Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 7 (Julio, 1959)
- Date
- 1959-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Julio 1959 BOLETIN INFORMATIVO 3 ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme Blumen-Abloesungspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bar-Mizwah-Buch, Kinder-Buch des KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Telefonische Bestellungen: 398101 (Gemeinde) oder 87707 f August Tamus Sonnabend 1. 26. Aw Mittwoch 5. 1. Sonnabend 8. 4. Donnerstag 13. 9. Sonnabend 15. 11. Sonnabend 22. 18. Sidra Matot - Masse - (Neumondweihe). IV. Buch Moses: 30,2 - 36,13. Jeremia: 2,4 - 28, 3,4 Rosch Chodesch. Sidra: Dewarim (Schabbat Chason) V. Buch Moses: 1,1 - 3,22. Jesaja: 1,1 - 27. Tischa B’Aw (Fasttag). Sidra: Waetchanan (Schabbat Nachamu). V. Buch Moses: 3,23 - 7,11 Jesaja: 40,1 - 26 Sidra: Ekew. V. Buch Moses: 7,12 - 11,25. Jesaja: 49,14 - 51,3. ABENDGOTTESDIENST: Freitag abend: Bis 14. August 18 Uhr und ab 21. August 18,15 Uhr Werktags: Tischa B’Aw: MORGENGOTTESDIENST: Werktags: Sonnabend: Sonn- und staatl. Feiertage: 7,30 Uhr 9 Uhr 8 Uhr Minja 18,15 Uhr Schacharit: 7 Uhr Minja 17,30 Uhr Ende: 18,36 Uhr Schabbat nachmittag Schabbat: 1/8. 8/8. 15/8. 22/8. Mincha: Ausgang: 17,45 18,28 18 18,33 18 18,38 18,15 18,43 Am Schabbat Morgen findet nach dem Gottesdienst ein Lehrvortrag statt, desgleichen am Schabbat nachmittag zwischen Mincha und Maariv. JUGENDGOTTESDIENST: Freitag, den 22. August um 19 Uhr Für die uns anlaesslich des Ablebens unserer t. Mutter und Schwiegermutter Frau ELSE JUNGMANN erwiesene Anteilnahme danken wir auf diesem Wege herzlichst. GUILLERMO BERGMANN und FRAU Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden unseres geliebten Mannes, Vaters, Schwagers und Onkels WALTER LEYDE sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. ANNELIESE LEYDE und Familie. Santiago, Juli 1959 Für die mir anlaesslich des Ablebens meiner Frau EMMY BEER erwiesene Anteilnahme danke ich herzlichst auf diesem Wege. LEOPOLD BEER GRABSTEINE ln saemtlichen Steinarten zu billigsten Preisen TH. REIS José Miguel de la Barra 412, 5.o piso Dep. A, esq. Merced, Tel. 33200 UNSERE STELLUNG ZUR JUEDISCHEN UND ZUR DEUTSCHEN KULTUR Vor kurzer Zeit sprach Prof. Emst Simon an dessen, leider nur zu kurzen, Besuch sich wohl alle unsere Leser noch erinnern werden, in Tel Aviv ueber dieses Thema. Da die Fragestellung auch fuer uns von entscheidender Bedeutung ist, bringen wir, nachfolgend, einen Bericht ueber diesen Abend, den wir dem Mitteilungsblatt des “Irgun Olej Merkas Europa” entnehmen. “Drei Probleme stehen zur Diskussion: Wer sind die Menschen und welches ist ihr Charakter, die zu den beiden Kulturen Stellung zu nehmen haben? — Fallen die Begriffe der deutschen und der juedischen Kultur unter die gleichen Kategorien? — Und was hat der entsprechend der ersten Fragestellung charakterisierte Kreis mit den beiden Kulturen zu tun?” Entsprechend diesen Fragestellungen gab Prof. Simon im ersten Teil seines ebenso klar und durchsichtig aufgebauten wie nach vielen Seiten hin ein Licht auf die Zusammenhaenge werfenden Referates eine Uebersicht ueber die Struktur des deutschen Judentums in seiner letzten Generation, die auf dem Hoehepunkt ihres Lebens den Zusammenbruch der eigenen Gemeinschaft erlebt hat. Er charakterisierte sie als die Generation der fast beendeten Eingliederung in die deutsche Kultur und eroertete sowohl das Ausmass ihrer Eingliederung wie ihr Manko auf einer Reihe von Gebieten des geistigen und gesellschaftlichen Lebens. So entstand ein Bild des Glanzes, im materiellen wie im geistigen Sinne, war es doch eine Generation des Ueberschusses menschlicher Leistungen ueber das zum Leben Notwendige hinaus, eines Ueberschusses an materiellen Mitteln wie an Zeit; gleichzeitig aber ein Bild der Insularitaet, in der dieses