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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-01-01 · 1 (Enero, 1959) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
1 (Enero, 1959)
Date
1959-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION* S.C. I. B'NE J1SROEL. AV. PORTUGAL BIO. CASILLA 2497. SANTIAGO«CHILK BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O C\l EDA D CULTURAL ISRAELITA "B'NE J I SROEL" AÑO XXI - N? 1 SANTIAGO DE CHILE ENERO 195S NEUGESTALTUNG DES KKL von Herbert Freeden Nachdem das Engere A. G. sich mit der Frage der Zusammenarbeit der Regierung und des KKL in Bodenangelegenheiten befasst und ein Uebereinstimmen bestaetigt hatte, das bereits von der Regierung und dem KKL im Prinzip angenommen worden war, wurde die Oeffentlichkeit mit dem Schlusspunkt langwieriger Verhandlungen und Entwicklungen bekannt gemacht. Tatsaechlich lag bereits vor vier Jahren dem 24. Zionistenkongress in Jerusalem ein Entwurf einer gemeinsamen Bodenbehoerde des Staates und des KKL vor. Dieser Vorschlag wurde seinerzeit vom Kongress zwar im Prinzip akzeptiert, aber in der Praxis ist man mit dieser Resolution nicht weitergekommen. Inzwischen trafen andere Faktoren hinzu, die die ursprünglichen Plaene beeinflussten und von der gleichen grundsaetzlichen Voraussetzung ausgingen — naemlich den Mangel an Koordination zwischen den verschiedenen Aemtern, die mit oeffentlichen Boeben zu tun haben, abzustellen. Vor der Entstehung des Staates war der KKL der groesste Bodeneigentuemer im Lande, aber 1948 fielen ungefaehr 15 Millionen Dunam dem Staat als Eigentum zu, und die Liegenschaften des Staates und des KKL zusammen machen ueber 18 Millionen Dunam, d. i. 90% der Staatsflaeche aus. Es lag deshalb nahe, nicht nur Duplikation in ihrer Verwaltung zu vermeiden, sondern diese Verwaltung auf gemeinsame Linien und Prinzipien zu basieren. Die vor ueber 50 Jahren von Prof. Hermann Schapira und Theodor Herzl aufgestellte Idee des KKL, dass das Land fuer immer Eigentum der Nation bleiben soll und nicht veraeusserlich ist, wurde deshalb in dem neuen Abkommen niedergelegt, das als Grundlage eines Bodengesetzes fuer die oeffentlichen Laendereien in Israel dienen soll. Was bisher nur fuer den KKL galt, wird nunmehr auch auf alle Staatslaendereien Anwendung finden, d. h. das Land soll nur in Pacht abgegeben werden und nationales Eigentum bleiben. Die Verwaltung dieser oeffentlichen Boeden — sowohl Staats wie KKL-Boeden — wird in den Haenden eines nationalen Bodenamtes liegen, das einem Staatsminister unterstehen und von einem Beirat geleitet werden wird, der aus Vertretern des Staates und des KKL besteht, wobei die Staatsvertreter die Mehrheit haben. Gemeinsame Verwaltung bedeutet aber nicht gemeinsames Eigentum — die KKL-Boeden bleiben Eigentum des Fonds, und sollte der KKL Boden aus nichtjuedischem Besitz kaufen, so werden auch diese in sein Eigentum uebergehen. Mit anderen Worten: die KKL Idee hat auch die Staatslaendereien “erobert”, dafuer aber ueberlaesst der KKL die Administration seiner Laendereien einer Staatsbehoerde.. In diesem Arrangement ist aber nur eine Seite der Bodenfrage geloest; die andere Seite, keinesfalls unwichtiger, ist die der Bodenerschliessung und’ hier hat der KKL neue Vollmachten und eine neue Verantwortung bekommen. Waehrend bisher Landgewinnung und Aufforstungsarbeiten des Fonds lediglich auf seine eigenen Laendereien beschraenkt waren werden