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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-01-01 · 1 (Enero, 1959) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
1 (Enero, 1959)
Date
1959-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Enero 1959 BOLETIN INFORMATIVO 11 Altertümer, Touristik und Politik Ein Ausflug nach Nazareth Es gibt zwei Gründe, weshalb der Name Nazareth letztens oft in den Zeitungsspalten erscheint. Der eine ist der Umstand, dass dieses arabische Städtchen sich als ein günstiges Terrain für die feindliche Tätigkeit der Kommunisten erwies. Als zweiter gilt der Umstand der Entstehung eines jüdischen Viertels, der Kiriat Nazareth. Diese zwei wichtigen Faktoren stehen in enger Beziehung zueinander. Es gibt ein “Etwas”, dem allerdings weder Regierung noch Presse genügend Aufmerksamkeit sehen ken. Vielleicht ist diese Schwierigkeit kein Zufall, vielleicht beruht sie auf Unwissenheit, aber desto mehr verlangt sie eine Erklärung. Wie bekannt, ist Nazareth viel besucht. Diese historische Stätte bildet einen Anziehungspunkt für Touristen des In- und Auslandes. Auch sind es nicht in erster Reihe nur Christen, denn aus allen Landesteilen treffen hier organisierte Jugendgruppen zum Besuch ein. Ich reiste also nach Nazareth und stieg in Haifa in einen arabischen Autobus. Es überkam mich auf der Stelle ein wunderliches Gefühl, als ob ich mich ausserhalb der Landesgrenzen befände. Ich höre nur arabisch sprechen und aus dem Autobusradio klingen arabische Weisen. Dieses Gefühl wurde ich auch nicht los, nachdem ich mein Reiseziel erreichte. Niemand — weder die Strassenpassanten noch zahlreiche Kaffeehausbesucher — konnten mir erklären, wo sich die Kiriat Nazareth befindet. Alle Antworten klangen gleich: ich weiss nicht! Selbstverständlich fand ich den neuen Stadtteil, der, auf einem hohen Berge erbaut, einen schönen Ausblick gibt, ohne arabische Hilfe. Mit grosser Genugtuung nahm ich den Bau neuer zahlreicher Industrieobjekte wahr. Sie werden vielen Neueinwanderem Arbeit geben. Aber ich wollte meinen Aufenthalt in Israel diesmal dem Besuch der ehrwürdigen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt widmen. In einem Gasthof wurde uns gegen ein entsprechendes Entgelt ein Führer zugeteilt. Ein junger Araber, intelligent aussehend, übernahm unsere Führung. Es stellte sich heraus, dass er mehrere Sprachen beherrscht: ausser iwrith, jiddisch und deutsch spricht er auch noch polnisch. Dies erlernte er durch Umgang mit den Polen aus der Anders-Armee während des zweiten Weltkrieges. Von anderen Leuten war mir bekannt, dass die arabischen Fremdenführer die Besucher zu überzeugen versuchen, dass die israelische Regierung weder den heiligen Stätten noch der Bevölkerung Nazareths gebührende Hilfe leistet. Nicht nur das. Sie sollen jede Hilfe vorenthalten. Zwar wurden gegen diesen Verleumdungen seitens der arabischen Fremdenführer Schritte unternommen, um ihnen Einhalt zu gebieten, jedoch finden die Araber immer neue Wege, um uns zu schaden. Und so merkten wir, dass unser Begleiter während seiner Erläuterungen nicht ein einziges Mal den Namen Israel nannte. Dieses Wort wollte ihm MIT DER GROESSTEN P I ETAET... Ein Brunnen aus der Zeit Jesus nicht über die Lippen und wenn er sich auch äusserlich bemühte, objetiv zu wirken, tat er so, als ob diese historischen Stätten sich auf fremden Territorium befänden. Es ist unglaublich, doch der arabische Fremdenführer schenkte kein Wort der offensichtlichen Tatsache, dass die Stätten, wo Jesus gelebt und gelehrt hat, seitens der israelischen Regierung mit der grössten Pietät behandelt werden: er verschwieg auch die Verbundenheit mit der Geschichte des Judentums. Das Interesse, welches die Besucher dem alten Nazareth schenken, ist wohlauf begründet. Besonders ist da die Sankt- Joseph - Kirche mit ihren unterirdischen Gängen und Höhlen, wo die Heilige Familie hauste und wo sich die Tischlerwerkstatt des heiligen Joseph befand. Eine dieser Höhlen zeigt eine Vertiefung, eine Art