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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-04-01 · 4 (Abril, 1959) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
4 (Abril, 1959)
Date
1959-04-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Abril 1959 BOLETIN INFORMATIVO 13 Gedanken zwischen 2 und 3 DIENER DER JUSTITIA IN DEUTSCHLAND von V. ALEXANDER Ich habe einen Freund. Er ist gross und schrämt, wohlproportioniert, stolz und ruhig. In seinem exquisiten Bau, seiner fast blasierten Erhabenheit, wirkt er wie die typische Erscheinung einer vergangenen .Epoche, die an Goldrausch, Californien und Wild-West erinnert. Er ist für mich ein Sinnbild einer fast zeitlosen Unüberwindlichkeit und Treue. Viele kennen ihn und wenige denken über ihn nach. Im wahrsten Sinne des Wortes rast an ihm die Neuzeit vorüber — er steht aufrecht, hochnäsig stolz an ihrem Wegrand und beschämt die hastende Menschheit. Einige Kilometer vom Stadtrand entfernt, an der brausenden Panamericana, nicht zu übersehen und in seiner Bescheidenheit aufdringlich, steht er, mein Freund, der einsame Silo. Seine Aufgabe ist lange schon erfüllt, seine goldene Zeit vorüber. Einst war er beglückter Versorger für viele hungrige Rindermäuler; sein Standort die ausgeglichene Mitte eines feinen Landbesitzes. Um ihn kreiste der pulsende Atem eines mit Bedacht geführten Gutes; er war höchstwahrscheinlich der Stolz seines Besitzers. Regen, Sturm, Sonne und brennende Hitze prallten an seinem starken Körper wirkungslos ab. Bereitwillig liess er seine Kammern mit duftenden Mais füllen und ebenso bereitwillig gab er ihn als aufbauende Nahrung an seine Rinder - Schützlinge wieder ab. In lächelnder Sicherheit wussten seine Fensteraugen, dass das kommende Jahr ihn wieder brauchen wird. Er diente. Dann kam das Gespenst der Zeit, die Hast. Mit brutalem Stift zog es eine scharfe Linie quer durchs Herz des Landes. Staunend sah mein Freund von seiner Höhe aus ein Zementband durch die Landschaft wachsen, auf ihn zu, an ihm vorbei, in die Ferne. Fassungslos erschauten seine Fenster die ersten rasenden Autos. Sein Besitzer und Herr fand es zu teuer, ihn abzubauen; so blieb er leer und traurig stehen. Es wurde unnötig, einsam. Für mich wurde er ein lieber Freund, den ich tröstend grüsste. Erstaunt lehnte er zuerst in starrer Unbeugsamkeit mein Mitgefühl ab. Er liess mich völlig indifferent vorüber fahren. Langsam, langsam, mit Takt und Delikatesse musste ich sein Interesse erobern. Er war wie ein verletzter und dadurch verletzlicher Einsiedler, den sein Schicksal zum Misantropen werden liess, dessen Stolz es nicht erlaubt, zu verzeihen. Und eines Tages grüsste er mich. Würdig, fast feindlich. Ich freute mich, für ihn. Allmählich wurde der G r u s s freundlicher, wärmer. Einmal zwinkerte er sogar mit einem Fensterauge. Heute winkt er schon von weitem, und wir freuen uns auf unser Wiedersehen, wie alte Freunde. Ein Silo nur, ein Zementbau, leblos und starr, und doch ein Etwas mit Geschichte und Erleben, mit widerspiegelnden Emotionen. Arm und leer, wie ein abgelehnter Mensch, der unsere warme Hilfe braucht um aus seiner tiefen Einsamkeit ins tägliche Nutz-Getriebe gehoben zu werden. Ich möchte ihm die Hand reichen, wie einem Freund, dem ich wieder Auftrieb geben will, der sich wieder “nützlich” fühlen soll durch die Wärme der Freundschaft, durch die Einbeziehung in die Gemeinschaft. Wieviel scheinbar leere Einsame gibt es, die nur auf die gereichte Hand warten... und wir rasen unachtsam vorüber. Wenn man die eigenartig anmutende Zusammensetzung des deutschen Richterstandes näher betrachtet, so sind Urteile wie das gegen