimmung im Saale hervorrief. Nicht wenig trug dazu die charmante Conference von Kitty Schwarz bei, die die einzelnen Mitwirkenden in launigster Weise ansagte und ausser vielen Witzen eine komische Chanson - Nummer (“Kochkunst-Olympiade”) vortrug, die grossen Erfolg hatte. Das musikalische Programm war äusserst reichhaltig: Es spielten der Cellist Hans Löwe und der Geiger Stefan Tertz, wohlbekannte Figuren des hiesigen Musiklebens; es sangen Carmen Barros (Marianela), Sylvia Wilckens und Matilde Broders, sowie Dita Marcus, Hanns Stein und Alfred Neugebauer. Den künstlerischen Höhepunkt des Nachmittags bildeten zweifellos die Duette von Mendelssohn, hervorragend gesungen von Sylvia Wilckens und Hanns Stein. Die beiden Koloratursängerinnen Dita Marcus und Matilde Broders hatten mit ihren Darbietungen wie immer grossen Erfolg, sowie auch Juan Peyser mit den humoristischen Klavier - Variationen von Siegfried Ochs über das Volkslied “Kommt ein Vogel geflogen”. Der einzige wirklich “schwarze Punkt” dieses (übrigens sehr ausgedehnten) Nachmittags war das Klavier, das trotz kürzlichen Stimmens weiterhin für sämtlich musikalische Darbietungen völlig unzureichend ist. ACHTUNG Orthopaedische Schuhe Einlagen und Reparaturen werden schnell und billig geliefert. Alameda 980 - Local 50 YESO ROMERAL TABIQUE PROMONTA Progreso y Economía para las Construcciones Dlstríb.: SODIMAC - S.A.C. SAAVEDRA RENARD AGENCIAS GRAHAM S. A. C. ES GIBT IMMER ZWEI MOEGLICHKEITEN Danny Kaye und Kurt juergens in "Ich und der Oberst' mmm ÍÍm.X-IKÍÍ Einen Film, den sicher die meisten unserer Leser gesehen haben ist “Jakobowsky und der Oberst” nach dem gleichnamigen Buehnenstueck von Franz Werfel. Es handelt sich hier um einen der seltenen Faelle, in denen ein Film nicht nur gute Unterhaltung, sondern gleichzeitig Stoff zum Nachdenken bietet. In feiner, humorvoller Weise werden uns die Abenteuer erzaehlt, die ein polnischer Ofizier und ein juedischer Emigrant der, wie er sagt “Spezialist im Fluechten” sei, im Frankreich des Jahres 1940 erleben. Die hervorstechendsten Eigenschaften des polnischen Obersten sind seine Weltfremdheit und Kindlichkeit und alles damit zusammenhaengende: Mut, Ehrenh aftigkeit und Treue, aber auch gleichzeitig oft ungewollte Brutalitaet, Egoismus und Ablehnung alles Fremdartigen, all dies gebunden durch eine gehoerige Dosis sentimentaler Romantik. Zusammen mit diesem Menschen soll nun Jakobowsky fliehen, dessen Wesen durch 5.000jaehrige Erfahrung geformt ist. Die Gegensaetze dieser Charaktere und die daraus entstehenden Spannungen sind die Hauptsache des Films. Es ist verstaendlich, dass der Oberst, das weltfremde Kind im ein immer groesseres Abhaengigkeitsverhaeltnis zu Jakobowsky geraet und es ist begreiflich, dass ihm so etwas nicht gefaellt. Schon von Anfang an hat er eine Aversion gegen die Figur dieses Juden, der aus einer anderen Welt, einer anderen Lebenssphaere zu ihm kommt und dieser Widerwille waechst von Mal zu Mal, wenn etwas geschehen muss, dass zwar notwendig ist, jedoch nicht mit den eingewurzelten Begriffen des Obersten uebereinstimmt. Na tuerlich geht in solchen Faellen die Initiative von Jakobowsky aus, der sich bemueht, nicht nur seine Person, sondern auch den Obersten, der fuer ihn die Verkoerperung des “Anderen” istwas er liebt, gerne sein moechte und nicht kann, —zu retten. Auch diese Liebe wird vom Obersten als Servilitaet betrachtet und traegt nicht dazu bei, ihm Jakobowsky sympatischer zu machen. Im Laufe der Flucht jedoch anerkennt der Ofizier immer mehr die hohen, menschlichen Qualitaeten Jakobowskys, waehrend dieser seinerseits gewisse Begriffe des Obersten sich zu eigen macht, sodass endlich beide zu der Erkenntnis kommen, dass ihre Persoenlichkeiten und Eigenschaften wertvoll sind und sich ergaenzen. So sind die Schlussworte des Obersten “Mehr und mehr mag ich diesen Jakobowsky“ als Fazit der gemeinsamen Abenteuer vielleicht das beste Zeichen dieses Wandels der Gesinnung, waehrend wir bei Jakobowsky etwas Aehnliches verspueren in der Szene, in welcher er seine Selbstmord als die einzige ehrenhafte Loesung seiner Probleme beschliesst er, der Mann der einer solchen Starrheit immer sein flexibles “... es gibt immer zwei Moeglichkeiten” entgegenzusetzen wusste. Es gibt zwei Moeglichkeiten, das Problem unseres Zusammenlebens mit der Umwelt zu betrachten. Eine, die der beiderseitigen Isolierung und eine Andere, die der Erkenntnis, dass wir uns gegenseitig brauchen, ohne dass es notwendig waere, unsere Eigenart zu opfern. Weder Jakobowsky noch der Oberst bringen ein Opfer dieser Art und doch finden sie einen gemeinsamen Weg. Es ist schoen, dass uns dieser Versuch eines grossen juedischen Dichters, diese Notwendigkeit aufzuzeigen, in heiterer Form gebracht wurde, gesehen durch die Augen des leicht melancholisch angehauchten Ironikers Jakobowsky, ohne Zweifel der Held des Films, der von Danny Kaye ausgezeichnet dargestellt wird. Kurt Juergens als Oberst ist vielleicht nicht ganz so ueberzeugend; man wuerde ihm leichter den deutschen Junker als den weltfremden, romantischen, in den Idealen der Vergangenheit lebenden polnischen Aristokraten glauben. Auch die anderen Figuren, besonders die der Suzette, sind zum groessten Teil gut gesehen und dargestellt und der Film hat den grossen Vorzug, nicht zur billigen Karikatur zu werden, auch nicht bei der Charakterisierung bestimmter deutscher Typen, wo diese Gefahr besonders nahe liegt. Die saubere und anspruchsvolle Regie von Peter Glenville hat daran sicher keinen geringen Anteil. H. E.