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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-07-01 · 7 (Julio, 1959) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
7 (Julio, 1959)
Date
1959-07-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Julio 1959 BOLETIN INFORMATIVO 13 §8á IM KREUZFEUER DER LUEGE Bei dem missglueckten Versuch, den Glanz des Besuchs von Golda Meir in Chile zu trueben, spielte auch der jordanische Geschaeftstraeger eine gewisse Rolle. So inszenierte er eine Pressenkonferenz, in derem Verlauf er einige bombastische Erklaerungen abgab, die weder mit der Bedeutung seines Staates noch mit ernster Sachkenntnis in irgendwelche vemuenftige Proportion z u bringen waren. Dementsprechend zogen es auch die grossen Zeitungen vor, zur Tagesordnung ueberzugehen und es gelang dem Repraesentanten Seiner Erlauchten Majestaet, des Koenigs von Transjordanien von Gottes und des Propheten Gnaden, erst am uebernaechsten Tage seine Gedankengaenge der Oeffentlichkeit in Form eines bezahlten Inserats zu unterbreiten. Als unruehmliche Ausnahme verdient bei dieser Angelegenheit das Organ der Kommunistischen Partei Chiles, “El Siglo”, erwaehnt zu werden. Nachdem der Redakteur der “Kameraden” den Autor der Presse-Erklaerungen mit einem etwas komisch anmutenden Eifer unter ausdruecklicher Benennung saemtlicher Ehrentitel seinen proletarischen Lesern vorgestellt hatte —er ist incht mehr und nicht weniger als “Kamal Houmud, Leutnant des Jordanischen Heeres, Minister und Geschaeftstraeger der Haschemitischen Koenigreichs von Jordan in Santiago” — (die “buergerliche” Presse ist heutzutage weit weniger zeremoniell), entbloedete er sich nicht, alle zum soundsovielten Male wiedergekauten Gemeinplaetze bruehwarm und unverduennt aufzutischen. Der Geist, mit dem dies geschieht, oder besser gesagt, die Weisungen, die er befolgt, lassen sich am besten mit der dicken druckschwarzen Ueberschrift illustrieren: “Die Araber erhalten jetzt dieselbe Behandlung, wie sie den Juden von den Nazis erteilt wurde”. Wem dies als Hauptueberschrift auf der Aussenseite nicht genuegt, der mag noch danach forschen, was die feudal-koeniglich _ bolschewistischen Publizisten als Beweis dieser ungeheuerlichen Behauptung anfuehren und er kann es im letzten Satz der Chronik finden, wo es woertlich heisst: “Er schloss seine Ausfuehrungen, indem er sagte, dass die Araber jetzt dieselbe Behandlung erfahren wie sie den Juden von den Nazis erteilt wurde”. Punkt. Fuer die Apologeten des wissenschaftlichen histori sehen Materialismus unserer Tage ist so etwas eine “Beweisfuehrung”. Das Gegenteil sind eben buergerliche Vorurteile, reaktionaere Irrtuemer oder sonstige Delikte, wie Logik, Zweifel, Zusammenhang zwischen Voraussetzung Behauptung und Beweis, Nachdenken mit eigenem Verstand oder gar Sachkenntnis. Fuer sie kann nur wahr sein, was rotes Dogma ist; zum Dogma wird erhoben, was den roten Staaten und Parteien nutzt; die Freundschaft mit den Arabern nutzt Russland; ergo: was die Araber sagen, ist wahr. Kamal ist Kamel und “El Siglo” ist sein Prophet. Maskierter Antisemitismus Natuerlich ist es nicht das erste Mal, dass das kommunistische Blatt in seiner anti-israelischen Verleumdungskampagne jedes Mass von Anstand und jeglichen, wenn auch noch so schwachen und fernen, Beruehrungspunkt mit der Wahrheit verlaesst. Noch sind Behauptungen wie die, die Juden seien nur nach Palaestina gegangen, um arabische Kinder zu schlachten, unvergessen. Und natuerlich ist: “El Siglo” nicht die einzige Zeitung, die sich durch ein solches Niveau und eine solche Einstellung auszeichnet, sondern sie gleicht darin den kommunistischen Zeitungen anderer Laender wie ein Ei dem anderen und wie “Pravda” der “Izvestia”. Eine interessante Konfrontierung ergibt sich aber aus der Lektuere einer kommunistischen Wochenschrift, die in Ost-Berlin von einem sogenannten “Ausschuss fuer Deutsche Einheit” herausgegebe^ wird und der seine Einheitsbestrebungen mit Angriffen auf die Bundesrepublik betreibt. Zum grossen Teil werden diese Angriffe durch Kritik an den