nach dem neuen Abkommen auch alle Staatslaendereien in das Arbeitsgebiet des Fonds einbezogen. Das heisst, der KKL wird seine Bodenerschliessungsarbeiten fast auf das gesamte Territorium von Israel ausdehnen. Was auch der Staat bisher auf diesem Gebiet getan hat, wird nunmehr auf den KKL uebergehen, der die alleinige Stelle in Israel fuer Entwicklung und Verbesserung des Bodens wird. Auch hier wird ein Amt geschaffen wer- Vor weniger als 20 Jahren zaehlte die juedische Bevoelkerung Polens ueber dreienhalb Millionen Menschen. Polen war ein Weltzentrum juedischer Kultur und juedischen Wissens und der wichtigste Nachschubplatz fuer eine Alija nach Israel. Von dieser reichen zweitgroessten juedischen Gemeinde der Gola (nach den USA) blieb heute wenig, oder fast nichts mehr uebrig. Die Zahl der heute noch lebenden Juden in Polen wird auf knapp 50.000 geschaetzt. In einer Reihe von Staedten sind Gemeinden mit Synagogen und anderen Gemeinde-Dienste organisiert, aber es gibt in Polen auch Hunderte von juedischen Friedhoefen —darunter der Friedhof in Auschwitz— um die sich niemand kuemmert und die verwahrlosen. Trotz aller Armut, trotz der geringen Zahl ihrer Mitglieder, trotz Mangel an Raeumlichkeiten und anderen tagtaeglichen Problemen bemuehen sich die juedischen Gemeinden weiter, den Rahmen fuer eine religioese und nationale Betaetigung der in Polen verbleibenden Juden zu bieten. Die groesste Schwierigkeit besteht wahrscheinlich in der Notwendigkeit, sich einer staatlichen Kontrolle und zum Teil einer halbstaatlichen Verwaltung zu unterwerfen. Neben jeder juedischen Gemeinde besteht so ein „Kulturverband”, der vom Staat unterstuetzt wird. Der „Kulturverband” oeffnet seine Bueros am Schabbat und an den juedischen Feiertagen und schliesst sie am Sonntag und an den katholischen Feiertagen. Eine gewichtige Rolle im Kulturleben der polnischen Juden spielt die „Folkssztyme”, die vier Mal woechentlich erscheint. Bis vor kurzem wurde die „Folkssztyme” auch in Russland und besonders in Kiew verkauft, doch wurde sie jetzt in der USSR verboten. Das jiddische Volkstheater von Ida den, in dem Vertreter des Staates mit Vertretern des KKL kooperieren werden, aber diesmal werden die Vertreter des KKL operieren. Man hat hier und da irrefuehrende Pressemeldungen lesen koennen, etwa dass der KKL in eine Staatsinstitution umgewandelt werden soll. Weit davon entfernt, werden wichtige Funktionen, die der Staat bisher auf dem Gebiete der Bodenentwicklung und Aufforstung durchgefuehrt hatte, auf den KKL uebertragen, wobei betont werden muss, dass der KKL nach wie vor eine autonome Institution der Zionistischen Organisation bleibt. An seiner Spitze wird, wie bisher, ein gewaehltes Direktorium stehen. Seine neuen und groesseren Aufgaben sollen weitgehend durch Geldsammelaktio- Kaminska erhaelt staatliche Subvention, besitzt ein herrliches Gebaeude in Warschau und unternimmt regelmaessig Tourneen durch ganz Polen. Das Juedische Historische Institut hat eine Sammlung von Buechern, Manuskripten und Archiven von unschaetzbarem Wert und unterhaelt eine staendige Ausstellung, die aber ausschliesslich dem Ghetto und seinem Widerstand gegen die Nazis gewidmet ist. Seit einigen Monaten haben ORT und JOINT erneut ihre Aktivitaet in Polen aufnehmen koennen. Diese konzentriert sich in erster Linie auf eine berufliche Ausbildung der juedischen Rueckkehrer aus der USSR Bisher kehrten ungefaehr 15.000 Juden aus der USSR