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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-09-01 · 9 (Septiebre, 1958) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
9 (Septiebre, 1958)
Date
1958-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n». runi wuAi. oiu, CASILLA »487. SAWTOttO-CH.L« MITTEILUNGSBLATT BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA "B'NE JISROEL" AÑO XX N? 9 SANTIAGO DE CHILE Septiembre 1958 DIE FREIHEIT DER WAHL von Robb. E. I. Loewenstein Ein Wort unserer Weisen sagt: “Von allen Monaten des Jahres erwaehlte sich der Heilige, gelobt sei er, den Monat Tischri”. Warum ist dieser Monat erwaehlt? Weil es in diesem Monat eine Einheit gibt, die in den anderen Monaten des Jahres nicht sichtbar wird. Wir Juden sind das Weltvolk. Was auch immer in der Welt geschieht, was fuer Ereignisse unter den Voelkern das Jahr auch bringen mag, es hat seine Rueckwirkungen im Leben juedischer Menschen. Wir erleben alles mit, sei es im Schmerz oder sei es in den wenigen Stunden der Freude, die der gegenwaertigen Menschheit zuteil werden. Im Verlauf der Monate des Jahres gehoeren wir oft nur den Voelkern der Erde, in deren Mitte wir leben. Aber in diesem Monat Tischri gibt es eine Einheit. Er ist erwaehlt, weil in ihm das gesamte juedische Volk aller Kontinente und aller Zeitabschnitte eine grosse Einheit darstellt. Es ist die Einheit der Besinnung und die Einigkeit des Höffens, die uns erfuellt. In ihm fuehlen wir uns mehr denn je mit unseren leidenden Bruedern verbunden. Unsere Gedanken und Wuensche umfassen jene Brueder und Schwestern, denen nicht erlaubt wird, als juedische Menschen zu leben und mit uns fuer unsere gemeinsame Zukunft zu arbeiten. Wenn sie uns auch nicht zu hoeren vermoegen, rufen wir ihnen dennoch zu: Chisku — seid stark. Wir hoffen gemeinsam auf das Kommen des Tages, an dem uns allen die Sonne der Freiheit leuchtet. Mag uns im vergangenen Jahr Schmerzliches betroffen oder es uns Aufstieg und Erfolg gebracht haben, im Monat Tischri stehen wir gemeinsam an der Schwelle eines neuen Jahres mit erneuten Hoffnungen und Wuenschen. Sie gelten vor allem ueber alle Kontinente hinweg dem “Am Olam” dem Weltvolk, dem ewigen Israel. Wir hoffen, zu einem Jahre des Segens eingeschrieben zu werden. In diese gemeinsamen Wuensche schliessen wir vor allem unsere Medinat Israel ein, die leider noch immer inmitten eines heroischen Ringens um ihre politische und wirtschaftliche Entwic klung steht. In der Entschlossenheit, die unsere Brueder und Schwestern in Medinat Israel beseelt, wollen wir wie sie auch in der Zukunft mit unseren bescheidenen Kraeften begleiten. Schwarze Wolken haengen in dem Augenblick, in dem die Zeilen geschrieben werden, ueber der Menschheit. Sorge und Bedrueckung, ob alles dessen, was ihr wieder einmal bestimmt sein kann, bewegen uns. Und wiederum ist es ein Gebet, das uns alle — Juden wie Nichtjuden — erfuellt. Aber wenn wir an der Schwelle eines neuen Jahres in gedanklicher Einheit sorgenvoll in die Zukunft blicken, so sollen wir uns auch eine weitere schicksalsschwere Frage stellen. Wir, die die Bestimmung in demokratische, freie Laender verschlagen hat, duerfen unser Leben in Freiheit und Selbstbestimmung gestalten. Ein jeder von uns geht seiner Arbeit nach, darf sich dem Wohle seiner Familie in Freiheit widmen. Aber wenn wir im Monat Tischri zur Selbstbesinnung ein jeder unter uns auch fragen, was aus unserer juedischen Zukunft in diesen Laendern werden wird. Wir duerfen ohne Beschraenkung fuer unsere Zukunft sorgen. Ist es aber nicht oft so, als ob uns dieser Kampf ums taegliche Brot zu Sklaven des Lebenskampfes werden laesst? Viele von uns sind mit allen materiellen Kraeften an die Niederungen des Dasein gebunden. Ihre Freiheit besteht nur darin, dass sie scheinbar ohne Ketten ihn Leben gestalten. Aber die Wirklichkeit des taeglichen Lebens bindet sie darum um mit so schwereren Ketten. Wir denken an ein Wort eines chassidischen Rabbi’s: “Es ist Gottes Wille, dass es Freiheit der Wahl geben soll. Darum hat er damit bis auf diesen Tag gewartet. In den Tagen des Tempels drohte unseren Vorfahren die Strafe des Gesetzes und es gab keine Freiheit der Wahl. Spaeter drohten Strafen und auch da war keine Freiheit der Wahl. Aber heute kann jeder oeffentlieh suendigen, ohne Scham und es geht ihm gut. Wer heute ein gottgefaelliges Leben fuehrt, ist in den Augen Gottes wirklich wuerdig und er bringt den Segen”. Wir bauen — Gott sei es gedankt — in aller Freiheit an unseren Gemeinden. Wir sind frei, um in ihnen zu leben und in ihnen zu wirken. 