Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 6 (Junio, 1959)
- Date
- 1959-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Junio 1959 BOLETIN INFORMATIVO 15 ENA BRONSTEIN i¿\s; lllllll « In letzter Zeit erschienen .1 der hiesigen Presse des oefteren Nachrichten ueber die junge Pianistin Ena Bronstein. Da es sich hier um ein Mitglied unserer juedischen Kollektivitaet handelt, und Ena Bronsteii, sich auf dem besten Wege be findet, Weltruf zu erlangen halten wir es von Interesse fuer unsere Leser, Naeheres ueber sie zu erfahren. Ena Bronstein Guelman wurde 1940 in Santiago geboren. Sie ist das Kind musikliebender juedischer Eltern. Besonders der Vater, ein Pfleger des Geigenspieles, weckte schon frueh in seiner Tochter die Begeisterung fuer die Musik. Im Alter von 5.% Jahren begann Ena die Escuela Moderna de Música zu besuchen, wo sie unter Leitung von Frau Elena Waiss begann, Klavier zu lernen. Schon bald zeigte sich das aussergewoehnliche Talent der jungen Schuelerin, und sie machte unter der erfahrenen Anweisung ihrer Lehrerin rasche Fortschritte. Im Jahre 1950 nahm sie zum ersten Male an einem Konzert teil und spielte im Saale des Conservatorio Nacional de Música ein Konzert von Johann Christian Bach. Schon dieses erste Auftreten war ein Erfolg, man wurde auf sie aufmerksam und begann sie zu Konzerten heranzuziehen. So spielte sie unter anderem bei Vorstellungen des Chilenisch-Israelischen Institutes, des Haschomer Hatzair usw. Im Jahre 1953 gab sie zum ersten Male ein Konzert, dessen abendfuellendes Programm nur von ihr allein gespielt wurde. Es folgte ein Konzert in der Aula Magna der Universidad Santa Maria in Valparaiso. Die Presse begann sie zu beachten, es erschienen Notizen ueber sie in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Ein entscheidendes Datum in der Laufbahn Ena Bronstein war der 2. Mai 1955. An diesem Tage gab sie ihr erstes oeffentliches Konzert im Teatro Antonio Varas, unter Anwesenheit der Kritik und des ueblichen zahlenden Konzert- Publikums. Das Programm enthielt Werke von Bach, Mozart, Orrego Salas und anderen. Der Erfolg war ganz eindeutig. Alle bekannten Kritiker aeusserten sich lobend ueber die 15-jaehrige Pianistin. So schrieb Pablo Garrido in “La Nación”: “Es ist hervorzuheben, dass sie eine Technik besitzt die in ihrer Klarheit als perfekt bezeichnet werden kann”. Auch der bekannte Kritiker des “Mercurio”, Federico Heinlein, schrieb sehr guenstig. Es folgten verschiedene Konzerte in Santiago und Valparaiso, mit steigendem Erfolge bei Kritik und Publikum. Antonio Andrade nennt sie in “El Mercurio” von Valparaiso: “Eine geniale Pianistin”. Im Januar 1956 gibt sie Konzerte in Guayaquil und in Quito und wird auch dort sehr gut aufgenommen. Ein weiterer Hoehepunkt in Ena Bronsteins Laufbahn ist der 6. Juni 1958. An diesem Abend spielt sie unter Leitung des beruehmten —juedischen— Dirigenten Walter Goehr, begleitet vom Chilenischen Sinfonie-Orchester, das Klavierkonzert 1945 von Hindemith. Die Kritik ist begeistert Federico Heinlein schreibt: “Ena Bronstein, einer der grossen Werte der jungen Generation, ist mit 17 Jahren bereits mehr als ein Versprechen”. Das Konzert wird mit gleich grossem Erfolge in Valparaiso wiederholt. Dann folgen weitere Konzerte, auch in Concepción und in Osorno, wo sie anlaesslich der 400-Jahr Feier auftritt und den nationalen Piano- Wettbewerb gewinnt. Claudio Arrau hoerte Ena Bronstein anlaesslich seines letzten Besuches in Chile und erklaerte sich bereit, ihre weitere Ausbildung kostenlos zu uebernehmen. Eine juedischamerikanische Organisation erteilte ihr ein Stipendium fuer den Lebensunterhalt in den Vereinigten Staaten. So verb'ess sie Chile am 1. November 1958, um in New York bei Claudio Arrau und Rafael de Silva zu studieren. Schnell begann sie auch in USA aufzutreten und aufzufallen. So spielte sie im Hotel Waldorf Astoria anlaesslich des Besuches des argentinischen Praesidenten Frondizi, und am 14. April dieses Jahres, —ein neuer Hoehepunkt ihrer Laufbahn— gab sie in Washington ein Konzert anlaesslich der Feier des Panamerikanischen Tages. Auch die amerikanische Presse hat bereits begonnen, ihre Darbietungen eingehend und lobend zu erwaehnen. Vom 1. bis 22. Mai fanden in San Juan die bekannten Festspiele unter Leitung des grossen Kuenstlers Pablo Casals statt und Ena Bronstein wurde von Puerto Rico eingeladen, an diesem ausserordentlich bedeutendem Ereignis der Musikwelt teilzunehmen. So sehen wir die ungewoehnlich rasch aufsteigende Entwicklung dieser enorm begabten jungen Pianistin. Seien wir stolz, dass Ena Bronstein ein Mitglied der Juedischen Kollektivitaet Santiagos ist, freuen wir uns, dass eines ihrer ersten Auftreten in den Raeumen der B’ne Jisroel stattfand und hoffen wir, dass sie die kuenstlerische Perfektion erreicht, die sie uns erwarten laesst. W. G . 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