Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 10 (Octubre, 1958)
- Date
- 1958-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Octubre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 11 Auch Israel hat sein "Brüssel von Herbert Freeden (Jerusalem) ff 15.000 Lichter strahlen über dem neuen Ausstellungsgelände Jerusalems, das sich über zwölf Hektar erstreckt und für den Besucher einen Spaziergang von sechs Kilometern bedeutet. “Wir wollen uns gamicht mit der Brüsseler Weltausstellung messen”, erklärt uns der Direktor Jizchak Roll, ein klein gebauter, dynamischer Mann, mit leuchtend dunklen Augen, einer fliegenden Stirn und schwarzem zurückgekämmtem Haar. Er stammt aus Polen und ist Israels Ausstellungs-experte Nr. 1. Bei der Gelegenheit erhalten wir gleich eine kurze Belehrung — es gibt drei Kategorien, sagt er, A: internationale, B: nationale und C: Fachausstellungen. Die Jerusalemer Schau zu Israels Zehnjahres-Feiern gehört in Klasse B. Aber was sie nicht an Weite besitzt, versucht sie durch Tiefe zu ersetzen. Sie macht nämlich den kühnen Versuch, ein paar tausend Jahre Historie mit den Mitteln modernster Ausstellungstechnik darzustellen. Warum dieser Ausflug in die Vergangenheit? “Wir wollen damit zeigen, dass die Geschichte Israels nicht vor zehn Jahren mit der Staatsgründung begonnen hat, sondern dass wir ein altes Volk auf altem Boden sind”. Allerdings wird dem ersten Jahrzehnt von Israels Staatlichkeit fast vier Fünftel des gesamten Raumes gewidmet — Absorbierung der Einwanderer, städtische und ländliche Siedlung, Gesundheitswesen, Kunst und Erziehung, Gesellschaftsstruktur, Verteidigung, Bodenerschliessung, Volkswirtschaft, usw. Die letzte Sektion heisst “Der Zukunft entgegen”. Der Saal ist so gut wie leer und liegt im Dämmerlicht. Die einzige Beleuchtung kommt aus einem riesigen, transparenten Kasten, auf dessen Glaswänden Menschen ihren Weg suchen. Am Ausgang bilden ein paar Worte die Beschriftung: Ben Gurion; zehn Punkte für den Aufbau des Landes im nächsten Jahrzehnt. Die Gegensätze zwischen Gestern und Heute sind eklatand — da gibt es die berühmten Toten Meer Rollen und einen Atom-Reaktor, das Original von Israels Unabhängigkeitserklärung und einen Robot. Dreissig Architekten und Künstler haben die Bauten, Malereien und Modelle geschaffen, die, wie man erwartet, in den nächsten zweiundeinhalb Monaten von einer Million Leute besichtigt werden sollen. “Unsere Schwierigkeit war ein Niveau zu finden und eine Bildsprache, die von dem Kulturengemisch des Publikums verstanden wird”, führt Herr Roll fort —“wir durften nicht zu primitiv sein: das hätte die mehr Anspruchsvollen abgeschreckt; und wir durften nicht “high-brow” sein: dann hätten wir an den vielen orientalischen Besuchern vorbeigeredet”. Das Glanzstück der Ausstellungsgebäude, der neuen “Bauten der Nation”, ist ein 3400 Personen fassender Saal mit modernster Bühne, in dem das Londoner Festival Ballet, die Habimah und andere Theater Vorstellungen geben, Israels Philharmonisches Orch e s t e r konzertieren wird und Kongresse und Jugendfestspiele stattfinden werden. Der grösste Teil des Aussengeländes ist von 400 Industriefirmen eingenommen. “Wissen Sie, was ich für Erfolg halten würde”, fragt der Direktor. “Wenn Lehrer alle Abteilungen gut finden, bis auf die der Erziehung; Aerzte alle bis auf die des Gesundheitswesens und kritisierten “Ist das wirklich alles, was Sie darüber zu sagen haben?’ Das würde uns beweisen dass wir populär geblieben sind und nicht fachsimpeln. Die Schwierigkeit ist nicht, was zu zeigen, sondern was nicht zu zeigen”. Herr Roll hat solche provokativen Behauptungen gern. Provokativ sind auch die abstrakten Malereien, die die Fassaden bedecken; provokativ ist die Idee, nicht nur die Erfolge, sondern auch die Misserfolge zur Schau zu bringen; provokativ, auf Zahlen und Statistiken ganz zu verzichten und sich mit Hinweisen und Winken zu begnügen. “Nichts ist vernichtender als zu wiederholen, was andere Ausstellungen bereits vorher gebracht haben”. Das kann man wirklich von der Jerusalemer Schau nicht behaupten. Sie ist nicht nur der ambitiöseste Versuch, der auf diesem Gebiet bisher in Israel gemacht wurde, sondern auf dem Hügel der Vorstadt, auf dem einst römische Legionen kampiert haben und von dem man einen wundervollen Blick auf die judäischen Hügel hat, weht nicht nur der frische Wind vom Gebirge, sondern auch der Wind der Originalität. Gute Nachfrage im In- und Ausland nach keramischen Artikeln “Keramos”, eine Fabrik zur Erzeugung künstlerisch keramischer Artikel, die jetzt in verstärktem Umfange die Produktion aufgenommen hat kann über einen guten Absatz ihrer geschmackvollen Artikel die als Geschenkartikel höchst geeignet sind, im In- und Ausland berichten. Die Gesel 1 s c h a f t hofft bereits in diesem Jahre auf einen Export von 70.000 Dollar zu kommen. Der zusätzliche verdiente Devisengewinn ist sehr hoch und stellt sich auf 90%, da überwiegend hiesige Rohmaterialien verwendet werden können. Zehn Jahre Kibutz Ramot Menasche von Lotte Hirschberg Der Zeit vor zehn Jahren und der Entwicklung unseres Staates seit dieser Zeit wird in diesem Jahre hier in Israel bei vielerlei Gelegenheiten gedacht. Es war tatsächlich eine Neugeburt auf allen Gebieten. So verlangte die stark einsetzende Alijah und die Staatssicherheit auch eine verstärkte Besiedlung des Landes. Viele neue Siedlungspunkte wurden vor 10 Jahren gegründet, dazu gehörte auch unser Kibuz Ramot Menasche, der immer in enger Verbindung mit dem Jischuw von Chile gestanden hat. Nicht nur, weil hier eine grosse Anzahl von Chawerim aus Chile leben, sondern auch weil es Chaluzim aus Chile waren, die hier im Jahre 1948, gemeinsam mit einer Gruppe junger Menschen, die die Nazi-Hölle überlebt hatten, zur Ansiedlung gingen. Man ging auf einen Platz, der vom Keren Kajemet angewiesen wurde und an dem man nichts als eine steinige, unbebaute Fläche vorfand. Man lebte in Zelten, bevor man die ersten Holzhäuser auf stellte. Man pflanzte Bäume, man entsteinte die Erde, man bebaute den Boden, soweit es die zur Verfügung stehende Wassermenge zuliess. Und heute, nach 10 Jahren, ist der Kibuz eine blühende grüne Siedlung in den Bergen Efraim gelegen, der Gegend, wo einst der Stamm Manasse gesiedelt haben soll. Er ist bewohnt von Menschen aus Polen, Bulgarien und in der Mehrzahl aus Südamerika, die sich zu einer einheitlichen Menschengruppe vereinigt haben. Die Zahl der Chawerim ist von 60 auf 160 angewachsen. Von den 130 Kindern sind die ältesten heute fast 9 Jahre alt. Dazu kommen 24 Eltern und eine Gruppe Jugendlicher aus dem Lande, die hier erzogen werden, sodass der Kibuz von ca. 350 Menschen bevölkert wird. Kuhstall, Schafstall, Hühnerstall, Landwirtschaft