Keller zum Aufbewahren der Lebensmittel und etwas, was an heutige Wandschränke erinnert. Ganz oben ist eine Oeffnung, die Luftwechsel ermöglichte. In diesen Räumen verbrachte Jesus 27 Jahre seines Lebens mit seinen Eltern. Nur mit Mühe winden wir uns durch die engen Gänge, um wieder in der Kirche zu landen. Unser Augenmerk widmen wir dem Pfeiler, der in Stein gemeisselten Sonnenuhr und den entzückenden vielfarbigen Fenstergemälden. A n einer der Wände bemerkten wir eine marmorne Tafel, von einem Adler geschmückt. Die Inschrift ist ein Gebet der polnischen Mannschaften der Andersarmee, Gott möge ihr Gebet erhören und sie in ihre Heimat glücklich zurückkehren lassen. Jetzt lenken wir unsere Schritte der Verheissungskirche zu, die zweimal bis auf den Grund vernichtet wurde. Vor iy2 Jahren wurde hier der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt. 10 Millionen Dollars in der ganzen katholischen Welt gesammelt, sollen diesem Zweck dienen. Jedoch wird bis jetzt der Bau nicht weiter geführt, da Rom Einwände geäussert hat, bezüglich der Grösse des Neubaues, wie auch — und das ist die Meinung unseres Führers — es noch nicht bestimmt ist, welcher Kloster- Orden die Durchführung des Baues übernehmen soll. Dann wandern wir wieder durch die schmalen Strassen der alten Stadt. Wir geraten in ein Gewimmel von arabischen Läden und Verkaufsständen, deren Inhaber laut ihre Waren anpreisen. Mitten in einem steinernen Gang stösst unser Fuss aut eine Vertiefung: hier werden die Esel und Maultiere getränkt. Wir gehen weiter und bald befinden wir uns an der Stelle, wo einst ein Tempel stand und Jesus mit den Gelehrten stritt. An der Stelle des Tempels, der sich hier vor zweitausend Jahren erhob, wurde eine griechisch-katholische Kirche errichtet. Im Weitergehen erfahren wir, dass sich im neuen Franziskaner - Internat 700 Kinder befinden, arabische wie auch jüdische. Die Zahl der Letzteren konnte ich nicht feststellen. Das alte, historische Nazareth, der Anziehungspunkt für Tausende von Touristen, ist ein Problem für sich. E. ROSTAL. AUS DEM JISCHUW Ein Bankett zu Ehren des Legationsrats a. h. der Israelischen Botschaft in Santiago, Herrn Samuel Goren, fand unter dem Vorsitz des Botschafters Herrn Elieser Doron und unter zahlreicher Beteiligung am Montag, den 29. Dezember in den Raeumen der S. C. I. “B’ne Jisroel” statt. ☆ Der Kongress der “Poale Zion” waehlte Herrn Dr. Bernardo Bartelman zum neuen Generalsekretaer der Vereinigung. Als Praesident der “Altgemeinen Zionisten” wurde Herr Miguel Maldavsky gewaehlt. ☆ Die “Sociedad Max Nordau” ist in ihr neues Heim in Agustinas 2237 eingezogen. Die Schulen des Vaad Hajinuj veranstalteten anlaesslich des Endes des Schuljahres am Sonntag, den 21. Dezember, Abschlussfeiern unter Anwesenheit der Lehrer, Schueler und zahlreicher Eltern. Die Feiern standen in Zeichen des Chanukka-Festes. ☆ Zwei Zeitschriften sind von juedischen Jugendorganisationen heraus gegeben Worden: “Hashachar” als Organ des Centro Universitario Judío, und “Maccabi”, veroeffentilcht vom Club Atlético Israelita des gleichen Namens. ☆ Im Laufe des Monat Januar wird sich Herr Matitjahu Dori, der der sich im Aufträge des K. K. L. in Chile befand, nach Israel zurueckbegeben. DER BOYKOTT GEGEN ISRAEL GEHT WEITER Alle Kenner der Probleme des Mittleren Ostens sind sich darüber einig, dass der mit Hartnäckigkeit betriebene Boykott der Arabischen Liga gegen Israel eines der grössten Hindernisse für Beruhigung und Frieden ist. Nicht umsonst hatte Aussenminister Golda Meir in ihrer Rede an der UNO - Vollversammlung auf den Boykott hingewiesen und bemerkt, dass er im Widerspruch zu der Friedensresolution s t e h t, die die arabischen Delegierten selbst im August eingebracht hatten. Aber Widersprüche bedrükken die arabischen Länder nicht, wenn es um Israel geht. Gerade in einer Zeit, in der Bemühungen um Milderung der Spannung im Orient im Gange sind, sah der Direktor des Boykottbüros der Arabischen Liga Abdel Karim el Aidi die Notwendigkeit, die Tätigkeit