20 Jahre juedischer Gemeindeentwicklung in diesem gastfreien Lande und auf diesem Kontinent sind ein lebendiger Beweis fuer diese Wirklichkeit. Aber wir muessen sie auch zu nuetzen und zu werten wissen. Wir suchen einen jeden Juden — ob jung ob alt —, damit er sich dieser Freiheit der Wahl bewusst werde und wir gemeinsam unsere juedische Zukunft gestalten. Der grosse Visionaer unserer Tage Theodor Herzl sprach es einmal aus: “Der Antisemitismus ist der Reifen um das juedische Volk”. Und jahrhundertelang war dieses Wort ohne Zweifel eine schmerzliche historische Wahrheit. Aber muss es immer so sein, dass die Geissel der Judenfeindschaft uns treffen muss, um uns zu aktiven juedischem Tun zusammenzuschliessen? Ist es nicht schoener in Freiheit juedisches Leben in seiner Fuelle gestalten zu duerfen? Liegt nicht darin der wahre Segen fuer uns und unsere Jugend? ' In einer Atmosphaere allgemeiner Unsicherheit, weltpolitischer Zerklueftungen und drohender Gefahren fuer den Frieden auf Erden, beginnt das juedische Volk ein neues Jahr seiner Zeitrechnung, und kaum ein Wort vermag derart die chaotische Situation wiederzugeben, in welcher sich die Menschheit befindet, wie jenes aus dem Morgengebete des Rosch Haschana-Festes: “Unsere Erde, sie schwebt im Nichts”. Dieser Welt des “Kalten Krieges” setzen wir Juden den Ruf eines der Groessten aller Zeiten, des Propheten Jesaja, des “Koenigs des Glaubens” entgegen: “Friede, Friede, den Nahen und den Fernen”. Unser Friedensgruss gilt zunaechst den juedischen Gemeinschaften in jenen Laendem, in denen sie verfolgt und unterdrueckt werden. Wir wuenschen ihnen, dass eine bedeutende Zahl ihrer Familien die Moeglichkeit haben moege, nach Israel zu gehen, um dort ein neues, menschenwuerdiges Dasein zu fuehren, und ein zweites Schalom wendet sich an Medinat Israel und insbesondere an die jungen Menschen beiderlei Geschlechts, die in den Naechten von Rosch Haschana, das Gewehr ueber der Schulter, die Grenzen des jungen Staates beschuetzen muessen. Schliesslich richtet sich unser dritter Gruss des Friedens an der Schwelle des Neuen Jahres an die Leiden und ihrer Freiheit Beraubten aller Nationen, deren Schicksal wir Juden vielleicht besser verstehen koennen als jedes andere Volk. Das vergangene Jahr brachte das gewaltige Erlebnis der Feiern, die mit dem zehnjaehrigen Bestehen von Medinat Israel verbunden waren. Ausstellungen und Filme vermittelten all Denen, die nicht das Glueck hatten, Israel im Jubi- Wir stehen an der Schwelle des Jahres 5719. Ihm bringen wir, wie einem jeden Jahresbeginn, alle unsere Hoffnungen entgegen. Ein jeder moege in ihm weiter in Ruhe und mit Erfolg seiner taeglichen Arbeit nachgehen duerfen. Die Familien moegen von Not und Kummer fern gehalten werden. Die Menschheit soll in Frieden ihre Zukunft gestalten koennen und die Schrecken eines moerderischen Krieges nicht mehr kennen lernen. Ganz Israel schlieslaeumsjahre besuchen zu koennen, ein eindruckvolles Bild von Fortschritten auf allen Lebensgebieten. Zion wird weiter aufgebaut inmitten feindlichgesinnter Nachbarn, und kein Druck von aussen her wird hieran etwas zu aendem vermoegen. Wiederum sind Hunderttausende von Baeumen gepflanzt, und Zehntausende von Wohnstaetten auf gebaut worden, waehrend die Maabaroth mehr und mehr verschwinden. Der Segen Gottes ruht sichtlich ueber dem heiligen Werke der “Sammlung der Versprengten” und ihrer Sesshaftwerdung im jued i s c h e n Lande. Doch bei aller Anerkennung der wachsenden Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora, der Zunahme gegenseitise sich in Einheit und Geschlossenheit um seine Medinat Israel zusammen, die sich in Ruhe und steter Entwicklung zum Segen der Menschheit entwickeln moege. Wir aber sollen lernen, in Freiheit an unserer juedischen Zukunft zu bauen und unser Judentum zu leben. Wir wollen uns der Freiheit wuerdig erweisen, die uns auch fuer das Jahr 5719 und alle weiteren Jahre bestimmt sein moege. ger Inspirationen muss ehrlich zugegeben werden, dass die von Vielen ersehnte Erneuerung unseres religioes-geistigen Lebens von Zion aus bisher nur eine geringe Zunahme erfahren hat. Die in Israel selbst bestehenden Gegensaetze auf dem weitverzweigten Gebiete der religioesen Tradition waren nicht dazu angetan, einen guenstigen Einfluss auf unseren juedischen Alltag auszuueben. Wir geben aber nicht die Hoffnung auf, dass in Israel selbst,-im dortigen Kreise der Strengglauebigen und Gesetzestreuen, die Massvolleren die Oberhand behalten moegen, damit ein Kulturkampf erspart bleibe und Diejenigen, die keine radikalen Loesungen erstreben, zueinander finden koennen! (Fortsetzung Seite 10) IsiSÈ iilffilË ‘Friede, Friede, den Nahen und den Fernen”. im BRUECKE ZU NEUEN UFERN (Eine Rosch Haschana Betrachtung} Von Curt Wille

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