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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-03-01 · 3 (Marzo, 1959) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
3 (Marzo, 1959)
Date
1959-03-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Marzo 1959 BOLETIN INFORMATIVO 11 Die Armeen der arabischen Staaten Die israelische Armee hat in den letzten Monaten ihr Kampf- Potential wesentlich zu stärken vermocht sowohl durch den Kauf wichtiger Kriegsgeräte wie der französischen “Vautour”-Düsenflugzeuge und jetzt der ersten zwei englischen U-Boote, oder durch Bewaffnung der Infanterie mit dem belgischen Gewehr und der Modernisierung der Usi - Maschinenpistole, und andererseits durch weitere Bemühungen zum Ausbau des Trainings, Förderung des Kampfgeistes, Organisation der Armee, Koodinierung der verschiedenen Einheiten und Waffengattungen physische Ertüchtigung, etc. Aber auch jenseits unserer tausend Kilometer langen Grenzen zur See und auf dem Lande, wo unsere Feinde auf den kleinsten Fehler unserer Seite warten wurde nicht geruht und die Aufrüstung der arabischen Länder ging in Riesenschritten in den letzten Monaten vorwärts. Auf die Frage wie gross heute die arabische Militärmacht ist, sollen folgende Ausführungen Antwort geben. AEGYPTEN VERFUEGT UEBER 200.000 MANN Die ägyptische Armee besteht aus ca 200.000 Mann und im Kriegsfälle können weitere 50.000 Soldaten mobilisiert werden, was in einem Land von 23 Millionen Einwohnern verhältnismässig wenig ist. Aber selbst diese Truppe entspricht keineswegs dem Niveau einer mittelmässigen europäischen Armee angesichts ihres mangelhaften Ausbildungsniveaus und auch angesichts einer mangelnden Standardisierung der Waffen. — Schwächen, die Aegypten aber jetzt langsam überwindet indem es völlig zu sowjetischen Waffen und Ausbildungsmethoden überging. Die Waffen, die Aegypten noch aus dem Westen erhielt werden allmählich verkauft, während ein Grossteil der Armee schon jetzt fast ausschliesslich mit sowjetischen Waffen ausgerüstet ist. Das Heer setzt sich aus drei Infanterie-Divisionen und einer Panzer-Division zusammen. Die ägyptische Armee hat ca. 450 Tanks T 34 und 70 kleinere “Stalin 3”-Tanks mit 122 mm Kanonen. Weiter verfügt Aegypten über noch 150 Sherman - Tanks, auf welche Kanonen von 70 mm montiert wurden. Weiter besitzt die ägyptische Armee ca. 600 Panzerwagen und Raupenschlepper sowjetischer Erzeugung. Auf diesem Gebiet ist Zahal — zumindest zahlenmässig — den Aegyptern unterlegen. Auch die ägyptische Artillerie ist modern und stark. Sie zählt 150 montierte Kanonen “SEO 100” ca 300 Feldkanonen von 122 bis 155 Millimeter und mindestens 60 Raketenwerfer (als “Katjuscha” oder “Stalinorgeln” aus dem zweiten Weltkrieg bekannt). Die Lektion, die Aegypten in der Suezkampagne bekommen hat, war die, dass eine moderne Armee nur Sinn und Wert hat wenn sie sich von einer starken Luftwaffe geschützt weiss. Heute verfügt Aegypten über mindestens 270 moderne Kampfmaschinen, neben mehreren Staffeln von Uebungs-, Beobachtungs- und Transportflugzeugen, weiters ca. 150 MIGs davon einige MIG 15 und hauptsächlich MIG 17 sowie auch wenige moderne MIG 19. Weiter besitzt die Luftwaffe 60 Bombenflugzeuge Iljuschin 28 und noch ca. 40 englische Düsenflugzeuge des Typ “Vampire” und “Meteor” Das Hauptproblem bleibt die Ausbildung eines entsprechenden Personals für eine solche Luftwaffe. Es besteht noch ein gewisser Mangel an geschulten Piloten in Aegypten. Die Zahl der Unfälle bei Trainingsflügen ist besonders gross und auch ein ausreichendes Bodenpersonal (ohne das eine moderne Luftwaffe schnell einsatzunfähig wird) ist noch nicht vorhanden, während jedoch mehrere moderne Flugplätze und Landungsbahnen in der letzten Zeit angelegt wurden. Der stärkste Teil der aegyptischen Streitkräfte ist wahrscheinlich die Flotte, Aegypten hat sieben Zerstörer, davon zwei moderne sowjetische “Skory” mehrere Korvetten, ca. ein Dutzend Minenwerfer, mehrere Dutzend Torpedo - und Patrouillenboote und eine gewisse Anzahl Truppentransport- und Landungsschiffe. Weiter gehören zur ägyptischen Flotte neun Unterseeboote, die Hälfte davon mit kleiner Tonnage, die nur für die Küstenverteidigung geeignet sind. Die ägyptische Flotte besitzt Stützpunkte in Alexandrien (Aboukir Bay), Lattakie, Banias, Tartus