Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1958)
- Date
- 1958-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BOLETIN INFORMATIVO CAMLU 1487. MN|MM*CHIL1 MITTEILUNGSBLATT 1 SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA " 8 ’ N E JISROEL" J AÑO XX N? 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre 1958 ASUMIO LA PRESIDENCIA DE CHILE EL Exento, señor JORGE ALESSANDRI R. Ha asumido la Primera Magistratura de la Nación, el Excmo. señor Jorge Alessandri Rodríguez, ungido Presidente por la clara expresión mayoritaria de la Nación Chilena. Tanto el afecto popular que tan visiblemente rodea al nuevo Mandatario, como las múltiples exteriorizaciones de alborozo y la solemnidad acorde con la importancia de tan magno acontecimiento en la vida de una nación democráticamente organizada, que han realzado la Transmisión del Mando, no pueden sino llenar de satisfacción a cuantos tienen su fe puesta en los destinos de la Patria Chilena. Y no podía ser de otra manera, pues ¿no era acaso el largo y arduo proceso electoral la prueba más solida de la madurez cívica del pueblo chileno y de sus instituciones? ¡Cuán reconfortante espectáculo el de esta República, firmemente cimentada sobre su Constitución y sus leyes, en medio de un mundo convulsionado por trastornos políticos de toda índole! Nuestra comunidad, compuesta en su integridad por individuos perseguidos y que de refugiados se han convertido nuevamente en esta tierra hospitalaria en hombres libres, sabe apreciar, acaso mejor aún que ningún otro conglomerado, el inmenso, el imponderable valor de ¡las libertades democráticas. El ejercicio del sufragio universal es una de las más altas expresiones de esas libertades, como lo es el ejercicio del derecho de reunión, asociación, de opinar libremente o de servir a Dios de acuerdo con los ritos de los antepasados. Y porque la Nación Chilena acaba de rendir la más concluyente de las pruebas, por su profundo respeto a esa primera libertad y porque todas esas libertades son, en el fondo, una sola e indivisible, por eso mismo se ha consolidado aún más, si es que ello cabía, nuestra seguridad en que ninguna ha de ser jamás conculcada en este “asilo contra la opresión”. Ha sido exaltado a la más alta dignidad con que una nación puede distinguir a sus hijos más preclaros, un estadista de singulares méritos, preparación y capacidad. Junto con el noble pueblo chileno hacemos votos porque el período presidencial del Excmo. señor Alessandri Rodríguez traiga una era de prosperidad y progreso para nuestro país, al mismo tiempo que por su felicidad personal y la de todos los hijos de esta tierra. Schicksalsfrage fuer das Judentum von Dr Hans Lamm Excmo. señor JORGE ALESSANDRI RODRIGUEZ Oit wurde das Heine zugeschriebene Wort “Wie es sich christelt, so jüdelt es sich” zitiert, womit man meinte, dass eine jüdische Minderheit sehr viel von den Lebensgebräuchen und den Anschauungen der nicht jüdischen Bevölkerung, in deren Mitte sie lebt, zu übernehmen pflegt. Wer Judenheiten in der Alten und der Neuen Welt in Israel und anderwärts kennt, wird ohne weiteres die Richtigkeit dieser Binsenweisheit bestätigen. Interessant wird freilich das Problem jüdischer Existenz erst da und dann, wo die Entwicklung nicht völlig parallel verläuft, sondern die Minderheit der Mehrheit vorauszueilen oder nachzuhinken scheint. Mit einem derartigen Phänomen, voraussichtlich folgenschwerer Art für Gegenwart und Zukunft des Judentums und des jüdischen Volkes haben wir heute Anlass, uns zu befassen. Das eingangs zitierte Bonmot darf getrost in “Wie es sich amerikanert, so europäert es sich” umgewandelt werden. Ob man es gern sieht oder bekümmert registriert: für praktisch alle europäischen Länder diesseits des Eisernen Vorhanges lässt es sich nicht leugnen dass sich der mittelbare wie der direkte Einfluss der USA auf fast alle Lebensgebiete fast übermächtig erweist. Darum sind Untersuchungen, die dort angestellt wurden, von mehr als literarischem Interesse für die Juden Europas, wobei keineswegs behauptet wird, dass ohne weiteres alles, was auf die fünf Millionen Juden Amerikas zutrifft, mechanisch auf die der europäischen Länder — deren Geschichte in den letzten zwei Jahrzehnten so ganz anders verlief als die ihrer Brüder in Amerika — übertragen werden dürfte. Robert Gordis, einer der führenden Köpfe und unbestechlichsten Geister des amerikanischen Judentums — hat in zwei aufsehenerregenden und viel diskutierten Artikeln, die in der “Congress Weekly” erschienen, zunächst zwei Fragen untersucht: Ob die viel behauptete religiöse “Renaissance” im allgemeinen echt sei, und insbesondere, ob und wie weit sie auch die Juden ergriffen habe. Geistesgeschichtlich wird man eine Reihe von Theologen dafür finden, dass heute mehr Menschen an ihrem Sabbat den Weg zum Gotteshaus zu finden scheinen, als es vor einer Generation noch der Fall war. Enttäuschung über den “Materialismus”, Abwendung vom “atheistischen Kommunismus” und elementare kreatürliche Angst in einem Zeitalter, das ungeahnte Schrecknisse über die Welt brachte und vielleicht noch unvorstellbarere in seiner Pandorabüchse verborgen hält — all dies sind Faktoren, die dazu beigetragen haben mögen, die Rückkehr zum Glauben zu produzieren. Dr. Gordis gibt sich keinem leichtfertigen Optimismus über die Tiefe und Echtheit dieser “Tischuwa” hin. Er stellt an den Beginn seiner Untersuchung ein skeptisches Wort eines christlichen Kollegen der da sagte: “Die gegenwärtige religiöse Erneuerung ist geistiges Aspirin. Beide kosten wenig und helfen wenig, vollbringen wenig und sind nicht viel wert”. Soziologen und Sozialpsychologen wie der verstorbene Professor Kurt Lewin und David Riesman wiesen darauf hin, dass im modernen Grossstädter der Wunsch stark vorherrscht, sich wieder irgendwo zu verwurzeln und sich zu Hause zu fühlen. In den Vororten, in denen sich neue Wohnviertel entwickeln, will man sich den neu aufspriessenden religiösen Gemeinden anschliessen. Gorkis warnt dagegen hier unkritisch Parallelen zu ziehen: Juden hätten anstatt von neuen Synagogen — wenn sie diese nicht wirklich wollten! — “Jewish Community Centers” oder andere weltliche Gemeinschafts - Gebäude errichten können. Tatsächlich begann, zumindest in den USA, der Zug zurück zur Religion wesentlich früher als die antikommunistischen Wellen nach den beiden Weltkriegen. Um das Jahr 1800 gehörten nur 15 Prozent der Amerikaner einer Kirche an, um das Jahrhundertende waren es bereits 36 Prozent, 1926 waren es 46 Prozent der Bevölkerung, und heute sind es fast 60 Prozent! Religion ist in der Tat in den USA wieder “salonfähig” geworden. Das Buch des jung verstorbenen Rabbiners Joshua Loth L i e b m a n “Peace of Mind”, das kurz nach dem Krieg ein Bestseller wurde, fand bald Nachfolge in “Peace of Soul” des katholischen Bischofs Fulton J. Sheen — dessen Fernseh - Vorträge an jedem Dienstag - abend noch immer zu den populärsten Sendungen Amerikas gehören — und “Peace with God” des evangelischen Wanderpredi- (Fortsetzung siehe Seite 19)