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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-02-01 · 2 (Febrero, 1959) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
2 (Febrero, 1959)
Date
1959-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MV. rURIUWAh VIO. - - - — — ■ — 1 - — — CAS, u.» »4M. «Hnwo-CH.« MITTEILUNGSBLATT BOLETIN INFORMATIVO SOCMEDAD CULTURAL ISRAELITA " B * N E JISROEL" AÑO XXI — N° 2 SANTIAGO DE CHILE Febrero 1959 DIE BEZIEHUNGEN ZU DEUTSCHLAND In diesen Tagen wurden Beratungen auf “höchster Ebene” über die Beziehungen Israels zu Deutschland nach Ablauf der Reparationszahlungen abgeschlossen. Man versuchte sich ins Klare zu kommen, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern in Zukunft gestalten würde. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Leiter der Israel-Mission in Köln, Dr. P. Schinnar, seine Demission eingereicht hat, die auch ang e n o m m e n wurde. Dem Dr. Schinnar wird die Errichtung des Reparationsapparates der Mission in Köln und ihrer reibungslosen Tätigkeit zugute gerechnet. So anstandslos klappt alles im Hause in der Subbelrother Strasse 15 in Köln-Ehrenfeld 1, dass nichts geändert werden dürfte, auch wenn der jetzige Chef ausscheidet. Dr. Schinnar wird noch die Verhandlungen über die Wiedergutmachungszahlung für das kommende Jahr abschliessen, und wird vor Beginn des neuen Finanzjahres, im März 1959, sein Amt niederlegen. Bisher ist noch nicht klar, wer an seine Stelle treten wird. Man nimmt jedoch an, dass dieses Amt in Zukunft mehr “politischen” Charakter tragen dürfte. Vieles hängt allerdings davon ab, ob zwischen den beiden Ländern doch diplomatische Beziehungen aufgenommen werden. Bisher scheint es nicht wahrscheinlich, dass die Deutschen den ersten Schritt unternehmen werden, während in israelischen Regierungskreisen jetzt erklärt wird, wir unsererseits würden nicht offen “die Initiative ergreifen”. Hingegen hält man es für nicht unmöglich, dass Israel in Bonn eine ähnliche diplomatische Vertretung wie in Gri echenland errichten würde. Deutschland würde daraufhin das gleiche in Israel tun. Es würde sich aber nicht um Gesandtschaften handeln. Was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft, so wurde beschlossen, dass Israel schon jetzt iversuchen solle, einem normalen Wirtschaftsaustausch zuzusteuern, ohne bis auf das Ablaufen des Reparationsvertrags zu warten. Ein Gesuch um Wirtschaftshilfe oder Anleihen wird nicht an Deutschland gerichtet werden; hingegen dürfte Deutschland Israel in das Netz der Länder einschiiessen wollen, die derzeit deutsche Geschäftskredite erhalten. Die deutsche Industrie wird auch voraussichtlich Investitionen in Israel erwägen, vor allem durch den Ankauf von Aktien bestehender Unternehmen. Auch die Propagandatätigkeit Israels in Westdeutschland soll erweitert werden. Die arabi- Am 21. Dezember ist der grosse juedische Schriftsteller Lion Feuchtwanger in Kalifornien, seiner Heimat seit siebzehn Jahren, dahingegangen, 74 Jahre alt. Die Welt der Literatur, der Geisteswissenschaften, hat einen ihrer Wertvollsten verloren und das juedische Volk betrauert einen grossen Sohn. Der Verlauf dieses Lebens ist wiederholt, zuletzt anlaesslich des 70. Geburtstages des Dichters, am 7. Juli 1954, dargestellt worden. Seine bedeutendsten Werke —und es sind ihrer eine ganze Reihe— wurden in fast alle Kultursprachen uebersetzt und brachten ihrem Autor Millionen von Menschen nahe. Unter ihnen stellen wir Juden ein grosses Kontingent dar. Nicht nur, weil Feuchtwanger oft biblische, juedischhistorische Themen zum Inhalt eines gross-angelegten Romans machte, sondern, weil er auch ein Jude war, der sein Volk liebte, dessen Kultur hoch und heilig hielt, glaeubig war in einem tiefen Sinne des Wortes, traditionsliebend, ohne streng in der religioesen Ueberlieferung zu leben. Doch sein Leben und sein Schaffen durchdringen einander wechselseitig; der juedische Schriftsteller konnte nicht an den grossen Ereignissen der juedischen Geschichte voruebergehen. So entstand um die Mitte der Dreissiger Jahren sein bis dahin staerkstes Buch, “Der