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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-05-01 · 5 (Mayo, 1959) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
5 (Mayo, 1959)
Date
1959-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1959 BOLETIN INFORMATIVO 5 Elf Jahre Staat Israel: IM LICHTE DER FREIHEIT Mehr als dreitausend Jahre sind vergangen, seit die juedische Nation in das Land Kanaan eindrang, das Land das heute Israel heisst. Sieben Jahrhunderte waren die Juden Herren des Landes und von seiner Hauptstadt Jerusalem, von seiner Lehre und den Worten seiner Propheten ging ein strahlendes Licht aus. Ein Licht, dass seitdem nicht mehr verlosch. Es folgte die Zeit der Eroberung und Fremdherrschaft. In endlosem Aufmarsch wurde der Boden des Heiligen Landes von den Stiefeln der Babylo¬ Vor elf Jahren jedoch wurde die Legende zur Wirklichkeit. Die Rueckkehr hatte begonnen. Am 29. November 1947 hatte die General-Versammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines Juedischen Staates in Palaestina beschlossen. Und am 14. Mai 1948 proklamierte der Provisorische Regierungs- Rat in Tel Aviv die Geburt des Staates Israel. Am gleichen Tage, im gleichen Augenblick bereits, musste Israel den Kampf um seine Existenz aufnehmen. Im siegreichen Feldzug gegen die Invasoren von Aegypten, Syrien, ¡¡Sllll DAVID BEN GURION Premier und Verteidigungsminister. >>!*<{«3 ELIEZER DORON Botschafter in Chile. mm Ipp! nier, der Perser, der Roemer, der Araber, der Kreuzzuegler, der Tartaren und der Tuerken zerstampft. Jeder einzelne unterwarf das Land zu seiner Zeit. Aber fuer keinen von ihnen wurde es zu dem, was es fuer die Juden geworden war: zum Vaterland, Grundlage seiner nationalen Existenz, Quell seiner Eigenart, Symbol seiner Freiheit. Und keiner machte es zu dem, was die Juden fuer alle Zeiten aus ihm gemacht hatten: zum Heiligen Land. So blieb das Land in den lan gen Jahrhunderten der Zerstreuung stets ein Sinnbild der Hoffnung und der Legende von der verheissenen Heimkehr. Allzu lange wurde diese verzoegert und die Geschichte dieser Saeumnis ist mit dem Blute der Generationen geschrieben, die im Dunkel der Unterdrueckung zugrundegingen. Irak, Transjordanien und Libanon bestand der junge Staat seine erste gewaltige Feuerprobe. Das juedische Volk hatte seine Freiheit wiedererobert. Nach Jahrhunderten der Zerstreuung, der Ohnmacht, der Verfolgungen, von den finstersten Maechten der Geschichte zu einem Leben im Schatten der Anonymitaet und im Dunkel der Aechtung verurteilt, hatte Israel sein Recht auf Sammlung, auf Wuerde, auf Freiheit behauptet. Elf Jahre sind seitdem vergangen. Ein Augenblick nur. Aber es sind elf Jahre im Lichte der Freiheit. Um diese Freiheit zu behaupten und um alle Juden, die in ihrem Lichte zu leben wuenschen, ihrer teilhaftig werden zu lassen, wurden in diesen elf Jahren mehr als eine Million Neueinwanderer aufgenommen. In ihrer grossen Mehrheit kamen sie als Fluechtlinge, aller Gueter beraubt, ausser einem: der Hoffnung, im Lande ihrer Vaeter ein neues Leben beginnen zu koennen. Fast alle leben heute in endgueltigen Wohnungen, fast alle sind In den Arbeitsprozess eingeordnet. Weitere hunderttausend werden fuer das laufende Jahr aus Rumaenien und anderen Laen. dern Osteuropas erwartet. So wie die Zahl der juedischen Bevoelkerung sich in