seiner Organisation in Presse-Erklärungen besonders herauszustreichen. Der Leiter dieses Boykott- Büros, der in den Spuren Streichers wandelt, will mit seinen Aktionen — nach seinen eigenen Worten — folgende Ziele erreichen: 1. Der Traum der Zionisten soll verhindert werden, Israel zu einem Industriezentrum zu machen, das seine Produkte in allen Ländern und insbesondere in den arabischen Staaten vertreiben kann. 2. Die wirtschaftliche Entwicklung Israels soll in einer Weise behindert werden, die der Welt beweist, dass “diese Räuber eine Gesellschaft von Leuten sind, die keinen Staat aufbauen können”. 3. Auf ausländische Gesellschaften und Institutionen soll Druck ausgeübt werden, um sie von Investitionen in Israel abzubringen. Ihnen soll gezeigt werden, dass die Bodenschätze Israels armselig sind und dass Israel seine Entwicklungspläne nicht in die Tat umsetzen kann. 4. Die arabische Wirtschaft soll gestärkt und auf eine feste Basis gestellt werden. DIE “ERFOLGE” DES BOYKOTTBUEROS Abdel Karim el Aidi begnügte sich nicht mit der Verkündung dieser erhabenen Ziele, sondern er berichtete auch, dass sein Büro in 11 Sitzungen genaue Bestimmungen über die Durchführung des Boykotts abgefasst habe, die mittels Verbindungsbeamten in allen arabischen Staaten zur Anwendung gebracht werden. Nach seiner Meinung “erreichte der Boykott die meisten seiner Ziele”. Als “Erfolg” bucht Karim el Aidi die “wirtschaftlichen Schwierigkeiten Israels, die er vor arabischen Journalisten genau aufzählte: Defizit im Budget, negative Handelsbilanz, immer stärker werdende Arbeitslosigkeit und Stillstand im Geschäftleben. EINE “ABWEHR MASSNAH ME” Natürlich wollte der Nachfahre Streichers in Damaskus sich auch rechtfertigen und erklärte, der “Boykott sei eine notwendige Abwehrmassnahme angesichts des noch immer bestehenden Kriegszustandes”. Aber auch Hitler und Streicher hatten den Boykott als “Abwehrmassnahme gegen das Weltjudentum” be zeichnet abgesehen von der Abwehr fürchtet Karim el Aidi auch, dass Israel sich weiter ausdehnen und diejenigen Gebiete wirtschaftlich durchd ringen will, die es nicht politisch beherrschen kann. Die Erklärungen El Aidis, die mitten in alle Bemühungen um Milderung der Spannungen im Mittleren Osten hineinplatzten, haben in UNO-Kreisen und bei westlichen Diplomaten sehr grossen Unwillen hervorgerufen. ZEITUNGSSTIMMEN AUS AMMAN JERUSALEM.— Während in den UN die alljährliche Debatte über die arabischen Flüchtlinge ihren gewohnten Lauf nimmt, schlägt die transjordanische Presse einen noch nie dagewesenen Ton an und fordert die arabischen Staaten auf, die Initiative selbst zu ergreifen, um nach nunmehr zehn Jahren endlich dieses Problem zu lösen. Der grösste Teil der Flüchtlinge lebt in Transjordanien. Zum ersten Mal erklären die transjordanischen Zeitungen, die Araber sollten selber für die Flüchtlinge sorgen und aufhören, die Last anderen zuzuschieben. Im “Falastin” erschien ein Leitartikel, der energisch feststellt, die Araber seien dafür verantwortlich, dass dieses Problem überhaupt existiert, weil sie sich im Jahre 1947 geweigert hätten beim Beschluss der Teilung Palästinas mitzuarbeiten, 1948 in Palästina einfielen und seit zehn Jahren die Besiedlung Israels stören. Dieses Blatt sowie andere trans jordanische Zeitungen warnen sowohl die Flüchtlinge wie die arabischen “Gast” - Regierungen, dass die jetzige Diskussion in den UN über das Schicksal der Flüchtlinge nach 1960 vielleicht “die letzte Gelegenheit” biete, eine befriedigende Lösung ihrer Lage mit der Hilfe des Auslands herbeizuführen. Die Führer der Flüchtlinge, die Nasser unter Druck setzt, sind nicht der gleichen Ansicht. Sie haoen an Generalsekretär Hammarskjöld gekabelt, dass die Flüchtlinge einen “Marsch zur Rückeroberung ihrer Böden” vorbereiten, falls beschlossen werden sollte, die Hilfsorganisation im Jahre 1960 aufzulösen. (ITA). OBERHEMDEN — KRAVATTEN »aemtl. Herrenartikel r^n Alejandro Lande MONEDA 1055 —Fono 8117S

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