den ehemaligen Reichsjugendführer Axmann, der wahrlich einen grossen Teil der Schuld an den Verbrechen der Nazis bewusst durch falsche Jugenderziehung auf sich geladen hatte, durchaus begreiflich. Axmann wurde vom Gericht zu 35.000 Mark Sühne verurteilt. Und der frühere Personalchef der SS beim “Reichsführer der SS” mit Namen Schmitt wurde zu einer Sühnegeldstrafe von DM 50.000 von der Berliner Spruchkammer verurteilt, trotzdem er als Obergruppenführer der SA u. a. Inspektor der Konzentratio n s 1 a g e r war. Wenn es in Westdeutschland möglich ist, dass Leute wie der ehemalige Richter beim deutschen Besatzungsgericht in Ciechanowa in Polen, Dr. Breustedt, heute als öffentlicher Ankläger in Giessen arbeiten darf, oder der frühere Richter beim Sondergericht in Prag, Dr. Kohlstadt, dem u. a. die Hinrichtung von den beiden Juden Franz Thein und Josef Malz vorgeworfen wird, heute als Richter in Koblenz sitzt, so verwundert es auch nicht mehr, dass ehemalige SS-Wachen in Nazi - Konzentrationslagern, die Stirn besitzen als Parlamentskandidaten für die CDU aufzutreten. Ein besonders krasser Fall für die so oft mit grösster Lautstärke verkündete, bereits abgeschlossene Entnazifizierung ist die Wiedereinsetzung des während des zweiten Weltkrieges als Generalrichter im besetzten Dänemark tätig gewesenen Dr. Kanter in Amt und Würden. Kanter sitzt heute als Richter im Dritten Senat des Obersten Gerichtes der Bundesrepublik, trotzdem ihm u. a. die Verurteilung von 103 dänischen Freiheitskämpfern vorgeworfen wird. Der britische Parlamentarier Silverman entfesselte eine erregte Debatte im britischen Parlament und richtete eine scharf formulierte Anfrage an Selwyn Lloyd, ob es den Tatsachen entspricht, dass bereits heute wieder mehr als 200 schwerbelastete Nazirichter in der Bundesrepublik in Amt und Würden sind. Die abgeordneten Lewis und Harvey schlossen sich der Anfrage Silvermans an und forderten gleichfalls energisch Aufklärung von der westdeutschen Regierung. Selwyn Lloyd erklärte in Beantwortung der Angriffe, dass die Bonner Regierung eine eingehende Untersuchung in dieser Frage eingeleitet habe. Selwyn Lloyd versprach seinen Parlamentskollegen, die Angelegenheit im Auge zu behalten und dem Parlament zu gegebener Zeit zu berichten. Inzwischen wurde von verantwortlicher Stelle dem bayerischen Landtag mitgeteilt, dass die Entnazifizierung in Bayern abgeschlossen sei und die sogenannten Spruchkammern, vor denen sich die Nazis zu verantworten hatten, ihre Arbeit eingestellt haben. In einer abschliessenden Erklärung wurde bekannt gegeben, dass “Hauptschuldige” in Zukunft kein öffentliches Amt mehr bekleiden dürfen. Jedoch wurde dem Ministerpräsidenten von Bayern überlassen, endgültig Stellung zu diesem Gesetz zu nehmen, um einerseits “unnötige Härten” zu vermeiden und andererseits die UND MAN FLUESTERT IM SOWJET - PARADIES Ein Sowjetbürger starb und der Teufel liess ihm die Wahl zwischen der kapitalistischen und der komunistischen Hoelle. Ohne zu zoegern waehlte der Befragte die komunistische Hoelle, denn sicherlich wuerde es dort an Heizmaterial mangeln. "Bald werden wir zum Mars, zur Venus und zum Saturn reisen koennen” erklaerte ein russischer Lehrer seinen Schuelern. ‘Hat noch Jemand eine Frage?" "Genosse Professor" —wollte ein Schueler wissen— "und wann wird es uns moeglich sein nach Wien zu reisen?” Ein Russe der den Kulturminister einen Idioten genannt hat, wurde 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. 