den elf Jahren mehr als verdoppelt hat, so ist auch die Flaeche des landwirtschaftlich bebauten Bodens heute mehr als doppelt so gross wie zum Zeitpunkt der Unabhaengigkeitserklaerung. Fast 500 neue landwirtschaftliche Siedlungen wurden gegruendet; der Wert der Agrar- und Industrieproduktion hat sich vervielfacht zwei Drittel der Bevoelkerung geniesst die Vorteile der Sozialversicherung, vor allem auf dem Gebiete des aerztlichen Beistandes; drei Mal so viel Krankenhausbetten wie im Jahre 1944 stehen heute zur Verfuegung und als Ergebnis des Schulpflicht - Gesetzes ist die Zahl der matrikulierten Jugendlichen um 240% gestiegen . Doch all dies —und auch all das, was aufzuzaehlen in diesem Rahmen zu weit fuehren wuerde— war nur moeglich, nachdem der vordringlichste aller Aufgaben staendige Erfuellung zuteil wurde: Die Verteidigung des Staates gegen die ihn umringenden Feinde In all diesen elf Jahren, hundertzweiunddreissig Monaten, mehr als viertausend Tagen, die dem Aufbau und der Arbeit gewidmet waren, konnte Israel nicht einen Tag mit Frieden rechnen. So muss ein sehr betraechtlicher Teil des Regierungsbudgets der Verteidigung des Landes zugefuehrt werden. So muessen alle Maenner von 18 bis 29 Jahren und alle ledigen Frauen von 18 bis 26 zweiundeinhalb Jahre im Heer dienen und bis zum Alter von 49 Jahren der Reserve angehoeren. Die Millionen von Arbeitsstunden, die so der Industrie und Landwirtschaft entzogen werden, belasten damit das Aufbauwerk des Staates in einer Weise, dass jeder Fortschritt, jede Leistung, jede Errungenschaft nur mit hoechstem Einsatz aller Anstrengun gen und Mittel erreicht werden kann. Nur so wird die Verwandlung dieses Landes In elf Jahren, die ihresgleichen in der an Wunder reichen juedischen Geschichte nicht haben, ins rechte Licht gerueckt; Haette Israel nur seine wiedereroberte Freiheit gegen die feindliche Uebermacht verteidigt; “Dajenu”, es waere genug gewesen! Aber im Schilde der Kaempfer gegen diese Uebermacht wurde ein Land aufgebaut, wurden eine Million Juden aus den Laendern der Diaspora heimgefuehrt und ihnen das Recht auf Freiheit, Arbeit, Sicherheit und Gesundheit gewaehrt. Siedlungen, Doerfer und Staedte erstanden, die Wueste begann zu bluehen und neue Schaetze wurden dem Schosse der Erde entrissen, Pioniere auf landwirtschaftlichem, wissenschaftlichem und industriellem Gebiet gestalten das Land neu und im Rate der Nationen nimmt Israel, als eine der aeltesten und juengsten zugleich, mit Wuerde und Stolz den ihm zukommenden Platz ein. In all diesen Aufgaben hat das juedische Volk in der ganzen Welt dem Staate Israel und seinen Menschen bruederlich zur Seite gestanden und ebenso an allen Erfolgen gebuehrend teilgehabt. Es waren keine leichten Aufgaben: Opfer, Gefahren und Leiden wurden zu ihrer Bewaeltigung auferlegt. Wir sahen Feldzuege, Not und Kampf. Aber die Geschichte ist unerbittlich und die Freiheit hat einen hohen Preis. Mussten wir nicht auch Not und Kampf ueber uns ergehen lassen, bevor der Staat erstanden war? Und immer als Opfer, als Unterlegene, als Verfolgte? Seit elf Jahren hat dieser Kampf eine andere Richtung genommen und einen Sinn bekommen. Er wird um unser Recht auf das Leben gefuehrt und um unser Teil an der Freiheit des Menschen. JIZCHAK BEN ZWI Praesident des Staates.

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