und die Mitarbeit an der Wassenihren - Fabrik im Nachbarkibuz Dalia versorgen den Kibuz wirtschaftlich. Die Mehrzahl der Chawerim wohnt heute nicht mehr in Holzhäusern sondern in komfortablen Steinhäusern, aus den kleinen Baumpflanzungen sind kleine Wäldchen geworden, statt ausgedienter Generatoren versorgt das Landes - Elektrizitätswerk den Kibuz mit Strom. So hat der Kibuz alle Ursache, sein zehnjähriges Bestehen zu feiern. Eine grosse Anzahl Menschen, die dem Kibuz nahe stehen, kam am 28. August, um mit den Chawerim diesen Tag zu begehen. Durch spezielle direkte Autobus-Verbindung mit Haifa u. Tel Aviv wurde die Beförderung erleichtert. Im Gedenken an zwei dahingegangene Chawerim und an die umgekommenen Angehörigen der Chawerim aus Polen trug die Feier ernsten Charakter. Aus Anlass des Tages wurde eine kleine Parkanlage eingeweiht, die der Erinnerung der in der Nazizeit Getöteten gewidmet ist. In einer Ausstellung wurde den Besuchern die Entwicklung und Geschichte des Kibuzes bildlich vor Augen geführt. Den Höhepunkt des Festprogramms bildete eine mit vieler Mühe und Sorgfalt seit Monaten vorbereitete Theater-Aufführung des Stückes “David Reubeni” von David Bergelsohn, einer der russisch-jüdischen Schriftsteller, die unter Stalin ermordet wurden. Die Aufführung stand unter der Leitung eines Habima - Regisseurs und auf so hohem Niveau, dass sie in einem Haifaer Theater wiederholt werden soll. Der Tag war ein Tag der Freude für die Chawerim und für die Gäste, ein Tag, der das Gefühl des Stolzes auf das in 10 Jahren geleistete mit dem heissen Wunsch nach Ruhe und Frieden in der Zukunft verband, damit die so erfolgreich begonnene Arbeit ungestört fortgesetzt werden kann. Staatsgarantie iuer Aufbaukredite aus Deutschland Finanzminister Levi Eschkol hat jetzt von der Finanzkommission der Knesset die Ermächtigung verlangt für Aufbaukredite, die deutschen Entschädigungsempf ängem auf Grund der Entschädigungsgesetze aus Deutschland gewährt werden, die Staatsgarantie bezüglich der Rückzahlung übernehmen zu dürfen. Diese Kredite können bis zur Höhe von 30.000 DM von den deutschen Behörden genehmigt werden. Die Kredite sind langfristig und zinsfrei. Es wurden bereits hundert solcher Anträge jetzt befürwortend nach Deutschland geleitet und weitere 300 sind von der dafür hier eingesetzten öffentlichen Kommission bereits positiv beschieden worden. Hier soll ein Zinssatz in Höhe von 3% für die Garantie und Bearbeitung pro Jahr entrichtet werden. <—1 'fV'—1 200.000 Dollar Spende für Universitaet Die Jerusalemer Universitaet erhielt dieser Tage einen Scheck in Hoehe von 200.000 Dollar von dem bekannten amerikanischen Biochemisten und Philantropen Samuel Fryer der dem Vorsitzenden der Freunde der Universitaet in Californien Victor Carter übergeben worden war. Mit diesem Betrag soll das nach A. Fryer benannte auf dem Campus der Universitaet in Errichtung befindliche Gebaeude fuer physische und anorganische Chemie fertiggestellt werden. VORANZEIGE KULTURVERANSTALTUNG 20. November 1958 Vortrag des Herrn Guenter Boehm "RELIGION und MUSIK" JunnBURCHHRDoHuo DRUCKSACHEN wie vorschriftsmaessige Rechnungen, Auftragsbuecher, Lieferbuecher, Briefbogen, Geschaeftskarten usw. auch mehrfarbig, hergestellt auf modernen automatischen Maschinen SCHNELL, GUT UND BILLIG. 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