und Suez. Obwohl Israels Kriegsflotte schon seit langem nicht mehr eine “Badewanne-Marine” ist, bleibt Aegyptens Flotte immer noch zahlenmässig weit überlegen, was wir durch bessere Ausbildung, unseren Kampfgeist und ein höheres militärisches Niveau ausgleichen müssen und können. SYRIENS ARMEE WIRD UMGEBILDET Obwohl sie theoretisch unter absoluter Kontrolle der VAR, d. h. Aegyptens steht, ist die syrische Armee organisatorisch noch ziemlich unabhängig, mit Ausnahme der kleinen Flotte, die nur aus Torpedo-, Patrouillen- und Landungsbooten besteht . Die syrische Armee wurde bis vor kurzem hauptsächlich nach französischen Trainingsmethoden aufgebaut, geht aber jetzt, sowohl bezüglich der Aufrüstung als auch der Ausbildung zu sowjetischen Methoden über, was wesentlich dadurch erschwert wird, dass Syriens Armee die einzige arabische Armee ist, die über eine echte militärische Tradition verfügt. Syrien besitzt ca. 40.000 Mann die in zwei Infanterie- und einer Panzerdivision organisiert sind. Die Panzereinheiten verfügen über 250 sowjetische Tanks T 34 und noch weitere 60 leichte frühere deutsche Tanks, auf welche französische Kanonen montiert wurden. Weiter hat Syrien eine verhältnismässig starke Artillerie mit 120 montierten “SEO 100” Kanonen, 30 sowjetischen Raketenwerfern und ungefähr 200 verschiedene Geschütze von Kalibern 122 bis 152. Die Luftwaffe Syriens ist fast ausschliesslich aus modernen sowjetischen Maschinen zusammengesetzt, d. h. ca. 75 MIG 17 und einige Bombenflugzeuge Iljuschin 28. GLUBBS LEGION WURDE GESCHWAECHT Die von englischen Offizieren, unter Kommando von General Glubb Pascha ausgebildete Arabische Legion galt als die .bestausgerüstete Kampftruppe in der arabischen Welt. Seit dem Abzug von Glubb und der anderen englischen Offiziere wurde die Macht und der Kampfgeist der Legion jedoch durch mehrere Säuberungsaktionen unter den führenden Offizieren geschwächt, und eine Politisierung des Kommandos führte zwangsweise zu einem Rückgang des Niveaus und des Kampfgeistes Die Legion zählt jetzt ca. 30.000 Mann (die Hälfte davon Beduinen- und Kamel-Truppen), und sie kann im Kriegsfall weitere 20.000 Mann aufbieten. Weiter kann Amman auch auf ca. 80.000 paramilitärisch geschulte Männer die in der National- Garde erfasst sind, rechnen. Die Legion besteht aus einer Infanterie-Division und einer Panzer - Brigade. Die Panzertruppen verfügen über 50 Sherman- Tanks und ein Dutzend englische Panzerwagen mit 17 Pounder - Kanonen. Die Artillerie Jordaniens zählt 120 Feldkanonen von 25 Pound. 15 Kanonen von 155 mm (Reichweite mehr als 15 Km) und 120 Kanonen ohne Rückprall amerikanischer Erzeugung (auf Jeeps montierbar). Jordanien besitzt keine Kriegsmarine und nur eine symbolische Luftwaffe von einer halben Staffel (10 bis 12 Maschinen) “Vampire”. UMSCHWUNG IM IRAK Die irakische Armee (ca. 60.000 Mann) gilt als eine guttrainierte Streitkraft. Bisher erhielt sie ihre Ausbildung ausschliesslich nach westlichen Methoden, wenn aber auch die amerikanische Waffenlieferungen seit dem Juli-Umschwung wieder aufgenommen wurden, bestehen Anzeichen dass Irak zu sowjetischen Trainingsmethoden übergehen und vielleicht auch versuchen wird seine Armee durch Waffen aus dem Ostblock zu stärken. Seit Proklamierung der Republik in Bagdad wurde nicht nur das politische Leben, sondern auch die militärische Organisation zentralisiert. Alle Neuordnungen hängen aus schliesslich von der regierenden Junta ab was früher oder später zu einer weitgehenden Politisierung der Armee führen muss. Irak hat drei Infanterie-Divisionen und eine Panzer-Brigade aufgestellt, die mit 14C modernen englischen “Centurion”-Tanks ausgerüstet ist. Die Artillerie des Irak besteht hauptsächlich aus 150 englischen 25 Pounders einer Batterie von 155 mm Geschützen und einigen amerikanischen Haubitzen von 5 Inch. i 7l/|7fGB IT úMiti Irak hat, abgesehen von einigen Patrouillenbooten und Torpedobooten, keine Kriegsmarine; auch seine Luftwaffe ist ziemlich klein und besteht aus 20 modernen “Hunter”, 25 “Vampire” - Nachtjägern u. 25 “Venom”-Kampffluegzeugen, zu denen sich wahrscheinlich in den letzten. Wochen eine Staffel MIG gesellte, die Kairo an Bagdad verkauft hat. SAUDI - ARABIEN EINE FATA MORGANA Die saudische Armee ist, wie so vieles in diesem Wüstenland, eine Art Fata Morgana. Tatsächlich besteht sie nur aus vier bis fünf Brigaden, fast ausschliesslich Beduinen, Analphabeten kaum militärisch ausgebildet, mit Gewehren und automatischen Waffen, hauptsächlich spanischer Erzeugung (Hispano Suiza), ausgerüstet. Der Wert dieser Truppe wird am besten durch die Bemerkung eines saudischen Offiziers charakterisiert, der vor einigen Monaten erklärte ein Soldat müsse lernen, sein Gewehr zu handhaben, wo aber die Kugel einschlägt, das sei schon eine Sache Allah’s. Neben der Infanterie und Kamelreitern gibt es ca.