5 Jahre wegen Beleidigung und 15 Jahre wegen Verrats von Staatsgeheimnissen. Mangels Gelegenheit auf diesem Wege Lebensgefaehrtin Bin Kaufmann, gut situiert, 30. Saemtliche Offerten werden diskret behandelt. Offerten an: Comerciante Clasificador 567 STEFFI R. DE ENGEL Feine Maasschneiderei General Salvo 88 Tel. 497196 Beschränkung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter, einschliesslich des Notariats, zu beseitigen. Die mit “Erfolg” beendete Entnazifizierung in Bayern konnte jedoch nicht verhindern, dass bereits Anfang September der bayerischen Justizverwaltung von Seiten ehemaliger Naziverfolgter eine Liste mit nur “52 Namen von Richtern und Staatsanwälten” übergeben wurde, die, trotzdem ihnen schwerste Verbrechen zur Last gelegt werden, heute wiederum als Richter tätig sind. Unter anderem finden wir auf dieser Liste Männer wie den jetzigen Bayreuther Landgerichtsdirektor Adolf Paulus, dem u. a. vorgeworfen wird, während seiner Tätigkeit als Erster Staatsanwalt während der Hitlerzeit in einem Prozess ausdrücklich die Vollstreckung eines Todesurteils verlangt zu haben. Auch der derzeitige Landgerichtsdirektor Pf aff in Würzburg wird auf das Schwerste beschuldigt, während seiner Dienstzeit als Amtsgerichtsrat bei einem Hitler’schen Sondergericht Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Wenn so die Entnazifizierung aussieht kann man sich bereits wieder aufs Schlimmste gefasst machen. Und an diesen bösen Vorahnungen vermag auch der sicherlich ehrlich gemeinte Vorschlag der bayerischen SPD nichts zu ändern, die im Landtag ein Gesetz bisher leider ohne Erfolg einbringen wollte, welches die erneute Verhaftung von Kriegsverbrechern vorsieht, welche ihre von alliierten Militärgerichten verhängten Strafen bereits abgebüsst haben. Uns jedenfalls scheint, dass die wirkliche Entnazifizierung in Deutschland oeiderseits des Eisernen Vorhangs noch nicht richtig begonnen hat. ("HAKIDMAH”). oe U •OLtCttVIDAO fS**Ci.r CAtlUkA M* ' Jeden Freitagaben um 19.00 Uhr. Jeden Sonnabend morgen um 9.00 Uhr. PESACH Vorabend (1. Seder) am Mittwoch den 22. April um 19 Uhr. 1. Tag am Donnerstag den 23. April um 9.00 Uhr. 2. Abend (2. Seder) am Donnerstag den 23. April um 19.00 Uhr. 2. Tag am Freitag den 24. April um 9.00 Uhr. Vorabend des 7. Tages am Dienstag den 28. April um 19.00 Uhr. 7. Tag am Mittwoch den 29. April um 19 Uhr. Vorabend des 8. Tag am Mittwoch den 29. April um 19.00 Uhr. 8. Tag am Donnerstag den 30. April um 9.00 Uhr mit SEELEN¬ FEIER (ISKOR). Verkuendung des Neumondes Iyar: Sonnabend den 2. Mai. ROSCH JODESCH Iyar 1. Tag: am Freitag den 8. Mai. ” ” ” 2. Tag: am Sonnabend den 9. Mai. YOM HAZMAUTH (Día de la Independencia) am Mittwoch den 13. Mai. Gottesdienst ausserdem auf Wunsch an Jahrzeiten, jedoch muessen diese Daten rechtzeitig an unsere Casilla 984 oder persoenlich einem der Vorstandsmitglieder gemeldet werden. - ■ - Gemeinsamer Seder am Mittwoch den 22. April. Auch in diesem Jahr findet ein gemeinsamer Seder in der Residencial Duering statt. Interessenten werden gebeten sich rechtzeitig mit Herrn Artur Duering (Tel. 3019) in Verbindung zusetzen Der religioese’ Teil dieses Abend wird von Herrn José Tichauer abgehalten werden. VERKAUF VON MAZOTH Mazoth und Mazoth-mehl steht unseren Mitgliedern auch in diesem Jahr wieder in der Oekonomie der Soc. Unión Israelita, calle Victoria, zur Verfuegung. MAGBIT 5719 Zum Leiter der Maggbit 5719 in unseren Sektor hat der Vorstand Herrn JOSE TICHAUER ernannt, welcher sofort mit seiner Arbeit begonnen hat. HAST DU IN DIESEM JAHR DEINE PFLICH DER MAGBIT GEGENUEBER SCHON ERFÜLLT? DIE ANZEIGEN ANNAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO ist taeglich von 9-1 u. 5 - 7 geoeffnet. NUEVA YORK 52 Oficina 605 — Teléfono 87765

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