antisemitischen Tendenzen in Westdeutschland sowie anhand von Ernennungen alter Nazis in Verwaltung, Justiz und Militaer belegt. Demgegenueber wird mit Stolz darauf hingewiesen, dass so etwas in der Deutschen “Demokratischen” Republik nicht vorkomme, quod erat demonstrandum..., dass im Sowjet- Paradies der Antisemitismus durch Verfassung und Gesetz verboten sei, und so weiter. Abgesehen davon, dass ein Land, das bis zum heutigen Tage noch keinen Pfennig von dem von den Nazis gestohlenen Gut zurueckerstattet hat —um von Wiedergutmachung garnicht zu reden—, jeder moralischen Autoritaet entbehrt, in diesem Punkt am Regime Heuss-Adenauer Kritik zu ueben, ist es zweckmaessig, diesen abgedroschenen Propaganda - Slogan einmal im Lichte des roten militanten Anti-Israelismus neu zu untersuchen. Es kann naemlich gar kein Zweifel daran bestehen, dass die Heftigkeit, mit welcher die volksdemokratischen Politiker und Propagandisten das kleine Israel mit ihrem Hass verfolgen, ueber das Ziel ihrer zweckgebundenen Allianz mit den Arabern weit hinwegschiesse. So anspruchsvoll sind die Herren Kassem, Nasser und Konsorten gar nicht, dass sie nicht auch die russische Hilfe akzeptieren und die entsprechenden politischen Gegendienste leisten wuerden, ohne dass Russland und seine kommunistische fuenfte Kolonne Israel mit einem staendigen Kreuzfeuer der Luege belegt. Fuer die Kommunisten selbst ist aber der Anti - Israelismus ein willkommenes Surrogat fuer den “verbotenen” Antisemitismus, ein Ventil fuer die antijuedischen Instinkte von Millionen von Gefolgsleuten, ein politisches Elixier aus Goebbels’ eigener Giftkueche. Hat nicht die Ukraine, wo des neuen Zaren Wiege stand, hat nicht Russland selbst eine jahrhundertealte antisem i t i s c h e Tradition? Und die anderen osteuropaeischen und Balkan- Staaten? Und die Deutsche “Demokratische” Republik? Schliesslich, was in den Berechnungen des Kreml eine nicht minder grosse Rolle spielt: wie steht es mit den tatsaechlichen und den moeglichen Gefolgsleuten in den “noch nicht” eroberten Laendern des Westen? Im Kreise der Vertrauten wird man sich zweifellos eingestehen, was fuer den unvoreingenommenen Beob achter schon lange klar ist: Dass der grosse Rueckgang des Kommunismus in der freien Welt seit Ende des Krieges gamicht so sehr auf quantitativem, wie auf qualitativem Gebiet liegt. Das Gros der aufgeklaerten Arbeiter, der ehrlichen Intellektuellen, der studentischen Jugend, der fortschrittlichen Massen tendiert heute zur Sozialdemokratie, zu den Christlich-Sozialen Parteien, zum Gremialismus oder, je nach Land und Umstaenden, irgendwohin, aber nicht zum Kommunismus. Dieser muss sich seinen Anhang mehr und mehr unter dem von Marx so verachteten Lumpenproletariat, unter den gescheiterten Elementen und der “wankelmuetigen Menge, die jeder Wind herumtreibt” (Schiller: “Maria Stuart”) suchen. Und da sollte man die Segel vor dem antisemitischen Wind reffen, wenn man sie mit anti-israelischen Sturm voll aufblaehen kann? Keine Diskussionsbasis Vom versteckten Antisemitismus der Monstre - Prozesse gegen Zinoviev, Kamenev, Trotzki und Genossen ueber den unglaublichen und, wie schnellebig ist doch unsere Zeit!, zu Unrecht schon wieder fast vergessenen Aerzte-Prozess bis zum anti-israelischen Kesseltreiben dieser Tage fuehrt ein gerader Weg. Und ebenso wie bei dem arabisch-israelischen Konflikt, ist er nicht nur der tatsaechliche Gegensatz der Interessen selbst, sondern auch und vielleicht in erster Linie, die machiavellischen Methoden der Luege, Verunglimpfung, Wahrheits- und Tatsachenverdrehung, die jede Diskussion von vornherein unmoeglich machen. So wird zum Beispiel kein vernuenftiger und anstaendiger deutscher Demokrat bestreiten, dass die Durchsetzung der Bonner Bundesrepublik mit alten Nazis ein ernstes Problem darstellt. Aber kann er das mit den roten Faschisten Pieck und Ulbricht debattieren? Und in unserem Fall waere es Kindlich, einen Hehl daraus zu machen, dass wir zum Beispiel in der Frage der arabischen Fluechtlinge oder der arabischen Minderheit in Israel oft nicht auf dem