- 20 ältere leichte englische Tanks (Vickers-Bulldog) einige Patton-Tanks und 50 Feldkanonen englischer Produktion. Andererseits hat Saudien eine kleine Luftwaffe, deren Piloten meistens Engländer oder Amerikaner sind, und die mehr das Prestige des Herrschers als die Grenzen des Landes schützen soll. Die Luftwaffe besteht aus 15 amerikanischen Düsenflugzeugen “Sabre P 86” und ca 20 englischen “Vampire”. 400.000 MANN IM KRIEGSFALL Im Falle eines Konfliktes können alle arabischen Armeen zusammen ca. 400.000 Mann auf die Beine steilen, davon 300.000 Berufssoldaten und 100.000 Reservisten mit ungleichem Ausbildungsniveau verschiedenen Trainings - Methoden, mannigfaltigen taktischen Anschauungen, unterschiedlichen strategischen Plänen, die man schwerlich, gemäss einem gemeinsamen Kommando und einem einheitlichen Kampfziel, ausrichten kann. Eine gewisse Vereinheitlichung des Trainings der Taktik und der Aufrüstung der grösseren arabischen Armeen unter der Kontrolle der VAR, und unter Leitung von sowjetischen Ins truktoren greift jedoch Platz, was auf lange Sicht aus den arabischen Heeren eine viel schärfere Waffe machen kann als sie es heute sind. Zahal kann dagegen mindestens 250.000 Mann gut-trainierte, gut-bewaffnete, entschlossene und kampffähige Gruppen aufstellen, die durch ihren Kampfgeist und ihre Moral die zahlenmässige Differenz gegenüber den arabischen Ländern bei weitem wettmachen. Was die Ausrüstung anbetrifft, hinkt Israel wohl noch hinter den arabischen Heeren nach. Unsere Luftwaffe dürfte jedoch der ägyptischen-plus-syrischen Luftwaffe ebenwärtig sein; denn obwohl sie ihr ziffernmässig unterlegen ist gelten die “Vautour” - Flugzeuge als bessere Maschinen als die sowjetische “MIG” und “Iljuschin”, während, die israelischen Piloten und das wichtige Bodenpersonal bei weitem besser als das ägyptische Personal sind. Auf dem Meer liegt wahrscheinlich unser grösster “Rückstand” der vielleicht ausgeglichen wird — einerseits durch die zwei jetzt erworbenen U-Boote (die nach meinung englischer Spezialisten, die wichtige Verbindungslinie Alexandrien — Lattakie unterbrechen können) und andererseits durch die enge Unterstützung der Marine durch die in unmittelbarer Nähe basierten Flugzeuge unserer Luftwaffe. Ein schwacher Punkt in der israelischen Aufrüstung gegenüber den Arabern liegt in einer noch zahlenmässig geringen Artillerie und besonders in einem Mangel an modernen Tanks. Die leichten französischen AMX 13 und die schweren Sherman - Tanks Israels können wohl den T 34, arabischen Shermans, Patton, etc. standhalten, haben aber eine geringere Schussweite und Geschwindigkeit als z. B. die irakischen “Centurions”. Kriege werden aber in erster Linie nicht durch Maschinen, Tanks, Kanonen und Flugzeuge gewonnen, sondern durch die Menschen die sie führen Die Macht beruht nicht nur auf der Zahl der Tanks, sondern auch auf der moralischen Stärke des Heeres. Deswegen können wir auf Zahal vertrauen, falls eine neue arabische Aggression einen Konflikt herbeiführen würde, den wir uns zu vermeiden bemühen. (JEDIOTH CHADASHOTH). VON NUERNBERG... (Schluss von Seite 10) die Gerechtigkeit war, fuehrt ein gerader Weg zur Abschaffung der Todesstrafe in der De u t s c h e n Bundesrepublik. Man wollte damit prinzipiell die Abwendung von.der blutigen Vergangenheit des 3. Reichs demonstrieren. Was man in der Praxis erreicht hat, ist der Freibrief fuer die Exponenten dieser Vergangenheit. Wie sagt Figueres: Man soll die Peiniger nicht peinigen. Aber die Todesstrafe, die summarischste Exekution ist in solch extremsten Faellen —welch grausamer Paradox!— ein zivilisiertes Mittel im Kampfe gegen das Verbrechen. ATSCHEKA.

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