juedische Krieg” mit den beiden Fortsetzungsbaenden vom Leben und Sterben des Geschichtsschreibers Flavius Josephus, eine Glanzleistung von unerhoerter Aktualitaet, mitreissend vor allem fuer eine neue juedische Generation des Leidens. Schon etwa ein Jahrzehnt zuvor hatte Feuchtwanger den “Jud Suess” verfasst, ein Gemaelde von eigenartigem Reiz, auf welchem wunderbar reine Menschlichkeit sehen Länder machen auf diesem Gebiete die grössten Anstrengungen und die acht arabischen diplomatischen Vertretungen in Bonn sind diesbezüglich sehr aktiv. Ausserdem ist es bekannt, dass an den deutschen Universitäten sehr viele arabische Studenten inmitten hoefischer Intrigen und politischer Verstrickungen aufleuchtet. Und in den letzten Jahren schenkte uns dieser Autor abermals zwei “juedische Dichtungen”, “Die spanische Ballade” und “Jephta und seine Tochter”. Auch hier war er auf der Suche nach Vergleichsmoeglichkeiten mit der Gegenwart, und es war die spanische Chronik des 13. Jahrhunderts ueber Alfons und seine schoene Rachel, die ihn inspirierte, so wie es ihn gelockt hatte, die dunkle, schwer zu entraetselnde, Jephta Erzaehlung aus der biblischen “Richterzeit” nachzugestalten, sie der Gegenwart verstaendlicher zu machen. Lion Feuchtwanger war zu einem Meister des historischen Romans herangewachsen: Im “Goya” war es die erregende, von Elend, Gaerung, Sinnenlust und Machtrausch erfuellte Atmosphaere des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Spanien, die er grandios vermittelte, in den “Waffen fuer Amerika” die aufgewuehlte Welt der letzten zwei Jahrzehnte vor der grossen Franzoesischen Revolution, die mit beispielloser Spannung dem Leser vorgefuehrt wird. Und der gleiche Schriftsteller ist zum grossen, mutigen Bekenner der Wahrheit geworden in einer Zeit, da sich die Menschheit dem schlimmsten aller Tyrannen zu Fuessen warf. Er hatte dem “Braunauer” schon 1929 die Maske vom Gesicht gerissen, ihm und seinen Komplizen, als er “Erfolg” schrieb, die Gefaehrlichkeit der neuen Bewegung offenbarend, aber auch zugleich ihre Hohlheit und Laecherlichkeit. Feuchtwanger setzte in der Freiheit den Kampf fort gegen das Nazi-Untermenschentum in den “Bruedern Lautensack”, im “Falschen Nero”, in “Exil”. So wurde er zugleich der grosse kaempferische deutschschreibende Autor in den Laendern der Freiheit, gleichfalls propagandistisch tätig sind. Offensichtlich wird jetzt das Propagandabudget Israels für Deutschland vergrössert, ebenso wie die Informationsabteilung für die Presse an der Israel-Mission in Köln. Der Leiter dieser Abteilung, Dr. Mosche Tavor, (früher “Daimmer mahnend und warnend, ein Unermuedlicher, der die Zusammenhaenge aufzeigt und eine bessere Welt schaffen will. Zwei Male hatte der Dichter sich vor seinen, ihn grenzenlos schmaehenden Feinden retten koennen, jedes Mal neu beginnend, schoepferisch vorwaertsstrebend. Seiner Befreiung aus der franzoesischen Hoelle von 1940 verdanken wir “Simone”, das Denkmal der freiheitsliebenden Franzosen und sein Gegenstueck “Unholdes Frankreich” Stets wollte er gerecht urteilen, ohne Voreingenommenheit, und dies duerfte ihm war”) wird demnächst einen Assistenten erhalten. Man hofft, auf diese Weise die Kontakte mit der deutschen Regionalpresse, die auf einige wichtige Zentren verteilt ist, zu intensivieren. so weit gelungen sein, wie menschliches Koennen dies vermag. Ein langer, und doch viel zu kurzer, Weg vom Muenchener frommen Elternhause bis zur Westkueste Amerikas, von den ersten Buechern aus der Zeit vor dem 1. Weltkriege bis zu den genialen Schoepfungen des letzten Jahrzehnts. Abermals ist die kulturliebende Welt aermer geworden und wir Juden, ein Teil von ihr, danken abschiednehmend dem Dichter, der uns so unendlich reich beschenkte. ffei flT/z//// Standesregister.Seite 2 Gottesdienst-Kalender. 5 Aus einem Brief des Herrn Alfred Feldmann. 5 Die URO teilt mit. 5 Monatsspiegel. C Israels Ultra-Orthodoxie. 11 La Voz Infantil. 13 Israel - Umschau. 15 Kunst, Literatur. 17 7I/I7TGBIT MTM (“CANFIT”). Lion Feucktwanger zum Gedaechtnis von Curt Wilk

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