Judentum lebte und die sich sowohl in seiner sozialen Struktur wie etwa in seiner Stellung zur deutschen Literatur ausdrueckte, in der es eine eigentuemliche, auf bestimmte Erscheinungen ausgerichtete Position einnahm. Prof. Simon schilderte den Einbruch der doppelten Krise in das Leben dieser juedischen Generation, der allgemeinen Weltkrise mit ihrem Unbehagen, mit den Wirkungen des ersten Weltkrieges, und daneben die spezielle juedische Kultur-Krise, welche diese Gruppierung traf. Sie wurde schliesslich kuenstlich zu einer Art von Kindern gemacht, musste in dem Bewusstsein der Erwachsenheit eine Umerziehung beginnen, und es stellte sich ihr in Deutschland und ausserhalb seiner Grenzen die Frage, ob sie — “Spaetling der Verjudung” werden koenne. Das zweite Problem, das Prof. Simon untersuchte, war die Frage, unter welche Kategorien die Begriffe von deutscher bzw. juedischer Kultur einzuordnen sind. Waehrend im Deutschen, im Gegensatz zu den westlichen Sprachen, die Begriffe der “Kultur” und der “Zivilisation” nebeneinander stehen, hat die hebraeische Sprache nur sehr zoegemd ein Wort urspruenglich anderer Bedeutung, Tarbut, fuer den Kulturbegriff adaptiert. In Wirklichkeit ist der zentrale Begriff des juedischen Denkens auf diesem Gebiete “Thora”. Waehrend im Zentrum des deutschen bzw. des europaeischen Kulturbegriffes der Mensch steht, ist es im Begriff der Thora der offenbarende Gott. Hieraus ergibt sich die Differenz zwischen dem deutschen und dem juedischen Kulturbegriff, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Die deutschen Juden auf ihrem Wege hin zur juedischen Kultur treten in diese nun in einem Augenblick ein, in dem sie in weitem Masse die europaeische Form der Kultur anzunehmen begonnen hat. Angesichts dieser begrifflichen Voraussetzung stellt sich die Frage nach der Beziehung dieser deutsch-juedischen Generation in unserem Lande zu den beiden Kultur-Kreisen, mit denen sie verknuepft ist. Ernst Simon ging in Bezug auf die deutsche Kultur von seiner Haltung des Vertrauens zur Sprache aus, welches im letzten Grunde religioes begruendet ist und sich auf alle Sprachen der Menschheit erstreckt. Er wertete den Ausgleich des aesthetischen Defizits der juedischen Kultur durch ein positives Verhaeltnis zu Musik und bildender Kunst und unterstrich die Bedeutung der Veredelung des Geschmacks in unserem Lande. In Bezug auf die deutsche Literatur vertrat er die These, dass diese fuer uns nicht mehr als nationale Literatur zu gelten habe, sondern als ein Teil der Welt-Literatur, und dass wir daher unsere Beziehung zu ihren Gipfel - Leistungen aufrecht erhalten u. pflegen sollten. — Auf dem Gebiete der juedischen Kultur steht im Vordergrund die Beziehung zur Sprache, zum Hebraeischen. So sehr wir uns um sie zu muehen haben, unsere Generation wird die “Narbe des Ueberganges” tragen, selbst wenn die hebraeische Sprache in ihrer lebendigen Anwendung nicht mehr als ein “fremdes Kleid” empfunden wird, aber dennoch eine “fremde Haut” bleibt. Wir sollten aber wenigstens das Hebraeisch unserer Kinder auf deren eigener Ebene verstehen und beantworten koennen. Die Kinder suchen die Begegnung mit uns, aber ohne die Sprache kann sie nicht stattfinden. Von diesem Ausgangspunkt her schilderte Prof. Simon eine Reihe von Erscheinungen der modernen hebraeischen Literatur in ihrer sprachlichen Entwicklung wie in ihrer geistigen Fundierung, die nicht nur auf aesthetischer Ebene zu werten sind, sondern vor allem auch auf sittlicher. In diesem Punkte gelangte der Vortragende an ein Grenzgebiet seiner Darstellung, indem er die Frage eroerterte und beispielhaft illustrierte, ob wir vielleicht an die Grenze der verweltlichten Bildung gelangt sind, von wo aus sich neue Ausblicke fuer den Menschen in seiner Beziehung zu den Kulturen ergeben. 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