richtigen Wege sind. Aber koennen wir uns darueber mit arabischen Machthabern unterhalten, die das Fluechtlingsproblem erst geschaffen haben und seit elf Jahren Kuenstlich verlaengern, die den Hilfsfond der U. N. nach Strich und Faden bestehlen und sich bereit erklaeren, “gern eine Million Menschen zu opfern, um Israel wieder auszuradieren?” Wie verlogen ihre Argumente sind, hatte Israels Aussenminister Gelegenheit, anlaesslich ihrer meisterhaften Presse-Konferenz (siehe: “Israel steht Rede und Antwort”) in Santiago auseinanderzusetzen. Nicht besser ist es auch um die stehende Redensart bestellt, Israel respektiere die Beschluesse der U. N. nicht. Frau Dr. Golda Meir —den akademischen Titel hatte sie honoris causa aus Montevideo mitgebracht— widerlegte auch das, insbesonders was die Internationalisierung Jerusalems, das Fluechtlingsproblem und die Grenzen des Staates Israel anbetrifft. Wenn ihr die Zeit reichlicher bemessen und die Gelegenheit passend erschienen waere, haette sie auch darauf hinweisen koennen, dass die Israelische Verteidigungsarmee zwei Mal bereits, 1949 und 1956, auf dem Weg nach Kairo kehrt gemacht hat und dies im Hinblick auf Beschluesse der U. N. und nicht auf das Heldentum der Aegyptischen Heeres. Was aber ja verdient, festgehalten zu werden, ist die Tatsache, dass dieser haltlose Vorwurf ausgerechnet von Aegypten erhoben wird und das in einem Moment, da dieses Land mit der Beschlagnahmung des daenischen Dampfers “Inge Toft” im Suez-Kanal allen diesbezueglichen Beschluessen der U. N. flagrant zuwiderhandelt. Das Schiff traegt eine fuer Japan bestimmte Ladung Zement aus Israel. Dreifache Herausforderung Sein widerrechtliches Embargo in Port Said ist eine dreifache Herausforderung: der Vereinten Nationen und Israels. Dem daenischen Kapitaen, der sich bisher standhaft geweigert hat, die Ladung zu loeschen, ist es zu verdanken, dass diese drei Instanzen immer noch Gelegenheit haben, ihr Recht zu behaupten, wobei es natuerlich um die Wahrheit, wie ueberhaupt in dieser Welt, sehr arg bestellt ist. Die israelische Regierung ihrerseits hat bisher darauf verzichtet, den Fall vor die dafuer zustaendigen Instanzen, den Sicherheitsrat oder die Vollversammlung der U. N. zu bringen, um dem Generalsekretaer Hammarskjold Gelegenheit zu geben, den Fall auf dem Wege “stiller” Verhandlungen beizulegen. Zu diesem Zwecke wurde zuerst Dr. Ralph Bunche nach Kairo entsandt: erfolglos; fuer die naechsten Tage soll ein Besuch Hammarskjolds selbst bevorstehen. Da seine Autoritaet aber von einer Organisation herruehrt, in der die aegyptischen Piraten eine solide Mehrheit —Araber, Afro - Asiaten, Kommunisten und Oel-Imperialisten— hinter sich haben und er persoenlich sich ausserdem noch nie durch eine besondere Festigkeit Nasser gegenueber ausgezeichnet hat, werden die Vereinten Nationen auch dieses Mal nicht mehr demonstrieren als ihre Ohnmacht. In welcher Form Israel schliesslich zur Wahrung seiner Rechte auf freie Durchfahrt im Suez - Kanal handeln wird, ist eine offene Frage und ausserdem eine recht delikate, besonders wenn man den Spekulationen, es koenne auf dem Wege der Repressalien durch Aufbringen aegyptischer Schif_ fe im Mittelmeer geschehen, ernste Beachtung zuwendet. Ein Weg, der aber ohne jeden Zweifel richtig und fruchtbringend ist, fuehrt ueber die Anknuepfung von freundschaftlichen Banden zu den Laendem, die nicht durch arabische Hasspropaganda, durch volksdemokratische Luegen oder von den “Public Relations”- Bestechungsgeldem der Oelgesellschaften verseucht und korrumpiert sind. Das heisst Laendern wie Burma (siehe: “Strahlende Sonne in strahlender Sonne”), Ghana, Japan; wie Frankreich, den skandinavischen und die der “Benelux”-Foederation und vor allem zu den jungen Nationen Lateinamerikas, die wie Chile anlaesslich des Besuchs von Golda Meir zu zeigen verstanden, dass trotz allem noch Reserven von Anstand und Freundschaft existieren, die aufzuspueren keine Muehe zu gross ist und an die zu appellieren nie vergebens sein wird. ATSCHEKA.

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