nach Polen zurueck, und viele tausend Rueckkehrer werden noch erwartet, wenn sich auch in der letzten Zeit staendig weniger Juden unter den polnischen Rueckkehrern aus der USSR befinden. Von den 15.000 Rueckkehrern wanderte ein Drittel nach Israel weiter, doch wurden jetzt auf Druck von Moskau Bestimmungen erlassen, dass eine Weiterwanderung der Rueckkehrer aus der USSR erst nach zwei Jahren gestattet werden kann. Die juedischen Kommunisten in Polen lassen sich in zwei Gruppen teilen. Die Juden in fuehrenden Partei- und Regierungsposten sind zweifelsohne vollkommen assimiliert und haben durch ihre Taetigkeit sicher wesentlich dazu beigetragen, dass langsam der Antisemitismus in Polen wieder aufflakkerte, den die Behoerden im Laufe der letzten Jahre im Keim ersticken wollten. Weniger klar ist die Stellung der juedischen Kommunisten, die an der Spitze des Kulturverbandes stehen. Hier findet man hauptsaechlich Opportunisten und Nutzniesser des Reginen von der Weltjudenheit finanziert werden, wofuer eine Intensivierung seiner Aufklaerungs- und Erziehungsarbeit notwendig ist. Das Uebereinkommen ist der erste Schritt zu einem Grundgesetz, das in* Laufe des Winters der Knesseth vorgelegt werden wird, und nach dessen Verabschiedung diese neuen Massnahmen in Kraft treten. Das Programm des KKL wird sich seinen erweiterten Aufgaben anzupassen haben; im Laufe der naechsten 10 Jahre plant der Fond eine Million Dunam Oedland fuer neue Ansiedlung bereitzustellen, in landwirtschaftliche Boeden zu verwandeln oder fuer Wohnzwecke vorzubereiten •—■ eine unumgaengliche Voraussetzung, um die wachsende Bevoelkerung Israels zu absorbieren. mes, die versuchen, ihre Taetigkeit zu rechtfertigen, in dem sie eine scharfe Kontrolle ueber die Aktivitaet und besonders die religioesen Dienste der juedischen Gemeinden ausueben. In Warschau zeugt nur noch der grosse juedische Friedhof von der vergangenen Groesse dieser Gemeinde. Die deutschen Besatzungsbehoerden, die praktisch jedes juedische Leben in Warschau ausgerottet haben, hatten den Friedhof offensichtlich uebersehen. Heute besitzt die Warschauer Gemeinde eine Talmud - Thora - Schule, ein Tauchbad, eine Synagoge, ein koscheres Restaurant fuer juedische Studenten und Rueckkehrer au? Russland, sowie Verwaltungs- und Wohnraeume fuer den 85jaehrigen Rabbiner David Percowitz und das andere Personal der Gemeinde. Aehnliche Ueberreste des juedischen Lebens kann man in fast zwanzig polnischen Staedten finden, wenn auch in vielen anderen ueberhaupt kein juedisches Leben mehr existiert, wie z. B. in Bialystok, Lublin oder Posen. In Lodz, wo einst eine bluehende Gemeinde mit 200.000 Mit gliedern bestand, leben heute nur noch knapp 5.000 Juden. Wo frueher die grosse Synagoge stand, befindet sich heute eine Tankstation, und die Gemeinde muss sich mit einem schaebigen Gebethaus im Hinterhof eines Wohnhause? begnuegen, dessen Waende oefter.s nachts mit Hakenkreuzen beschmiert werden. Aber trotz aller praktischer Schwierigkeiten, trotz aller Noete und Bedraengnisse bemuehen sich die Juden Polens hartnaeckig, ihr Gemeindeleben zu staerken, bi: ihnen eine engere Bindung zun' Weltjudentum und vielleicht eine: Tages die voellige Aufloesung der “Gola” Polen durch ihre Ueber - fuehrung nach Israel moeglich sein wird. ïÿ.y.ys. EINE IDEE HAT DAS LAND EROBERT: Jetzt erobert sie die Laendereien... JUEDISCHES LEBEN IN POLEN

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